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COMPANISTO Crowdinvesting-Plattform

Mit COMPANISTO über die Schwarm-Finanzierung in Unternehmen investieren

 

Sind alle Unternehmen, in die über COMPANISTO investiert wurde, noch operativ tätig?

Joschka Rugo :Auf Companisto wurden bislang über 30 Finanzierungsrunden erfolgreich beendet. Eines der finanzierten Startups – sporTrade – musste leider im vergangenen Januar Insolvenz anmelden. Dazu sollte angemerkt werden, dass Ausfälle von Startups in der Venture-Capital-Branche die Regel darstellen und unsere Quote bisher exzellent ist.

 

Welche Kriterien muss ein Unternehmen erfüllen, damit es über COMPANISTO finanziert wird?

Joschka Rugo :Wir suchen für Companisto nach innovativen Startups mit spannenden Geschäftsmodellen und engagierten Gründerpersönlichkeiten. Unternehmen, auf die diese Kriterien zutreffen, können aus sämtlichen Branchen kommen – da haben wir keine Einschränkung. Beachtet werden muss lediglich die Gesellschaftsform; unsere auf Anschlussfinanzierungen und Co-Finanzierung optimierten Verträge sind auf GmbHs und UGs ausgelegt.

 

Welches sind die Top Investitionen, die bisher über COMPANISTO getätigt wurden?

Joschka Rugo :Die ‚BiteBox‘, die Office Survival-Food herstellt, die E-Book-Flatrate ‚readfy‘ und die Frozen Yogurt-Kette ‚Wonderpots‘ konnten jeweils weit über 1000 Investoren von sich überzeugen und je eine halbe Million Euro Kapital einsammeln. ‚Wonderpots‘ brauchte dafür sogar nur 7 Tage – das war Europarekord.

Mit welcher ROI können Investoren rechnen?

Joschka Rugo :Das lässt sich schlicht nicht beantworten. Wir finanzieren innovative Unternehmen in frühen Unternehmensphasen. Die Entwicklung solcher Startups ist schnell und dynamisch. Unseren Investoren hier Prognosen zu möglichen Renditen zu machen, wäre spekulativ und nicht verlässlich. Deshalb überlassen wir es jedem einzelnen Companisten, zu entscheiden, ob ein Startup genügend Potential hat, um ihm Erträge einzubringen, die er oder sie sich vorstellt.

 

Warum hat COMPANISTO ein Limit von 25.000€ für Investoren?

Joschka Rugo :Der Charme von Crowdinvesting liegt nicht zuletzt in der Crowd. Es ist für unsere Startups ein Riesenvorteil, hunderte oder sogar tausende Investoren gewinnen zu können, die häufig auch zu Kunden, Beta-Testern und fast grundsätzlich zu Multiplikatoren werden. Nicht selten entscheiden sich Startups bewusst gegen eine Finanzierungsrunde mit Business Angels oder VCs und für Crowdinvesting, um diese starken (und kostenlose) Marketingeffekte mitzunehmen.

Daher haben wir ein Limit von 25.000 Euro gewählt, so dass jedes Startup die Chance hat, eine hohe Anzahl an Investoren und damit Multiplikatoren für sich gewinnen zu können.

 

Welche Vorteile bietet COMPANISTO?

Joschka Rugo :Companisto ist die erste und einzige Plattform aus Deutschland, die über die englischsprachige Seite www.companisto.com Investoren aus aller Welt anspricht. Schon jetzt investieren Menschen aus 52 Ländern über unsere Plattform. Ein Startup, das heute eine Finanzierungsrunde bei uns beginnt, spielt alle Informationen wie die Profile, Finanzplanung, Updates zu Neuerungen, aber auch Nutzerkommentare zweisprachig aus und erzeugt so eine Reichweite. Neben Investoren und Kunden werden auch Kooperationspartner und zukünftige Gegldgeber auf das Startup aufmerksam.

 

Außerdem beträgt die Mindestinvestitionssumme bei Companisto nur 5 Euro. Diesen geringen Betrag haben wir bewusst gewählt, um einerseits jedem die Chance zu geben, sich in frühen Unternehmensphasen an vielversprechenden Startups beteiligen zu können und andererseits, um auch Menschen mit weniger Kapital als Companist gewinnen zu können. Denn gerade junge Leute, wie etwa Studenten, verbreiten neue Ideen und Konzepte schnell über soziale Medien, wären aber mit einer höheren Beteiligungsgrenze wahrscheinlich nicht mit an Bord. Unter den großen Plattformen sind wir die einzigen, die für diesen Ansatz stehen.

 

Kann man sich auf den Schwarm verlassen, sprich: kann man sich an anderen Investoren orientieren?

Joschka Rugo :In Bezug auf das Startup sagt die Größe der investierten Crowd auf jeden Fall etwas aus: ein erfolgreiches Crowdinvesting mit vielen beteiligten Investoren erbringt bereits einen Proof-of-Concept.

Aus Investorensicht sollte jeder Einzelne für sich entscheiden, ob ein Startup mit seinem Profil überzeugend ist oder nicht – schließlich geht es um Geld.

Genau so beoachten wir es auch in der Praxis: auch bei einer sehr dynamischen Kampagne gibt es einzelne Companisten, die sich nicht beteiligen und dies auch kommentieren. Keineswegs ist es also so, dass sich die Crowd „verführen“ lässt.

 

 

Sollte man in verschiedene Unternehmen investieren?

