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Findeling Gründer_Florian Schneider und Katharina Walter
Findeling Gründer_Florian Schneider und Katharina Walter

Findeling: Geschäfte abseits des Mainstreams

Findeling: Kauf nicht irgendwas – kauf etwas Besonderes

Stellen Sie sich und Ihr Unternehmen Findeling doch kurz vor!
Findeling ist eine App und Plattform für bewusste Verbraucher, die auf der Suche nach etwas Außergewöhnlichem sind – das kann die Schokoladenmanufaktur, der Modellbauladen, das Craft-Beer-Geschäft oder der Geschenkartikel-Laden sein. Über die App und Website soll man neue Geschäfte entdecken können, die man nicht über Google oder auf den Haupteinkaufsstraßen findet. Das geht zum einen, in dem man nach Produkten und Marken in seiner Umgebung sucht oder über unseren Instagram ähnlichen Newsfeed Angebote, Events und Produktneuheiten seiner Lieblingsläden entdeckt.Mit Findeling möchten wir einen Wegweiser zu Geschäften bieten, die Ansprüchen wie „vegan“, „handgemacht“ oder „fair produziert“ gerecht werden und so quasi einen Gegenpol zu Massenware und großen Konzernen schaffen. Momentan arbeiten wir mit fast 250 Geschäften zusammen, die alle ihre ganz persönliche Geschichte haben. Diese wollen wir online abbilden und so zeigen, was die Stadt offline zu bieten hat. Dabei sind wir erst ganz am Anfang unserer Reise und haben noch viel vor: Findeling wurde im Februar 2015 gegründet und die App ist erst seit Juni auf dem Markt, trotzdem können wir uns schon über viele Nutzer und Befürworter unserer Idee freuen.

Wie ist die Idee zu Findeling entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee zu Findeling entstand vor zwei Jahren während des Masterstudiums in Hamburg. Als wir eines Tages loszogen um unser Viertel zu erkunden, stellten wir fest wie viele kleine, nette und besondere Läden kleine Seitenstraßen zu bieten haben. Wir wunderten uns, dass die Straßen dennoch voll von Post- und Lieferwägen und die Wohnungsflure voll von Paketen waren. Wir fragten uns, warum wir eigentlich online kaufen, wenn doch auch die Offline-Welt so viel Besonderes und Schönes zu bieten hat. Das Liefern an sich konnte es nicht sein – Pakete bei der Post abzuholen und Retourensendungen zu verschicken bereitet schließlich keinem große Freude. Wir fingen an zu recherchieren und kamen zu dem Schluss, dass die Auswahl im Internet in den Köpfe der Leute einfach größer zu sein scheint und dass die meisten Verbraucher gar nicht wissen, wie viel sie auch abseits der Haupteinkaufsstraßen in der Innenstadt erwartet. So kam die Idee auf: „Eine Suchmaschine und Inspirationsplattform muss her, die das Angebot kleiner außergewöhnlicher Läden fernab des Standardangebots präsenter macht.“

Von der Idee bis zum Start was waren die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Eine der größten Herausforderungen liegt in der Idee einer Plattform selbst. Hier gibt es das typische „Henne-Ei-Problem“. Wie schafft man gleichzeitig eine interessante Plattform für Verbraucher und Geschäft? Natürlich braucht man Nutzer, um Geschäfte von dem Konzept zu überzeugen und umgekehrt verhält es sich natürlich genau so. Bis jetzt ist Findeling dabei noch aus eigener Tasche finanziert, außerdem nehmen wir eine kleine Einrichtungsgebühr von den Geschäften. Damit hoffen wir unsere Idee so weit entwickeln zu können, dass aus unserem kleinen Startup mal ein richtiges Unternehmen wird.

