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Freitag, April 16, 2021

Das Gründungsumfeld und die Politik

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Redaktion
Der UNITEDNETWORKER akribisch recherchierte Informationen über Gründer und Startups. Neben Porträts junger Unternehmer und erfolgreicher Startups und deren Erfahrungen liegt der Fokus auf KnowHow von A bis Z sowohl für Gründer, Startups und Interessierte. Wir begleiten, Startups von der Gründungsphase bis zum erfolgreichen Exit.

Auf die Rahmenbedingungen kommt’s an

Ein weiterer Faktor, der manche Frauen abschreckt, ist das Gründungsumfeld. Auch die Kapitalseite ist männerdominiert. Andrea Rinker meint: „Was Venture Capitalists betrifft: Wenn man die Szene aus unserer Perspektive betrachtet, wie viele Frauen sind denn darunter? Sehr wenige, wenn überhaupt. Meiner Meinung nach würde die gesamte Branche von ein wenig frischem Wind profitieren, und nicht nur Gründerinnen und Gründer in der Start-up-Community.“

Es gibt verschiedene Analysen, die zeigen, dass diese Männerdominanz für Frauen tatsächlich ein Nachteil sein kann. In einem wissenschaftlichen Projekt am Institut für Entrepreneurship & Innovation der WU haben wir festgestellt, dass bei den scheinbar unbestechlich rationalen Venture Capitalists ein “Similarity Bias” besteht. Bedeutet: Bei gleicher Ideenqualität und auch sonst gleichen Umständen favorisiert ein Techniker tendenziell eher ein Technikerteam, ein VC mit einem Corporate Hintergrund eher ein Corporate Spin-off und ein Mann eben eher ein Männerteam. Dies ist ein Problem und es ist zu wünschen, dass auch mehr qualifizierte Frauen ins Gründungsumfeld drängen. 

Und die Politik?

Doch das Umfeld kann auch durchaus hilfreich sein. Oana Vaideanu, multiple Entrepreneurin und Absolventin unseres Executive MBA Bucharest, weiß, welche Rolle die Politik in diesem Zusammenhang spielt: „In meinem unternehmerischen Umfeld gründen viele Frauen einen Betrieb, nachdem sie ein Kind bekommen haben, weil sie sich davon die Flexibilität erhoffen, mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen und ihren Arbeitsalltag nach ihren eigenen Prioritäten ausrichten zu können. In dieser Hinsicht spielt die Politik eine wesentliche Rolle. Der rumänische Staat stellt von Frauen gegründeten Unternehmen zweckgebundene Fördermittel zur Verfügung.

“ Tatsächlich hat die Politik in vielen Ländern das Problem erkannt und spezielle Förderprogramme für Frauen aufgesetzt. Für die Gesellschaft bedeutet es schließlich einen schwerwiegenden Nachteil, wenn unternehmerische Frauen ihr Potenzial nicht einlösen. Uns gehen auf diese Weise nicht nur innovative Ideen, sondern auch wichtige Wohlstands- und Arbeitsplatzeffekte verloren.

Wir brauchen mehr Frauen, die gründen! Deshalb haben wir an der WU Executive Academy auch bereits vor einigen Jahren spezielle „Female Leaders“-Stipendien ins Leben gerufen, die aktiv darauf abzielen, mehr Frauen ein MBA-Studium zu ermöglichen und – direkt und indirekt- mehr Frauen zum Gründen zu animieren.

Autor: Prof. Nikolaus Franke

Nikolaus Franke ist Akademischer Leiter des Professional MBA Entrepreneurship & Innovation der WU Executive Academy und Leiter des Instituts für Entrepreneurship & Innovation, des WU Gründungszentrums, und der User Innovation Research Initiative an der WU Wien. Er promovierte und habilitierte an der Universität München und verbrachte mehrere Semester als Visiting Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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