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amavido Italien entdecken

amavido unentdeckte Dörfer Italiens kennenlernen

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen doch bitte kurz unseren Lesern vor!
amavido: Wir sind ein Team aus sieben Gründern, die die verschiedenen Arbeitsbereiche des Projekts abdecken. Dazu gehören Projektmanager, Produktmanager, Frontend Entwickler, Grafiker, Sales in Italien, Kulturmanagement, Marketing und PR.
amavido ist die erste Online-Plattform, auf der Reisende authentische italienische Dörfer im Austausch mit den lokalen Communities entdecken können. Durch einen nachhaltigen, persönlichen Tourismus treffen sich Anbieter und Gast bei amavido auf Augenhöhe. Den Gästen bietet sich damit ein unverfälschtes Reiseerlebnis, das im Einklang mit Natur und Mensch steht. Die Plattform legt ihren Fokus auf das weitverteilte, unverbrauchte lokale Erbe von kleinen Ortschaften, die sich außerhalb des Massentourismus befinden und noch großteils unbekannt sind. Weiterhin gibt amavido den Einwohnern die Möglichkeit, den deutschen Gästen ihre Kultur durch Events und Aktivitäten nahezubringen, welche sie selber gestalten und über die Plattform anbieten können (Weinernte, Olivenölherstellung etc.).

Wie ist die Idee zu amavido entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
amavido : Die Idee zu amavido entstand in Italien, bereits vor einigen Jahren und zwar genau in einem dieser wunderschönen, unentdeckten Dörfern, die wir mit amavido für deutsche Reiselustige sichtbar machen wollen. Wir, Dominik und Marie-Janet, sind jedes Jahr zu Besuch bei unseren Verwandten in Kalabrien, Süditalien. Unser Vater hat ein Haus dort, das wie viele andere in italienischen Dörfern ebenso schön wie ungenutzt ist. Wir lieben das Leben und die Leute in diesen für die meisten Touristen unsichtbaren Orten. So kam uns der Gedanke, dass man all diese ungenutzten Möglichkeiten, die sich hier verstecken, für Reisende, die das authentische Gesicht Italiens kennen lernen wollen, sichtbar und erlebbar machen sollte. Die ersten Konturen nahm das Projekt an, als Markus, der schon mehrere Projekte mit Dominik gestartet hat und Lucia – unsere in Italien lebende Mitgründerin – dazukamen. Im weiteren Verlauf kamen immer mehr Leute ins Team, einige sprangen später wieder ab, andere kamen wieder dazu. Durch die verschiedensten Plattformen, Treffen und Zufälle kamen wir alle zusammen. Verbunden hat uns unsere Leidenschaft für Italien und unser Glaube daran, mit einem Unternehmen Positives für alle involvierten Seiten zu schaffen.

Von der Idee bis zum Start, was waren die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
amavido : Zuerst, im Juni 2014, dachten wir daran, eine Art Reiseveranstalter zu werden, der das komplette Programm organisiert. Irgendwann wurde uns bewusst, dass das zu umfangreich ist und so kam im Laufe der Zeit die Idee, das als eine Plattform zu realisieren, auf der sich die Gäste und Hosts direkt kennenlernen können. So wollten wir auch die eigne Kreativität der Einwohner herausfordern, die eigene Ideen zum Beispiel als Events einsetzen können.
Als große Herausforderung stellten sich die wöchentlichen Skypemeetings dar, da wir hier mit sieben Menschen, in verschiedenen Ländern und verschiedenen Kulturen daran arbeiten, einen Konsens zu finden. Auch die Gründung war eine Herausforderung, als wir überlegten, wer wieviel Anteile bekommt, wieviel die Arbeit der einzelnen Mitglieder Wert ist. Am Ende einigten wir uns auf die gleichen Anteile pro Person, da für uns die Arbeit jedes Einzelnen gleich wertvoll erscheint. Dabei musste man auch manchmal über den eigenen Egoismus hinwegsehen, was auch nicht immer leicht war.
Auch mussten wir alle daran arbeiten, die Leistungen der jeweils Anderen wahrzunehmen und wert zu schätzen, genau wie die Erkenntnis, dass alles ein bisschen länger dauert als man denkt, alles ein bisschen beschwerlicher ist. Und die eigenen Tiefs und die der anderen zu überstehen, wenn es schien, als würde nichts richtig voran gehen.
Die ersten Kosten waren Büro und Serverkosten, die wir teils über das zuvor gegründete Startup fandujo trugen, teils über private Einlagen. Derzeit finanzieren wir uns noch aus eigenen Mitteln und investieren unsere Privatgelder, mit Unterstützung der Familie. Perspektivisch sind wir auf der Suche nach Investoren, die mit uns gemeinsam an eine neue Form des Tourismus mit amavido glauben und Potenzial in der Form des Slow Tourismus sehen. Inzwischen sind wir mit einer Beta-Version online.