Wer ist die Zielgruppe von Findeling?
Mit der App sprechen wir vor allem moderne Verbraucher mit einem Bewusstsein für Sorgfalt und mit einem Interesse an der Herkunft eines Produkts an. Unser Credo lautet hierbei „Kauf nicht irgendwas – kauf etwas Besonderes“ und soll Menschen ansprechen, die im hektischen Alltag bewusster kaufen möchten und Klasse vor Masse stellen. Da wir uns sowohl als eine Inspirationsplattform – zum Beispiel für die Suche nach einem Geschenk – als auch als Suchmaschine verstehen, sprechen wir natürlich auch Neuzugezogene an. Diese kennen sich in ihrem Viertel noch nicht gut aus und sind deshalb oftmals überfragt, wo sie welches Produkt oder welche Marke kaufen können. Da Hamburg zudem über 12 Millionen Touristen im Jahr hat, von denen jeder Fünfte explizit zum Shoppen kommt, soll Findeling natürlich auch dabei helfen, besondere Souvenirs in einzigartigen Hamburger Geschäften zu finden.

Wie funktioniert Findeling für den Kunden?
Der Kunde, das heißt der Geschäftsinhaber, hat ein „Findeling-Profil“ bei uns, ähnlich wie in Sozialen Netzwerken wie Facebook. Dabei kann er wählen, ob er uns die Daten bereitstellt oder ob wir diese vor Ort im Geschäft aufnehmen. Mit seinen Zugangsdaten hat er, anders als beispielsweise bei Yelp, die absolute Hoheitsgewalt über seine Daten. Er kann nun jederzeit sein Sortiment anpassen oder Neuigkeiten, d.h. Angebote, Events oder Produktneuheiten, über die App kommunizieren. So wollen wir zusätzliche Anreize für potenzielle Kunden schaffen, mal im Laden vorbeizuschauen und es lokalen Geschäften erleichtern, ihre Kundenbindung zu stärken. Da wir uns noch in der Anfangsphase befinden, erheben lediglich eine einmalige Einrichtungsgebühr. Langfristig soll es einen Premium-Account mit besonderen Funktionalitäten geben, der dann monatlich kostenpflichtig angeboten wird.

Wer kann seinen Laden auf Findeling eintragen?
Grundsätzlich heißen wir jedes besondere, mit Herz geführte Geschäfte willkommen. Je versteckter und je außergewöhnlicher, desto besser. Wir möchten aber natürlich jedes Geschäft unterstützen, das eine Stadt zu dem macht, was sie ist. Ladenvielfalt ist uns sehr wichtig und wir freuen uns daher über einen bunten Mix aus lokalen Einzelhändlern.

Findeling,wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wer in einem Startup arbeitet, der weiß, dass eigentlich noch nicht einmal eine Wochenplanung zuverlässig funktioniert. Trotzdem haben wir natürlich einen Langzeitplan. In fünf Jahren sehen wir uns als Einkaufshelfer, der Menschen zu einer besseren, schlaueren und nachhaltigeren Einkaufsmöglichkeit verhilft als dies ein Shopping Guide, eine Suchmaschine oder eine Haupteinkaufsstraße tun würde. Dabei wünschen wir uns, dass sich der aufkommende „buylocal“-Gedanke weiterhin so positiv entwickelt und wir in den deutschen Großstädten wie München, Köln, Stuttgart und Berlin weiteren Anklang für unsere Idee finden.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Zum einen: Die deutsche Bürokratie ist, was das Gründen angeht, gar nicht so schlecht wie ihr Ruf. Wenn man sich einmal mit der Materie auseinandersetzt, findet man an jeder Ecke Unterstützung – sei es von Initiativen oder gemeinnützigen Ansprechpartnern. Ein weiterer Tipp ist, neben der ganzen Motivation und dem Ehrgeiz auch Geduld mitzubringen. Die braucht man, besonders als Tech Startup. Programmierung und Produktentwicklung sind einfach langwierig und brauchen eben ihre Zeit, bis alles stimmig ist. Da ein Produkt nie perfekt sein wird, sollte man dennoch so schnell wie möglich mit einem Prototypen auf den Markt und sich an dem Prinzip „Trial and Error“ orientieren. In der Realität ist sowieso alles anders als auf dem Papier, daher sind kleine Fehler und auch negatives Feedback das Wertvollste überhaupt.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Florian Schneider für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

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