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ScooMe Scoo Mobility Christoph Becker und Magnus Schmidt © VOX Bernd Michael Maurer
ScooMe Scoo Mobility Christoph Becker und Magnus Schmidt © VOX Bernd Michael Maurer

scoo mobility Scooter-Sharing einfach und schnell

scoo mobility schnell, platzsparend, günstig und umweltfreundlich

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen scoo mobility doch kurz unseren Lesern vor
scoo mobility schließt als Anbieter der ersten internetbasierten schlüssellosen Scooter-Sharing-Flotte mit E- und konventionellen Motorrollern die Lücke zwischen PKW, Fahrrad und ÖPNV und bietet damit eines der zukunftsweisenden Mobilitätskonzepte für moderne Großstädte: schnell, platzsparend, ohne Parkplatzsuche, günstig und umweltfreundlich.

Wie ist die Idee zu scoo mobility entstanden?
Die Idee entstand im November 2013 an einem Samstag beim Frühstück. Ich hatte mich damals lange mit dem Gedanken beschäftigt, mir eine Vespa als Zweitfahrzeug zuzulegen. Aber irgendwie konnte ich mich nicht zur Anschaffung durchringen, da mir die Kosten für den Spaß doch zu hoch waren. So kam mir die Idee zum Scooter-Sharing. Gegründet wurde scoo mobility (so der offizielle Firmennamen) dann final im Mai 2014.

Von der Idee bis zum Start, was waren die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Zunächst haben wir einige kompetente Mitstreiter aus den Bereichen Hardware, Software, Entwicklung, Marketing usw. gefunden, die genau wie wir Feuer und Flamme für die Idee waren. Wir haben einen Prototypen gebaut und diesen inkl. Nutzerfrontend getestet. Eine der größten Herausforderungen war dabei die schlüssellose Technologie, die so sonst nirgends auf der Welt im Einsatz und heute eines unserer wichtigsten Assets ist. Danach galt es dann, das Seed Kapital für den Proof of Concept zu finden, auch hier stehen Startups in Deutschland vor größeren Herausforderungen. Zunächst haben wir alles aus eigener Tasche mit Geld und Arbeitsleistung gestemmt, zudem haben/ hatten wir die Hilfe einiger Kleininvestoren.

Wie hat sich Ihr Unternehmen seit dem Start entwickelt?
Wir haben erwartungsgemäß sehr nutzungsintensive Frühjahr- und Sommermonate hinter uns. Viel interessanter ist aber, dass wir auch einen erfolgreichen Winter gemeistert haben. Start der Unternehmung im Live-Betrieb war November 2013. Wir konnten neben den Vespas auch den weltweit ersten schlüssellosen Elektroroller in Sharing-Betrieb nehmen. Was besonders gut funktioniert ist, der digitale Registrierungs- und Onboarding-Prozess, der Fahrern ermöglicht, sich innerhalb von wenigen Minuten vom Download inkl. aller Credentials freischalten zu lassen und direkt loszufahren. Wir haben inzwischen ein komplettiertes Datenbanksystem, verbesserte Apps, einen Online-Nutzerbereich, eigene Technologie, 2.500 User und diverse Kooperationen im B2B-Bereich. Im November starten wir nach Köln, es läuft also bei uns.

Wie groß ist der Markt für Vespa-Sharing?
Zunächst ist die Frage, wie groß der Mobilitäts-Sharing-Markt ist. Nach Roland Berger und weiteren Untersuchungen soll dieser bis 2020 weltweit 26 Millionen Nutzer erreichen und 4,5 Mrd. EUR erwirtschaften. Wie groß der Anteil daran für Zweiräder ist, kommt natürlich auf den betrachteten Markt an. Unsere Schätzung für Deutschland beläuft sich auf ca. 10-15% Anteil, in Europa kann das höher sein, in Asien vermutlich genau umgekehrt.

Nachdem sich der Kunde die App heruntergeladen hat, welche Angaben brauchen Sie und wie funktioniert das Ganze mit der Bezahlung?
Wir benötigen die Standard-Nutzerdaten, ein internetfähiges Handy, Adresse usw., dann einen Führerschein-Check und eine Bankverbindung. Hier bieten wir aktuell SEPA (Lastschrift) und Kreditkarte an. Die Fahrten werden bequem für den abgelaufenen Monat abgebucht. Speziell ist bei scoo.me, dass der Nutzer nirgends mehr einen so genannten NFC Chip oder eine Karte abholen muss oder an irgendwelche Öffnungszeiten gebunden ist. Auch der Onboarding-Prozess inklusive Registrierung und Authentifizierung läuft völlig autark – rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Das ist Sharing und Digitalisierung nach dem Motto Speed-Style-Smile, alles was man braucht ist ein Smartphone.