Wie können sich Gastgeber auf amavido eintragen?
amavido: Wir recherchieren durch unser Team vor Ort die meisten Unterkünfte selbst und gehen individuell auf zukünftige Gastgeber zu. Wir betreuen Sie beim Registrierungsprozess und erstellen daraufhin ihr persönliches Profil. Unter http://www.amavido.de/it/locals können Interessierte alle nötigen Infos finden, bei aktiven Regsitrierungsanfragen findet sich unter www.amavido.de/it/registration unsere Online-Gastgeberregistrierung – natürlich auf Italienisch. Der potentielle Gastgeber erzählt uns hier über das Formular alle Details, die für ihn und für seinen Gast wichtig sind. Er kann uns Fotos senden, seine Unterkunft beschreiben, ein „Mission-Statement“ abgeben und vor allem angeben, was er gemeinsam mit seinem zukünftigen Gästen erleben will und auf welche Besonderheiten sie sich freuen können. Wir prüfen jede Bewerbung einzeln, damit die Unterkünfte den amavido-Kriterien entsprechen und damit der Gast einen unvergesslichen Aufenthalt haben kann. Auch bei dieser Form der „Bewerbung“ erstellen wir in Zusammenarbeit mit dem Gastgeber sein Profil, damit er sich online so wiederfindet, wie er es sich wünscht.

Wie findet der Urlauber die Geheimtipps?
amavido: Unsere Gastgeberprofile folgen alle dem gleichen Muster: Gastgeber – Unterkunft – Aktivitäten. Dadurch wird jeder unserer Kunden auf den ersten Blick sehen, welcher Gastgeber welche Aktivitäten anbietet. Darüber hinaus werden in unserem Blog regelmäßig die Aktivitäten unserer Gastgeber gefeatured, um unseren Kunden Inspiration für den kommenden Aufenthalt zu bieten. Zudem werden wir auch persönlich kontaktiert, ob wir bestimmte Unternehmungen in einer ausgewählten Region empfehlen können – hier sind wir natürlich auch immer für die Gäste da und beraten Sie, was für ihre Wünsche der passende Geheimtipp ist.

Wie wird die Reise dann gebucht?
amavido: Zur Zeit kümmern wir uns persönlich um die Anfrage, das heißt, kommt eine Buchungsanfrage über amavido.de, kontaktieren wir den Gastgeber mit allen offenen Fragen und geben die Antworten an den Gast weiter. Verbindlich gebucht ist, wenn der Gast den abgesprochenen Rechnungsbetrag überwiesen hat. Daraufhin erhält er eine Buchungsbestätigung und weitere Informationen über Reise und sein gastgebendes Dorf. Diese Mittlerrolle ist uns zu Beginn wichtig, da wir so herausfinden, wo es bei einer Automatisierung der Prozesse Probleme geben könnte und welche Informationen wann wichtig sind. Im nächsten Schritt wird ein direkter Kontakt zwischen Gastgeber und Gast über die Seite ermöglicht und die kulturellen Aktivitäten direkt über die Seite buchbar werden.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Lange Nacht der Startups zu bewerben?
amavido: Kommissar Zufall hat uns hier ein wenig in die Hände gespielt: Wir waren auf der Suche nach einer Information von der IHK und lasen dabei von der Startup-Night. Eigentlich wollten wir uns nur als Gäste registrieren, doch der Bearbeiter schickte uns den Bewerbungslink, und so haben wir uns dafür beworben.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen die es auf die Lange Nacht der Startups geschafft hat. Wie motivierend ist das für Sie und was versprechen Sie sich von dem Event?
amavido: Für uns persönlich war es sehr motivierend, weil es manchmal bei der langen harten Arbeit so scheint, als ob sich niemand für einen interessiert und so viel Energie von einem ausgeht, und manchmal so wenig zurück kommt. Daher haben wir uns sehr darüber gefreut, vor allem auch darüber, dass die Detecon uns aus allen Startups ausgewählt hat und wir nun mit 9 anderen Startups unser Projekt bei der Startup-Night pitchen können. Auch wenn man immer versucht, sich nicht zu sehr von der Meinung anderer abhängig zu machen, ist das schon sehr schön, wenn Externe, die nichts direkt mit dem Projekt zu tun haben, einem positives Feedback und Vertrauen entgegen bringen.

