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Frank Thelen und AngelCab Vinzent (24) und Luis Karger (21) © VOX/Bernd-Michael Maurer
Frank Thelen und Angel Cab: Vinzent (24) und Luis Karger (21) © VOX/Bernd-Michael Maurer

AngelCab Bio Kinderwagen: Jetzt einfach selbst designen

AngelCab der ökologisch und schadstofffreie Kinderwagen aus Bio Materialien den man selbst entwerfen kann

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen AngelCab doch kurz unseren Lesern vor!
AngelCab : Wir sind eine Kinderwagenmanufaktur aus dem fränkischem Engelthal und produzieren Bio Kinderwagen aus zertifiziert natürlichen Materialien, d.h. wir verwenden z.Bsp biologische Baumwolle, Schafwolle, Holz und Kokosfasern anstatt auf Kunstofftextilien wie Polyester zurückzugreifen. Alle Komponenten sind außerdem toxikologisch getestet. Die Wertschöpfung erfolgt regional, d.h. z.B. Näharbeiten und das Korbflechten werden in Oberfranken erbracht. Auch sonst erfolgen die Herstellungsprozesse in Zusammenarbeit mit traditionellen Handwerksbetrieben, sowohl wenn es um Metall- als auch Schreinerarbeiten geht, die z.B. direkt bei uns im Ort stattfinden. Natürlich sind wir auch auf Zulieferer im europäischen Ausland angewiesen, unsere Reifen stammen z.B. von einer tschechischen Firma.

Mit unseren Kinderwagen Konfiguratoren können Kunden aus Millionen Möglichkeiten auswählen und so Ihren persönlichen, höchst individuellen Kinderwagen auswählen. Wir bieten nicht nur ein paar Farben, sondern über 100 Verdeckmuster. Mit unserem My Fabric Programm können künstlerisch begabte außerdem ein komplett individuelles Verdeck selbst designen.

Unsere Kinderwagen werden ausschließlich direkt über unsere Webseite vertrieben, nur so können wir die Wagen zu vergleichbaren Preisen anbieten – wir haben schließlich deutlich höhere Material- und Herstellungskosten.

Wie ist die Idee zu AngelCab entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
AngelCab: Die Idee hatten wir bereits 2010. Durch Zufall hatten wir einen Testbericht in der Hand, fast alle gängigen Kinderwagen sind damals aufgrund der Schadstoffbelastung durchgefallen. Wir haben dann das erste Konzept geschrieben. Gerade bei Materialien mussten wir viel Research betreiben und haben z.B. auch mit Hebammen zusammengearbeitet. Der erste Prototyp war Anfang 2014 fertig, seitdem haben wir viel Feedback erhalten.
Als Brüder ergänzen wir uns sehr gut, Luis hat Politik- und Kommunikationswissenschaften studiert, bei mir war es ein Master in Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt auf sozialer Innovation und Entrepreneurship.

Von der Idee bis zum Start, was waren die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
AngelCab: Da es um die Sicherheit von Kindern geht, gibt es in Deutschland zum Glück viele Normen und Vorschriften. Die Kombination aus Normerfüllung und Naturmaterialien war nicht immer ganz einfach. Da wir aber mit vielen Firmen zusammenarbeiten, die über reichlich Know-How verfügen hat die Entwicklung nur knapp vier Jahre gedauert. Finanziert ist bisher alles aus Eigenmitteln.

Aus welchen Materialien werden die Kinderwagen gefertigt? Auf was achten Sie bei der Auswahl der Materialien?
AngelCab: Wir verwenden biologische Baumwolle, welche nach Global Organic Textile Standard zertifiziert ist. Gepolstert wird mit Schafschurwolle und genadeltem Kokos. Den Baumwollcanvas bedrucken wir mit schadstofffreien Reaktivfarbstoffen und beschichten mit Ruco Dry-Eco, einem speziellen Mittel welches ohne Schadstoffe auskommt. Der Rattankorb wird mit wasserlöslicher Holzbeize eingelassen, danach kommt ein Hydrolack drüber, welcher auch bei Kinderspielzeug aus Holz eingesetzt wird. Bei der Auswahl der Materialien achten wir zunächst darauf, dass alle Komponenten zertifiziert sind, andererseits lassen wir alles auch noch einmal toxikologisch prüfen.
Wir setzen so wenig Kunststoff wie möglich ein. An manchen Stellen ist es allerdings unmöglich komplett auf Kunststoff zu verzichten. Die Gestelle sind aus ultraleichten Aluminiumrohren gefertigt, Sitz und Liegefläche bestehen aus FSC zertifiziertem Holz.

Wie lange dauert es von der Bestellung bis der Kinderwagen beim Kunden ist?
AngelCab: Das kommt auf die Konfiguration bzw. Kollektion an. Bei der hochindividualisierbaren Atelier Kollektion brauchen wir 12 Wochen, ein AngelCab Vero oder AngelCab Mellow aus Rhabarberleder ist in circa 4 Wochen nach Bestellung beim Kunden. Obwohl wir die meisten Komponenten stets auf Lager haben, brauchen wir beim Stoffdruck und der Stoffausrüstung noch sehr lange. Wir beschichten ohne Fluorcarbone, das ist bisher nur in Kleinserie möglich.

