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PROC-Guerilla Inhaber Carsten Haueis

PROC-Guerilla Kommunikation für den Mittelstand

Carsten Haueis Gründer des Startup Unternehmens PROC-Guerilla im Interview

Wie ist die Idee zu PROC-Guerilla entstanden, wann wurde die Firma gegründet und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Carsten Haueis / PROC-Guerilla : Die Idee zu PROC-Guerilla entstand schon vor einigen Jahren. Aus einem Spaß heraus wurde die Idee geboren, vielleicht mal etwas Eigenes zu machen, wenn es mit der Übernahme der damaligen arbeitgebende Agentur nicht klappen sollte. Als der Traum dann platzte, wurde es ernst.
Lebenssituation und meine Arbeit bescherten mir eine Auszeit. Wer selbst schon einmal einen sogenannten „Burn out“ erlebt bzw. durchlebt hat, kann folgende Worte sicher sehr gut nachvollziehen. Ich stand plötzlich vor dem Nichts. Während meiner ärztlich verordneten Auszeit flatterte pünktlich zum Weihnachtsfest, die Kündigung ins Haus und ich hatte keinen Plan, wie mein Leben weitergehen sollte! „There’s no future,“ würden die Sex Pistols sagen.

Doch dann kam der entscheidende Moment. Freunde und Bekannte kamen auf mich zu und sagten: „Mensch Carsten, was ist denn mit deiner Idee der Selbstständigkeit? Warum machst Du nicht etwas Eigenes?“ Die Idee – PROC-Guerilla – war somit wiedergeboren.

PROC-Guerilla Inhaber Carsten HaueisIch begann mit der Planung meiner eigene Agentur.
In einem abgelegenen Ferienhaus in Dänemark. Es war bitterkalt, stürmisch und die Nacht schlaflos. Dort zeichnete ich als Metaplan meine Agentur und den Webseitenentwurf. Es folgten unzählige Stunden und Nächte voller Gedanken und Gespräche mit meiner Frau, die mich bei allem unterstützt. Ebenso gaben mir meine Familie, viele Freunde und Bekannte Kraft, Mut und Ansporn meinen Traum zu verwirklichen. Ich fasste neue Hoffnung und hatte sehr schnell einen konkreten Plan, wie ich wieder ins Berufsleben zurückkehren konnte – dieses Mal – eigenverantwortlich, motivierter denn je und endlich selbstständig.

Das schönste Geschenk machte mir ein ehemaliger Kunden, welcher seit der Gründung wieder von mir betreut wird. Er rief mich während der Auszeit an und fragte, was denn los sei und wie es weitergehen würde bei mir. Als ich ihm antwortete sagte er, „da sind wir dabei.“ Mit ihm als Referenz zog ich somit in alle Bank-, Jobcenter-, Gründungs- und medizinischen Gespräche. Am Ende ging ich erhobenen Hauptes in die Selbstständigkeit.

Als Gründungstag wählte ich den 1. Mai 2014! Ein symbolisches Zeichen. Während alle anderen haben frei haben diesem Tage, startet PROC-Guerilla durch. Ein wirkliches Gründerteam gibt es nicht. Ich arbeite als Netzwerker mit meiner eigenen kleinen Netzwerkagentur. Das heißt, ich agiere manchmal als eine Art Generalunternehmer/Agentur und beauftrage ehemalige Kollegen, bekannte und befreundete Agenturen mit Dienstleistungen, welche ich selbst nicht anbiete. Dieses Prinzip hat für mich als Gründer viele Vorteile. Ich bin noch nicht für eigene Angestellte und deren Auslastung verantwortlich, ich kann stets meinen optimalen Kooperationspartner frei wählen und gerade zu Beginn ermöglicht es mir die Arbeit ohne großes eigenes Büro. Dadurch habe ich die Chance, PROC-Guerilla langsam wachsen und gedeihen lassen.

Von der Idee bis zum Start was waren die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Carsten Haueis / PROC-Guerilla : Die größte Herausforderungen für mich war tatsächlich der Wiedereinstieg, d. h. der Brückenschlag vom „Burn-out“ zur Selbstständigkeit. Gefolgt wurde diese von der Neukundenakquise und der (Neu-)Positionierung. Wo will ich hin und wer sind meine Kunden? Gerade in der ersten Zeit war dies eine große Herausforderung für mich. War ich zuvor immerhin ein Jahrzehnt branchenspezifisch unterwegs in Sachen PR und Media.

Die Finanzierung realisierte ich durch Eigenkapital. Als Startkapital oder besser gesagt Unterstützung, erhielt ich zudem den Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit.

