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SWOP Team lässt Gegenstände zu Geldspenden werden

SWOP-Team die Flohmarkt App

Wie ist die Idee zu SWOP-Team entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden
Christoph Kastenbauer/SWOP-Team : Unser Gründer Matthias hatte eine tolle Kommode, die er nicht wegwerfen wollte. Deshalb ab damit mit dem schweren Teil ins Auto und zu einer sozialen Organisation. Dann die traurige Erkenntnis: Die meisten sozialen Organisationen können mit Sachspenden nichts oder nur wenig anfangen, da Lagerkosten, sowie Reinigung- und Reparaturkosten den eigentlichen Wert der Sachspende meistens übersteigen. Das trifft auch auf gut erhaltene, hochwertige Gegenstände zu, wie eben Matthias Kommode. Da kam die Idee: Wieso nicht über den kleinen Umweg eines digitalen Flohmarktes aus Gegenständen Geldspenden machen und so soziale Organisationen mit effektiv einsetzbaren Geldspenden unterstützen. Ich hatte früher mit Matthias in einer WG gewohnt und wir trafen uns damals nach mehreren Jahren zufällig auf einer Party wieder. Er erzählte mir von der Idee und ich war sofort Feuer und Flamme. Unserem dritten, Tom, der mit Hoffi studiert hatte, ging es genauso. Das SWOP-Team war geboren.

Von der Idee bis zum Start was waren die größten Herausforderungen?
Christoph Kastenbauer/SWOP-Team : Grundsätzlich haben wir uns insgesamt alles leichter vorgestellt. Ich erinnere ich an den ersten Businessplan, nachdem wir schon Mitte 2014 schwarze Zahlen geschrieben und uns ordentlich Gehälter hätten auszahlen können. Das war dann doch nicht mal ansatzweise so. Du erkennst schnell: Für eine gute Idee bekommst du viel Schulterklopfen, aber eben auch nicht mehr. Um wirklich – und das gerade als soziales Produkt – in den Markt reinzukommen und dort zu überleben, musst du alles in die Waagschale werfen: Netzwerke pflegen, Flyer verteilen, kein Event auslassen, wo irgendwo mögliche Unterstützer herumlaufen könnten: Insgesamt ein stimmiges, skalierbares Produkt mit ansprechender Außenwirkung in allen Formen und bei jeder Gelegenheit in die Welt hinaustragen. Am Anfang stand natürlich viele juristischer Herausforderungen: Verein als gemeinnützig bestätigen lassen, GmbH gründen, insgesamt das Unternehmen als solches wasserdicht zu bekommen. Dann haben wir noch Leute unserem Team hinzugefügt, Designer, Softwareentwickler, Homepage-Programmierer. Alle drei waren so begeistert, dass sie gleich miteingestiegen sind, für uns als Startup natürlich auch aus finanzieller Sicht Gold wert.

Wer ist die Zielgruppe von SWOP-Team und wie funktioniert die App?
Christoph Kastenbauer/SWOP-Team : Wir richten uns vor allem an eine jüngere Zielgruppe, da diese über das digitale Prinzip und den Flohmarkt-Mehrwert motiviert werden, sich um einiges mehr sozial zu engagieren wie bisher. Besonders für soziale Organisation, die über uns Fundraising betreiben, ist diese Zielgruppe wichtig, weil bisher wenig erschlossen. Zu der APP: An sich ist der Unterschied zu bekannten digitalen Flohmarktformaten gar nicht so groß. Man kann bei sich zuhause Platz schaffen, nach tollen Fundstücken stöbern und sich mit der lokalen Flohmarkt-Community vernetzen. Das alles geht mit wenigen Klicks, integrierter Fotofunktion und Chat. Bei uns ist eben der Unterschied, dass man für Gegenstände nicht bezahlt, sondern über die APP eine frei wählbare Geldspende tätigt. Dies funktioniert ganz einfach über PayPal, SEPA Lastschrift oder Charity-SMS. So wird Gutes tun einfach und nicht nur von der Gewissensfrage motiviert. Zusätzlich profitieren die sozialen Organisationen. Über ihren eigenen SWOP-Team-Flohmarkt können die ihre Community motivieren, deren Gegenstände mit unserem Tool zu Geldspenden zu machen.

