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Spottster sollte man sich merken

Mittwochnachmittag, 16 Uhr. In den wohnlichen Büroräumen von spottster ertönt stimmungsvolle Elektromusik. Die 25jährige Geschäftsführerin lässt sich von ihrem Mitgründer auf einem BobbyCar durchs Büro schieben. Eine Stofftierratte und ein rotes Hüpfpony schauen dabei zu. So sehen die Motivationspausen bei spottster aus!

Wie kam es dazu?
2012 verbrachte Freya Oehle, heute Gründerin von spottster, ihr Auslandssemester in Chicago. Während einer Vorlesung in Finanzwirtschaft stellte der Professor ein amerikanisches Start-up vor. Dieses bot shopping-wütigen Frauen die Möglichkeit, ihre Lieblingsoutfits auf einer Merkliste abzuspeichern und über Preisfälle benachrichtigt zu werden. An sich eine interessante Geschäftsidee, fand Freya. Die stümperhaft konzipierte Website des Unternehmens und die strikte Beschränkung auf den Modesektor konnten die Studentin allerdings nicht überzeugen. Gute Idee – schlechte Umsetzung, befand sie. Prompt rief sie ihren Schulfreund Tobias Kempkensteffen an, seines Zeichens leidenschaftlicher ITler, und fragte ihn, ob er das nicht besser könne. Als dieser die Frage ohne Zögern bejahte, war die Idee von spottster geboren.

Das Konzept von spottster

Spottster ist ein universaler digitaler Merkzettel mit Preisalarm, der in über 3.000 Partnershops funktioniert. Sieht man beim Online Shopping also ein Produkt, das man interessant findet, aber nicht sofort oder nicht zum aktuellen Preis kaufen möchte, kann man dieses mit nur einem Klick auf seinem spottster-Wunschzettel speichern. Spottster beobachtet das Produkt und gibt Bescheid, sobald es durch einen Gutschein oder einen Preisfall günstiger wird. So vergisst man seine Must-Haves nicht mehr und spart sich zudem die zeitaufwändige Suche nach Gutscheinen und den ständigen Preisvergleich. Mit spottster kann man also beim Online Shopping nicht nur einen Haufen Geld, sondern auch viel Zeit und Nerven sparen. Die Nutzung ist dabei für den Endkunden völlig kostenlos.

Für seine Partnershops dient spottster wiederum als ideale Werbefläche. Zum einen werden spottster-Nutzer über die Website auf aktuelle Gutscheine und Angebote der Partnershops aufmerksam gemacht. Zum anderen können Shops auf die Preiswünsche potentieller Kunden mit exklusiven targeted sales im spottster System reagieren. Die Vergütung erfolgt dabei über Kommissionen für jeden erfolgreich durch spottster vermittelten Sale.

Wer steckt dahinter?
Das junge Gründerteam von spottster überzeugt durch Vielseitigkeit – und Gegensätze. Freya und Tobi könnten auf den ersten Blick nämlich kaum unterschiedlicher sein. Freya hat mit 25 Jahren bereits ihren Master in Finanzwirtschaft in der Tasche, ist laut, lustig und beizeiten etwas verrückt, und bezeichnet sich selbst gern als „ausgemachten Tunichtgut“. Tobias ist 26, hat sich das Programmieren als Hobby selbst beigebracht, bewahrt auch in Krisensituationen (fast schon provokant) die Ruhe und teilt seine Sorgen am liebsten mit seinem Plüschsorgenfresser.
Die Aufgaben bei spottster sind klar verteilt: Während Freya mit ihrem finanzwirtschaftlichen Hintergrund für alles zuständig ist, was mit Zahlen zu tun hat und sich außerdem um Marketing, Vertrieb und HR kümmert, geht Tobi seinem liebsten Hobby nach: dem Programmieren. Das komplette System sowie die hübsche Optik der spottster-Website sind ihm zu verdanken. Ganz vorbildlich hat sich Tobi übrigens auch bei seinem zweiten Hobby etwas ausgesucht, das dem Unternehmen oft sehr dienlich ist: das Fotografieren. Seine kreative Seite darf er deswegen bei diversen Foto Shoots für Presse- und Facebook-Fotos ausleben.

Bereits im ersten Geschäftsjahr stellten sich die unterschiedlichen Interessen und Wesen der beiden Gründer als größte Stärke von spottster heraus. Wo es Tobi an Enthusiasmus fehlt, wenn es um optisch ansprechende Modekampagnen geht, hilft Freya mit ihrer ansteckenden guten Laune (und leicht kindlichen Anwandlungen, sobald ein Hüpfpony ins Spiel kommt) nach. Und wenn Freya sich mal wieder zu schnell zu große Sorgen wegen etwas macht, bringt Tobis stoische Gelassenheit wieder Ruhe ins Büro.

Aller Anfang ist schwer…
So überzeugt die beiden jungen Gründer von ihrer Idee waren, die Umsetzung stellte die beiden ohne Frage vor die bisher größte Herausforderung ihres Lebens. Dabei liest sich der Beginn von spottster durchaus harmonisch. In den ersten Wochen nach Freyas Masterabschluss saßen die beiden Schulfreunde – wie in alten Zeiten – daheim im beschaulichen Westfalen im elterlichen Wohnzimmer und verwirklichten ihre Idee. Tobi bastelte eine erste Website für ihr Unternehmen, dem sie nach langem Brainstorming den Namen spottster gaben, und Freya kümmerte sich um den Businessplan.
Nach monatelanger Arbeit, all dem bürokratischen Aufwand, den eine Gründung eben so mit sich bringt, und ersten Testläufen des Produkts auf lokalen Seniorenveranstaltungen war es schließlich soweit: die beiden waren bereit, spottster zu launchen. Da es auf dem Dorf jedoch nur begrenztes Personal gibt und außerdem die Dichte der großen Onlinehändler und der Pressestellen zu wünschen übrig lässt, zogen Freya und Tobi vorher noch schnell aus dem schönen Westfalen in die digitale Großstadt – nach Hamburg.

