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Crowdinvesting: Langfristig geht die Rechnung nicht auf Kartenmachen.de zieht kritische Bilanz

Crowdinvesting: Langfristig geht die Rechnung nicht auf

Kartenmachen.de zieht kritische Bilanz

Im Augst 2016 schloss Kartenmachen.de ein Venture-Debt-Funding bei Seedmatch erfolgreich ab. Die Online-Druckerei konnte 352 Investoren aktivieren und 340 Tausend Euro erlösen. Zweieinhalb Jahre später sieht Gründer Andreas Ritter das Funding kritisch – trotz des Erfolgs. Er beklagt den hohen Zeit- und Kostenaufwand rund um das Controlling der Investments und bedauert das geringe Feedback der Investoren. Den Marketing-Effekt der Kampagne schätzt er gering ein. Heute würde Ritter für die Finanzierung andere Wege gehen.

„Natürlich hat uns das Investitionskapital geholfen“, erklärt Ritter. „Wir konnten neue Maschinen kaufen und neue Mitarbeiter einstellen. Kartenmachen.de ist schneller gewachsen.“ Aber: Eine andere Art der Finanzierung hätte das ebenso möglich gemacht – und dem Unternehmen wahrscheinlich Impulse gegeben, die Ritter nach dem Funding vermisste.

Venture-Capital-Finanzierung vielleicht die bessere Wahl

Von den viel beschworenen Crowd-Effekten – z.B. Produkt-Feedback oder Marketing-Unterstützung – bemerkte Ritter nach einem viel versprechenden Beginn nur wenig. Aber er versteht, warum Investoren sich kaum für „ihr“ Unternehmen engagieren: Die investierten Beträge und die zu erwartenden Gewinne seien zu gering. Größeres Engagement würde sich deshalb für Investoren nicht auszahlen.

Dass junge Unternehmen nicht nur finanziell, sondern auch inhaltlich profitieren: Diese Chance sei potenziell bei Venture-Capital-Finanzierung größer. „Im besten Fall teilt der Kapitalgeber Wissen und Kontakte. Als Profi versteht er das Geschäftsleben und bringt das jeweilige Unternehmen weiter“, meint Ritter. Sicher handele es sich auch bei dem einen oder anderen Crowd-Investor um einen Profi – die meisten seien jedoch Laien. Auch aus diesem Grund könnten Sie sich kaum für „ihr“ Unternehmen engagieren.

Hoher Verwaltungsaufwand und Gefahr von Know-how-Verlust

Die Kommunikation mit den Investoren, die Investorenberichte und das dafür nötige externe Controlling binden Zeit. Pro Quartal verbringt Ritter damit etwa zwei Tage. Die Kosten für das Controlling liegen pro Quartal bei circa 700 Euro. Zeit und Geld, die er lieber anderweitig einsetzten würde.

Wer ein Crowdinvesting plant, sollte sich auch darüber im Klaren sein: Durch die Kommunikation dringen sensible Informationen an die Öffentlichkeit. Auch wenn Investoren ihr Wissen selbst nicht nutzen dürfen: Informationen, die über Umwege nach außen dringen, können Mitbewerbern einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Hohe Umsatzerwartung nicht erreicht aber dennoch zufrieden

Die Ziele, die Kartenmachen.de im Funding formulierte hatte, realisierte das Unternehmen in vielen Bereichen: Die Produktpalette wurde deutlich erweitert, Cross-Selling-Effekte traten auf, man kaufte neue Maschinen und stellte zusätzliches Personal ein.

Nicht realisieren konnte man das hohe Umsatzziel: Geplant hatte man ein jährliches Wachstum im dreistelligen Bereich. Tatsächlich wuchs Kartenmachen.de 2016 und 2017 jeweils zwischen 30 und 50 Prozent. 2018 nahm der Umsatz erneut um 41 Prozent zu. Ritter ist dennoch zufrieden: „Weil wir neue Mitarbeiter eingestellt, neue Maschinen gekauft und neue Produkte entwickelt haben, sind wir in den letzten 2,5 Jahren gefühlt um 300 Prozent gewachsen.“

Quelle SCHOPPELREY-KOMMUNIKATION

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