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XPLingo Play your Language

Ingo Ehrle ist Gründer bei XPLingo, einem Start-Up für Sprachabenteuer auf Tablets und Computern

Wie ist die Idee zu XPLingo entstanden?
Ingo Ehrle / XPLingo: Nach meinem Studium hat es mich beruflich für längere Zeit nach Barcelona verschlagen. Dort wurde mir bewusst, wie wichtig persönliche Erlebnisse für die Motivation beim Sprachenlernen sind. Als ich zurück nach München kam, lernte ich José kennen, ein erfahrener Game-Designer und mein heutiger Co-Founder. Lustigerweise kannten wir uns indirekt über einen gemeinsamen Freund aus Barcelona. Wir unterhielten uns intensiv über das Lernen von Fremdsprachen. Dabei stellten wir fest, dass viele Menschen heute Sprachen aus Leidenschaft lernen. Du reist in ein anderes Land und verliebst Dich ein bisschen: In das Wetter, in das Essen, in die Menschen oder vielleicht sogar in eine Person. Wieder zu Hause entschließt man sich dann für einen Sprachkurs, entweder online oder an einer Schule. Viele Menschen merken aber schnell, dass sie dort eigentlich gar nicht das bekommen, was sie ursprünglich gesucht haben. Wenn jemand eine Sprache aus Leidenschaft lernt, dann will er eine persönliche Erfahrung, ein Abenteuer erleben, und nicht Vokabeln und Grammatik pauken. Schnell wurde uns klar, welche Möglichkeiten in einer virtuellen Abenteuergeschichte zum Sprachenlernen stecken. Mit XPLingo erlebt man Momente, wie man sie sonst nur vor Ort erfahren könnte. Unser Name versucht dabei, das zu verdeutlichen: XP und Lingo, „Experience“ und „Language“.

Sie sind momentan noch in der Betaphase wann werden Sie starten?
Ingo Ehrle / XPLingo: Derzeit entwickeln wir die spanische Serie. Das erste Kapitel ist bereits fertig gestellt und wird derzeit von Interessenten getestet. Hier nochmals der Aufruf an alle, die sich für das Thema interessieren: An der Betaphase kann jeder teilnehmen, die Anmeldung erfolgt über unsere Web-Page www.xplingo.com/anmelden – die endgültige Freigabe am Markt ist für Anfang April angepeilt.

Welches waren bis jetzt die größten Herausforderungen?
Ingo Ehrle / XPLingo: Wie so häufig bei Start-Ups ging es auch bei uns um die Frage der Finanzierung. Unser Produkt eignet sich in der Startphase nur bedingt zur Eigenfinanzierung, also zum Bootstrapping. Gleichzeitig ist es schwierig, Investoren zu finden, bevor man als Unternehmen aktiv am Markt ist. Wir haben uns deshalb dazu entschlossen, unser erstes Produkt relativ schlank zu halten, nur eine Sprache anzubieten und das Angebot vorerst nur im App Store zu platzieren. Später werden wir natürlich auch andere Plattformen unterstützen.

Wer ist die Zielgruppe von XPLingo?
Ingo Ehrle / XPLingo: Prinzipiell glauben wir, dass unser Angebot viele Zielgruppen anspricht. Schulkinder, Jugendliche, junge Berufstätige bis hin zu Senioren sind an Geschichten und persönlichen Erfahrungen interessiert. Unsere erstes Produkt „Las Tres Puertas“ (Die Drei Türen) richtet sich aufgrund der zugrunde liegenden Geschichte an die Zielgruppe 18-35 Jahre: In Barcelona fällt dem Nutzer dabei eine mysteriöse Spieluhr mit drei versiegelten Türen in die Hände, die ihn auf den Jakobsweg bis nach Santiago de Compostela führt. Man steuert abwechselnd die beiden Hauptdarsteller des Abenteuers, Ana und Peter. Was man anfangs nicht weiß: Sowohl Ana als auch Peter verbergen eine außergewöhnliche Vergangenheit, welche die Gegenwart entscheidend beeinflusst. Schritt für Schritt kommt man dem Geheimnis um „Las Tres Puertas“ auf die Spur und lernt nebenbei noch Spanisch.

