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Implisense

Implisense prognostiziert ihre nächsten Geschäftskunden

Implisense – Suchmaschine für den B2B Vertrieb

Wie ist die Idee zu Implisense entstanden?
Andreas Schäfer /Implisense: Wir haben uns am Fraunhofer Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme intensiv mit so genannten Maschinellen Lernverfahren beschäftigt. Maschinelles Lernen ermöglicht Computern, Muster in großen Datenbeständen zu erkennen, die für uns Menschen eine Bedeutung haben. Zu der Zeit war ich auch in ein internes Vorstandsprojekt eingebunden, in der die bestehenden Akquisestrukturen bei Fraunhofer Instituten untersucht wurden. Zum Projektende kristallisierte sich heraus, dass man ein neuartiges System auf Basis Maschineller Lernverfahren bauen könnte, welches neue Kunden und Geschäftschancen aus dem Internet „herausliest“ und dem Marketing und Vertrieb vorschlägt. Diese Idee ist 2011 entstanden, die notwendigen Technologien wurden bereits ab 2006 intensiver beforscht. Das zeigt einmal mehr, welche langen Vorlauffzeiten technologieorientierte Geschäftsideen haben können.

Wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden und waren die größten Herausforderungen in der Gründungsphase?
Andreas Schäfer /Implisense: Das Gründerteam hat sich bei der Fraunhofer Gesellschaft kennen gelernt. Wir konnten dort, wie auch bei Xerox Research und der Standford University unser Know-how aufbauen, um Computern maschinelles Lernen in unserer Domäne zu ermöglichen. Zu den größten Herausforderungen in der Gründungsphase zählen neben der technischen Skalierung vor allem die kundenseitige Vermittlung. Vielen Anwendern sind maschinelle Lernverfahren oder auch Data-Mining nur bedingt geläufig. Daher haben wir in der Anfangsphase insbesondere mit technologieaffinen Kunden zusammen gearbeitet, die das betriebswirtschaftliche Potenzial in unserer Technologie frühzeitig erkennen konnten. Ein Kunde der allerersten Stunde ist etwa Cisco Systems.

Ein Startup Unternehmen muss bekannt gemacht werden, welchen Weg sind Sie gegangen?
Andreas Schäfer /Implisense: Wir haben zu Beginn insbesondere an Gründer- und Business-Plan-Wettbewerbe teilgenommen, um unsere Ideen und später unser Produkt einer größeren Anzahl an Personen bekannt zu machen. Daraus folgten die ersten Pilotkunden. Diese müssen sie mit aller Kraft begeistern, damit sie einschlägige Referenzen erhalten und anschließend weiterempfohlen werden. Das führt nach und nach dazu, dass Sie in ihrer Zielgruppe bekannter werden.

Implisense ist seit 2011 auf dem Markt hat sich das Business so entwickelt, wie von Ihnen geplant?
Andreas Schäfer /Implisense: Wann immer wir etwas Bedarf nach anspruchsloser Unterhaltung haben, schauen wir uns unsere Planzahlen aus dem Jahre 2011 an. Aber im Ernst: Wesentliche Eckpfeiler der Planung sind nach wie vor gültig, nur die Geschwindigkeit der Geschäftsentwicklung und der Administrationsaufwände beim Gründen eines Unternehmens verzögern viele Planungsziele. Schneller als geplant wurde das Thema Internationalisierung wichtig. Das ist insbesondere unseren Kunden aus dem exportorientierten Mittelstand und internationalen Konzernen geschuldet, die den Ansatz aus Deutschland direkt auf ihre Zielländer ausweiten wollen.

Implisense hat auch schon einige Preise gewinnen können, wie wichtig waren diese für Sie als Startup Unternehmen?
Andreas Schäfer /Implisense:
Diese Preise waren sehr wichtig. Uns wurde sehr früh seitens Prof. Dr. Stefan Wrobel, Leiter des Fraunhofer Instituts IAIS und unserem damaligen EXIST Mentor geraten, unsere Idee öffentlich zu kommunizieren und Feedback insbesondere von der Kundenseite einzuholen. Im November 2011 nahmen wir daher am IKT Gründerwettbewerb teil und konnten im März unseren ersten Geldpreis und viel Interesse von potenziellen Beta-Testern entgegen nehmen. Beim Business-Plan Wettbewerb der Initiative Neues Unternehmertum Rheinland gab es 2012 neben einem Hauptpreis vor allem viel nützliches Feedback und kostenlose Coaching-Angebote zu unserer Vermarktungsstrategie. Ein Jahr später gewann unser noch junges Produkt den bundesweiten Kategoriesieg CRM der Initiative Mittelstand. Alle Preise zogen sowohl potenzielle Investoren als auch Partner und Pilotkunden an. Daher raten wir allen Gründern, diese und ähnliche Initiativen genauer anzuschauen und den Bewerbungsaufwand auf sich zu nehmen, es kann sich auf vielfältige Weise lohnen.

Implisense wie funktioniert das System genau? Wobei kann mich Implisense unterstützen?
Andreas Schäfer /Implisense: Unser System prognostiziert ihre nächsten Geschäftskunden. Denken Sie an einen intelligenten Assistenten, der rund-um-die-Uhr von Ihnen lernt, mit welchen Kunden Sie gerne zusammen arbeiten und wo es weitere Kunden dieser Art gibt. Wenn man das System noch etwas genauer trainiert, dann können Sie sogar Hinweise für den richtigen Zeitpunkt erhalten, wann sich eine Kontaktaufnahme bei Neukunden wie auch Bestandskunden lohnt. Das spricht sowohl Hersteller wie auch Dienstleister an, die ihre Leistungen in die deutsche Firmenlandschaft vermarkten. Im nächsten Jahr werden dann nach und nach weitere Länder erschließen, in denen das System funktioniert. Das System muss auf die jeweiligen Sprachen trainiert werden und eine Menge an Webseiten, Pressemeldungen, Stellenanzeigen und ähnliches verarbeiten, um Firmen und deren jüngere Entwicklungen genauer zu „verstehen“.

Implisense ist auf der Langen Nacht der Startups in Berlin. Was versprechen Sie sich von dem Event?
Andreas Schäfer /Implisense: Wir freuen uns auf Gespräche mit potenziellen Mitarbeitern, die wir für unser Produkt und das, was wir noch entwickeln wollen, begeistern können. So suchen wir gute Content-Marketer, Personen für unseren Presales-Bereich und natürlich auch technische Entwickler, gerne auch Teilzeit oder als Praktikanten.

Implisense wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Andreas Schäfer /Implisense: Wie bei sehr vielen Lösungen mit eingebauter „Intelligenz“, ob nun in ihrer Online-Musiksammlung mit guten Musikempfehlungen, in ihrem E-Mailprogramm mit leistungsstarken Spam-Filtern oder Ihren Auto, welches magischerweise selbst einparken kann, wird unsere Technologie in viele CRM-, Marketing- und Supply-Chain-Systeme einfließen und diese dadurch massiv in ihrer Nützlichkeit aufwerten. Das Zeitalter intelligenter Systeme hat gerade begonnen und in fünf Jahren werden wir das alles besser erkennen können und uns fragen, wie man vorher mit so unintelligenten Werkzeugen arbeiten konnte.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Andreas Schäfer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

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