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Der Anfang gehört dem Aufbau, das Ende dem Erfolg – wie Start-up-Unternehmen den Teamspirit wachsen lassen können

Fußballtrainer Pep Guardiola sagt: „Nicht wir Trainer schießen die Tore“ und meint damit: Der Erfolg seiner Mannschaft ist ein Produkt guter Zusammenarbeit – auf Team- wie auf Führungsebene. Die Wertschätzung der Leistung von Mitarbeitern ist ein wesentliches Element erfolgreicher Führung. Der siebenfache Weltmeister Michael Schumacher drückte es so aus: „Die Blumen der Sieger gehören in viele Vasen.“ Ohne das funktionierende Räderwerk eines Teams, wo jedes Zahnrädchen ins andere greift und nur so Vorwärtsbewegung entsteht, könnte kein Teamleader dieser Welt punkten – ob auf der Rennstrecke, auf dem Rasen oder auf dem Parkett.

Das Schmiermittel für den reibungslosen Ablauf dieses Zusammenwirkens ist Teamspirit.Doch Mannschaftsgeist entsteht nicht auf Knopfdruck. Auch wenn in Start-up-Unternehmen die gemeinsame Aufbauarbeit zusammenschweißen mag, ist das Teamgefüge besonders dann fragil, wenn das Unternehmen schnell wächst. Denn es bleibt kaum Zeit, stabile Strukturen zu schaffen, Neuzugänge umsichtig zu integrieren, Vertrauen aufzubauen. Dann kommt es umso mehr auf eine klare, stärkenorientierte Führung an, die neben fachlicher Qualifikation und strategischer Kompetenz eben auch die Klaviatur der vielbeschworenen soft skills beherrscht. Identifikation mit dem Unternehmen und seinen Zielen lebt von …

… Wertschätzung, Anerkennung und Lob

Wertschätzung ist ein wichtiger Faktor in Sachen Mitarbeitermotivation und –bindung. Anerkennung und Lob bedienen das menschliche Bedürfnis der sozialen Akzeptanz. Sie bauen den Selbstwert auf, sorgen für positive Energie und Antrieb. Unser Zugehörigkeitsgefühl steigt, unser Selbstvertrauen wird gestärkt, es verleiht uns Selbstsicherheit. Dabei verbessert sich nicht nur die Motivation für weitere Leistungen, sondern auch das Verhältnis zu demjenigen, der uns die Anerkennung entgegengebracht hat.

• Sprechen Sie Ihre Anerkennung für gute Leistungen aus – nicht als Pauschallob in großer Runde, sondern im direkten Austausch mit dem betreffenden Mitarbeiter.
• Bei der Wertschätzung geht es ums menschliche Miteinander, also darum, einen Mitarbeiter als Menschen zu schätzen und ihn das spüren zu lassen.
• Ein Lob darf auch durchaus allgemeiner formuliert sein („Das hast du gut gemacht!“) und muss nicht immer genau begründet werden. Es darf nur nicht inflationär verteilt werden, dann verliert es rasch an Bedeutung und verfehlt seine Wirkung.

… einem starken Wir-Gefühl

Gemeinsame Erlebnisse und gezielte Übungen helfen, das Zusammengehörigkeitsgefühl und gegenseitiges Verständnis zu fördern. Je nachdem, wo es gerade hakt, kann auch die Zusammenarbeit mit einem Coach für hilfreiche Impulse sorgen, z.B. um die Kommunikation zu fördern, Schwächen aufzudecken, Lösungen zu finden und sich selbst zu organisieren. Der emotionale Moment – ob bei angeleiteten Übungen oder beim gemeinsamen Hochseilgartenbesuch – ist dabei nicht zu unterschätzen. Erfahrungen, die unsere Emotionen ansprechen, speichern wir besonders gut ab. Das gemeinsame Erlebnis wirkt nachhaltig und verändert im Idealfall die Zusammenarbeit positiv.