Wie funktioniert XPLingo? Was unterscheidet XPLingo von einem Sprachkurs?
Ingo Ehrle / XPLingo: In XPLingo wird der Nutzer selbst zum Hauptdarsteller einer spannenden Abenteuergeschichte im Zielland. Diese ist in verschiedene Kapitel eingeteilt, ein Kapitel beschäftigt den Nutzer durchschnittlich 90-180 Minuten. In verschiedenen Szenen und Orten interagiert der Nutzer mit Objekten, sieht sich Gegenstände an, nimmt diese auf oder führt Dialoge. Der Avatar kommentiert jeweils in der Zielsprache mit Text und Audio. Sämtliche Wörter der Fremdsprache sind mit einer Datenbank verknüpft und werden auf Wunsch übersetzt. Den Wörtern sind darüber hinaus Sprachthemen zugewiesen: Interessiert man sich für die Übersetzung eines Verbs, so kann man auch dessen Verwendung und Bildung üben. Gamification rundet das Konzept ab. Beim Üben der Sprache, z.B. in Dialogen, erhält der Nutzer „Stars“, die er an anderen Stellen gegen Premium-Funktionen eintauschen kann.

Welche Sprachen kann man auf XPLingo lernen?
Ingo Ehrle / XPLingo: Als Start-Up mussten wir klein anfangen und haben uns deshalb im ersten Schritt auf die Lernsprache Spanisch konzentriert. Ausgangssprache ist Deutsch und Englisch. Als weitere Sprachen sind Englisch, Italienisch, Französisch, Portugiesisch und Deutsch geplant.

Wieviel kostet es?
Ingo Ehrle / XPLingo: Beim Preismodell haben wir uns gegen Werbung entschlossen, da diese nur vom Lernen ablenkt. In unserem „Try and Buy“-Modell kann der Nutzer das erste Kapitel kostenlos ausprobieren. Weitere Kapitel werden für einen Preis zwischen 4,99€ und 6,99€ hinzugekauft. In der Zukunft planen wir auch einen Paket-Preis für eine komplette Geschichte, die ungefähr 5-8 Kapitel enthält.

XPLingo wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Ingo Ehrle / XPLingo: In fünf Jahren werden wir zurückblicken auf einen erfolgreichen Launch des Erstprodukts für Spanisch „Las Tres Puertas“. Eine Crowdfunding-Kampagne hat uns das nötige Geld für die Entwicklung weiterer Sprachen eingespielt. Gemeinsam mit Usern haben wir unser Angebot auf insgesamt sechs Sprachen ausgeweitet, die auf verschiedenen Plattformen gelernt werden können.

Zum Schluß haben Sie noch Tipps für angehende Gründer?
Ingo Ehrle / XPLingo: Ich kann nur unterstreichen, was ich selbst schon so oft gehört habe: Glaubt an Euch, bleibt hartnäckig, nährt Euch von Eurer Leidenschaft und macht Euch bewusst, dass Ihr durch Eure Entscheidung für das Gründen Euer Leben weitaus intensiver lebt als viele andere Menschen.

Ingo Ehrle ist Gründer bei XPLingo, einem Start-Up für Sprachabenteuer auf Tablets und Computern. In diesen wird der Nutzer selbst zum Hauptdarsteller in einer interaktiven Geschichte, welche in dem Land spielt, dessen Sprache man lernen möchte. Durch das Interagieren in der virtuellen Welt, das Aufnehmen und Verwenden von Objekten und in Dialogen mit anderen Charakteren lernt man eine Fremdsprache. Gleichzeitig deckt man eine spannende Abenteuergeschichte im Land auf.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Ingo Ehrle für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

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