Joschka Rugo :Ja, unbedingt. Bei Crowdinvesting ist die Portfolio-Theorie, also die Risikominimierung durch Streuung der Beteiligungen, genauso relevant wie für ein Aktiendepot oder für Business Angels/VCs.

 

Wie sieht der durchschnittliche Investor auf COMPANISTO aus?

Joschka Rugo :Den durchschnittlichen Investor auf Companisto gibt es nicht. Eben durch das bereits erwähnte Fehlen einer Mindestbeteiligungssumme haben wir ein breites Spektrum von Investoren, das 18-jährige Schüler, 82-jährige Rentner, Männer wie Frauen, Putzkräfte und Firmenbesitzer gleichermaßen umfasst.

 

Ist Crowdinvesting in Niedrigzinszeiten eine Alternative oder kann ich als Kleinanleger sogar von einem sensationellen Start-up-Unternehmen profitieren?

Joschka Rugo :Crowinvesting ist nicht nur in Niedrigzinszeiten, sondern grundsätzlich eine Alternative. Sie müssen bedenken, dass Sie als Privatperson vor der Zeit des Crowdinvestings schlicht keine Gelegenheit hatten, sich an Startups zu beteiligen. Jungunternehmen sind aber jene, die ihre Hauptwachstumsphase noch vor sich haben; ergo auch das höchste Potential auf eine starke Wertsteigerung aufweisen.

Aktienunternehmen beispielsweise können immer noch solide wachsen; ihren Gesamtwert in kurzer Zeit vervielfachen, können sie aber nicht mehr.

 

Worauf sollte ich als Investor achten, wenn ich in ein Unternehmen investiere?

Joschka Rugo :Das Wichtigste ist es, wirklich vom Unternehmen, in das man investiert, überzeugt zu sein. Dafür stellen wir alle relevanten Informationen in einem Startup-Profil zusammen.

Außerdem weisen wir auch stets darauf hin (z. B. vor jedem Beteiligungsabschluss), dass es sich bei Crowdinvesting um Wagniskapital handelt, das im schlimmsten Fall verloren gehen kann. Daher sollte man nur den Teil seines Vermögens investieren, auf den man im Zweifel verzichten kann.

 

Es gibt große Medien die dem Crowdinvesting skeptisch gegenüber stehen. Zu Recht? Oder werden hier nur die Werbekunden Banken etc. getätschelt?

Joschka Rugo :Kritik ist etwas Hilfreiches, denn wir wollen konstant besser werden. Gerade in einer jungen Branche wie unserer kann das sehr hilfreich sein.

Davon abgesehen gibt es wohl kein Thema der Welt, das nicht von irgendwem auch skeptisch betrachtet wird. Speziell zum Thema Crowdinvesting sind mir einzelne Stimmen bekannt, die grundsätzlich eher negativ/skeptisch eingestellt sind, nicht aber ganze Medienhäuser.

 

Wie sieht das rechtlich aus, welche Rechte haben Anleger, Investoren, die Ihr Geld über COMPANISTO in Unternehmen investieren?

Joschka Rugo :Companisten sind durch ihre Anteile direkt an Startups beteiligt und profitieren durch Gewinne, Wertsteigerungen des Unternehmens oder dessen Verkauf von dessen Erfolg. Die Beteiligung ist rein wirtschaftlich, damit das Startup seinen Handlungsspielraum erhalten kann. Alles andere wäre auch kontraproduktiv – stellen Sie sich vor, dass 1250 Leute Einfluss auf Ihre Unternehmensführung nehmen – Ihr Startup könnte sich kaum noch dynamisch, geschweige denn schnell entwickeln.

 

In den USA gibt es die erste Klage gegen ein Unternehmen, das sich über Crowdinvesting finanziert hat, aber bis heute kein Produkt geliefert hat, ist dies in Deutschland auch möglich?

Joschka Rugo :Der von Ihnen angesproche Fall bezieht sich auf ein Crowdfunding (Unterstützer erhalten im Unterschied zu Crowdinvesting keine Unternehmensanteile; sind also nicht wirtschaftlich beteilgt) auf einer Plattform, auf der Projekte ungeprüft manuell eingestellt werden können. Da ist ein Missbrauch deutlich einfacher.

Wir prüfen unsere Startups sehr gründlich, bevor wir entscheiden, ob sie für ein Crowdinvesting geeignet sind. Von weit über 1000 Bewerbungen haben wir gerade mal 30 tatsächlich auf Companisto vorgestellt.

 

Fällt Crowdinvesting nicht unter den Einfluss der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht), besteht hier die Möglichkeit, dass es in absehbarer Zukunft eine Regulierung des Marktes gibt?

Joschka Rugo :Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Crowdinvesting ausgestaltet werden kann. Je nach Modell sind verschiedene Regularien einschlägig. Die meisten Plattformen greifen auf partiarische Nachrangdarlehen zurück, da diese flexibel sind und optimale Rahmenbedingungen sowohl für Investoren als auch für Startups bieten. Grundsätzlich sind Politik und Staat gewillt, Entrepreneurship und den Zugang von Startups zu Kapital weiter zu verbessern. Hier gibt es noch viel Nachholbedarf in ganz Europa. Aus diesem Grund sehen wir in diversen Ländern gesetzliche Initiativen, um Crowdinvesting zu ermöglichen und zu fördern.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Joschka Rugo  für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

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