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casavi SaaS für Immobilienverwalter und Wohnungsunternehmen

casavi verbindet Bewohner, Wohnungseigentümer, Hausmeister und Verwalter miteinander

Wie ist die Idee zu casavi entstanden, wann wurde die Firma gegründet und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Peter Schindlmeier/casavi : Mein Mitgründer Oliver Stamm und ich (Peter Schindlmeier) hatten uns schon einige Zeit lang mit Geschäftsmodellen im Bereich Wohnen und Vermietung beschäftigt. Im Frühling 2014 sind wir dann über einen Artikel gestolpert, in dem über eine spezielle Bewohner-App für eine neue Wohnanlage berichtet wurde. Auch wenn es sich dabei um ein Bauvorhaben im Premium-Segment handelte, fanden wir die Grundidee sehr sinnvoll und haben uns daraufhin überlegt, wie man das Ganze als Software-as-a-Service (SaaS) Lösung entwickeln und damit unterschiedlichsten Immobilienverwaltern und Wohnungsunternehmen zur Verfügung stellen könnte. Nach einer kurzen aber intensiven Marktrecherche, während der wir bereits mit potenziellen Kunden äußerst positive Gespräche führten, stand für uns fest, dass wir auf eine vielversprechende Nische gestoßen waren. David Langer und Oliver kannten sich noch vom Studium an der Uni Ulm und so stieß David kurze Zeit später zu uns, um zusätzliche technische Expertise ins Gründerteam zu bringen.

Von der Idee bis zum Start was waren die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Peter Schindlmeier/casavi : Zum Zeitpunkt der Ideenfindung waren wir alle drei noch in Festanstellung. Die Motivation zur Selbstständigkeit war definitiv da. Gleichzeitig wollten wir uns aber nicht naiv in das Vorhaben stürzen. Wir haben daher bereits relativ früh begonnen, uns Gedanken zur Frühphasenfinanzierung zu machen. Die Anfangsinvestitionen bei Software-Startups halten sich in Grenzen. Trotzdem hat jeder von uns monatliche Fixkosten, die es abzudecken gilt. Erfreulicherweise wurde unsere Bewerbung für das EXIST Gründerstipendium Ende 2014 angenommen. Auch wenn die Bewerbung für EXIST einigermaßen langwierig ist und auch der Ablauf selbst gewisse bürokratische Hürden mit sich bringt, ist es beruhigend einen gewissen finanziellen Polster zu haben. Ausruhen darf man sich darauf aber nicht. Rasch eigene Umsätze zu erzielen, sollte für jedes Startup im Mittelpunkt stehen. Insofern waren auch die frühen Gespräche mit potenziellen Kunden sehr wichtig.

Welche Wege gehen Sie, um Ihr Startup Unternehmen am Markt zu etablieren? Welche Rolle spielen Social Medias?
Peter Schindlmeier/casavi : Grundsätzlich ist die Immobilienverwaltungsbranche noch etwas zaghaft, wenn es um die Anwendung digitaler Services geht. Entsprechend steht uns auch nicht die volle Bandbreite an Online-Marketing Maßnahmen und Social Media Kanälen zur Verfügung, wie sie andere SaaS Startups in der Anfangsphase gerne nutzen. Wir werden daher auch auf traditionelle Marketing-Aktivitäten wie Messepräsenz, Print-Werbung und Direkt-Vertrieb setzen, um casavi bekannt zu machen. Dennoch spielt auch Content Marketing in unseren Plänen eine wichtige Rolle.

Sie sind eines von drei Startup Unternehmen, das in den You Is Now-Accelerator einzieht. Wie wichtig ist das für die weitere Expansion?
Peter Schindlmeier/casavi : You Is Now wird ja von Immobilienscout24 betrieben, deren Immobilienportal in den letzten 15 Jahren eindrucksvoll gezeigt hat, wie man eine gesamte Branche ins digitale Zeitalter hieven kann. Wir erhoffen uns also in erster Linie konstruktiven Input für unsere Produktentwicklung, Marketingplanung und strategische Ausrichtung. Gleichzeitig gibt es im Bezug auf unsere Zielgruppen einige Überschneidungen und damit sicherlich auch Synergien. Eine Kooperation über das Accelerator-Programm hinaus wäre unser Ziel und hätte wohl auch aus Marketingsicht einige Vorteile für uns.