Welche Wege gehen Sie, um Ihr Startup Unternehmen am Markt zu etablieren? Welche Rolle spielen Social Medias?
Carsten Haueis / PROC-Guerilla : Ich beginne mal mit den sozialen Netzwerken. Social Media spielt für mich eine außerordentlich wichtige Rolle, nicht nur für die eigene Positionierung am Markt, sondern vor allem als beratende Agentur für meine Kunden. Social Media bietet gerade für Gründer sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen die Chance, kostengünstige Kommunikation und Eigenwerbung zu betreiben. Natürlich ist festzustellen, dass nicht jeder Kanal gleich gut geeignet ist zur Positionierung und Kundenakquise. Allerdings nehme ich mir die Freiheit, meine eigenen Kanäle wie Facebook, Twitter, Google+, Youtube, ello, uvm. als Testfelder zu nutzen, um täglich praktische Erfahrungen zu sammeln und wichtige Erkenntnisse für meine Kunden zu erlangen.
Welche Wege gehe ich, um PROC-Guerilla bekannt(er) zu machen? Gute Frage: Ich hoffe eigene, kreative und vor allem, langfristig die Richtigen!

Identitätskonsum der Generation Y Carsten Haueis PROC-GuerillaIch habe von Beginn an darauf verzichtet Anzeigen in eigener Sache zu schalten. Ich versuche mit Guerilla Marketing und meiner Aktion „#KdW – Die Kunst des Werbens“ auf mich aufmerksam zu machen. #KdW steht für die kreative Guerilla-Eigenwerbung von PROC-Guerilla. Bislang gab es eine Graffiti-Aktion und eine Plakataktion unter dem Motto #KdW. Die nächste Aktion steht kurz vor dem Abschluss und wird hoffentlich eine noch größere Bekanntheit schaffen.
Des Weiteren schaffe ich Bekanntheit für PROC-Guerilla wie schon erwähnt durch die sozialen Netzwerke. Darüber hinaus über Netzwerkplattformen wie Xing und LinkedIn sowie die real existierenden Netzwerke. Hier seien die IHK Wirtschaftsjunioren, die DPRG und diverse Businessclubs und –netzwerke genannt. Wichtiger Bekanntheitsmotor sind für mich sind aber vor allem die zahlreichen Messen und Konferenzen. Ich habe auch als „Onliner“ von Anfang an auf reale Touchpoints gesetzt und besuche sehr viele Veranstaltungen, um mit potenziellen Kunden, Kooperationspartnern etc. ins Gespräch zu kommen. Außerdem eignet sich manche Messe wunderbar, um dort Guerilla Marketing zu betreiben.

Wer ist die Zielgruppe von PROC-Guerilla? Was findet der Kunde auf PROC-Guerilla?
Carsten Haueis / PROC-Guerilla : Kleine und mittelständische Unternehmen, Einzelunternehmer_Innen die den Mut haben auch mal neue Wege zu gehen, sind die Zielgruppe von PROC-Guerilla. Egal ob es sich dabei um den Coach, den Finanzberater, die Anwälte, Möbelhersteller, Designer, Architekten oder, die diversen Bau-Gewerbe handelt. Auch Musiker sind willkommen. PROC-Guerilla steht für andersartiges Marketing, branchenunabhängig und offen für Neues.

Meine Kunden finden bei PROC-Guerilla. Ehrliche, direkte Beratung und Klartextkommunikation. Ich biete Lösungen für fast jedes Budget. Mein Motto lautet: „Kommunikation und Erfolg sind keine Frage des Budgets!“. PROC-Guerilla bietet seinen Kunden Lösungen in folgenden Gebieten:

– Social Media Kommunikation
– Online Kommunikation & Blogger-relations
– Fachpresse und Endverbraucher-PR
– Guerilla Marketing
– Mediaberatung On- und Offline & Google AdWords

Wo liegen die Vorteile vom Gurellia Marketing ? Und wie funktioniert Guerilla Marketing?
Carsten Haueis / PROC-Guerilla : Die Vorteile vom Guerilla Marketing liegen für mich ganz klar bei dem äußerst hohen viralen Potenzial der einzelnen Kampagnen und Maßnahmen. Guerilla Marketing spielt mit der Sensationslust, den Emotionen der Zielgruppe. Ziel jeder Aktion ist es, den Kampf um die Aufmerksamkeit zu gewinnen! Habe ich dieses Ziel mit meiner Kampagne erreicht, so wird meine Guerilla-Aktion vielleicht zum neuen YouTube-Hit und somit weit verbreiteten und oft geteilten Content in den sozialen Netzwerken. Guerilla Marketing bewirkt, dass Andere über mich, mein Unternehmen und meine Aktion sprechen und meine Aktion in ihren eigenen Netzwerken teilen und somit kostenlos für mich verbreiten.

