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indielux eigenen regenerativen Strom produzieren

indielux Balkonsolaranlage mit innovativem Haltesystem

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen doch kurz vor
indielux arbeitet an der Produktion und dem Vertrieb einer wirtschaftlichen Balkonsolaranlage zum Selbstaufbau. Dieses kleine Solarkraftwerk bietet Kunden mit Balkon, aber ohne eigene Dach- oder Freiflächen, die Möglichkeit, trotzdem eigenen regenerativen Strom zu produzieren und somit an Energiewende und Klimaschutz teilzuhaben. Mit indielux-Solaranlagen kommt die bisher nur auf dem Land nennenswert verbreitete Photovoltaik in die Städte. indielux-Solaranlagen arbeiten aufgrund einer hohen Eigenverbrauchsquote sehr rentabel. Innovativer Kern der indielux-Anlage ist ein werkzeugfreies Haltesystem, welches indielux zum Patent angemeldet hat. Es ermöglicht dem Nutzer, die Anlage selbst an fast jeder Balkonbrüstung zu installieren.

Wie ist die Idee zu indielux entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Am Anfang ging es um eine Solaranlage für den eigenen Balkon. Marcus Vietzke ist ja Solaringenieur und es hat ihn gereizt, selbst regenerativen Strom zu produzieren, obwohl er in einer Stadtwohnung nur mit einem Balkon wohnte. Daraus wurde dann die erste Balkonsolaranlage und dabei tauchten die ganzen Fragen auf, die indielux heute innovativ löst: Wie kommt die Anlage an die Balkonbrüstung? Wie kommt der Strom in den Haushalt etc.. Es war schnell klar, dass sich die bisherigen Anbieter von Mikro-PV-Anlagen um einige schwierige Probleme herummogeln. Daraus entstand dann der Impuls ein eigenes Produkt herzustellen, das wirklich für den Geschosswohnungsbau geeignet ist. So ist indielux entstanden. Mathias Helfert kam dann später dazu. Genau genommen haben wir uns in der Kita unserer Kinder kennen gelernt. Mathias hat die Idee sofort eingeleuchtet. Er war viele Jahre Journalist und hat anschließend in einem eigenen Unternehmen Marketing, PR und Vertriebsaufbau gemacht. Er bringt daher etwas mit, was indielux jetzt braucht.

Von der Idee bis zum Start, was waren die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
indielux kämpft an den gleichen Fronten wie praktisch alle Startups: Es geht darum, Leute von etwas zu überzeugen, was es noch nicht gibt. Das ist immer schwierig und in Deutschland noch schwieriger, als in manchem anderen Land, z.B. in den USA, wo Venture-Investments auch steuerlich begünstigt sind. Dort wird viel selbstverständlicher auch privates Geld in neue Ideen investiert. In Deutschland sind wir da stärker auf staatliche oder halbstaatliche Instrumente angewiesen. indielux ist durch die EXIST-Förderung gegangen und das hat uns ein großes Stück weitergebracht. Für den Patentierungsprozess konnten wir eine weitere Förderung einwerben. Aber derzeit finanzieren wir Gründer indielux.

Wer ist die Zielgruppe von indielux?
Natürlich müssen Nutzer von Wohnungen mit Balkon unsere Anlage attraktiv finden. Aber das Endkundengeschäft ist aufgrund einiger VDE-Richtlinien nach wie vor nur schwer möglich. Einfacher ist es, wenn wir die Wohnungswirtschaft von den Vorteilen unseres Systems überzeugen können. Das ist gar nicht so schwierig, denn es gibt ein großes Interesse. Wenn die Gesellschaften in großem Stil Wohnblocks ausstatten, dann verkaufen wir dadurch nicht nur mehr Anlagen, sondern lösen eine ganze Reihe von Problemen, die überhaupt nur im Endkundengeschäft vorkommen. Für die Wohnungswirtschaft ist das sehr attraktiv. Sie profitiert dann von einer Amortisationszeit von unter zehn Jahren und macht ihre Häuser zudem für bewusste Mieter interessanter und es gibt noch viele andere Anreize. Allerdings ist unser Produkt auch für Energieversorger interessant. Ein Stromtarif, der Zählerstrom mit einer eigenen Balkonsolaranlage kombiniert, wäre für die wechselgeplagten Stromunternehmen ein starkes Instrument zur Kundenbindung. Wir adressieren also vor allem den B2B-Markt, das Einzelkundengeschäft möchten wir später aufbauen.

Wie funktioniert indielux?
Unsere Balkonsolaranlagen bestehen aus einem Solarmodul und einem Wechselrichter, der den produzierten Gleichstrom zu netzkompatiblem Wechselstrom umformt. Die Anlage ist mit unserem innovativen Haltesystem ausgestattet, das wir zum Patent angemeldet haben. Damit lässt sich das System werkzeugfrei in ein paar Minuten selbst installieren. Der Strom wird in das Wohnungsnetz eingespeist. Die häuslichen Stromverbraucher bedienen sich dann zunächst beim selbst produzierten Strom. Erst wenn der nicht ausreicht, wird Strom über den Zähler abgefragt. Wir haben gezeigt, dass unsere Anlagen die Grundlast einer Wohnung, also Kühlschrank, Internetrouter, Standby-Verbräuche decken kann. Das sind mit einer Anlage am Balkon rund zehn Prozent des Verbrauchs.

Was ist anderes als bei der Solaranlage für das Dach?
Die meisten Dachanlagen speisen ja ins Stromnetz ein und bekommen dafür eine Vergütung nach dem EEG. Diese Vergütung ist aber in den letzten Jahren auf rund 12 Cent/Kwh zusammengeschmolzen. Es ist also viel interessanter, selbst produzierten Strom auch selbst zu verbrauchen, denn die Kilowattstunde aus dem Zähler kostet ja rund 28 Cent. Die Differenz erhöht die Rentabilität unserer Anlagen im Vergleich klassischer Anlagen erheblich. Eigentlich wird Photovoltaik im Geschosswohnungsbau erst durch unser System wirtschaftlich interessant. Bisher gibt es in den Städten ja auch kaum Photovoltaik. Das wird sich durch indielux bald ändern.

Wie teuer ist die Solaranlage für den Balkon? Nach wie viel Jahren hat Sie sich die Anlage amortisiert?
Eine indielux-Balkonsolaranlage wird rund 500 – 600 Euro kosten. Die Amortisationszeit für die Wohnungswirtschaft beträgt nach unserer Kalkulation etwa neun Jahre, wobei die Solarzellen rund 25 Jahre lang ihren Dienst tun.

indielux, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In fünf Jahren werden Mikro-PV-Anlagen zum Stadtbild gehören, nicht nur weil sich Städte wie Berlin eigene CO2-Ziele gesetzt haben, sondern auch, weil sich die Sache einfach für alle Beteiligten und vor allem für die Wohnungswirtschaft lohnt. indielux versteht sich als innovativer Impulsgeber für die Photovoltaik in den Städten. Das sind wir bereits jetzt, auch wenn der Markt gerade erst entsteht. Aber wir werden auch in fünf Jahren noch der Impulsgeber sein, wenn der Markt dann enorm gewachsen ist. Daran wollen wir teilhaben und dann ein wirtschaftlich starkes Photovoltaik-Unternehmen sein.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Da gibt es keine Patentrezepte, jede Idee und jedes Unternehmen ist anders. Aber eine gewisse Beharrlichkeit sollte man schon zeigen. Und die eigene Idee ständig überprüfen und verbessern und schauen, wo man die eigenen Kassenhäuschen am besten aufstellt.

Weitere Informationen finden Sie hier

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

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