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Fräulein Kimchi der perfekte Mix

Fräulein Kimchi konnte in der Sendung Restaurant Startup die Investoren überzeugen, wie es jetzt weitergeht und was die nächsten Schritte sind erzählt Lauren Lee im Interview

Wie ist die Idee zu Fräulein Kimchi enstanden? Wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Lauren Lee / Fräulein Kimchi : Ich habe mit Fräulein Kimchi aus zwei Gründen angefangen: 1) Ich brauchte einen Vorwand um meine Dirndl zu tragen und 2) ich wollte den Deutschen, Kimchi näher bringen. Ich habe also mein Lieblingsdirndl angezogen, bin in den Mauerpark in Berlin gegangen und habe fremde Leute gefragt, ob sie mein hausgemachtes Kimchi probieren wollten. Zu meiner Überraschung haben die meisten ganz begeistert „Ja“ gesagt. Ein Freund von mir war dabei, hat Fotos gemacht und sie auf Facebook hochgeladen. So wurde „Fräulein Kimchi“ offiziell der Öffentlichkeit präsentiert. Dann habe ich angefangen mein selbstgemachte Kimchi zu verkaufen und Kochkurse gegeben. Seit dem ist daraus ein richtiges Unternehmen geworden und wir machen Catering, Street Food und bald eröffnen wir ein Restaurant. Am Anfang habe ich noch alles alleine gemacht: kochen, verkaufen, Marketing. Aber das wurde immer mehr. Im letzten Jahr ist mein Freund zur Kochschule Le Cordon Bleu gegangen und jetzt arbeiten wir zusammen als Team in der Küche.

Von der Idee bis zum Start was waren die größten Herausforderungen?
Lauren Lee / Fräulein Kimchi : Die größte Herausforderung für mich war mich gut zu organisieren und effizient zu arbeiten. Ich bin eine kleine Chaotin und kann am besten in meiner unordentlichen Wohnung arbeiten. Aber sobald man dann Mitarbeiten hat, die für einen arbeiten, stellt man fest, dass das nicht für alle so gut funktioniert. Zum Glück ist mein Freund super ordentlich in der Küche und so habe ich mir das mittlerweile auch angewöhnt. Da mein Unternehmen eigentlich nur mit einer kreativen Idee angefangen hat und ich niemals vor hatte tatsächlich eine Firma zu haben, musste ich natürlich aus so Dinge lernen wie Buchhaltung, Rechnungen schreiben und laufende Kosten, Einnahme und Ausgaben zu kalkulieren. Am Anfang haben wir unsere eigene Arbeitszeit gar nicht in die Verkaufspreise mit eingerechnet. Da wir aber alles selbst gemacht haben, war ich jeden Tag 10-12 Stunden in der Küche. Dann habe ich mal meine Stunden zusammengerechnet und es kam heraus, dass ich einen Stundenlohn von knapp 5€ hatte – und das nur für einen einzigen Markttag. Neben diesen Dingen ist es für uns immer schwierig gewesen frische und gute Zutaten für unser Kimchi zu finden, vor allem den Chinakohl, den man dafür nun mal braucht. Momentan brauchen gut 50kg Kimchi pro Woche. Am liebsten wäre mir, ich hätte einen Bauern um Umland von Berlin, den ich beauftragen könnte für mich den Kohl, die koreanischen Kräuter und den Rettich anzubauen.

Wie sind Sie auf den Namen Fräulein Kimchi gekommen
Lauren Lee / Fräulein Kimchi : 2009, als ich noch meine Kimchi-Experimente im Mauerpark gemacht habe, sind ein Freund und ich auf den Namen gekommen. ‚Fräulein Kimchi‘ steht für alles, was ich darstellen möchte – der perfekte Mix. Eine Koreanisch-amerikanische Berlinerin, die im Dirndl Kimchi verkauft. Kimchi musste natürlich irgendwie drin vorkommen, denn schließlich ist das mein ‚pièce de résistance‘. Und das Wort „Fräulein“ klingt einfach schön und niedlich und ich wollte mich auch nicht ‚Frau‘ nennen, weil das für Amerikaner immer so ernst klingt. Dann haben wir beide ‚Fräulein Kimchi‘ gesagt und wussten: das ist es! Natürlich haben meine deutschen Freunde gleich protestiert und gesagt, dass ich das Wort ‚Fräulein‘ nicht benutzen soll, weil es nicht politisch korrekt ist und als sexistisch angesehen werden kann. Aber mir hat der Name einfach so gut gefallen, da hab ich ihn einfach beibehalten. In Berlin gibt es scheinbar grad eine Renaissance der Wortes ‚Fräulein‘ – einige Unternehmen und Geschäfte haben es auch in ihre Namen integriert.