… der Belohnung

Start-up-Unternehmer können ihren Mitarbeitern anfangs häufig keine gut dotierten Jobs bieten. Deshalb wirkt hier die extrinsische Motivation in Form von Bonuszahlungen oder Incentives durchaus noch positiv auf Mitarbeiter. Auch gemeinsame, großzügig gestaltete Feste oder Betriebsausflüge als Anerkennung der erbrachten Leistung sind hilfreich, um beim Team das Gefühl zu erzeugen: Hier bist du richtig, hier kannst du bleiben und gemeinsam Großes erreichen.

… einer guten Umgebung

Die Digitalisierung sorgt für ein verändertes Arbeiten. Teams arbeiten von unterschiedlichsten Standorten aus, feste Arbeitsplätze nehmen ab, Co-Working-Spaces und Crowdsourcing hingegen zu. Auch das Arbeiten im Großraumbüro zählt dazu. Umso wichtiger ist es dann, dass die Arbeitsumgebung einladend gestaltet ist und sich jeder, egal, wo er sitzt, wohl fühlt. Wenn das Start-up im Loft sitzt, sollte die Einrichtung zumindest Rückzugsorte vorhalten und mit Elementen wie Pflanzen und Regalen kleinere Raumeinheiten schaffen. Niemand arbeitet gern in dem Gefühl, in einem riesigen Raum zu sitzen. Das erzeugt ein Gefühl der Verlorenheit, nicht der Verbundenheit. Ich empfehle, auch eine große Wand mit Naturmotiven, über die das Team mitbestimmen darf, zu gestalten. Schwedische Forscher haben herausgefunden, dass sich der Blick in die Natur, auch wenn sie nur auf einem Poster oder einer Tapete zu sehen ist, regulierend auf unseren Gemütszustand auswirkt.

… von der gemeinsamen guten Sache

Charity-Aktionen fördern nicht nur die positive Außenwirkung eines Unternehmens, sondern wirken auch sinnstiftend nach innen. Gerade die vielbeschworenen Generationen Y und Z schätzen das Gefühl, mit ihrem Tun nicht nur den Gewinn des Unternehmens zu mehren, sondern auch noch Gutes damit zu bewirken. Zudem stärken solche Aktionen wie z.B. ein Spendenlauf das Gemeinschaftsgefühl, auch abteilungs- und bereichsübergreifend.

… vom Wissen um Licht und Schatten

Woran es den Mitarbeitern mangelt und was besonders geschätzt wird, erfährt die Führungsebene nicht immer einfach so. Neben dem regelmäßigen Austausch, auch über verschiedene Ebenen hinweg, ist eine Mitarbeiterbefragung hilfreich, um Schwachstellen aufzudecken und Förderbedarf zu erkennen. Diese kann gerne anonym sein, das erleichtert manchem Mitarbeiter die Offenheit. Wichtig bei einer solchen Befragung ist, dass die Ergebnisse, auch wenn sie schlecht ausfallen, auf jeden Fall bekannt gemacht werden, sonst büßt die Unternehmensleitung Glaubwürdigkeit ein.

Tipp:

Bieten Sie mit der Veröffentlichung mindestens drei Dinge an, die Sie aufgrund der Ergebnisse ändern wollen und setzen Sie diese Änderungen für alle sichtbar zügig um. Andernfalls riskieren Sie, dass sich bei der nächsten Umfrage niemand mehr beteiligt, weil das Gefühl entstanden ist, dass mit den Ergebnissen nichts gemacht wird und sie in der Schublade verschwinden.

Als eine Mitarbeiterbefragung beim Ferienanbieter Upstalsboom zeigte, dass sich die Belegschaft einen neuen Chef wünscht, war das für CEO Bodo Janssen eine Zäsur. Er nahm die Ergebnisse zum Anlass, erst an sich und dann an den Unternehmenswerten zu arbeiten. Heute ist der „Upstalsboom Weg“ ein Synonym für eine positiv veränderte Unternehmenskultur, ausgelöst von den Mitarbeitern, umgesetzt von der Führung, gelebt von allen.