Wie lange kann man den Vespa-Roller mieten?
Unser Preismodell ist simpel: die erste halbe Stunde 3,60 EUR, danach dann 18 Ct. pro Minute fürs Fahren, 7 Ct. fürs Parken, Kosten Airbag bei 29 EUR pro Tag. Inzwischen bieten wir auch Wochenenden und längere Zeiträume zur Miete an.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich für Die Höhle der Löwen zu bewerben?
Ein glühender Fan der Sendung hat uns auf die Idee gebracht.

Wie haben Sie sich auf die Höhle der Löwen vorbereitet?
Wir haben unseren üblichen Investoren Pitch nochmal auf das spezielle Umfeld und die zeitliche Restriktion angepasst, einen herkömmlichen Roller und einen E-Roller eingepackt und sind nach Köln gefahren.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, das es in die Show „ die Höhle der Löwen“ geschafft hat. Wie motivierend ist das für Sie und was versprechen Sie sich von der Show?
Wir haben uns als Unternehmen das Ziel gesetzt, dem deutschen Markt zu zeigen, dass es kein schnelleres, bequemeres und umweltfreundlicheres Vorankommen in urbanen Mobilitätsräumen gibt als mit dem Zweirad. Ob Vespa, Elektro-Roller, Moped oder Motorroller, Kleinkraftrad spielt für uns dabei keine Rolle, das entscheidet der Markt. Wir bieten an, was ankommt und nachgefragt wird. Sharing ist aus unserer Sicht nachhaltig, aber was bringt es, wenn ich dann mit dem Sharing-PKW im Stau stehe und oder ewig einen Parkplatz suche. Wir sind überzeugt davon, dass das Zweirad deutlich geeigneter ist, und das nicht nur bei uns in Deutschland. Ich denke, mit der hohen Zuschauerzahl konnten wir dies einigen Menschen näherbringen.

Wie wichtig ist dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch die Show viele Interessenten und auch Medien auf scoo mobility aufmerksam werden?
Das ist eine tolle Chance, uns und unsere Idee einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Wir erhoffen uns davon weitere Kunden in München, Köln und natürlich auch in kommenden Städten. Schon jetzt zeigt sich, wer diese Art der Mobilität testet, bleibt dabei.

Ziel der Show „ Die Höhle der Löwen “ ist es, das die Löwen investieren und der Deal zustande kommt. Welchen der Löwen haben Sie als Investor im Fokus?
Wir dachten vor der Show, dass Jochen Schweizer vermutlich am ehesten auf unser Angebot einsteigt, schließlich ist Zweiradfahren neben den rein objektiven Vorteilen (schneller, wendiger, keine Parkplatzsuche, niedriger Verbrauch) auch eine hochemotionale Art der Fortbewegung. Jeder, der Motorrad oder Zweirad fährt, bestätigt, dass das, um es mit seinen Worten zu sagen „ein Erlebnis“ ist.

Wie geht es mit scoo mobility nach der Show weiter, sollte der Deal zustande kommen? Und wie, wenn es keinen Deal gibt?
Wir sind fokussiert und wissen genau, welche Geschäftsfelder wir erweitern, was wir sein lassen und was wir als nächstes erproben. Sie können gespannt sein. Wenn ein Deal zustande kommt, ist das sehr schön, wenn nicht, sind wir weiter auf der Suche nach Kapital. Wir sind der Meinung, dass sich auch Investoren in diesem Bereich nicht alle Tage der Einstieg in ein solches Potenzial bietet, noch dazu mit einem so skalierbaren und zukunftsweisenden Setup.

Welche Tipps würdet Ihr angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Always keep the lights on and the doors open – one day your star will walk in! Versucht Euch, habt keine Angst, etwas auszuprobieren, seid innovativ und nutzt alle verfügbare Technologie. Wenn ein System erst einmal steht, wird es verdammt schwer, es nachträglich zu ändern.

Bild: © VOX/Bernd-Michael Maurer

scoo mobility ist am Dienstag den 08.09.2015 in DHDL um 20.15 auf VOX zu sehen

Weitere Informationen finden Sie hier

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

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