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Von Floerke Volkswirt David Schirrmacher (22) © VOX Bernd-Michael Maurer
Von Floerke Volkswirt David Schirrmacher (22) © VOX Bernd-Michael Maurer

David Schirrmacher stellt von Floerke den Löwen vor

von Floerke hat sich auf hochwertige, handgemachte Herrenaccessoires spezialisiert

Stellen Sie sich und Ihr Unternehmen doch kurz vor!
David Schirrmacher/ von Floerke: von Floerke hat sich auf hochwertige, handgemachte Herrenaccessoires und einige Komplementärprodukte für Damen spezialisiert. Unsere Idee ist es, klassische Accessoires jung zu interpretieren. Sind Schleifen zum Selbstbinden, Strickkrawatten oder Manschettenknöpfe mit z.B. einem Ledertau bei den meisten Herrenausstattern schon lange nicht mehr zu finden, so sind sie bei uns zu einem sehr fairen Preis und in großer Auswahl erhältlich.

Wie ist die Idee zu von Floerke entstanden?
David Schirrmacher/ von Floerke: Im 4. Semester an der Uni gewannen wir Eintrittskarten für ein Event mit Smokingpflicht in der Frankfurter Oper. Im Handbuch der klassischen Herrenmode fanden wir heraus, dass man zum kleinen Abendanzug auf gar keinen Fall eine vorgebundene Fliege tragen darf, sondern wenn eine Schleife zum Selbstbinden. In Wiesbaden, der nächstgrößeren Stadt für uns, gab es lediglich Modelle für über 150€, so dass wir die Querbinder in einem amerikanischen Onlineshop unsere Querbinder bestellten. Das ärgerte mich so sehr, dass ich einige Wochen später a Gentleman’s ones eröffnete: mit über 100 Designs schnell Deutschlands größter Onlineshop für Schleifen zum Selbstbinden. Das alles war Ende des Jahres 2013. Im November 2014 erweiterte ich unter dem Namen von Floerke das Produktangebot erheblich und führte nach und nach alle für mich wichtigen Produkte für den modernen Gentleman ein. Auch für Damen führen wir mittlerweile Uhren, Seidenschals, Socken und Handyhüllen.

Von der Idee bis zum Start, was waren die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
David Schirrmacher/ von Floerke: Für meine erste Schleifenbestellung habe ich ca. 1000€ aus dem Verdienst meines ersten Praktikums verwendet, das Geld war schnell wieder drin und im ersten halben Jahr hatte ich mit diesem Investment über 10.000€. eingenommen Für die Sortimentserweiterung im November 2014 lieh ich mir von meinen Eltern eine kleine fünfstellige Summe, die ich nach dem Weihnachtsgeschäfts problemlos zurückzahlen konnte. Seitdem waren wir immer positiv in unserem Geschäftsbetrieb. Die größte Herausforderung war sicherlich das unerwartet schnelle Wachstum neben dem Studium: wo lagert man die Produkte, wer verschickt sie zuverlässig jeden Tag? Wie können wir mit kleinen Mitteln eine sehr hochwertige Produktpräsentation erreichen?

Wer ist die Zielgruppe?
David Schirrmacher/ von Floerke: Unsere Zielgruppe sind erstens junge Männer bis 35, die im Berufsleben bereits erfolgreich sind, es noch werden oder sein wollen. Sie möchten individuell sein und sich selbst verwirklichen. Ganz zentral ist für uns die persönliche Darstellung nach außen – wie möchte ich auf wen wirken, welchen Eindruck hinterlasse ich bei meinem Gegnüber. Gleichzeit zeigen wir, dass ein gekonntes Outfit nicht teuer sein muss. Mit einem Einstecktuch für 29€ kann der eigene Stil gleich ganz anders unterstrichen werden, als es nur das nackte Jacket tun würde. Das gleiche gilt für unsere weiblichen Kunden: immer einen kleinen Schritt vor dem Trend präsentieren sie sich gerne selbst als schick und modisch. Insbesondere Fliegen für Damen werden sich in nächster Zeit als Trend etablieren. Last but not least haben wir einen großen Kundenstamm zwischen 30 und 50 Jahren, der sich aufgrund seiner gesellschaftlichen und beruflichen Situation schick anzieht, dem aber das Sortiments seines lokalen Herrenausstatters zu angestaubt ist. Er nimmt die frische Interpretation alter Klassiker von uns gerne auf.

