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Medexo medizinische Zweitmeinung

Medexo – telemedizinische Zweitmeinung, um unnötige Operationen zu vermeiden

Wer steckt hinter Medexo?
Dr. Jan Loh/ Medexo : Hinter Medexo steckt zum einen das Team um Geschäftsführer Dr. Jan Loh.

Jan, Sina, Karin, Se Ung, Elena und Konrad sitzen in Berlin und sind für alles zuständig, was nicht explizit die telemedizinischen Zweitmeinungen betrifft: Geschäftsführung, Marketing, Prozessoptimierung, Produktinnovation, ärztliche Assistenz, Redaktion und Öffentlichkeitsarbeit.

Zum anderen steckt hinter Medexo auch ein Netzwerk von mittlerweile über 60 renommierten Experten, die hochqualitative und unabhängige telemedizinische Zweitmeinungen gewährleisten.

Seit wann gibt es Medexo?
Dr. Jan Loh/ Medexo: Im Januar 2013 ist Medexo offiziell online gegangen. Gegründet wurde Medexo allerdings schon im April 2012. Der Vorläufer von Medexo, das Portal „Vorsicht Operation“, wurde von unserem Spezialisten Prof. Dr. Hans Pässler bereits 2011 gegründet.

Gibt es in Deutschland zu viele unnötige Operationen?
Dr. Jan Loh/ Medexo: Dies ist doch eine rhetorische Frage – gäbe es die Problematik nicht bzw. wäre sie nicht bekannt, würden Sie mir diese Frage kaum stellen.

Es gibt in Deutschland das Problem, dass die Operationszahlen seit geraumer Zeit unverhältnismäßig stark ansteigen. Von 2005 bis 2013 hat die Anzahl an planbaren Eingriffen um nahezu 25 Prozent zugenommen. Demografische oder technologische Erklärungsansätze reichen nicht aus, um diese Mengenentwicklung zu erklären. Studien großer Krankenkassen, der OECD und des Bundesministeriums für Gesundheit belegen diese Annahme. Selbst im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD wird von „mengenanfälligen planbaren Behandlungen“ gesprochen. Die Problematik, die sich seit Einführung der DRG-Fallpauschale zu entwickeln scheint, ist mittlerweile auf gesundheitspolitischer Bundesebene angekommen.

Wie stehen Krankenkassen zu Medexo?
Dr. Jan Loh/ Medexo: Die Krankenkassen in Deutschland sind äußerst interessiert an Medexo – durch eine telemedizinische Zweitmeinung, die statt eines geplanten operativen Eingriffs eine Physiotherapie empfiehlt, können Krankenkassen immens viele Kosten sparen. Kostet eine Wirbelsäulenoperation den Versicherer quasi nie unter 5.000 Euro, muss eine Krankenkasse für eine unabhängige Zweitmeinung 300 Euro zahlen. Auf die Masse an Operationen in Deutschland übertragen, verbirgt sich dahinter ein riesiges Einsparungspotenzial.

Wir haben gesehen, das einige Krankenkassen die Leistungen von Medexo übernehmen, steht ihr mit weiteren Krankenkassen in Gesprächen?
Dr. Jan Loh/ Medexo: Ja, mit vielen. Allerdings wird darüber in beidseitigem Einverständnis geschwiegen, bis die Verträge gedruckt und unterschrieben sind.

Sollte ich als Patient mit meiner Krankenkasse sprechen, ob sie die Kosten für eine Zweitmeinung bei Medexo übernimmt?
Dr. Jan Loh/ Medexo: Sollte eine gesetzliche Krankenkasse nicht bereits anhand eines mit uns abgeschlossenen Vertrages die Kosten sicher übernehmen, ist dieser Schritt ratsam. Die Möglichkeit für eine Einzelfallentscheidung besteht grundsätzlich immer. Privatversicherte haben auch vor dem Vorliegen einer Vereinbarung zwischen Medexo und der Versicherung sehr gute Chancen Ihre Kosten im Rahmen des mit Ihrer Versicherung abgeschlossenen Tarifs die Kosten erstattet zu bekommen.

Wer sind eure Spezialisten und wie kommen diese zu euch?
Dr. Jan Loh/ Medexo: Unsere Spezialisten sind auf Kleinstgebiete spezialisierte Fachärzte. Sie haben sich die meiste Zeit Ihrer Karriere mit einem Teilgebiet Ihres Fachbereiches beschäftigt. So werden Sie bei uns keine Zweitmeinung eines generell behandelnden Orthopäden erhalten. Dieses Kriterium haben wir eingefügt, da sich gerade in den großen Fachgebieten wie der Orthopädie das medizinische Wissen rasant entwickelt. So ist es heutzutage praktisch unmöglich zum Beispiel in der Orthopädie in allen Bereichen auf dem neuesten Stand der Technik zu sein. Bei uns erhalten Sie eine Zweitmeinung eines Kniechirurgen oder eines Wirbelsäulenchirurgen, etc. Sie müssen ebenfalls weiteren objektiven Kriterien (> 2000 Eingriffe/Behandlungen im Spezialgebiet, aktive Teilnahme und Organisation von Fortbildungen im Fachgebiet, wissenschaftliche Tätigkeit im Fachgebiet, Gutachterliche Erfahrung) genügen und werden zusätzlich von unserem Ärztebeirat geprüft. Bislang sind dies alles promovierte und in der großen Mehrzahl habilitierte Fachspezialisten, die alle eine sehr große Anerkennung in Ihren jeweiligen Fachgesellschaften genießen und international renommiert sind.
Es ist unser Ziel ein bundesweites alle Fachbereiche umfassendes Zweitmeinungsnetzwerk aufzubauen. Damit begonnen haben wir zum einen durch persönliche Netzwerke, die man sich während seiner ärztlichen Tätigkeit aufbaut und dann sehr schnell über Empfehlungen oder aber weil wir Kollegen aufgrund Ihres Renommees direkt angesprochen haben.
Mittlerweile erhalten wir aber auch zahlreiche Bewerbungen von international anerkannten Spitzenmedizinern aus dem gesamten Bundesgebiet.