Wer ist die Zielgruppe von casavi und wie funktioniert casavi?
Peter Schindlmeier/casavi : Unser Angebot richtet sich primär an Immobilienverwalter und Wohnungsunternehmen, die ihre Kommunikation mit Wohnungseigentümern und Mietern mit Hilfe digitaler Kanäle effizienter und gleichzeitig kundenfreundlicher gestalten wollen. Im Kern ist casavi ein Kundenportal, über das z. B. Dokumente, Termine und Mitteilungen schnell und unkompliziert geteilt, gleichzeitig aber auch Anfragen an den Verwalter übermittelt werden können. Diese Konstellation bietet auch weitere Möglichkeiten, um Wohnungseigentümern und Mietern digitale Service anzubieten, z. B. Nachbarschaftsvernetzung, Vermittlung haushaltsnaher Dienstleistungen, usw. Diese müssen nicht zwingend von den Immobilienverwaltern bereitgestellt werden, führen aber dennoch zu einer intensiveren Nutzung der Plattform und damit zu einer besseren Vernetzung zwischen Verwalter und Endkunde.

Wieviel kostet die Software?
Peter Schindlmeier/casavi : Unser Geschäftsmodell basiert auf einer monatlichen Servicegebühr für die Nutzung unserer Plattform, in der auch die Wartung und zukünftige Feature-Updates enthalten sind. Die Gebühr richtet sich einerseits nach der Anzahl an Objekten und Verwaltungseinheiten, die damit abgedeckt werden sollen, andererseits nach dem gewählten Funktionsumfang. Unser Anspruch ist jedoch, dass wir auch für kleinere Immobilienverwalter leistbar sein wollen. Insofern beginnt unser Basis-Paket bereits bei 19€ im Monat.

casavi wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Peter Schindlmeier/casavi : Die ganzheitliche Digitalisierung der Wohnungswirtschaft und Immobilienverwaltungsbranche steckt noch in den Kinderschuhen, auch wenn die großen Branchenunternehmen immer mal wieder Pilotprojekte anstoßen. Wir wollen von Anfang an dabei sein und diese Entwicklung sowohl in Deutschland als auch international nicht nur begleiten sondern prägen. Als besonders spannend erachten wir vor allem die Anknüpfungspunkte mit Smart Home Technologien und Geschäftsmodellen im Umfeld der Sharing Economy. Insofern ist es unser Ziel, dass wir in den nächsten Jahren erfolgreich eine Brücke zwischen den verschiedenen Branchen schlagen und dabei zeigen, wie innovative Ansätze zu Erfolg führen können.

Zum Schluß: Welche Tipps haben Sie für angehende Gründer?
Peter Schindlmeier/casavi : Gerade in der Anfangsphase eines Startups gibt es sehr viele verschiedene Dinge, um die man sich kümmern möchte und sollte. Da kann man schnell einmal die Übersicht verlieren, was dazu führt, dass man die eigene Arbeitszeit nicht gerade effektiv nutzt. Um dem vorzubeugen, haben wir von Anfang an beschlossen, unsere Aufgaben in zweiwöchige Sprints aufzuteilen, die im Vorfeld inhaltlich und zeitlich geplant werden. Das Konzept kommt eigentlich aus der agilen Softwareentwicklung, eignet sich aber genauso für frühe unternehmerische Tätigkeiten, die bei Startups zwangsläufig anfallen. Dabei ist auch wichtig, dass bei mehreren Gründern eine klare Arbeitsteilung und Verantwortung festgelegt wird. Spätestens, wenn das Team um neue Mitarbeiter erweitert wird, macht sich diese Vorgehensweise bezahlt.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Peter Schindlmeier für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

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