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Gründerbild Proitex Inh.Marc Oltzscher

Marc Oltzscher hat den Schritt in die Selbstständigkeit erfolgreich gemeistert

Marc Oltzscher, Gründer des Startup Unternehmens Proitex im Interview, über die Herausforderungen während der Gründung und die nächsten Ziele

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen doch kurz vor.
Marc Oltzscher: Mein Name ist Marc Oltzscher, ich bin 29 Jahre alt und habe 2012 erfolgreich mein Studium der E-Services an der HdM Stuttgart abgeschlossen. Nach ersten Erfahrungen als Key Account Manager in der Personalvermittlung habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.
Mit meinem Startup „Proitex“ möchte ich ein Online-Portal für die Experten- & Projektakquise zur Verfügung stellen, welches sich auf komplexe Thematiken aus IT, Engineering und Management spezialisiert.
Auf Proitex können Expertenanbieter (z. B. Freelancer) Ihre Kompetenzen in Form eines Expertenprofils darstellen und nach passenden Projekten dafür suchen.
Projektanbieter (z. B. Personaldienstleister) hingegen können Projektausschreibungen erstellen und Experten für diese suchen.

Wie ist die Idee zu Proitex entstanden?
Marc Oltzscher: Die Idee zu Proitex ist bei mir während meiner Zeit bei der angesprochenen Personalvermittlung entstanden.
Wir haben uns dort regelmäßig auf die Suche nach passenden Experten für die Projektausschreibungen unserer Kunden gemacht. Neben internen Datenbanken haben wir uns dabei oftmals auch öffentlichen Online-Portalen bedient.
In letzterem Fall war die Suche jedoch sehr zeitaufwändig und selten von Erfolg gekrönt. Wir hatten Probleme die Qualifikation der Experten richtig einzuordnen. Das lag u. a. daran, dass die meisten Online-Portale sehr generell ausgerichtet sind. In diesem Fall bedeutet generell, dass auch andere freie Berufe wie Steuerberater, Künstler und viele andere zur Zielgruppe gehören. Dementsprechend war auch die Struktur der Datensätze sehr allgemein gehalten. Dadurch konnten diese Online-Portale natürlich nicht mehr so spezifisch auf die komplexeren Thematiken eingehen, wie sie es eigentlich hätten müssen.
Doch nicht nur wir verloren wertvolle Zeit bei der Expertensuche, auch die Spezialisten selber bekamen oftmals unpassende Projektanfragen zugesandt.
Für diese Thematiken war die Beschaffung über die öffentlichen Online-Portale weder für uns noch für die Experten geeignet.
Dieser Zustand führte außerdem dazu, dass der Weg über Personalvermittler oftmals die einzige Möglichkeit für Unternehmen war, kurzfristig an qualifizierte Experten zu gelangen. Die Vermittlungsmargen der Personalvermittler waren dementsprechend hoch.
Der Fachkräftemangel am deutschen Arbeitsmarkt – insbesondere in der IT und dem Engineering – trugen ihren Teil dazu bei, die Situation entsprechend zu verschärfen.
Proitex nimmt sich den soeben genannten Umständen an und stellt ein Online-Portal zur Verfügung, das sich auf IT, Engineering und Management spezialisiert und diese durch eine entsprechende Struktur übersichtlich und aussagekräftig darstellt.
Dadurch kann in Zukunft sowohl die Experten- als auch die Projektsuche wesentlich effizienter ablaufen, während gleichzeitig unpassende Projektanfragen und Bewerbungen der Vergangenheit angehören.
Des Weiteren bietet Proitex Unternehmen damit eine alternative Beschaffungsmöglichkeit, da sie sich zukünftig bei Personalengpässen auch selber auf die Suche nach qualifizierten Experten machen können.

Von der Idee bis zum Start was waren die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Marc Oltzscher: Die größte Herausforderung bei der Gründung von Proitex war entgegen meiner Erwartung nicht die Finanzierung des Vorhabens. Durch einen sauber ausgearbeiteten Businessplan verlief die Finanzierung, die größtenteils über das StartGeld der KfW realisiert wurde, ohne jegliche Probleme.Neben dem KfW-StartGeld konnte ich die Finanzierung mithilfe von diversen Zuschüssen und Eigenkapital komplettieren.
Eine große Herausforderung war für michjedoch die Aneignung des notwendigen Fachwissens, das für eine erfolgreiche Gründung vorausgesetzt wird. Als Unternehmer – insbesondere wenn man alleine gründet – muss man sich mit allen Bereichen der Unternehmensführung intensiv auseinander setzen. Eine Schonfrist gibt es nicht.
Obwohl ich mir nach dem erfolgreichen Abschluss meines Studiums sicher war, das ewige Lernen hinter mir gelassen zu haben, habe ich mich oft nächtelang durch Informationen über Gesellschaftsformen, Steuerfragen und Marketingstrategien gearbeitet. Das ist teilweise sehr schwere Kost.
Man sollte aber auch den Vorteil sehen, dass man dadurch immer einen Überblick hat, wo man in den diversen Unternehmensbereichen gerade steht und diese entsprechend aufeinander abstimmen kann.
Eine weitere große Herausforderung besteht in der Vermarktung von Proitex. Dadas Online-Portal durch ein Marktplatzmodell realisiert wurde, wird man unweigerlich mit dem Henne-Ei-Problem konfrontiert. Was kommt zuerst? Auf Proitex gibt es zwei Arten an Teilnehmern; Expertenanbieter und Projektanbieter. Für beide Gruppierungen ist Proitex jedoch nur interessant wenn von der jeweils anderen Gruppe viele Einträge vorhanden sind.
Ich bin der Auffassung, dass man diesen Kreis nur mit einem entsprechenden Marketing-Budget und diversen Aktionen als Anreiz zur Registrierung überwinden kann. Wichtig dabei ist,von einer der beiden Seiten eine kritische Masse zu erreichen, damit die andere Seite nachziehen kann.

