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Fachkräfte

Wer ist am Zug?

Strategien zur Fachkräftegewinnung und -sicherung in strukturschwachen Räumen

Stadt oder Land – stark oder schwach. Die regionalen Unterschiede in Deutschland driften weit auseinander, insbesondere was die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, die Infrastruktur und die Stabilität der Bevölkerungsentwicklung angeht. 19 von insgesamt 96 Gebieten sind für die Zukunft schlecht aufgestellt und haben akuten Handlungsbedarf.[1] Strukturschwache Räume leiden unter Abwanderung sowie unter dem demografischen Wandel – die Bevölkerung altert und schrumpft. Damit geht gleichzeitig die Zahl junger, qualifizierter Arbeitskräfte zurück. Die Abnahme bedingt eine Ausdünnung der Infrastruktur: Ärzte ziehen weg, kulturelle Angebote sowie Schulen schließen – dies macht die Region zusätzlich unattraktiv für Fachkräfte. So stehen Unternehmen in diesen Gebieten vor einem großen Problem. „Mit gezielten Maßnahmen müssen Betriebe und Kommunen dafür sorgen, dass strukturschwache Regionen nachhaltig gestärkt, Fachkräfte gewonnen und gesichert werden“, so Vanessa Hünnemeyer, Beraterin für Innovationen und Regionalentwicklung bei der Hünnemeyer Consulting GmbH.

Überregionaler Konkurrenzkampf

In Zeiten der Globalisierung findet der Wettbewerb um Fachkräfte nicht nur auf regionaler und nationaler Ebene statt, sondern darüber hinaus international. Ein frühzeitiger Eingriff mit entsprechenden Maßnahmen müssen dafür sorgen, dass periphere Räume gegenüber den Ballungszentren sowie der internationalen Konkurrenz nicht gänzlich den Anschluss verlieren. Im Jahr 2011 hat sich die Bundesregierung das Thema bereits auf die Fahnen geschrieben und mit der Fachkräfte-Offensive einen ersten Versuch gestartet, um dem Negativtrend entgegenzuwirken. Der Vorstoß beinhaltet bundesweite Programme und Projekte, ebenso die Bereitstellung von Informationen und ein Willkommensangebot für ausländische Fachkräfte. „Über die länderübergreifenden Maßnahmen hinaus gilt es jedoch die strukturschwachen Regionen im Detail zu betrachten“, erklärt Hünnemeyer. „Die Kommunen müssen massiv an der Gestaltung ihrer weichen Standortfaktoren arbeiten.“ Aspekte wie eine gesicherte ärztliche Versorgung, familienfreundliche Angebote mit attraktiven Wohnmöglichkeiten, Kinderbetreuung und Bildungsstätten sowie eine gut ausgebaute Nahversorgung und digitale Infrastruktur stellen einen unverzichtbaren Bestandteil bei der Gewinnung von Fachkräften dar.

Attraktivität schaffen

Bei den Maßnahmen zur Gewinnung und Sicherung von Fachkräften überschneiden sich die Aufgaben von Politik und Unternehmen: „Neben den Kommunen müssen die Betriebe in strukturschwachen Räumen selbst aktiv daran mitwirken, die Region attraktiv zu gestalten und für sich als Arbeitgeber zu werben“, bekräftigt die Innovationsexpertin. „Hier gibt es ganz verschiedene Möglichkeiten: Zunächst bietet die genaue Analyse des eigenen Bestands, Bedarfs sowie Potenzials eine gute Grundlage, um langfristig zu planen. Wo steht das Unternehmen oder die Kommune jetzt? Was ist das Ziel?“

Kooperationen mit Schulen beziehungsweise Hochschulen können dabei helfen, gut ausgebildete Arbeitskräfte zu gewinnen, bevor diese der Region den Rücken kehren. Ein attraktives Aus- und Weiterbildungsangebot stellt einen elementaren Bestandteil dar, ebenso zentrale Beratungsstellen und eine Willkommenskultur, die potenziellen Mitarbeitern offen gegenüberstehen. Gesundheitsangebote, Familienfreundlichkeit und offene Netzwerke gehören zum moderen Arbeiten dazu. Um sich nach außen gut zu präsentieren, spielen zudem der gezielte und nachhaltige Einsatz von Ressourcen sowie Transparenz eine große Rolle.

Faktor Führungskraft

Um Schwachstellen und Hindernisse zu identifizieren, kann die Unterstützung durch externe Berater helfen: beispielsweise im Management oder bei der Weiterbildung von Führungskräften. Diese sind in der Regel mit einer Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben konfrontiert. Dabei gilt es Tätigkeiten zu priorisieren, ebenso den eigenen Führungsstil zu entwickeln beziehungsweise zu reflektieren. Dieser Vorgang ist unerlässlich, wenn es darum geht, den Wünschen der Kunden, den Ansprüchen des eigenen Teams und von Bewerbern sowie den fachlichen Herausforderungen – deren Komplexität stetig wächst – langfristig gerecht zu werden. Hier dienen Systems-Engineering-Methoden als nützliches Werkzeug, das sowohl bei der Analyse als auch bei der Umsetzung sämtlicher Handlungen unterstützt. Der Wettbewerb um Fachkräfte macht einen umfassenden Maßnahmenplan für Betriebe und Kommunen unvermeidlich. „Es gilt verschiedene Angebote zu entwickeln, um den eigenen Betrieb attraktiver zu gestalten – gerade wenn sich durch die geringe Unternehmensgröße nicht mit dem allgemeinen Lockmittel Gehalt werben lässt“, bestätigt Hünnemeyer.

Weitere Informationen unter www.huennemeyer.eu

[1] Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.: Die Zukunft der Regionen in Deutschland, Studie (2019).

Bildquelle Hünnemeyer Consulting GmbH

Quelle Borgmeier Media Gruppe GmbH

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