Was findet man auf von Floerke?
David Schirrmacher/ von Floerke: Schleifen zum Selbstbinden, Einstecktücher, Manschettenknöpfe, Krawatten aus Baumwolle und Seide sowie Strickkrawatten, farbige Socken, einige vorgebundene Fliegen aus Seide und Wolle, Seidenschals für die Dame, frische und moderne Uhren die höchsten Qualitätsansprüchen genügen. Ergänzt wird alles durch Accessoires die man schwer woanders findet: hochwertige Schuhlöffel aus Pfirsichholz, handgesägte Kämme aus Sandelholz und vieles mehr.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für Die Höhle der Löwen zu bewerben?
David Schirrmacher/ von Floerke: In unserem Bekanntenkreis und insbesondere in Bonn und Köln hatte unsere kleine Marke schon vorher eine unerwartet große Fangemeinde aufgebaut, im Internet wurden wir von Insider-Blogs sehr gelobt. Das stetige Wachstum hatte mich schon immer überrascht und auch oft überfordert. Mein Label im Fernsehen vor einem Millionenpublikum vorzustellen lag trotzdem immer außerhalb meiner Vorstellungskraft, hätten mich nicht zahlreiche Freunde und auch Verwandte dazu überredet. Viele waren der Überzeugung, ich würde dort gut hinein passen. Da ich auch vor meiner eigenen Bewerbung schon keine Folge der 1. Staffel verpasst hatte, kannte ich die Löwen schon sehr gut. Beides zusammen hat schließlich den Ausschlag gegeben, mich zu bewerben – auch wenn die Chancen sehr niedrig waren angenommen zu werden und ich weiß, dass mit der Teilnahme ein riesen Berg Arbeit auf uns zukommen wird.

Wie haben Sie sich auf die Show vorbereitet?
David Schirrmacher/ von Floerke: Ich habe einen Berg Unterlagen zusammen gestellt und Freunde von mir gebeten, mit mir den Show-Auftritt zu üben. Auch brauchte ich natürlich einige Modells, die unsere Produkte vorstellen. All das hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen, um wirklich einen perfekten Pitch vorstellen zu können. Dazu gehörte auch, meine Präsentation fehlerfrei vorstellen zu können. Hierfür habe ich meine Präsentation die ganze Woche vor der Sendung gefühlte 250 Mal am Tag auswendig präsentiert. Vor der Aufzeichnung hätte man mich nachts ohne Vorwarnung aus dem Schlaf reißen können und ich hätte den Text perfekt aufgesagt.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen das es in die Show „ die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend ist das für Sie und was versprechen Sie sich von der Show?
David Schirrmacher/ von Floerke: Es ist natürlich eine einzigartige Chance, überhaupt dort auftreten zu dürfen. Aus der letzten Staffel haben auch die Ideen, die kein Investment erhalten haben, unglaubliche Erfolgsgeschichten geschrieben. Mit einem Gründer der 1. Staffel stand ich schon vorher in Kontakt. Seit der Sendung hat er am Tag so viele Einheiten umgesetzt wie zuvor im Monat. Auch wenn wir keinen Zuschlag erhalten, so ist der Zuwachs an Bekanntheit nur durch die Teilnahme natürlich enorm und wer weiß, vielleicht findet sich danach ein anderer Investor der bei uns einsteigen möchte.