… vom guten Vorbild

Der Fisch stinkt vom Kopf, weiß man nicht nur in Norddeutschland. Alles, was die Unternehmensführung von ihren Mitarbeitern einfordert, sollte sie selbst auch vorleben. Seien es gute Umgangsformen, Commitment, Pünktlichkeit, gepflegtes Auftreten, Begeisterung oder Freude an der Arbeit – wer es vorlebt, erzeugt ein Echo. Freundlichkeit im Umgang, Respekt füreinander, ein offenes Ohr und eine offene Tür helfen, ein gutes Betriebsklima zu erzeugen, in dem sich jeder wohlfühlt und gerne Teil des Ganzen ist.

… von inspirierenden Persönlichkeiten

Eine charismatische Persönlichkeit als Führungskraft hilft, um Sogkraft zu entwickeln. Menschen suchen oft die Nähe von charismatischen Persönlichkeiten. Der berühmte Funke, der beim Team im Idealfall zum Flächenbrand führt, kann nur von einem Feuer stammen. Wer Begeisterung und Identifikation schaffen will, muss als Leader selbst mit Leidenschaft dabei sein. Wie wollen Sie sonst Ihre Mannschaft inspirieren und mitreißen? Viele Führungskräfte unterschätzen, wie stark ihre eigene Haltung die Performance ihrer Mitarbeiter beeinflusst. Die mentale und emotionale Stärke eines Teams speist sich u.a. aus der Freude an der Tätigkeit, an gemeinsamen Erfolgen, an dem Spaß miteinander – und aus der Art und Weise, wie Führungskräfte mit dem Team umgehen.

… von der Balance zwischen Leben und Leistung

Virgin-Gründer Richard Branson hat in Teilen seines Unternehmens feste Arbeitszeiten und Urlaubsanspruch abgeschafft. New Work steht u.a. für Flexibilität. Je flexibler Unternehmen auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter reagieren können, umso attraktiver sind sie für Bewerber. Im US-amerikanischen Silicon Valley legen Arbeitgeber großen Wert darauf, dass ihre Mitarbeiter glücklich sind. Entsprechend ist die Unternehmenskultur darauf ausgerichtet, das Arbeitsleben angenehm zu gestalten. Das Ziel: die besten Leute für sich gewinnen und halten. Bei Facebook sind z.B. auf dem Firmengelände vom Friseur über den Supermarkt bis zur Reinigung und Fahrradwerkstatt verschiedenste Dienstleister ansässig, um Mitarbeitern den Alltag zu erleichtern. Das Unternehmen verzichtet auf Zeiterfassung, jeder arbeitet nach Projekten und Arbeitsaufwand. In Zukunft werden auch hierzulande die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit stärker verschwimmen.

Start-ups haben die Chance, das Arbeitsleben von Anfang an neu zu gestalten – und dem Teamspirit entsprechende Anreize zu bieten. Was sie dafür brauchen, ist vor allem Offenheit und die Bereitschaft zur Weiterentwicklung. Dann wird Erfolg zur Konsequenz.

Copyright © 2018 – Heimsoeth Academy / Antje Heimsoeth

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About Antje Heimsoeth

Antje Heimsoeth ist eine der bekanntesten Mental Coaches im deutschsprachigen Raum. Die Gründerin und Geschäftsführerin der Heimsoeth Academy, Institut für Business- und Sport-Coaching, trainiert Top-Führungskräfte von internationalen Konzernen und traditionsreichen Mittelständlern. Klienten aus dem Sportbereich, Olympiasieger und Weltmeister, Profi-Teams und Bundestrainer, machen sie zu einer begehrten Keynote-Rednerin. Das Know-how der Expertin zu den Themen mentale und emotionale Stärke, Motivation und Selbstführung beruht auf der Praxis, die durch wissenschaftliche Impulse untermauert wird. Ausgezeichnet als „Vortragsrednerin des Jahres 2014“ und „renommierteste Motivationstrainerin Deutschlands“ (FOCUS) ist Antje Heimsoeth ein gern gesehener Gast bei Fernseh- und Radiosendern. Von der vielfachen Buchautorin neu erschienen: „Frauenpower. Mentale Stärke für Frauen“. Weitere Infos unter www.antje-heimsoeth.com, www.heimsoeth-academy.com.

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