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Donnerstag, Oktober 21, 2021

Diversity und Gender-Themen sind zu viel Show geworden“

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Ana-Christina Grohnert: Auf neuem Niveau – warum Diversity mehr humanistisches Denken braucht

Viele Manager:innen sind erschöpft von der Quotendiskussion und gähnen nur noch, wenn sie Diversity hören, sagt Ana-Cristina Grohnert. Die Vorstandsvorsitzende der Charta der Vielfalt muss Verantwortlichen in Unternehmen immer wieder aufzeigen, was Vielfalt wirtschaftlich bringt. In ihrem Buch „Das verborgene Kapital“ plädiert sie dafür, stärker über den eigenen Tellerrand hinauszudenken. Am Donnerstag, 16. September 2021, kommt sie zum Authors-Meetup der Messe herCAREER in München.

„Diversity und Gender-Themen sind zu viel Show geworden“

Frauenquote für große Unternehmen, Aufklärungsarbeit von Allbright Stiftung und Fidar, der Wunsch, bei Vielfalt nicht mehr Schlusslicht zu sein – zuletzt hat sich in Sachen Gender-Diversity einiges bewegt. „Das alles hilft uns aber nicht weiter, wenn die Überzeugung fehlt und man nur überlegt, wo man fürs Image noch eine Frau hinsetzen könnte“, meint die ehemalige Allianz-Personalvorständin Ana-Cristina Grohnert.

In letzter Zeit beobachte sie mit Sorge, wie überhitzt die Diversity-Debatte sei. „Diversity und Gender-Themen sind zu viel Show und Medien-Spektakel und zu häufig instrumentalisiert worden“, so Grohnert. Das mache anfällig für Scheinmaßnahmen. Viele Top-Manager hätten im Prinzip nichts gegen Diversity, wollten aber nicht ständig auf dem Silbertablett serviert bekommen, dass sie bisher alles falsch gemacht haben. In Zukunft sollte nach Ansicht der Autorin aus dem Nichts-dagegen-haben ein wirksames Etwas-dafür-tun werden.

Dafür hält die Vorstandsvorsitzende der Charta der Vielfalt vor allem vier Elemente für entscheidend:

Neue Ziele, Fortschrittsmessung, kultureller Wandel und Leadership-Trainings. Um das zu trainieren, reiche nicht einfach ein Unconscious-Bias-Training. Es brauche neu durchdachte Leadership-Programme, Austauschformate und Storytelling, das von guten Beispielen erzählt. Nur so könne es gelingen, dass Führungskräfte im Alltag Barrieren für Mitarbeitende erkennen und abbauen. „Wertschöpfung beginnt dann, wenn jedes Teammitglied sein oder ihr bestes Potential zeigen kann.“

Als Hindernisse für Diversity macht die Managerin Karrieresysteme aus, die noch immer Menschen mit Beförderung belohnen, obwohl sie nicht die besten für eine Aufgabe sind. Klassische Leistungsmessung, die Bewertung von Beschäftigten nach bestimmen Vorgaben – all das verhindere Inklusion und zerstörte Teamarbeit. „Heute sind die Systeme in Organisationen oft nicht von den Menschen aus gedacht, sondern von starren Leistungsvorgaben und KPIs.“ Deshalb fordert Ana-Cristina Grohnert neue Ziel- und Vergütungssysteme, aber auch eine andere Form der Führung.

Häufig sehen Führungskräfte laut der Charta-Vorstandsvorsitzenden nur die Hürden und Unwägbarkeiten, den Mehraufwand für die Absprachen und den Kontrollverlust, den sie durch mehr Flexibilität erlebten. „Die Widerstände im System muss man kennen, um ihnen begegnen zu können“ – und zwar mit einer transparenten Diskussion.

In ihrem Buch „Das verborgene Kapital“ schildert Ana-Cristina Grohnert unter anderem, wie sie selbst solche Situationen gemeistert hat. Die Autorin betont die wirtschaftlichen Vorteile von Vielfalt – die Korrelation sei deutlich, dass Diversity Unternehmen erfolgreicher mache. Aber noch wichtiger sei es, weiterzudenken und auf ein neues Niveau zu kommen: indem Unternehmen aus humanistischen Gründen an Teilhabe glauben. „Wir wissen, dass Ausgrenzung das Schlimmste ist für einen Menschen, schlimmer als körperliches Leid. Deshalb sollten wir sagen: Wir lieben Menschen und sind daran interessiert, dass sie ihr Potenzial entfalten können.“

Ana-Cristina Grohnert live erleben: Am Donnerstag, 16. September 2021, von 10 bis 10.40 Uhr spricht sie im Authors-MeetUp der Messe herCAREER über ihr Buch „Das verborgene Kapital. Wie wir Wertschöpfung neu erfinden müssen“.

Quelle messe.rocks GmbH 

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