Home / Startup / SmartLaw-Rechtsdokumente in wenigen Minuten erstellen
ingo-mahl-smartlaw

SmartLaw-Rechtsdokumente in wenigen Minuten erstellen

Mit SmartLaw individualisierte Verträge und andere Rechtsdokumente erstellen

Wie ist die Idee zu SmartLaw entstanden und wann wurde die Firma gegründet?
Ingo Mahl / SmartLaw: Schnell mal einen Vertrag aufsetzen, der aber auch individuelle Besonderheiten berücksichtigen soll? Das schütteln auch Juristen nicht einfach mal so aus dem Handgelenk. Wer als Rechtslaie sein Glück versuchen und sich Hilfe im Internet holen wollte, der stand bis vor kurzem noch vor dem Problem, die für sein Anliegen passenden und juristisch korrekten Informationen zu finden und diese dann auch noch in ein geeignetes Rechtsdokument zu verwandeln. Und guter fachjuristischer Rat ist zum einen oft ein Kostenthema und zum anderen auch nicht immer schnell zu organisieren.
Die Gründer von SmartLaw sahen diese Herausforderung und beschlossen, die Lücke zwischen ergoogelten Rechtsinformationen, vorgefertigten Musterverträgen und anwaltlicher Beratung zu schließen. Jedem Rechtslaien sollte rechtliches Fachwissen rund um die Erstellung von Verträgen und anderen Rechtsdokumenten zugänglich sein. Es sollte damit allen Menschen ermöglicht werden, sich um ihre rechtlichen Angelegenheiten selbst zu kümmern, und das unkompliziert, schnell und sicher.

Das SmartLaw-Portal wurde innerhalb eines Jahres entwickelt: Dahinter steckt eine Software, welche die Nutzer durch einen komfortablen Frage-Antwort-Dialog führt und im Hintergrund den Vertrag entsprechend den Antworten schreibt. Das dafür notwendige Wissen stammt von im jeweiligen Rechtsgebiet erfahrenen Fachanwälten und entspricht stets dem aktuellen Stand der Rechtsprechung und Gesetzeslage. SmartLaw ging im September 2013 mit den ersten Produkten online und wächst seitdem stetig weiter – aktuell gibt es bereits über 100 unterschiedliche Produkte im Angebot.

Wer ist die Zielgruppe von SmartLaw?
Ingo Mahl / SmartLaw: Die Verträge und anderen Rechtsdokumente von SmartLaw sind für alle Menschen gedacht, die schnell und kostengünstig rechtssichere, auf sie zugeschnittene Rechtsdokumente benötigen. Dazu gehören Privatanwender und Immobilienbesitzer, vor allem aber kleine und mittelständische Unternehmen, Selbstständige und Gründer von Startups.

Auf SmartLaw kann sich der Nutzer Verträge und Rechtsdokumente online erstellen. Wie funktioniert das? Und mit welchen Kosten ist das verbunden?
Ingo Mahl / SmartLaw: Wer ein Dokument bei SmartLaw aufsetzt, wird durch einen Frage-Antwort-Dialog navigiert, in etwa so, wie der Dialog auch zwischen Anwalt und Mandant stattfinden würde. Dabei werden nur Fragen gestellt, die für die individuelle Situation sinnvoll sind. Allein für einen Arbeitsvertrag gibt es beispielsweise mehrere hundert verschiedene Variationen, abhängig von Befristung des Arbeitsverhältnisses, Arbeitszeiten, Überstundenregelungen und Bonuszahlungen. Ähnlich es ist mit Werkverträgen, Mietverträgen oder Vorsorgevollmachten. Bei uns steht am Anfang ein buchstäblich leeres Blatt, das nach und nach, Wort für Wort und Satz für Satz, gefüllt wird.
Die Kosten für Verträge und Rechtsdokumente von SmartLaw liegen aktuell zwischen 0,- für Produkte wie dem Mietminderungsschreiben oder dem Autokaufvertrag und 69,- Euro für komplexere Vertragsdokumente wie etwa einem GmbH-Gesellschaftsvertrag.

Wie kann sichergestellt werden, dass die Fehlerquote so gering wie möglich ist?
Ingo Mahl / SmartLaw: Die mit SmartLaw erstellten Verträge und Rechtsdokumente müssen natürlich juristisch korrekt sein. Um das zu gewährleisten, hat SmartLaw eine eigene Redaktionslösung entwickelt: Sie bildet das Rückgrat des Angebots von SmartLaw. In der Redaktionslösung pflegen die Fachjuristen von SmartLaw selbst ihr Wissen über juristische Zusammenhänge und deren Bedeutung für ein Dokument. Dafür wird mit hochspezialisierten und erfahrenen Fachanwälten zusammengearbeitet. Das ist ein permanenter Prozess, damit wird sichergestellt, dass die generierten Dokumente stets auf dem neusten Stand sind.