Momentan läuft auf Startnext ein Crowdfunding für die Finanzierung. Wie sind Sie auf Crowdfunding aufmerksam geworden und warum haben Sie Crowdfunding für die Finanzierung gewählt?
Christoph Kastenbauer/SWOP-Team : Zuerst ist Crowdfunding für uns eine groß angelegte Kampagne, um uns und unser Prinzip bekannter zu machen. Wir haben in den letzten Monaten konsequent ein Netzwerk zu hunderten von Bloggern, Pressekontakten, anderen Startups, Unternehmen und weiteren möglichen Multiplikatoren aufgebaut. Über Crowdfunding hat man einen konkreten Anlass Reichweite aufzubauen und das nutzen wir. Natürlich ist aber auch das Thema Finanzierung wichtig. Wir benötigen 15 000 Euro, um konkret unser Produkt zu optimieren, um so wirklich effizient unser Gegenstände-in-Geldspenden Prinzip anbieten zu können. Dieser Betrag eignet sich ideal für Crowdfunding, da man funden kann, ohne schon einen größeren Teil der Firma abgeben zu müssen.

Welche Vorteile sehen Sie für sich gegenüber anderen Finanzierungsmöglichkeiten?
Christoph Kastenbauer/SWOP-Team : Bei Bankkrediten sind die Zinsen hoch und die Kredite sind insgesamt nicht einfach zu bekommen. Investoren steigen meist erst bei größeren Beträgen und einem späteren Zeitpunkt ein. Insgesamt wollen wir nicht zu viel von unserem eigenen Unternehmen weggeben, da wir unsere Philosophie konsequent und treu unserer Vorstellungen weiterverfolgen wollen. Da ist das Reward-Crowdfunding, das wir verfolgen, genau das richtige. Unsere Unterstützer erhalten statt Firmenanteile originelle SWOP-Team Dankeschöns.

Was werden Sie nach erfolgreicher Finanzierung umsetzen?
Christoph Kastenbauer/SWOP-Team : In den kommenden Monaten werden wir unseren digitalen Flohmarkt soweit technisch weiterentwickeln, dass ihn alle sozialen Organisationen – wenn gewollt – in ganz Deutschland schnell, einfach und effektiv nutzen können. Auch eine Webversion unseres Flohmarktes werden wir bald auf den Weg bringen. So kann man unseren Flohmarkt in nächster Zukunft auch ganz entspannt über den eigenen PC oder Laptop benutzen. Insgesamt geht es darum ein perfektes Produkt dafür zu schaffen, in ganz Deutschland schnell und effektiv aus den Tonnen von ungenutzten Gegenständen Geldspenden zu machen.

Wie ist das bisherige Feedback der Crowd?
Christoph Kastenbauer/SWOP-Team : Wir haben eine große Reichweite und tausende von Klicks auf unsere Kampagnen-Seite, so betrachtet haben wir ein sehr gutes Feedback. Auch unsere Downloadzahlen und das Engagement auf unserem digitalen Flohmarkt haben sich deutlich erhöht. Schade ist, dass das Funding selbst eher schwer voran geht. Aber hier lassen wir uns nicht entmutigen. Wir haben in den nun anstehenden letzten Tagen der Kampagne noch einige Events, wo wir persönlich unsere Idee vorstellen. Das hat bisher auch am besten funktioniert. Die 15 000 Euro werden wir da schon noch erreichen. Über jede Form von Unterstützung sind wir trotzdem enorm dankbar: www.startnext.com/swopteam

SWOP Team wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Christoph Kastenbauer/SWOP-Team : Unsere Pläne sind durchaus ambitioniert. SWOP-Team ist nicht nur eine APP, es ist eine neue Art des Fundraising. Nur mit uns können soziale Organisationen ohne Logistik-, Lager- und Eventkosten Gegenstände zu Geldspenden machen. In den kommenden Monaten und Jahren wollen wir konsequent wachsen und unser Konzept nach ganz Europa bringen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Crowdfunding auf Startnext

Wir bedanken uns bei Christoph Kastenbauer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

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