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Math 42 Raphael Nitsche (l.) Maxim Nitsche © VOX Bernd Michael Maurer
Math 42 Raphael Nitsche (l.) Maxim Nitsche © VOX Bernd Michael Maurer

Mit MATH 42 wird Mathematik verständlich

MATH 42  Nachhilfe App

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen MATH 42 doch kurz unseren Lesern vor
Mein Name ist Maxim Nitsche. Ich bin 20 Jahre alt und habe gemeinsam mit meinem Bruder Raphael (19) die App MATH 42 erfunden und entwickelt, die schon über eine Million Mal im App Store heruntergeladen wurde.
MATH 42 gibt Nachhilfe für alle—erschwinglich, verständlich, immer verfügbar.

Wie ist die Idee zu Math 42 entstanden und warum haben Sie sich entschlossen als Familie ein Unternehmen zu gründen?
Als ich in der Schule war habe ich selbst viel Nachhilfe gegeben, weil Mathe oftmals falsch erklärt wird. Weltweit haben mehrere hundert Millionen von Schülern das gleiche Problem.
Mit MATH 42 helfen wir ihnen—erschwinglich, verständlich, immer verfügbar.

Wir haben uns entschlossen, als Familie ein Unternehmen zu gründen weil (1) jeder etwas anderes notwendiges an den Tisch gebracht hat und besonders weil man sich in der Familie lange kennt und ein inhärentes Vertrauen besteht, was man Außenstehenden nicht so einfach gewährt. Doch genau dieses Vertrauen ist, für ein gut geöltes Getriebe im Herzen eines erfolgreichen Unternehmens, notwendig.

Von der Idee bis zum Start, was waren die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Wir wussten alle, was wir mit MATH 42 erreichen wollten und wie die App Mathe erklären sollte – Wenn man aber die ersten Skizzen zum Design von MATH 42 mit dem heutigen Produkt vergleicht, wundern wir uns wie wir nur so blöde Ansätze verfolgen konnten. Ich würde daher sagen, dass Folgendes die größte Herausforderung war: Die intuitive Bentuzbarkeit der App nicht zu verlieren, obwohl wir komplizierteste Sachverhalte erklären.
Wir haben in der Familie angefangen MATH 42 zu entwickeln und mussten also keine externen Mitarbeiter bechäftigen. Wenn doch etwas darüber hinaus angefallen ist, wie z.B. eine Konferenz, hat das unser Vater gestemmt.

Wer ist die Zielgruppe von MATH 42?
MATH 42’s Zielgruppe sind eigentlich alle Schüler und Studenten ab der 5. – 6. Klasse — unabhängig davon ob sie sehr gut in Mathe sind oder Probleme damit haben. Was wir jedoch schnell gemerkt haben, ist dass über Schüler hinaus besonders Lehrer und Eltern MATH 42 lieben — wir sind deswegen auf über 250.000 iPads in Schulen weltweit.

Wie funktioniert die App? Wie helfen Sie Schülern mit Mathematik Problemen?
MATH 42 hilft Schülern genau so wie ein guter Nachhilfelehrer: (1) Der Schüler gibt seine Aufgabe in MATH 42 ein. (2) MATH 42 gibt dann Vor-schläge, wie man die Aufgabe lösen könnte, (3) erklärt die Lösung Schritt-für-Schritt, (4) erläutert Unterschritte auf Nachfrage und (5) definiert noch unbekannte Begriffe.

Wie groß ist der Markt?
Der Markt ist gigantisch — wenn man allein den Nachhilfe Markt in Deutschland betrachtet erfährt man, dass 12,5% aller Schüler (5. – 12 Klasse) in Deutschland Mathe-Nachhilfe nehmen und dafür jährlich 1 Milliarde € ausgeben. Dies entspricht 200€ pro Schüler pro Jahr.
Wenn man nun nach Süd-Korea schaut sind die Zahlen noch beeindruckender: 85% aller Schüler nehmen Mathe-Nachhilfe und geben jährlich 8 Milliarden € dafür aus. Dies entspricht knapp über 2.500€ pro Schüler pro Jahr.

Wie oft wurde die App schon heruntergeladen und wie ist das Kundenfeedback?
MATH 42 wird bereits von über 1 Million Menschen weltweit genutzt. Dabei haben wir spektakukläres Feedback erhalten — sei es von Schülern, Eltern oder Lehrern.
Im App Store haben wir weltweit eine Bewertung von 5/5 Sternen — dies haben nur die aller wenigsten Apps.
Die schönste Rückschrift, die wir bisher erhalten haben ist folgende: “[…], ich bin alleinerziehender Vater von 3 Kindern und konnte mir bisher keine Nachhilfe für sie leisten. Danke MATH 42 kann ich ihnen da eine Chance geben. Vielen Dank!”

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für Die Höhle der Löwen zu bewerben?
Wir haben uns gar nicht von uns aus bei “Die Höhle der Löwen” beworben, sondern wurden von der Produktionsfirma gefragt, ob wir an der Show gerne Teilnehmen würden. Erst daraufhin haben wir die Formalitäten erledigt um in der Show aufgenommen zu werden.

