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Evalea optimiert die Evaluation der Personalentwicklung

Evalea onlinebasiertes Evaluationssystem

Wie ist die Idee zu Evalea entstanden wann wurde die Firma gegründet und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Timo Riedle / Evalea: Die Idee zu Evalea kam uns durch verschiedene Praktika und gemeinsame Uni-Projekte. In den Praktika ist uns aufgefallen, dass viel Zeit und Geld in die Planung, Vorbereitung und Umsetzung von Weiterbildungsmaßnahmen investiert wird, die Überprüfung dieser Maßnahmen jedoch gar nicht oder häufig nur mit Hilfe von Smiley-Fragebogen stattfindet. Diese Erkenntnisse aus der Praxis haben wir dann mit wissenschaftlichen Untersuchungen abgeglichen und festgestellt, dass es zwar eine Vielzahl an Evaluationsmodellen gibt, diese jedoch zu komplex und ressourcenintensiv für die Praxis sind. Um den Anforderungen der Praxis und der Wissenschaft gerecht zu werden, haben wir unsere Masterarbeiten im letzten Jahr dann mit dem speziellen Fokus auf die Ausarbeitung eines empirisch optimierten Evaluationssystem verfasst und im Herbst 2014 dann gegründet. Hierbei wurden wir stets von der Universität Bayreuth unterstützt, an welcher wir uns auch im Zuge des Masterstudiums BWL kennen gelernt haben.

Von der Idee bis zum Start was waren die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Timo Riedle / Evalea: Eine große Herausforderung war die Kombination der wissenschaftlichen Erkenntnisse und der Anforderungen aus der Praxis hin zu einem einheitlichen Evaluationsansatz. Die Übertragung dieses Ansatzes in ein onlinebasiertes Evaluationssystem war eine weitere große Herausforderung. Um hier nicht an der Praxis „vorbei zu entwickeln“ haben wir mit verschiedenen Partnerunternehmen immer wieder getestet, Funktionen umgeändert, gestrichen oder hinzugefügt. Da die Programmierungsarbeiten von Freunden vorgenommen wurden und wir Video, Homepage und weiteres selber erstellt haben, konnten wir uns bis dato selbst finanzieren. Im nächsten Schritt wird jetzt aber ein Investor hinzugezogen, um mit Hilfe von strukturierten Marketingmaßnahmen, Messeauftritten und Produkterweiterungen unsere Kundenzahl zu erhöhen und neue Märkte zu erschließen.

Wer ist die Zielgruppe von Evalea?
Timo Riedle / Evalea: Unsere Zielgruppe sind zunächst einmal alle Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die ihre Mitarbeiter weiterbilden. Hierfür wurden alleine in Deutschland 2013 schon 32 Mrd. Euro ausgegeben. Diese Ausgaben werden jedoch nur in den wenigsten Unternehmen systematisch überprüft. Speziell die ca. 80.000 Unternehmen zwischen 50-10.000 Mitarbeiter haben sehr häufig gar keine oder keine zufriedenstellende Lösung für die Evaluation. Hier stand bisher der Aufwand für die Evaluation nicht im Verhältnis zu dem von ihr generierten Nutzen. Zusätzlich fehlt es vor allem bei den kleineren Unternehmen häufig an Mitarbeitern, die mit dem Thema vertraut sind und deshalb die Weiterbildungsmaßnahmen ohne Überprüfung durchführen. Diese Unternehmen Probleme lösen wir mit unserem System.
Seit einiger Zeit adressieren wir auch Trainer und Weiterbildungsanbieter, dies können sich durch Evalea einer externen Qualitätsüberprüfung zu unterziehen. Mit Hilfe der Auswertungen unseres Systems können Sie die Qualität und den Lerntransfer nachweisen und sich wertvolle Verbesserungsvorschläge einholen.

Wie wichtig ist heutzutage betriebliche Weiterbildung?
Timo Riedle / Evalea: Betriebliche Weiterbildung ist heutzutage für Unternehmen überlebenswichtig. Auf Grund von wechselnden technologischen Anforderungen, einer globalen Wirtschaft und besonders bedingt durch den demographischen Wandel müssen Unternehmen ihre Mitarbeiter stetig schulen und weiterbilden. Unternehmen müssen agil sein und können nur über ihre Mitarbeiter Wissen aufnehmen, um auf Trends und geänderte Anforderungen reagieren zu können. Nur Unternehmen die systematische Personalentwicklung betreiben legen eine fundierte Grundlage für Innovationen und können auf Dauer wettbewerbsfähig bleiben.

Wie kann Evalea den Unternehmen helfen? Wie funktioniert Evalea?
Timo Riedle / Evalea: Evalea hilft den Unternehmen, indem wir ihnen Optimierungspotenziale aufzeigen und sie bei der zielgerichteten Ressourcenverteilung im Bereich der Personalentwicklung unterstützen. Mit Hilfe unserer im System hinterlegten Fragebögen befähigen wir Unternehmen erstmalig den richtigen Personen, zur richtigen Zeit die richtigen Fragen zu stellen und so den Nutzen einer Weiterbildungsmaßnahme zu ermitteln. Dank unserer Transferbefragung wird für die Unternehmen ersichtlich, ob das erlernte Wissen auch am Arbeitsplatz genutzt werden kann. Mit Hilfe unserer Gesamtübersicht hat die Personalabteilung zu jederzeit alle relevanten Maßnahmen und Kennzahlen auf einen Blick einsehbar.

Unser onlinebasiertes Evaluationssystem übernimmt die arbeitsintensiven Teilschritte der Evaluation, wie etwa das Austeilen, Erinnern, Einsammeln und Auswerten der Evaluationsbögen. In etwa 3 Minuten hat ein Personalentwickler alle vom System benötigten Informationen für eine Maßnahme hinterlegt. Die Schulungsteilnehmer bekommen dann die passenden Evaluationsbögen digital übermittelt. Ist der komplette Evaluationsprozess abgeschlossen, können die Ergebnisse mit Hilfe unserer internen Benchmark verglichen, Handlungsmaßnahmen abgeleitet, das Schulungsportfolio optimiert und die Ergebnisse an Trainer, Teilnehmer sowie Führungskräfte rückgemeldet werden. Dies verbessert zusätzlich die Transparenz und die Evaluationsbereitschaft innerhalb von Unternehmen.

Evalea wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Timo Riedle / Evalea: Unser Ziel ist es, unser System immer weiter um nützliche Funktionen zu ergänzen und Stück für Stück auch für andere Bereiche der Personalentwicklung Lösungen anzubieten. Zu unserer Freude ist das Problem der mangelnden Evaluation keines das nur den deutschen Sprachraum betrifft, deshalb kommt recht bald unser System auch auf Englisch auf den Markt. Damit wollen wir dann Kunden in den USA und in Großbritannien gewinnen. In 5 Jahren gibt es keinen Weg mehr an Evalea vorbei, wenn es um die empirische und praxisnahe Überprüfung von Weiterbildungsmaßnahmen geht.

Zum Schluß welchen Tip würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Timo Riedle / Evalea: Wenn eine Applikation oder Software der Kern der Unternehmung darstellt gilt: A user interface is like a joke. If you have to explain it, it’s not that good.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Timo Riedle für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

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