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Bonaverde

Bonaverde die Kaffee Revolution

Bonaverde – die erste Kaffeemaschine, die nicht nur mahlt, sondern auch röstet

Wie kamen Sie auf die Idee die Kaffeemaschine neu zu erfinden?
Hans Christian Stier/Bonaverde : Einerseits war und bin ich ein „Heavy Consumer“, wenn es um Kaffee geht – ich trinke gut und gerne meine 1.5 Liter Kaffee am Tag und war nicht selten von Magenschmerzen geplagt. Nach ein wenig Recherche fand ich heraus, dass die Magenprobleme durch die Säure und Bitterkeit der Bohnen hervorgerufen werden, die erst durch Lagerung der vorgerösteten Bohnen entstehen. Frisch gerösteter Kaffee hingegen ist extrem mild und magenfreundlich. Andererseits habe ich vor der Gründung von Bonaverde bei RWE in der Nationalen Kommunikation gearbeitet und viel mit dem Energiesteuerrecht zu tun gehabt. Dort fand ich also heraus, wie groß der Steuervorteil beim Handel von Rohstoffen gegenüber Konsumgütern war. Das eine führte zum anderen – warum nicht milderen, frischeren Kaffee trinken UND Steuern sparen?

Eines der Ziele ist es, dass die Kaffeebauern einen fairen Anteil am Verkauf Ihres Kaffees bekommen, wie wird das garantieren wie ist der Lieferweg und wie nehmen dies die Kunden an?
Hans Christian Stier/Bonaverde : Bisher bestimmt die New Yorker Börse den Preis, den ein Bauer für seine Bohnen kriegt. D.h. es handelt sich um einen fiktiven Preis, der nichts mit den eigentlichen Produktionskosten des Farmers zu tun hat (sogar oft darunter liegt!) und zudem extrem volatil ist. Bei Bonaverde hingegen definiert der Bauer seinen Preis selber – ausgehend von seinen Produktionskosten plus Marge muss er sich auch nach Angebot und Nachfrage auf unserem Online-Marktplatz richten.
Der Lieferweg hingegen ist direkter denn je zuvor: Wir planen, so viele Zwischenschritte wie möglich zu substituieren – dazu gehört nicht nur die Röstung, sondern auch z.B. die Börse und viele Zwischenlieferanten.
Der Kunde bestellt auf unserem Marktplatz also die Bohne direkt beim Produzenten, unser Logistikpartner ECOM Trading übernimmt die Spedition von der Farm bis zur Lagerhalle und von dort aus managen unsere Fulfillment-Partner wie DHL die sogenannte „letzte Meile“.
Die Kunden sind begeistert – einer der zentralen Gründe für den Kauf unserer Maschine ist schließlich, dass sie den Kaffee direkt beim Produzenten erwerben können und Hintergründe zu ihrem Kaffee erfahren, wie es bis dato nicht möglich ist!

Die Verbraucher sollen mit den Kaffeebauern vernetzt werden, war es schwer die Kaffeebauern für dieses Projekt zu gewinnen?
Hans Christian Stier/Bonaverde :
Witzigerweise überhaupt nicht – wir haben im Zuge unserer Kickstarter-Kampagne bereits vier Farmer fest verpflichten können und bekommen praktisch wöchentlich neue Anfragen. Wir starten aber zunächst mit den vier selektierten Produzenten, um eine stabile Basis aufzubauen – und fügen dann nach und nach weitere hinzu!

Warum habt Ihr euch für die Finanzierung durch Crowdfunding entschieden?
Hans Christian Stier/Bonaverde : Verschiedene Aspekte: Wir mussten beweisen, dass eine kritische Nachfrage nach unserer Maschine und unserem Direkthandelskonzept tatsächlich bestand, also den „Proof-of-Market“ bringen, wir wollten den Startfunken für unsere Community setzen und sie von dieser Early Supporter Base aus erweitern, und schließlich auch die Presse erreichen, um unsere Idee noch weiter in die Welt hinauszutragen! Mit dem Erfolg der Kickstarter-Kampagne schließlich hatte sich „die Crowd“ dermaßen in unsere DNA gebrannt, dass es für uns klar, dass wir genau diese enthusiastischen Supporter beteiligen wollten anstelle anonymer Geldgeber.

Bei der ersten Finanzierungsrunde über Kickstarter sind mehr als 500.000€ zusammenbekommen, ehrlich habt Ihr mit so einer Resonanz gerechnet? Und konnten die Ziele realisiert werden?
Hans
Christian Stier/Bonaverde :Nein, damit haben wir überhaupt nicht gerechnet – unser Fundinggoal waren gerade einmal 100.000€! Gerade die ersten Tage waren der reine Wahnsinn, auch die Presse hat sich praktisch überschlagen in ihrer Berichterstattung.
Bzgl. Zielrealisierung sind wir gerade in den letzten Zügen:
Der finale Prototyp ist soeben fertiggestellt worden und wird nun die nächsten Wochen getestet, die ersten Maschinen werden voraussichtlich schon Ende August ausgeliefert! Zeit zum ausruhen bleibt uns aber natürlich nicht – wir müssen jenseits der ersten Serienproduktion planen und daher die Fundingrunde auf Seedmatch.Bonaverde.com!

Wie wartungsintensiv wird das Serienprodukt sein?
Hans Christian Stier/Bonaverde : Auch das wird sich erst nach Abschluss der Testing-Periode präziser beantworten können. In jedem Falle erhalten unsere Kunden eine zweijährige Garantie auf die Maschine – im Gegensatz zu dem gesetzlich vorgeschriebenen einjährigen Gewährleistungsanspruch also signifikant mehr Sicherheit!
Zudem ist die Maschine modular aufgebaut – ist der Röster defekt, kann er herausgenommen und separat repariert werden. Das beschleunigt nicht nur die Wartung, sondern ist selbstredend auch sehr viel ökologischer.
Last but not least haben wir auch ein geschäftsgetriebenes Interesse daran, dass unsere Maschine auch lange nach Kauf und Auslieferung noch einwandfrei funktioniert – sonst können unsere Bauern schließlich nicht ihre Rohbohnen verkaufen!

Ist die Technik der Maschine durch Patente geschützt, oder wird es in Kürze ähnliche Kaffeemaschinen von Konkurrenz Unternehmen geben?
Hans Christian Stier/Bonaverde :
Nein es gibt kein Patent und es ist auch keins vorgesehen. Unser „Patent“ im übertragenen Sinne ist eine spezielle Chip-Technologie: In der Maschine implementiert ist ein RFID-Reader, der wiederum aktiviert wird durch Chips, die in unseren Kaffeebeuteln eingenäht sind und von diesen die für jede Bohnen unterschiedlich idealen Röstprofile herausliest. Diese Chip-Technologie hat vor allem die Vermeidung von Fehlnutzung zum Ziel, aber dient natürlich auch als Schutz oder zumindest Vorsprung vor (sehr viel größeren) Wettbewerbern.


Ab wann, wo und wie kann ich mir ein Bonaverde Kaffeemaschine kaufen?

Hans Christian Stier/Bonaverde : Die Maschine ist für 299€ bereits heute vorbestellbar unter www.bonaverde.com, Auslieferungszeitpunkt ist Dezember diesen Jahres.

Wir bedanken uns bei Hans Christian Stier für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

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