Wie haben Sie sich auf die Höhle der Löwen vorbereitet?
Raphael und ich sind inzwischen über 5 Jahre an MATH 42 dran — wir wussten daher, dass wir auf alle Fragen der Löwen vorbereitet sein wür-den. Wichtiger für uns war es, MATH 42 richtig darzustellen und rüberzubringen — das ist deswegen das Einzige wofür wir uns tatsächlich vorbereitet haben.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen das es in die Show „ die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend ist das für Sie und was versprechen Sie sich von der Show?
Es ist natürlich immer motivierend, wenn man Bestätigung für das erhält, woran man so lange arbeitet. Wir erhoffen uns einerseits MATH 42 in Deutschland bekannter zu machen andererseits wollen wir mit dem was wir machen andere Jugendlich motivieren sich auch auf komplexe Probleme zu stürzen, eine neue Lösung vorzustellen und damit den Leuten — die das Problem haben — das Leben einfacher zu machen.

Wie wichtig ist dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Ge-sichtspunkt, dass durch die Show viele Interessenten und auch Medien auf Math 42 aufmerksam werden?
Wir haben uns in Deutschland über die letzten 2 Jahre als Marktführer im Mathe-App Bereich aufgebaut und hoffen mit unserem Auftritt — und der sich daraus ergebenden Aufmerksamkeit — jetzt noch mehr Menschen zu helfen.
Obwohl wir uns momentan globaler ausrichten und besonderes auf Asien und die USA schauen, ist es uns persönlich wichtig auch die Bildung in Deutschland zu demokratisieren.

Ziel der Show „ Die Höhle der Löwen “ ist es, das die Löwen investieren und der Deal zustande kommt. Welchen der Löwen haben Sie als Investor im Fokus?
Wir haben uns alle Löwen vor der Aufzeichnung der Show angeschaut und hatten 3 der 5 Löwen als potentielle gute Investoren für uns angesehen: Judith Williams, Frank Thelen und Jochen Schweizer.

Wie geht es mit MATH 42 nach der Show weiter, sollte der Deal zustande kommen? Und wie, wenn es keinen Deal gibt?
Unabhängig davon, ob es einen Deal gibt oder nicht werden wir in den nächsten Tagen wird die neue Version von MATH 42 erscheinen, die nicht nur die Mathematik der Uni abdecken wird (Integrale, Matrizen, Kurvendiskussion, Vektoren…) sondern ab dann auch auf Russisch und besonders Chinesisch nutzbar sein wird.

Welche Tipps würdet Ihr angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Da gibt es viele:
1) Wann sollte ich ein StartUp gründen?
Man gründet kein StartUp um ein StartUp zu gründen — Man gründet dann ein StartUp, wenn man ein Idee hat die den folgenden Kriterien genügt:
a) Die Idee löst ein echtes Problem
b) Das Problem betrifft viele Menschen
c) Die Lösung muss umfangreich sein
d) Die Lösung muss skalierbar sein

2) Welcher Typ Investor ist für mein StartUp richtig?
Es gibt drei Investoren-Typen:
a) Der VC: Venture Capitalist — Investieren und schnell wieder zu einem höheren Preis verkaufen
b) Der Angel: Privater Investor — Investiert sein eigenes Geld aus Überzeugung
c) Der Stratege: Große Unternehmen — Investieren weil sie sich mittel- bis langfristig einen strategischen Vorteil für ihr Geschäft sehen.

Je nachdem was man für ein StartUp ist, braucht man einen anderen Investoren-Typ an seiner Seite:
Hast du ein weniger Tech-lastiges und eher Business-Modell fokussiertes StartUp (z.B. eBay, Zalando, DeliveryHero…) solltest du einen VC an Bord holen. Es geht mit einem solchen StartUp darum schnell sich schnell als Marktführer zu zementieren, da es einfach zu kopieren ist — Der VC bringt da die notwendige Geschwindigkeit.
Hast du ein sehr Tech-lastiges StartUp solltest du eher einen Angel oder einen Strategen zu sich ziehen, da diese Investoren im Gegensatz zu den VCs wirklich deinen Markt und den Impact deiner Technologie verstehen. VCs — egal was sie angeben mögen — haben keine Ahnung von ‘Deep Tech’ und können schnell durch schlechte Entscheidungen ein Unternehmen in den Grund fahren.

3) Investitionsverhandlungen
Wenn du in Investitionsverhandlungen bist, schau weniger auf die Bewertung deines StartUps sondern auf die Konditionen zu denen investiert wird. Kein Vesting zulassen, möglichst wenige Anteile abgeben, operative Kontrolle behalten — Denn die Einzigen die wirklich ihr Business verstehen sind du und deine Co-Founder!

Bild: © VOX/Bernd-Michael Maurer

MATH 42 ist am Dienstag den 15.09.2015 in DHDL um 20.15 auf VOX zu sehen

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Maxim Nitsche für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

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