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Swapi revolutioniert die Vernetzung von Nachbarn

Swapi vernetze dich mit deinen Nachbarn

Wie ist die Idee zu Swapi entstanden wann wurde die Firma gegründet und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Reza Monshizadeh: Swapi ist viel mehr das Ergebnis von einem Entwicklungsprozess. Von der Ursprungsidee bis zum nachbarschaftlichen Netzwerk haben wir sehr viele spannende Probleme im Alltag von Menschen entdeckt. Ein großes Problem war natürlich die Kommunikation zwischen Nachbarn. Da möchten wir mit Swapi ansetzen und helfen.
Niko Belger und ich kennen uns von der Universität. Wir haben gemeinsam an der FH Frankfurt Informatik studiert. Während des Studiums haben wir an einigen wissenschaftlichen Projekten sehr gut zusammen gearbeitet und uns dabei auch menschlich super verstanden. Ferner ist er mental ein halber Perser – zu seinem Vorteil, wie ich finde – und ich bin charakterlich mindestens 3/5 Deutscher – zu meinem Vorteil, wie ich finde – und diese Eigenschaften ergänzen sich wunderbar in der Goethestadt.
Bevor wir Swapi gegründet haben, konnten wir gemeinsam an verschiedenen Projekten als Freelancer arbeiten und so auch unsere jeweiligen Positionen und den Wirkungsgrad im Unternehmen genauer definieren. Die Eintragung der Swapi ins Handelsregister der Stadt Offenbach am Main erfolgte dann im Januar 2015.

Von der Idee bis zum Start was waren die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Niko Belger: Derzeit finanzieren wir Swapi zu 100 % aus privaten Mitteln. Das BMWI hat unseren Antrag auf INVEST-Zuschuss für Wagniskapital bewilligt, also werden wir in den nächsten Monaten nach dem Release intensiv auf der Suche nach potenziellen Investoren sein. Apropos Hürden, viel höher ist die Wahrscheinlichkeit, sich für die 100 m Hürden der Olympischen Spiele zu qualifizieren, als in Deutschland gescheite Voraussetzungen im Sinne von Förderungen von IT-Startups zu erfahren. Man fragt sich natürlich schon, ob es Sinn macht, in Deutschland zu bleiben. Reza und ich sind Hessen – wie man es unschwer an unseren Namen erkennt – und leben auch sehr gerne im Rhein-Main-Gebiet. Das wird jedoch zunehmend ein Problem. In Deutschland wird leider viel mehr gefordert als gefördert. Wir könnten ein ganzes Buch über die Hürden für Startups in der Bundesrepublik schreiben. Vielleicht machen wir das sogar später einmal.

Was ist der Kerngedanke von Swapi?
Reza Monshizadeh: Der Nachbar von nebenan! Für uns war es zunächst wichtig zu definieren, wer eigentlich der Nachbar ist, von dem wir hier sprechen. Sind es nur die Menschen, die in angrenzenden Wohnungen oder Gebäuden leben, oder sind es viel mehr Menschen, die mit uns gemeinsam die „Gemeinschaft des Ortes“ bilden? Ein soziologisches Problem also. Interessanterweise konnten wir feststellen, dass sich eine Vielzahl von Alltagsproblemen durch Hilfe und Rat von Nachbarn leichter, schneller und manchmal sogar günstiger für alle Beteiligten lösen lassen. In vielen Situationen profitieren sogar beide Seiten von der nachbarschaftlichen Zusammenarbeit. Eine Win-win-Situation!
Nun ist es nicht immer so, dass man alle Nachbarn persönlich kennt. Jetzt muss man erst überlegen, welche Nachbarn man um Hilfe oder Rat fragen möchte. Laufen Sie erst einmal durch Ihre Straße in der Stadt von Nachbar zu Nachbar und klopfen an die Tür mit einer Bitte oder Frage im Gepäck. Sie merken, worauf das hinausläuft. Auf der anderen Seite können Sie mit der Hilfe von Swapi eine Anfrage an die Gemeinde mit nur zwei Klicks senden. Sie erreichen in kürzester Zeit viele Nachbarn und warten nur noch auf eine Antwort. Das spart einiges an Zeit, Laufarbeit und Emotionen, die man anderweitig effektiver einsetzen kann.

