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Der grüne Wirtschaftszweig – Chancen im Cannabiz

Schnelligkeit und Innovationsbereitschaft eröffnen große Chancen im Cannabiz

Der Startschuss ist gefallen: Seit vier Monaten ist das „Cannabis als Medizin“ Gesetz in Kraft und der Ansturm auf das Geschäft mit der grünen Wunderpflanze steigt. Von Cannabisblüten, -ölen und -extrakten – die Lizenzen sind gefragt und der Bedarf wird exponentiell in die Höhe schießen. Aktuell muss der Rohstoff noch importiert werden, doch die eingeführte Menge lag im letzten Jahr bereits bei 170 Kilogramm. Ab 2019 sollen auch Ernteerträge aus dem heimischen Anbau zur Verfügung stehen und eines wird klar: Der Markt birgt viele Chancen und Herausforderungen. Doch wie viel Potential wirklich im Cannabiz steckt, erläutert Janika Takats, Geschäftsführerin des Medienunternehmens sens media, das sich dem Thema Hanf aus verschiedenen Blickwinkeln widmet, um den Rohstoff aus der Nische zu holen.

Die Nachfrage bestimmt das Angebot – Lieferengpässe bei medizinischem Cannabis

Bis zur Gesetzgebung im März 2017 waren rund 1.000 Personen mit Ausnahmegenehmigung dazu berechtigt Cannabis aus der Apotheke zu erwerben. Schätzungen zufolge wird die Zahl der Patienten, die sich Cannabis verschreiben lassen zukünftig, zwischen 120.000 und 850.000 liegen, da die Übernahme durch die Krankenkassen Hürden überwindet. Klar ist, dass die bisherigen Versorgungsstrukturen keinesfalls ausreichen werden, da es bereits immer wieder zu Lieferengpässen kommt. Bisher wurden die Patienten mit Cannabis aus den Niederlanden versorgt. Seit einigen Monaten können die Betroffenen auch auf Sorten aus Kanada zurückgreifen, die das Sortiment der Apotheke erweitern und die Lage etwas entspannen

Der Wettlauf um die Lizenzen – Deutschland zieht nach

Um die Produktion und Distribution von medizinischem Cannabis zu vereinfachen, hat die Regierung die Gründung einer sogenannten Cannabisagentur angekündigt. Derzeit bewerben sich einige Dutzend Unternehmen und Vereinigungen um eine Anbaulizenz. Die Vorschriften und Auflagen sind streng, um Cannabis in Apotheken-Qualität herzustellen, da es sich um ein medizinisches Produkt handelt. Nur die wenigsten Bewerber können sich die enormen Investitionen in die Anbauanlagen sowie Lagereinrichtungen und Equipment zur Qualitätskontrolle leisten, die nötig wären. Es ist davon auszugehen, dass das deutsche Gesetz in den kommenden Jahren als Vorlage für eine EU-weite Regulierung von medizinischem Cannabis dienen wird. Wenn dieses Gesetz von den 28 EU-Mitgliedsstaaten ratifiziert würde, hätten 510 Millionen Menschen auf einmal Zugang zu medizinischem Cannabis. Der daraus entstehende Markt ist größer als der US-Markt und kanadische zusammen. Während in den USA Patienten selbst für Cannabis aufkommen müssen, werden die Kosten in Deutschland von der Krankenkasse übernommen – das waren vor der Gesetzänderung bis zu 1.800 Euro monatlich für den eigenen Bedarf. Diese Regelung treibt die Nachfrage in die Höhe. US-amerikanische und kanadische Unternehmen sehen darin ein großes Potential und versuchen auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Auch Israel plant eine führende Rolle bei der Produktion und beim Export von medizinischem Cannabis einzunehmen. Hier muss Deutschland schnell nachziehen, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Investition ins Grüne – Wirtschafts-Boom des Cannabusiness

Während der Anbau nicht nur Investitionen in die benötigte Infrastruktur voraussetzt, sondern auch die Ausbildung und Beschäftigung von fachkundigem Personal, fordern andere Geschäftszweige weit weniger Startkapital. In den USA haben viele Unternehmer erstaunliche Kreativität bewiesen. Von auf das Geschäft mit Cannabis spezialisierten Anwälten und Business-Consulting-Unternehmen über Anbauschulungen und eine Jobvermittlungsplattform bis hin zu Cannabis-Hochzeitsplanern und Kifferbustouren wird inzwischen jede erdenkliche Dienstleistung angeboten. In Deutschland sind die Möglichkeiten derzeit noch begrenzt, da ausschließlich der medizinische Cannabisgebrauch zugelassen ist. Unabhängig davon, wann die Produktion in Deutschland starten wird, können zukünftig weit mehr Menschen in der „Cannabis-Service-Industrie“ arbeiten, als in der eigentlichen Produktion. New Frontier Data schätzt, dass bis zum Jahr 2020 280.000 neue Arbeitsplätze im Cannabiz entstehen werden.

Innovationsbereitschaft trifft Wachstumschancen – Kreative Ideen gewinnen

Seitdem die ersten Staaten in den USA Cannabis vollständig legalisiert haben, ist klar: Cannabis ist das große Geschäft. 40 Prozent der Unternehmensgründungen in der Cannabisindustrie wurden in den USA von Frauen durchgeführt. Der Prozentsatz ist höher als in jeder anderen Branche und sollte zukünftige Unternehmerinnen in Deutschland ermutigen. Das CannaFem Network bietet Frauen, die im Cannabiz Fuß fassen wollen, eine Plattform zum Netzwerken und Austausch. Das noch freie Feld bietet jede Menge Möglichkeiten für kreative Geschäftsideen, auch in Bezug auf Nutzhanf, der frei von psychoaktiven Wirkstoffen ist Die Vorteile von Nutzhanf liegen nicht nur in der Wirtschaft begründet, sondern auch in ökologischer Hinsicht. Die Teillegalisierung macht Platz für eine Vielzahl von Produkten rund um Cannabis und Nutzhanf. So reicht die Palette von Zigaretten mit dem nicht-psychoaktiven Cannabidiol CBD über Intimsprays mit Cannabis bis hin zu Getränken, Lotions oder Beruhigungsmitteln. Es ist nur eine Frage der Innovationsbereitschaft der Deutschen, bis es zu einem Wirtschaftsboom der Cannabis-Branche, wie in den USA kommt.

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Quelle Mashup Communications GmbH

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