Wie wichtig ist dieser Schritt für Sie als Jungunternehmer? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch die Show viele Interessenten und auch Medien auf Sie aufmerksam werden?
David Schirrmacher/ von Floerke: Ich glaube es gibt für junge Firmen keine bessere Möglichkeit innerhalb so kurzer Zeit an Bekanntheit zu gewinnen, wie über DHDL. Wie ich als gerade einmal 22-jähriger hat man es meistens sehr schwer, überhaupt ernst genommen zu werden: von der Bank, potentiellen Partnern und vor allem möglichen Retailern. Man muss damit leben, mit viel mehr Neins als Jas zu leben. Die Zahl der Ermunterer beschränkt sich meistens auf Familie und Freunde. Dieser Druck wird durch den Auftritt in der Show vor mehreren Millionen Zuschauern nicht unbedingt besser sein, aber er ist es auf jeden Fall wert. Einen wichtigeren Auftritt hatte ich in der noch kurzen Geschichte meiner Firma definitiv noch nicht.

Ziel der Show „ Die Höhle der Löwen “ ist es, das die Löwen investieren und der Deal zustande kommt. Welchen der Löwen haben Sie als Investor im Fokus?
David Schirrmacher/ von Floerke: Ich denke Herr Öger würde aufgrund seiner äußeren Erscheinung super zu uns passen, seinen Stil und seine Gentleman appearance habe ich in jeder Folge bewundert. Frau Williams würde uns natürlich perfekt bei HSE24 unterbringen können, dort gibt es schon einen großen Accessoire-Bereich. Wenn ich von Floerke überzeugend präsentiere, schaffen wir es vielleicht sogar, dass Frau Steiner einmal nicht raus ist: Das wäre natürlich der Ritterschlag der Sendung für uns. Von Herrn Thelen habe ich leider in einem Interview gelesen, dass er nicht gerne in eCommerce investiert, vielleicht können wir ihn aber dennoch überzeugen.

Wie geht es mit von Floerke nach der Show weiter, sollte der Deal zustande kommen? Und wie, wenn es keinen Deal gibt?
David Schirrmacher/ von Floerke: Wenn wir einen Zuschlag kriegen sollten, müssen wir meiner Meinung nach als aller erstes am äußeren Auftreten der Marke arbeiten sowie viele neue Vertriebsmöglichkeiten aufbauen. Insbesondere auch für Trend- und Marktentwicklung benötigen wir dringend mehr Mitarbeiter, die für uns Messen, Shows und Designevents in ganz Europa besuchen, damit wir unseren Mitbewerbern immer einen Schritt voraus sein können.

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?
David Schirrmacher/ von Floerke: Wir haben ein klares Ziel: genauso wie man bei Anzügen automatisch an Hugo Boss oder bei Sportschuhen sofort an Adidas denkt, so soll man auch bei hochwertigen Herrenaccessoires aller Art als erstes von Floerke im Kopf haben. In fünf Jahren möchten wir die Nummer 1 für hochwertige Accessoires aller Art sein.

Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
David Schirrmacher/ von Floerke: Likes don’t pay bills. Auch wenn es zunächst nicht zeitgemäß erscheinen mag, so haben wir in unserem ersten Jahr nahezu keine Präsenz in den gängigen sozialen Medien vorweisen können. Wir haben zwar schon sehr früh Instagram genutzt, uns aber vor allem auf große Retailer wie Amazon, Otto und Zalando konzentriert um unsere Marke einem großen Publikum bekannt zu machen. Ich würde vielen Gründern raten, weniger Posts bei Facebook zu setzen und mehr Energie in die harte Verkaufsarbeit zu stecken – mit der “Hand am Arm” wie Herr Schweizer so gerne sagt.

Bilder © VOX / Bernd Michael Maurer

von Floerke am Dienstag den 01.09.2015 in DHDL um 20.15 auf VOX zu sehen

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei David Schirrmacher für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

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