Wer ist die Zielgruppe von Swapi? Wer kann von der App profitieren?
Niko Belger: Wir haben uns irgendwann mal gefragt, wie man leichter mit den Nachbarn kommunizieren kann, ohne aufdringlich zu wirken. Viele Menschen wollten Kontakt mit den Nachbarn haben, trauten sich aber nicht so richtig, diese anzusprechen. Auf der anderen Seite sind Nachbarschaften im Laufe der Zeit ziemlich dynamisch geworden. Den typischen Nachbarn, der schon seit Jahrzehnten nebenan wohnt, trifft man in Großstädten auch nicht mehr so oft. Alle schließen die Tür hinter sich und gehen online.
Zurzeit reduziert sich die Hilfe unter Nachbarn auf Entgegennahme von Paketen, das Verleihen von Kleinigkeiten und Gespräche im Hausflur. Dabei können Gemeinschaften viel mehr füreinander leisten, als man denkt. Ein nettes Beispiel ist der Rechtsanwalt von nebenan. Wir hatten mal das Bedürfnis der Klärung von zwei juristisch hochinteressanten Sätzen in einem Vertrag, den wir abschließen wollten. Der Satz war unserer Meinung nach ziemlich missverständlich formuliert und das mögen wir Informatiker gar nicht. Wir haben bei einigen Anwälten angefragt und im günstigsten Fall war die Rede von „Abrechnung nach Vergütungsvorschrift“ für ein paar Hundert Euro. Für zwei Sätze! Irgendwann begegneten wir dem netten Rechtsanwalt von nebenan im Aufzug und sprachen über Alltägliches und unser Problem mit den zwei Sätzen. Binnen 30 Sekunden erklärte er uns recht verständlich, wofür die zwei Sätze eigentlich gut sind. Schob dann auch gleich eine eigene Bitte nach: „Ihr zwei kennt euch doch mit Software aus. Ich hab ein Problem mit meinem E-Mail-Account. Ich bekomme es nicht auf meinem Tablet eingerichtet.“ 30 Sekunden später war auch das Problem gelöst. Nachbarschaftshilfe im wahrsten Sinne des Wortes. Win-win!
Wir wurden schon oft gefragt, ob nicht große Netzwerke, die bereits bestehen, die Aufgabe der Kommunikation zwischen Nachbarn und Nachbarschaften übernehmen können. Würden Sie Ihre Nachbarn auf Facebook auf die Freundesliste setzen? Xing? Twitter? Sie sehen, da gibt es noch eine große Lücke für nachbarschaftliche Belange. Swapi kann definitiv eine effektive Lösung für Nachbarschaften sein. Eine App für Nachbarn eben.

Wie können sich die Nachbarn untereinander verständigen?
Reza Monshizadeh: Indem Sie aufeinander zugehen. Swapi leistet dabei Hilfestellung. Swapi ist für lokale Belange ausgelegt. Sie registrieren sich und wählen Ihre Stadt, Ort oder Gemeinde. Sie erhalten dadurch Zugang zu allen Anfragen aus Ihrer Gegend + Radius X, den Sie später festlegen können. Maximal 25 km. Sie können Anfragen senden oder auf Anfragen antworten. Zusätzlich können Sie auf einem Radar sehen, wer sich in Ihrem Radius aufhält. Das Ganze funktioniert mittels GPS. Schalten Sie Ihr GPS aus, kann Sie niemand mehr auf dem Radar sehen. Aber auch Sie sehen niemanden mehr auf dem Radar. In Ihrem Profil können Sie mittels #Hashtags Ihre Aktivitäten, Kenntnisse oder Interessen mitteilen. Über das Benutzerprofil können Sie per Swapi Messenger direkt Kontakt mit den Nachbarn aufnehmen. Verifizierung mittels Ausweiskopie, Mitteilung der Privatadresse und Festnetznummer, wie es andere Nachbarschaftsportale verlangen, wird es bei Swapi nicht geben. Wenn Sie bei Ihrem Nachbarn anklopfen, entscheidet er nach Sympathie, ob er den Kontakt zu Ihnen wünscht. Er fragt Sie sicherlich nicht nach einer Ausweiskopie. Das Spannende an Swapi ist doch, dass auf eine Anfrage – je nach Populationsdichte – eine Vielzahl von Nachbarn gleichzeitig antworten können. Das stärkt die Gemeinschaft und steigert die Lebensqualität in Ihrer Gemeinde!

Swapi wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Reza Monshizadeh: Mit einer anständigen Finanzierungsrunde könnte man sicherlich einiges bewegen. Wir sind bescheiden. Wir würden uns über 1 Mio. Nutzer sehr freuen.

Zum Schluß welche Tipps würden Sie angehenden Gründer mit auf den Weg geben?
Reza Monshizadeh: Suchen Sie sich einen Mentor, der kein Blatt vor den Mund nimmt und seine Finger tief in die Wunde legt. Meinungen kosten in der Regel nichts und können sehr hilfreich sein, um sich weiterzuentwickeln. Ach … und bald die Swapi App downloaden! Sie kann ungemein hilfreich sein!
Niko Belger: Niemals aufgeben, auch wenn es gerade nicht optimal läuft! Es kommen auch wieder gute Zeiten!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Reza Monshizadeh und Niko Belger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

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