Wer sind Ihre Kunden?
Lauren Lee / Fräulein Kimchi : Unsere Kunden sind abenteuerlustige Esser, die gern außergewöhnliche Dinge ausprobieren und keine Angst vor ein bisschen Schärfe haben. Und natürlich lieben sie alle Kimchi.

Was findet der Kunde auf Ihrer Speisekarte?
Lauren Lee / Fräulein Kimchi : Unsere Karte ändert sich häufig, weil wir immer gern neue Gerichte ausprobieren. Im Moment sind wir ein wenig berühmt für unseren Kimchi-Ramenburger. Wir machen aber auch viele Koreanisch-Mexikanische Gerichte wie Kimchi Quesadilla und Tostadas. Und wir haben unsere Kimchi Pommes mit einer köstlichen Kimchi-Käse-Sauce. In unserem Restaurant werden wir auch traditionelle koreanische Sachen machen wie Bibimbop. Und natürliche neue Gerichte ausprobieren.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Startup Sendung : Restaurant Startup – GUTES ESSEN ZAHLT SICH AUS zu bewerben?
Lauren Lee / Fräulein Kimchi : Die Idee kam von meinem Bruder in Los Angeles. Er kannte die Sendung aus den USA und hat gesagt ich solle doch versuchen mich da zu bewerben. Aber irgendwie hat das ja keinen Sinn ergeben, weil ich ja in Berlin mein Geschäft habe. Vielleicht war das Schicksal, aber am selben Tag and dem er mir von ‚Restaurant Startup‘ erzählt hat, kam eine E-Mail mit Infos zur deutschen Serie.

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?
Lauren Lee / Fräulein Kimchi : Ehrlich gesagt haben wir uns gar nicht so gut vorbereitet, wie wir es hätten machen sollen. Wir haben entschieden, welche Gerichte wir den Investoren vorstellen wollen, und das war schon alles. Den Rest haben wir dann irgendwie so hinbekommen. Zum Glück mit einem guten Ergebnis.

Wie wichtig ist dieser Schritt für Sie als Unternehmerin sich für eine Startup Sendung im Fernsehen zu bewerben? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch die Sendung viele Interessenten und Medien auf Sie aufmerksam werden?
Lauren Lee / Fräulein Kimchi : Es ist immer gut, wenn man Publicity hat. Für sind soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter enorm hilfreich und natürlich die Kritiken von Bloggern und Journalisten, die über uns schreiben. Wir hoffen, dass wir mit unseren Teilnahme bei Restaurant Startup viele Gäste für unser Restaurant begeistern können und das es uns hilft unseren Weg zu gehen, gutes Essen für gute Leute zu machen und die Liebe für Kimchi weiter zu verbreiten. Für mich persönlich war es immer ein Traum einmal meine eigene Kochsendung zu haben. Und wenn sie durch die Sendung das etwas ergibt, wäre das natürlich toll.

Fräulein Kimchi wo geht der Weg hin? Was sind Ihre Pläne für die nächsten fünf Jahre?
Lauren Lee / Fräulein Kimchi : Wir sind gerade mitten drin in der unser Restaurant in Berlin zu eröffnen. Das soll im Mai passieren. Und wir planen einen Food Truck anzuschaffen, weil wir immer so viel unterwegs sind an den Wochenenden auf Street Food Märkten in ganz Deutschland, und hoffentlich auch bald in anderen Ländern. Dann entwickeln wir unsere eigenen Saucen und Marinaden für den Einzelhandel, und vertreiben auch unser vergasen Kimchi schon in einigen Läden in Berlin. Und nebenbei arbeite ich an meinem ersten Kochbuch und zusammen mit meinem Freund machen wir kurze Videos in der Küche, die wir in ein paar Monaten auf den Blog zeigen wollen. Es gibt viel zu tun!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Lauren Lee für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

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