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eReha 3D Sensor gestütztes Heimtherapiesystem

eReha 3D Sensor basierte Lösungen im Physiotherapie Bereich

Stellen Sie sich und Ihr Unternehmen doch kurz vor!
Die AmbiGate GmbH ist eine Ausgründung der Universität Tübingen und entwickelt 3D-Sensor Lösungen basierend auf wissenschaftlichen Algorithmen. Das Team besteht aus den drei Gründern Caroline Jannasch (IBWL), Stephan Dabels (BioInformatik) und Christian Frede (Informatik). Das interdisziplinäre Team wird ergänzt durch einen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Beirat, zusammengesetzt aus mehreren Professoren und Doktoren sowie Vertretern von Unternehmensberatungen. Auf die Art haben wir ein gebündeltes Know-How für die Herausforderungen als junges Unternehmen.

Wie ist die Idee zu eReha entstanden?
Zum einen war Herr Frede während und nach seinem Studium bereits im eHealth Sektor tätig und zum anderen hat Herr Dabels mehrere wissenschaftliche Arbeiten im Human-Mashine-Interfaces Bereich getätigt und war bereits als Berater mitunter in der Startup Szene aktiv. Der Bereich der BWL hat das ganze dann abgerundet. Das Team wollte schon länger zusammen ein Unternehmen gründen und hat aufgrund einiger vielversprechender Papers den Fokus dann auf 3D Sensor basierte Lösungen im Physiotherapie Bereich gerichtet. Bei den Vorarbeiten zur Suche für einen entsprechenden Markt und damit das erste Modul des eReha Systems ging alles deutlich schneller:70 Prozent aller Deutschen haben Rückenschmerzen, meist durch den Arbeitsalltag und den damit verbundenen Bewegungsmangel. Der Umfang der verschriebenen Physiotherapieeinheiten durch den Arzt ist oft zu gering für eine langfristige Heilung. Physiotherapeuten empfehlen daher meist Heimübungen, welche oft zu selten durchgeführt werden. Nicht nur der Mangel an Übung, auch die falsche Durchführung beeinträchtigt die Therapieerfolge und können Krankheitsbilder sogar akzentuieren. Daher erschien uns ein System wie eReha optimal für dieses Gebiet.

Welche Wege gehen Sie, um Ihr Startup Unternehmen am Markt bekannt zu machen? Wie wichtig sind Startup und Gründer Events und Wettbewerbe?
Wir arbeiten eng mit Therapieverbänden zusammen und versuchen entsprechend bei diesen Fachkräften unser Produkt bekannt zu machen. Neben Veröffentlichungen besuchen wir auch viele Veranstaltungen zum Thema Gründung. Nachdem wir einige Preise gewonnen hatten, mitunter die der besten Gründungsideender Region, folgten Einladungen zu Messen oder Kongressen, die uns wichtige Geschäftsbeziehungen ermöglicht haben.

Wer ist die Zielgruppe von eReha?
Das eReha Konzept ist modular aufgebaut. Die einzelnen Module decken anwendungs- oder krankheitspezifische Gebiete ab. Das erste Modul wird Personen mit Rückenleiden bei ihrer Genesung unterstützen. Das System ist offen gestaltet und erlaubt es auch anderen Firmen unsere Infrastrukturdie Parameter sowie das bundesweite Netzwerk zu nutzen – ähnlich einem Marketplace Prinzip. Das heißt jede Firma, z.B. aus dem eHealth Bereich, kann auf diese Weise ihr Produkt schneller entwickeln und auf dem Markt platzieren.

Wie funktioniert eReha?
Der Therapeut definiert in seiner Praxis die krankheitsspezifischen Übungen, die dem Patienten über das Internet freigeschaltet werden. Unabhängig von den Präsenzsitzungen kann der Patient selbstständig vor dem eigenen Fernseher oder Computerbildschirm die Übungen absolvieren. Ein PC oder eine Spielekonsole mit einer handelsüblichen 3D-Kamera nehmen den Nutzer bei der Durchführung der Übungen auf. Ein Realtime Feedback System analysiert die Bewegungen und lokalisiert aufkommende Fehler. Zusätzlich werden biometrische Parameter zur Klassifizierung des Gesundheitszustands verwendet, um damit den Therapieverlauf zu erfassen. Die Software sendet dem betreuenden Therapeuten über das Internet die Fortschritte, damit er die Übungen aus der Ferne dynamisch anpassen oder ggf. den nächsten Präsenztermin vereinbaren kann. Für die Motivation sorgt zusätzlich eine virtuelle Spielewelt, in der die therapeutischen Bewegungen zur Lösung von Aufgaben genutzt werden.