Wie wichtig ist dieser Schritt für Sie als Jungunternehmer? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch das Event viele Interessenten und auch Medien auf Sie aufmerksam werden?
amavido: Die Lange Nacht der Startups bedeutet für uns nicht nur eine große Chance, amavido mit Stolz der Öffentlichkeit vorzustellen und unsere Vision von einer neuen Art des Reisens publik zu machen, sondern auch, Feedback aller Couleur einzusammeln. Wir glauben an einen offenen Meinungsaustausch – nicht nur im Team – sondern auch mit Interessenten und Medien. Feedback in Form von Lob sowie Kritik kann nur Ansporn für uns sein, stetig besser zu werden und an unseren Services und unserem Produkt zu feilen. Wir freuen uns sehr, amavido auf der Langen Nacht der Startups vorzustellen und brennen darauf, unsere Community und Interessierte persönlich an unserem Stand begrüßen zu dürfen.

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?
amavido: Wir haben viel vor für die nächsten 5 Jahre. Zunächst einmal wollen wir unser Angebot für deutsche Gäste in italienischen Dörfern sowohl quantitativ als auch qualitativ ausbauen und kulturelle Aktivitäten als auch lokale Produkte fest in unser Buchungssystem integrieren.
Dann soll die Seite auch für internationales Publikum auf englisch ausgebaut werden, also nicht mehr nur auf den deutschen Markt beschränkt sein. In den nächsten 5 Jahren sehen wir uns zu einer echten Alternative zum traditionellen Tourismus heranwachsen, als eine erste Anlaufstelle für Reisende, die nach authentischen Erfahrungen suchen. Ebenso als eine Möglichkeit der Selbstentfaltung für Gastgeber in allen Regionen Italiens.
Darüberhinaus wollen wir amavido in den nächsten Jahren auf andere europäische Länder mit ähnlichen Strukturen ausweiten.

Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
amavido: Da wir uns selber noch mitten im Prozess befinden, ist es schwer, allgemeine Tipps zu geben. Außerdem glaube ich, dass es wichtig ist, dass jeder seinen eigenen Weg geht, seine eigenen Fehler macht, denn genau das ist das Interessante am Gründen. Man lernt sich und seine Mitmenschen auf diese Weise sehr gut kennen.
Zu Beginn ist wichtig zu wissen, was dich interessiert, wo dich etwas stört, wo du etwas verändern möchtest. Wenn du dann eine Idee hast, rede mit Freunden darüber, teile sie. Kritik ist wichtig, lasse dich aber auch nicht zu sehr verunsichern, so viele Menschen es auf der Erde gibt, so viele Meinungen gibt es auch. Trotzdem muss man eine ursprüngliche Idee oft anpassen, und in manchem Fällen muss man sie auch aufgeben. Sehr wichtig ist, Scheitern und Fehlermachen nicht als etwas Schlimmes zu sehen, sondern als Möglichkeit, sich zu verbessern.
Lasst euch nicht von Ängsten treiben, sondern von Kreativität, Freude und Vertrauen. Lernt eure Stärken kennen, und baut sie aus. Lernt eure Schwächen kennen, und sucht euch Leute, die dort ihre Stärken haben. Kooperiert und seid begeistert von eurer Idee, sucht euch Freunde und Mitstreiter, die an eurer Seite für das Projekt kämpfen, es gibt viele Plattformen und Netzwerkveranstaltungen, die euch dabei helfen können.
Verliert nie den Glauben an eure Idee – sie ist das Herz eures Produktes. Danach solltet ihr euch einen genauen Plan anlegen, wann welcher Schritt auf den nächsten folgt, denn eine gute Planung ist alles (was nicht heißt, dass das Leben einem oft einen Streich spielt, aber
die Vision bleibt so immer im Blick). Und seid euch bewusst, dass euer Baby viel Aufmerksamkeit und Leidenschaft braucht; noch besser: Findet Gleichgesinnte, die eure Vision teilen, denn gemeinsam seid ihr noch stärker.
Das alles ist unsere persönliche Sicht, und sie kann auch unpassend für andere sein. Seid also wie ein Schwamm, nehmt auf, behaltet das was euch gut tut, und spült den Rest wieder aus. Macht eure eigenen Erfahrungen, spielt, probiert, scheitert, fallt hin, steht wieder auf, und vergesst das Lachen nicht…

Weitere Informationen finden Sie hier

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

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