Wie funktioniert die ärztliche Zweitmeinung über Medexo?
Dr. Jan Loh/ Medexo : Das Einholen einer telemedizinischen Zweitbeurteilung erfordert die möglichst lückenlose Dokumentation der Krankenakte des Patienten. Hierfür ermöglicht eine eigens dafür entwickelte Übertragungssoftware die Übermittlung der Befunde und Untersuchungsergebnisse des erstbehandelnden Arztes sowie die Übermittlung der entsprechenden bildgebenden Diagnostik. Die spezielle und allgemeine Anamnese wird über einen dynamischen, interaktiven Fragebogen, der mit den hoch spezialisierten und international anerkannten Zweitmeinungsspezialisten von Medexo entwickelt wurde, erfasst. Neben der Übermittlung der Unterlagen online, lässt sich der gesamte Prozess für die weniger technikaffinen Patienten auch per Post abwickeln. Mit dem dynamischen und sehr ausführlichen Fragebogen und den Unterlagen des behandelnden Arztes vor Ort, die bei Bedarf noch mit Fotos ergänzt werden, entsteht so ein sehr umfassendes Bild der aktuellen Situation des Patienten.
Im Anschluss an die Beurteilung durch die hoch renommierten Spezialisten von Medexo erhalten die Patienten innerhalb von maximal sieben Werktagen eine ausführliche und unabhängige Zweitmeinung. Hierin wird den Patienten Ihre aktuelle Situation und Diagnose ausführlich in Laiendeutsch erklärt. Weiterhin werden alle in Frage kommenden Therapiemöglichkeiten verständlich dargestellt und der Patient erhält vom jeweiligen mit der Zweitmeinung betrauten Spitzenmediziner zusätzlich eine begründete Empfehlung für den weiteren Therapieplan, wobei optimal auf im Fragebogen gestellte Fragen und Wünsche individuell eingegangen werden kann. Hierbei wird die erste Diagnose sowie der erste Therapieplan entweder bestätigt oder aber ergänzt und angepasst.
Die Unabhängigkeit der Zweitmeinungsspezialisten von Medexo wird durch das telemedizinische Verfahren gefördert und zusätzlich dadurch gewährleistet, dass eine Weiterbehandlung der beratenen Patienten ausgeschlossen ist. Medexo stellt sicher, dass der Patient vor Ort weiterhin in fachärztlicher Behandlung ist und betreut und unterstützt den Patienten bei seinem Gesundheitsmanagement über das folgende Jahr.

Könnt Ihr uns Zahlen nennen, wie viele Patienten eine Zweitmeinung über Medexo eingeholt haben?
Dr. Jan Loh/ Medexo: Mittlerweile sind es rund 500, wobei die Nachfrage in letzter Zeit stark zunimmt – ebenso wie unser Angebot in verschiedenen Fachbereichen.

Wann sollte eurer Meinung nach eine zweite Meinung eingeholt werden?
Dr. Jan Loh/ Medexo: Eine zweite Meinung eines weiteren Arztes kann immer helfen, wenn man sich unsicher mit der Diagnose oder vorgeschlagenen Therapie ist. Hier kann die Zweitmeinung Sicherheit geben. In Fällen von mengenkritischen, planbaren Operationen, sollten sich Patienten immer eine Zweitmeinung einholen, wenn sie skeptisch sind mit der Therapieempfehlung des Arztes, sich nach einem operativen Eingriff keine Besserung einstellt, oder wenn es sich um einen Routineeingriff (vor allem am Rücken und Herzen) handelt.

Warum gibt es in Deutschland so viele Fehldiagnosen?
Dr. Jan Loh/ Medexo : Im internationalen Vergleich ist das deutsche Gesundheitssystem unter den führenden weltweit vertreten. Die Notwendigkeit für mehr Patientensicherheit und Qualitätssicherung betrifft aber alle Gesundheitssysteme. Auch Ärzte sind nur Menschen und machen Fehler. Wenn es kein besseres Qualitätssicherungssystem gibt, werden diese Fehler auch nicht abnehmen. Wir sind davon überzeugt, dass sich durch Angebote wie die unabhängige Zweitmeinung noch viele Fehlbehandlungen vermeiden lassen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Dr. Jan Loh für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

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