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Donnerstag, Februar 9, 2023

Digitalisierungsmuffel Deutschland: Warum aktuelle Krisen Unternehmen zurückhalten

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Der UNITEDNETWORKER akribisch recherchierte Informationen über Gründer und Startups. Neben Porträts junger Unternehmer und erfolgreicher Startups und deren Erfahrungen liegt der Fokus auf KnowHow von A bis Z sowohl für Gründer, Startups und Interessierte. Wir begleiten, Startups von der Gründungsphase bis zum erfolgreichen Exit.

Deutschland ist bekannt für seine hinkende Digitalisierung

Obwohl die Corona-Pandemie deutsche Unternehmen in den letzten Jahren dazu gezwungen hat sich digital weiterzuentwickeln, gibt es künftig eine Reihe von Hürden, die es zu nehmen gilt. Steigende Energiekosten, Inflation, Lieferkettenprobleme und nicht zuletzt der Fachkräftemangel lassen deutsche Unternehmen erneut zögern, die digitale Transformation weiterzuführen oder überhaupt zu starten.

Denn neben dem Budget- und Zeitfaktor sowie teilweise falscher Priorisierung, ist der zaghafte Wille zur Veränderung, die größte Hemmschwelle für betriebliche Modernisierungen. Der Trend geht dank der voranschreitenden Globalisierung allerdings in die richtige Richtung, wenn auch langsamer als erwartet. 

Der Ukraine-Krieg und die daraus entstandene Krise mit Rekord-Inflation, Lieferkettenproblemen und der anhaltende Personalmangel – die Zeiten sind unsicher – das spürt auch die Digitalisierungsbranche. 2023 will jedes dritte Unternehmen laut einer bitkom Studie die Investitionen in diesem Bereich zurückfahren. Die Betriebe haben Angst vor Veränderungen und die falsche Entscheidung zu treffen – vor allem in unsicheren Zeiten, wie die aktuellen Krisen zeigen.

Dabei sei es gerade jetzt notwendig sein Unternehmen flexibel, agil und resilient aufzustellen, um auf die etwaigen Marktirritationen reagieren zu können. Ebenfalls als hinderlich erweist sich die Tatsache, dass der Mehrwert der Veränderung von den Entscheidern nicht rechtzeitig gesehen wird, beziehungsweise nicht von Anfang an erkennbar ist. Viele verlassen sich oft ausschließlich auf Kennzahlen, ohne mit einzelnen Bereichsleitern im Unternehmen zu sprechen oder sie ziehen gänzlich die falschen Daten heran. 

Mut zur Veränderung

Wie Gewinne durch Digitalisierung in Zahlen gemessen werden können, ist die eine Sache, wie man dorthin kommt die andere. Deutsche Unternehmen halten noch zu oft an bestehenden Strukturen fest. Mitarbeitende, die wirklich etwas verändern wollen, finden oft kein Gehör und kämpfen gegen die sprichwörtlichen Windmühlen. Das liegt vor allem am fehlenden Willen zur Veränderung und der mangelnden Motivation durch Entscheidungsträger und Führungskräfte. Falsche Priorisierungen haben zur Folge, dass zu wenig Zeit und Budget investiert werden.

Der Ressourcen- bzw. Fachkräftemangel, der beinahe alle Branchen in Deutschland betrifft, tut seines noch dazu. Obwohl die meisten Unternehmer eine digitale Geschäftsstrategie durchaus als essenziell für künftigen unternehmerischen Erfolg sehen, zögern sie den Schritt zu wagen. Das Problem sei die zaghafte Herangehensweise , die sich besonders jetzt, wo es am Markt etwas rumort, wieder zeigt. Change-Management spielt in Digitalisierungsprojekten eine Schlüsselrolle. Es setzt voraus, dass Projektverantwortliche und Entscheider jegliche Änderung mittragen, vorleben aber allen voran das gesamte Unternehmen dazu motivieren, ein wichtiger Teil des Projekterfolges zu werden.

Komplexität und Kosten als Digitalisierungsbremse

Ein Problem, das viele deutsche Mittelständler betrifft, ist die scheinbare Komplexität des Themas. Denn die Angebote am Markt sind vielfältig und der Laie sieht meist den Wald vor lauter Bäumen nicht. Viele Kunden fragen sich oft, welches Werkzeug die individuellen Anforderungen am besten abdeckt oder welche Alternativen es gibt. Bei Digitalisierungs-Software für Unternehmen, gäbe es eine Vielzahl an Anbietern und Lösungen aber ein Vergleich, wie bei Alltagsgeräten ist hier nicht so einfach. Wie also kann ein Unternehmen sicherstellen, die richtige Software und das richtige Werkzeug für sich und seine Organisation zu finden?

Der Kunde von heute verlässt sich nicht mehr ausschließlich auf Verkaufsfolien von Anbietern. Man will heute live sehen oder erleben, was mit neuen potenziellen Instrumenten zu erwarten ist und wie diese auf die eigene Organisation maßgeschneidert werden könnte. Dabei werden auch die Mitarbeitenden, also die Endnutzenden, miteinbezogen. Dies erhöht den Ressourcenaufwand auf beiden Seiten lange bevor ein Projekt überhaupt starten konnte. Der Einsatz macht sich jedoch bezahlt – man lernt das Unternehmen, die Schlüsselpersonen, die Prozesse und Abhängigkeiten frühzeitig kennen und kann anders auf individuelle Anforderungen eingehen. Das reduziert während des Digitalisierungsprojektes unvorhersehbare und nicht kalkulierte Mehraufwände.

Wie Führungskräfte richtig handeln

Trotz all den Zweifeln und Unsicherheiten ist jedoch jetzt der richtige Zeitpunkt die eigene Digitalisierungsstrategie in Angriff zu nehmen. Denn Unternehmer die mutig sind, bestehende Strukturen aufzubrechen und Pionierarbeit zu leisten, werden einen klaren Wettbewerbsvorteil haben. Dabei ist es wichtig, dass sich Führungskräfte mit der Materie aktiv auseinandersetzen, die technologischen Möglichkeiten kennen und vor allem die Anforderungen des eigenen Unternehmens und die Zusammenhänge verstehen.

Hier macht es für die meisten Unternehmen Sinn, sich Unterstützung zu holen, denn ausschließlich nach KPIs zu gehen aber die Mitarbeitenden, die mit den digitalen Werkzeugen am Ende arbeiten sollen, nicht zu berücksichtigen, führt in der Regel direkt zu Inakzeptanz innerhalb der Organisation. Mitarbeitende sollen durch Digitalisierung entlastet werden und deren Vorteile klar erkennen und nicht im Gegenteil belastet oder verängstigt werden. 

Autor

Die 1982 geborene Österreicherin Maria Truong studierte Betriebswirtschaft und Informationsmanagement an der FH Salzburg und startete ihre SAP-Karriere als Inhouse-Logistik Beraterin in Salzburg. Sie übernahm 2018 die Standortleitung der CNT Management Consulting in Mainz.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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