So glamourös wie dieser Standort-Wechsel vielleicht klingt, sah die Realität jedoch – zumindest zu Beginn – nicht aus. Zwar lag das erste Büro mitten in der Altstadt, also im Stadtzentrum Hamburgs, aber aufgrund ihrer begrenzten finanziellen Mittel mussten sich die beiden Jungunternehmer mit einem kleinen Büro im Kellergeschoss zufrieden geben. Das bedeutete fürs erste Geschäftsjahr: viel Arbeit und wenig Tageslicht. Doch wo es an Licht mangelte, wurde Teamgeist geschaffen und das Unternehmen um einen IT-Werkstudenten und zwei Praktikanten im Bereich Marketing und PR erweitert. So verflog nicht nur die Tristesse des Kellergeschosses, sondern spottster konnte rasant wachsen.

Das erste Geschäftsjahr: Ein voller Erfolg!
Bereits die ersten Monate zeigten: Freya und Tobi lagen mit ihrer Idee genau richtig. Statt der 100 Shops, die sie laut Businessplan im ersten Jahr als Partner gewinnen wollten, konnte spottster in den ersten 12 Monaten bereits rund 1.400 Online Shops an Land ziehen. Auch die Nutzerzahlen steigen stetig,und diverse Fernsehauftritte sowie zahlreiche Presseveröffentlichungen sorgen dafür, dass spottster als Marke immer bekannter wird.
Das Erfolgsrezept? Unermüdliches low-budget Marketing und eine famose Ein-Mann IT Abteilung. Neben den alltäglichen geschäftlichen Aufgaben werden nämlich auch die Werbekampagnen selbst entworfen und das Produkt quasi täglich technisch weiter entwickelt.

Damit die Räumlichkeiten dem Wachstum des erfolgreichen jungen Unternehmens nicht im Wege stehen, musste jedoch schon bald ein größeres Büro her. Im Oktober 2014 zog spottster deswegen um: aus der schönen Altstadt ins junge und alternative St.Pauli. Auf rund 70m² Büroraum ist hier genug Platz, um das Team zu vergrößern und die mittlerweile recht ansehnliche Reihe von Presseveröffentlichungen an die Wand zu hängen. Da freuen sich nicht nur die beiden, sondern auch Sir Lanzelot, das rote Hüpfpony, das eine der ersten (und essentiellen, wie Freya regelmäßig klarstellt) Anschaffungen von spottster war.

Spottster’s Geheimwaffe: Teamwork
Womit wir auch schon bei dem Punkt wären, der spottster – auch in der Start-up-Szene – zu etwas ganz Besonderem macht: die Arbeitsatmosphäre. Auf der einen Seite zeigen alle Angestellten enorm hohe Arbeitsbereitschaft und sind, wenn es sein muss, auch mal nachts oder am Wochenende zur Stelle – anders funktioniert es in einem Start-up auch kaum. Auf der anderen Seite ist das lockere und fröhliche Arbeitsumfeld das, was die meisten als maßgeblich zum Erfolg von spottster beitragenden Faktor sehen.

Man merkt einfach, dass die Gründer von spottster eben noch jung sind und keine Lust auf formellen Büroalltag haben. Deswegen lenkt man sich zwischendurch bei einer Runde Tischtennis von den vielen To Do Post Its auf dem Schreibtisch ab, tankt beim Mittagessen im Schanzenviertel wieder Motivation und sitzt abends auch mal gemütlich bei einem Bierchen zusammen – bevor es wieder an die Arbeit geht. Das Konzept geht auf: Jeder im spottster Team fühlt sich wohl und hat das Gefühl, abends ein echtes Ergebnis vorweisen zu können. Das motiviert und schafft Unternehmensloyalität. Einer von vielen Beweisen dafür: eine ansehnliche Sammlung von Postkarten ehemaliger Praktikanten am Motivations-Whiteboard.

Pläne für die Zukunft:
In den nächsten Jahren hat spottster noch einiges vor. Während die Nutzerzahlen natürlich weiter steigen sollen, steht vor allem die Erschließung weiterer europäischer Märkte auf dem Plan. In Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden kann spottster bereits einige Partnershops vorweisen. Doch in Zukunft sollen die Nutzer auch in weiteren Shops in möglichst vielen anderen europäischen Ländern ihre Lieblingsprodukte spotten können.

Trotz des hohen Drucks, der seit dem mutigen Schritt ins Unternehmertum auf Freya und Tobi lastet, sehen die beiden der Zukunft recht gelassen entgegen. Schließlich wussten beide von vorneherein worauf sie sich einlassen, haben sich ganz bewusst für ein Gründerleben mit haufenweise Arbeit, wenig Geld und noch weniger Freizeit entschieden. Beiden ist klar: Gründen ist wie Fallschirmspringen – nur dass man sich während des Fallens überlegt, ob man überhaupt einen Fallschirm hat. Und weil man das letztlich erst wissen kann, wenn man landet, bleibt nur eines: Weiter hart arbeiten, hoffen, dass es sich am Ende auszahlt – und in der Zwischenzeit: Den Flug genießen!

Weitere Informationen finden Sie hier

Quelle spottsters

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