Kann man sich alle Verträge und Rechtsdokumente über SmartLaw erstellen lassen?
Ingo Mahl / SmartLaw: SmartLaw bietet seit Anfang 2015 mehr als einhundert verschiedene Rechtsdokumente an. Im Laufe des Jahres kommen weitere wichtige und nützliche Produkte dazu. Aber es gibt natürlich immer auch Verträge und Rechtsdokumente, die unser System noch nicht kann. Unser Ziel ist es, für möglichst viele rechtliche Anliegen die passende Unterstützung leisten zu können. Dort aber, wo juristische Probleme kompliziert und abwägungsbedürftig werden, empfehlen auch wir dringend, sich von einem Anwalt individuell beraten zu lassen. Zwischen ganz einfach und ganz kompliziert gibt es aber viele Standardfälle, die individuelle Komponenten haben und sich gut mit SmartLaw lösen lassen. Die Mehrzahl der Arbeitsverträge, Mietverträge, Patientenverfügungen, Testamente und Vollmachten gehört dazu.

Wie ist das bisherige Feedback der Kunden?
Ingo Mahl / SmartLaw: Das Feedback unserer Kunden spielt eine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Produkte von SmartLaw. Es ist größtenteils positiv. Uns ist aber durchaus bewusst, dass wir mit unseren Rechtsdokumenten nicht jeden Einzelfall abdecken können. Und das wollen wir auch gar nicht. Viele einfache bis anspruchsvollere Situationen lassen sich mit unseren Dokumenten lösen, aber sie ersetzen nicht die anwaltliche Beratung.

SmartLaw – wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Ingo Mahl / SmartLaw: Der Markt für professionell erstellte Rechtsdokumente hat allein in Deutschland ein Volumen von mehr als fünf Milliarden Euro. Den möchten wir mit SmartLaw natürlich bestmöglich erreichen. Seit dem Einstieg von Wolters Kluwer Deutschland bei SmartLaw im Frühjahr 2014 sind die verschiedenen Abteilungen in Berlin, Köln, Mannheim und Münster eng zusammengewachsen. Momentan wird an Konzept und Umsetzung von SmartLaw 2.0 gearbeitet. Content, Services und Know-How sollen für den Kunden sinnvoll weiterentwickelt und ihm im digitalen Zeitalter eine perfekte Lösung seiner rechtlichen Anliegen angeboten werden. Im Laufe des zweiten Halbjahres 2015 wird die neue Plattform online gehen, in einem komplett neuen Design mit einem erweiterten Serviceangebot und der Einbeziehung von Rechtsanwälten für bestimmte, das Angebot ergänzende Services. SmartLaw wird dann freie und kostenpflichtige Lösungen für die Dokumentenerstellung und das Dokumentenmanagement sowie weitere typische juristische Fragestellungen von Unternehmern sowie Privatpersonen anbieten und bei weitergehendem Beratungsbedarf direkt geeignete Rechtsanwälte vermitteln.

Ingo Mahl ist Rechtsanwalt mit medienrechtlichem Schwerpunkt und einer der Mitgründer des führenden Branchenmagazins für Juristen Legal Tribune Online aus dem Hause Wolters Kluwer. Er war maßgeblich an der Übernahme von SmartLaw durch Wolters Kluwer beteiligt und ist für die strategische Weiterentwicklung des Geschäftsbereichs Business of Law, zu dem neben SmartLaw und LTO auch die Portale anwalt24.de und Rechtstipps.de gehören, bei Wolters Kluwer Deutschland verantwortlich.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Ingo Mahl für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

Check Also

Rent a Pastor

Rent a Pastor finde den passenden Redner für besondere Anlässe

Was im Januar 2013 klein anfing, ist zu einem riesigen Erfolg geworden. Das junge Startup-Unternehmen - das unter anderem Redner für Hochzeiten und Beerdigungen anbietet - konnte nicht nur seinen Umsatz jedes Jahr mehr als verdoppeln, auch ihre Rednerkartei wuchs innerhalb kürzester Zeit zu einen der größten in Deutschland heran. Das Besondere: alle Beteiligten sind Geistliche.