Wer ist die Zielgruppe von Proitex?
Marc Oltzscher: Die Zielgruppe von Proitex setzt sich aus allen Teilnehmern des Projekt- und Personalbeschaffungsmarktes zusammen, aufgeteilt in die Rollen der Experten- und Projektanbieter.
Dabei nehmen manche Teilnehmer eine Rolle ein, während andere je nach Tätigkeit auch auf beiden Seiten aktiv sein können.
Auf Seiten der Expertenanbieter stellen die Freelancer den Löwenanteil, während auf Seiten der Projektanbieter vorwiegend die Personalvermittler aktiv sind.
Doch auch Systemhäuser, Ingenieurbüros und Beratungsunternehmen gehören zu der Zielgruppe von Proitex, da diese oftmals Mitarbeiter für Projekte zur Verfügung stellen oder auf der Suche nach solchen sind, weil der eigene Mitarbeiterstamm nicht ausreicht.
Außerdem habe ich mir als persönliches Ziel gesetzt,Unternehmen – die eigentlichen Endkunden des Beschaffungsprozesses – zu ermutigen, ihre Projekte zukünftig selber auszuschreiben bzw. sich selber auf die Suche nach passenden Spezialisten zu machen.
Dadurch könnten diese Unternehmen hohe Vermittlungsmargen vermeiden und auch Experten könnten mit einem höheren Stundensatz davon profitieren.

Welchen Service bieten Sie an?
Marc Oltzscher: Proitex bietet alle notwendigen Prozesse rund um die Experten- & Projektakquise an.
Darunter fallen die Darstellung von Kompetenzen in Form von Expertenprofilen, die Ausschreibung von Projekten und eine variable und präzise Suchmöglichkeit nach diesen.
Des Weiteren bietet Proitex eine komfortable Vergleichsmöglichkeit an, um die Hard Facts von Experten und Projekten direkt nebeneinander vergleichen zu können, so wie man es bereits von Handyvergleichsportalen gewohnt ist.
Der Fokus von Proitex liegt dabei jedoch nicht auf dem „Was?“ sondern verstärkt auf dem „Wie?“.
Die soeben genannten Prozesse sollen dabei so einfach und direkt wie möglich gestaltet werden. Dies geschieht durch entsprechende Strukturen, die auch bei komplexen Thematiken eine übersichtliche und aussagekräftige Darstellung ermöglichen.

Wieviel kostet der Service von Proitex?
Marc Oltzscher: Die Basis-Mitgliedschaft von Proitex ist sowohl für Experten- als auch für Projektanbieter kostenlos.
Die Premium-Mitgliedschaft für Expertenanbieter steht bereits ab 6,90 € pro Monat zur Verfügung. Bei Projektanbietern beginnt eine Premium-Mitgliedschaft bei 25,90 € pro Monat.
Professionelle Projektanbieter können außerdem weitere kostenpflichtige Module in Anspruch nehmen. Darunter fallen zusätzliche Zugänge für den Mitarbeiterstamm oder Direktkontakte, um Spezialisten auch ohne Proitex kontaktieren zu können (z. B. per Telefon).
Erweiterte Zugänge kosten dabei monatlich 4,90 € pro Zugang und Direktkontakte sind bereits ab 13,90 € pro Kontakt erhältlich.

Proitex, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Marc Oltzscher: Mein großer Wunsch ist es bei der Personal- & Projektbeschaffung neben den persönlichen Netzwerken und der Personalvermittlung zukünftig eine wichtige Alternative darzustellen, die allen Teilnehmern Zeit und Kosten spart.
Dafür bedarf es natürlich ständigen Anpassungen und Erweiterungen der Geschäftsfelder.
Neben der Skalierung auf eine internationale Ebene spielen dabei auch Entwicklungen in die Breite eine wichtige Rolle. So kann ich mir bspw. auch vorstellen, diverse Verwaltungstools für Expertenanbieter zur Verfügung zu stellen, da der bürokratische Aufwand der Spezialisten oftmals sehr viel Zeit verschlingt.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Marc Oltzscher: Ich rate allen ihre Gründungsidee aufzuschreiben und wenn diese unter den diversen Gesichtspunkten immer noch gut und plausibel klingt, definitiv den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Die Chance mit einer guten Idee zu gründen bekommt man vermutlich nicht oft im Leben.
Als einen der wichtigsten Punkte während der Existenzgründung erachte ich dabei den Umgang mit Kritik und Anregungen aus dem eigenen Umfeld.
Familie, Freunde, Bekannte und Geschäftspartner, die einen auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleiten, werden direkt oder indirekt Feedback geben.
Die Kunst liegt darin,den Unterschied zwischen konstruktiver Kritik und einfach dahergesagten Floskeln zu erkennen,um diese dann entweder auszublenden oder anzunehmen.Dies ist oftmals nicht einfach und ein kontinuierlicher Lernprozess.
Man sollte sich auf der einen Seite treu bleiben und nicht vom Weg abbringen lassen aber andererseits keine Scheuklappen-Mentalität gegenüber gerechtfertigter Kritik entwickeln.
Wie so oft ist der richtige Mittelweg entscheidend.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Marc Oltzscher für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

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