Guerilla Marketing hat den Vorteil, dass es viel mehr auf die Kreativität als auf die Budgetgröße ankommt. Das heißt, gerade kleine Unternehmen können diese Marketingstrategie eigentlich perfekt für sich nutzen, sie tun es nur leider zu selten – vermutlich aus Angst. Dabei wäre es ab und an ganz simpel. Man muss Guerilla Marketing nur mal Googlen und sich die Bilder und Videos anschauen. Es gibt so viele Möglichkeiten und kaum Grenzen des Machbaren. Nur Mut, kann ich da nur sagen.

Wie funktioniert Guerilla Marketing also? Ich starte eine Aktion, egal ob als inszeniertes Video oder Live-Performance und binde meine Zielgruppe bzw. mein Publikum ein und schon wird, vorausgesetzt die Aktion ist gut gemacht, darüber gesprochen. Warum klappt dieses Schema immer wieder ? Ganz einfach. Wir sind „always on“ und mit unseren Smartphones „bewaffnet“. Wir sind also stets in der Lage unser tägliches Essen, den Weg zur Arbeit, unseren Ausflug, aber eben auch solche Guerilla Aktion, „just-in-time“, mit unseren Freunden in unseren Netzwerken teilen zu können. Ist unser Netzwerk dann ebenfalls begeistert von dieser Aktion, wird sie sich rasch wie ein Schneeballsystem verteilen.

Das ist einfach gesagt Guerilla Marketing: Kleines Budget trifft auf kreative Idee und bewirkt eine große Reichweite.

PROC-Guerilla wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Carsten Haueis / PROC-Guerilla : Auf jeden Fall stets nach vorn! PROC-Guerilla ist angetreten, um den kleinen und mittelständischen Unternehmen zur Seite zu stehen und gemeinsam mit diesen die Digitalisierung zu bestreiten. Andersartig, mutig und im Klartext statt in Werbefloskeln und „Nerd-Sprech“. Persönlich möchte ich weiter offen bleiben für gute Ideen, tolle Netzwerk- und Kooperationspartner und ich möchte die Agentur noch weiter im Bereich Online Kommunikation, Social Media und Guerilla Marketing professionalisieren.

Wo sehe ich mich in fünf Jahren?
In einem eigenen Büro, mit einer sehr guten Musikanlage (schmunzel) und in einem Pool von Netzwerkpartnern. Lassen es die Einnahmen bis dahin zu, gerne als Chef von Menschen, die eine zweite Chance verdient haben. Mein Traum ist es, jungen und älteren perspektivlosen Menschen, eine Möglichkeit zu geben, sich neue Ziele zu stecken und diese Ziele auch zu erreichen. Ich selbst weiß, wie es ist, wenn man „dort unten“ mitspielt.

Die Kunst des Werbens #KdW Plakat_Scheitern_A3Zum Schluß: Welche Tipps haben Sie für angehende Gründer?
Carsten Haueis / PROC-Guerilla : Als allererstes – vertraut Euch selbst! Habt den Mut für Eure Ideen und Träume zu kämpfen. Schafft Euch emotionale Sicherheit und eine gute Ausgangsbasis. Involviert wenn möglich, Familie, Freunde und vertrauensvolle Personen. Sie können Euch unterstützen, aufbauen und immer wieder mit Rat und Tat zur Seite stehen – sie geben Euch die nötige emotionale Basis. Was ich auch sehr wichtig finde, tauscht euch mit anderen Gründern und Netzwerken aus. Dadurch erhaltet Ihr wertvolles, konstruktives Feedback. Recherchiert viel im Internet zu euren Themen, Fragen, Wünschen, usw. Nutzt Angebote der Handelskammern sowie anderen öffentlichen und privaten Institutionen in Form von Info-Veranstaltungen, Gründungstagen und Sprechstunden. Ich zum Beispiel erhielt einen Top-Tipp zum Thema Akquise in einem Senior-Experten-Gespräch der IHK und dieser Tipp war kostenlos.

Wenn es mal nicht läuft bei Euch, nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Kundenakquise und Preisdiskussionen sind hart und schwer. Ich habe recherchiert und wurde fündig. Mir haben dabei u.a. der Verkaufstrainer Oliver Schumacher und der Maulwerker Christian Tekaat sehr geholfen, mit Ihren zahlreichen Tipps.
Zu guter Letzt: Glück ist ein guter Begleiter, wenn er aber mal nicht zur Stelle ist, versucht es stets mit Mut, Kraft und Ausdauer. Bleibt authentisch und glaubt an Euch!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Carsten Haueis für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

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