Was sind die Vorteile von eReha gegenüber der herkömmlichen Therapie?
Das ist genau der Punkt – gut, dass Sie es ansprechen. Wir ersetzen die herkömmliche Therapie in keiner Weise. Das ist auch gar nicht möglich. Ein Therapeut kann den Patienten sehen, anfassen, kennenlernen; das kann keine Software der Welt. Was wir möchten, ist eine effizientere Gestaltung der Heimtherapie, um eine nachhaltige Heilung zu ermöglichen. Heimübungen werden in der herkömmlichen Therapie vom Physiotherapeuten ohnehin empfohlen, mit dem Unterschied, dass sie eben meistens nicht gemacht werden.
Wichtig zu erwähnen ist, dass die Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten für AmbiGate essenziell und ausdrücklich erwünscht ist. Sie haben nicht nur die fachliche Expertise, sondern auch die nötige Vertrauensbasis zum Patienten, die AmbiGate nicht antasten möchte.

Wie viel kostet eReha?
Für den sozusagen „24/7 verfügbaren Personal Physio“ wird es eine mehrschichtige Preisstruktur geben, die sich nach dem Aufwand richtet. Ein Patient, der das System ausschließlich zur Prävention nutzt, muss im Monat nur einen einstelligen Euro Betrag bezahlen. Das Modul einer klassischen Wirbelsäulenerkrankung wird voraussichtlich in Höhe eines günstigen Fitnessstudiobeitrags liegen.

Wie finden Therapeuten und Krankenkassen das eReha Konzept?
Die Therapeuten finden unser Konzept sehr gut und wir entwickeln das System mit Ihnen zusammen. Zum Beispiel sieht Jakob Marquardt, Mediziner und Dozent an der Physiotherapieschule Stuttgart-Fellbach, das große Potenzial unserer Entwicklung und begleitet uns seit den Anfängen. Außerdem arbeiten wir mit einem der größten Physiotherapieverbände Deutschlands zusammen, die uns bisher ebenfalls sehr unterstützt haben.
Wir wollen ja wie gesagt mit den Therapeuten zusammenarbeiten und nicht ihren Beruf in Frage stellen. Daher sind wir Partner und keine Konkurrenten!
Krankenkassen mögen das Konzept, weil z.B. Rückenerkrankungen, die ca. 50% der Krankmeldungen, Arbeitsausfälle, Frührentenanträge etc. herbeiführen, verringert werden können. Der volkswirtschaftliche Schaden, der dadurch entsteht, liegt bei über 50 Milliarden Euro pro Jahr. Das ist immens. Dementsprechend erkennen auch Krankenkassen den Vorteil, den dieses System bietet. Die Patienten lernen auf diese Weise, auch zu Hause effektiv etwas für ihre Gesundheit zu tun. So können schwerere Erkrankungen vorgebeugt werden.

eReha, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Zunächst wollen wir unser Produkt nächste Jahr auf dem Markt veröffentlichen. Neben der Entwicklung von weiteren Modulen, versuchen wir uns auf dem Markt zu etablieren. In fünf Jahren stehen wir dann hoffentlich solide im Markt. Aber auch ein Exit können wir uns sehr gut vorstellen.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Drei Regeln:
1. Nicht aufgeben 2. Aufgeben ist nicht! 3.Weitermachen!
Es kommen Rückschläge, aber auch die Momente, in denen man sich wieder klar wird, warum man den Weg der Selbständigkeit gewählt hat.
Geht raus und redet mit euren Freunden, Bekannten, Nachbarn oder dem Barkeeper. Jeder Input ist wichtig und im Gespräch entwickelt sich die Idee weiter.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Caroline Jannasch für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

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