Wie ist das Kundenfeedback?
AngelCab: Wir sind sehr zufrieden, viele Kunden sind von Verarbeitungsqualität und Fahrverhalten so begeistert, dass wir mittlerweile die meisten Wagen durch Weiterempfehlungen verkaufen. Der Kaufprozess eines Kinderwagens ist sehr lange. Bevor es zur Kaufentscheidung kommt, gehen die meisten Eltern erst einmal in einen großen Babyfachmarkt. Dort stehen dann bis zu 80 Wagen von Billig- bis Premiumwagen. Oft sind aber selbst Wagen für um die 1000€ schlecht verarbeitet und mit billigen Materialien ausgestattet. Da wir unsere Wagen im Direktvertrieb verkaufen, sparen sich unsere Kunden die Händlermarge und bekommen somit einen sehr hochwertigen Bio Kinderwagen zu vergleichbaren Preisen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für Die Höhle der Löwen zu bewerben?
AngelCab: Wir vertreiben unsere Produkte nur direkt über unseren Webshop. Da man Kinderwagen einmal probeschieben möchte, erfolgt die erste Kontaktaufnahme beim Kinderwagenkauf generell über den stationären Fachhandel. Dort können wir aber nicht gefunden werden. Wir haben uns für die Höhle der Löwen beworben weil dadurch die Möglichkeit haben eine sehr große Reichweite zu erzeugen. Auf das Bewerbungsformular sind wir durch Zufall gestoßen und haben eigentlich nicht mit einer Zusage gerechnet

Wie haben Sie sich auf die Höhle der Löwen vorbereitet?
AngelCab: Wir haben einen sehr ausführlichen Businessplan, welchen wir stetig aktualisieren. Dementsprechend mussten wir keine Zahlen aufarbeiten. Auf der Fahrt von Nürnberg nach Köln sind wir unseren Pitch außerdem mehrmals durchgegangen.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen das es in die Show „ die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend ist das für Sie und was versprechen Sie sich von der Show?
AngelCab: Wir haben uns natürlich sehr gefreut als wir die Nachricht bekommen haben, dass wir sicher dabei sind. Wir haben unseren Relaunch sozusagen für den Ausstrahlungstermin vorbereitet und natürlich werden wir dadurch einige potentiellen Kunden erreichen können. Zwar können wir mittlerweile deutlich größere Stückzahlen schaffen als noch vor einem halben Jahr, trotzdem sind wir eine Manufaktur, in Massenfertigung werden wir AngelCab Kinderwagen niemals herstellen können und wollen.

Wie wichtig ist dieser Schritt für Sie als Jungunternehmer? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch die Show viele Interessenten und auch Medien auf AngelCab werden?
AngelCab: Die Show wird uns viel Traffic bescheren, allerdings haben wir auch schon jetzt sehr viel zu tun, unsere Kapazitäten sind fast komplett ausgeschöpft. Im letzten halben Jahr haben über 400 AngelCabs einen Besitzer gefunden, bleibt abzuwarten wie viele Wagen wir in weiteren 6 Monaten zählen.

Ziel der Show „ Die Höhle der Löwen “ ist es, das die Löwen investieren und der Deal zustande kommt. Welchen der Löwen haben Sie als Investor im Fokus?
AngelCab: Wir hatten keinen bestimmten Wunschkandidaten auf dem Schirm, wenn es um E-Commerce geht ist Herr Thelen aber definitiv der richtige Ansprechpartner. Allerdings konnten wir im Vorfeld nicht herausfinden welches Wissen und Erfahrungen die einzelnen Löwen von der Baby- und Kinderbranche besitzen.

Wie geht es mit AngelCab nach der Show weiter, sollte der Deal zustande kommen? Und wie, wenn es keinen Deal gibt?
AngelCab: Wie es danach genau weitergeht bleibt abzuwarten, sicher ist jedoch, dass wir für jedes Szenario ein Konzept vorbereitet haben. Was wir jetzt schon sagen können ist, dass wir die Lieferzeiten anheben werden müssen.

Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
AngelCab: Wir haben seit Beginn einige Fehler gemacht und wollten in kurzer Zeit zu viele Sachen schaffen und verbessern. Gerade wenn man ein kleines Unternehmen ist, sollte man sich niemals mit der Konkurrenz vergleichen und erst einmal die Prioritätenliste abarbeiten. Man sollte sich klar sein, dass man sehr viel Zeit investieren wird und das soziale Leben zunächst an zweiter Stelle steht. Ansonsten einfach ausprobieren und Fehler machen, dadurch lernt man am besten.

Bild: © VOX/Bernd-Michael Maurer

AngelCab ist am Dienstag den 06.10.2015 in DHDL um 20.15 auf VOX zu sehen

Weitere Informationen finden Sie hier

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

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