Dienstag , Oktober 20 2020
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Felix Meinhardt: Jeder fängt mal klein an

Felix Meinhardt ist mehrfach ausgezeichneter Regisseur, Kameramann, Speaker, Coach und Autor. Zu seinen Arbeitsergebnissen gehören u.a. die sechsteilige „Deutschland-Saga“ von Terra X (ZDF), die Dokumentation „First Man – auf der Spur des ersten Menschen“ oder maßgeschneiderte Projekte mit Kunden wie Allianz, Bertelsmann, Bosch und dm.

Herr Meinhardt, heute sind Sie ein deutschlandweit bekannter Filmproduzent und können auf etliche Erfolge verweisen. Wann sind Sie Ihre ersten Schritte in der Branche gegangen? 

Den Slogan „Jeder fängt mal klein an“ kann ich rückblickend für meinen Werdegang nur bestätigen. Tatsächlich entstand mein erstes Filmprojekt noch während der Schulzeit. In meinem ehemaligen Französischkurs hatten wir in der Zeit einen guten Draht zu einer französischen Partnerschule. Meine Idee: warum nicht über die Stadt der Partnerschule einen kleinen Film drehen? Damit fing sozusagen alles an. Darauf aufbauend hatte sich alles weitere entwickelt.

Nach Ende der Paukerei ergriff ich Chancen zur Professionalisierung: zunächst als Werbefotograf mit kleineren Aufträgen während des Filmstudiums und interessanten Praktika in Süddeutschland. Schon damals dachte ich mir regelmäßig: In dieser Branche fühle ich mich zuhause, hier möchte ich meinen Lebensunterhalt bestreiten. Festbeißen konnte ich mich als Filmemacher und Sichtbarkeitsexperte in drei wichtigen Jahren, die meiner persönlichen Laufbahn einen Turbolader verpasst haben: Zwischen 2009 und 2012 ergaben sich für mich erfüllende Möglichkeiten, um ambitionierte Unternehmer und Selbständige per Filmproduktion sichtbarer zu machen. So intensivierte sich fast von alleine die Zusammenarbeit mit Marktführern aus facettenreichen Branchen. Der nächste und vielleicht allerwichtigste Schritt war schlussendlich das Internationale. Noch in der Studentenzeit begeisterten mich Projekte in Israel, China, Amerika und Hollywood. Gerne denke ich auch an eine Social Media Kampagne von Kairo bis Kapstadt zurück. Dabei merkte ich, dass ich wettbewerbsfähig war und mir meine Alleinstellungsmerkmale erarbeitet hatte.  

Sie sprechen von großen, internationalen Projekten. Wie reagieren Sie auf Corona und was macht das Phänomen mit der Branche?

Felix Meinhardt: Die Branche an sich hat blitzschnell reagiert. Viele meiner Kolleginnen und Kollegen hatten durch die erzwungene Dauerpräsenz im heimischen Büro viel in die interne Digitalisierung gesetzt. Auch mein Team und ich sind in diese Richtung gegangen. Kerngeschäft waren in dieser schwer absehbaren Zeit unsere hausgemachten Webinare. Teilweise haben wir mit 100 Videos pro Coach gearbeitet. So konnten wir uns spürbar weiterentwickeln. 

Trotz alledem mussten viele Filmprojekte vorzeitig beendet werden – auch bei uns. Als Konsument sieht man natürlich nie, was genau für Projekte durch Corona zerschossen worden sind. Insgeheim waren jedoch viele Visionen mit dabei, an denen teilweise über mehrere Jahre gearbeitet wurde. Das war hart und hat in Einzelfällen persönliche Pläne zerstört. Meiner Meinung nach werden wir aber bereits in 2021 eine Rückkehr in normale Zeiten erleben – Alles mit kleineren Nachbeben. Schon heute arbeiten wir im DACH-Bereich genau wie vor dem Lockdown, verzichten aber auf Projekte außerhalb von Europa. Da denken wir erst nächstes Jahr dran, etwa mit einer spannenden Initiative in Salt Lake City. Spätestens im nächsten Jahr werden dann auch die todgesagten Projekte, welche durch Corona gestoppt wurden, wieder neu anlaufen. Ohne zweiten Lockdown. Das ist auch bitter nötig: Das Digitale ersetzt schließlich nicht alles, die Filmproduktion ist und bleibt ein Menschengeschäft. 

Einer der Botschaften Ihrer Arbeit ist es, Marken bekannter zu machen. Wie schafft man es eigentlich Marken wie Bosch, VW oder Hugo Boss noch sichtbarer zu machen? 

Felix Meinhardt: Vieles geht über das Thema Recruiting. So werden Unternehmen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Sinn und Zweck ist es, neue Zielgruppen zu identifizieren und die Reputation eines Kunden zu verbessern. Zum Beispiel durch Charity-Aktionen. Das schafft Vertrauen und macht Marken sympathischer. Für ein bekanntes Drogerieunternehmen konnte ich in einem aktuellen Projekt beispielsweise eine Zielgruppe im siebenstelligen Bereich aktivieren. 

Viele Ihrer Projekte beschäftigen sich mit historischen Themen. Was glauben Sie: Welche Thematiken interessiert die breite Masse der Bevölkerung am meisten?

Felix Meinhardt: Gute Überleitung: Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, dass das große Mehr der Fernsehzuschauer etwas lernen, nicht nur konsumieren möchten. Bildung und Unterhaltung miteinander zu verknüpfen ist insoweit oft der richtige Weg. Anders verhält es sich mit aktuellen Themen: Mit Filmen über Corona oder Wirecard kann kein Filmproduzent große Zielgruppen über einen längeren Zeitraum erreichen. Historische Themen sind insofern ideal. Die Menschen interessieren sich für die Thematiken und können sich damit identifizieren. Sehr viele Unternehmen in Deutschland blicken auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Das halten wir u.a. mit Zeitzeugen fest, mit magischen Momenten und Bildern die bleiben.

Zum Abschluss: Der Markt ist heute voll von Netflix & Co. – Wie stellen Sie sich das Fernsehen der Zukunft vor? Bleibt das herkömmliche gute alte Fernsehen bestehen oder erlebt die Branche eine Disruption? 

Felix Meinhardt: Ich glaube an das Bestehen von Beidem. Sowohl von Herkömmlichem als auch von wachsenden Trends wie Netflix und Prime. Der Grund dafür liegt im Publikum: Die einen wollen eigenständig ihr Konsumverhalten steuern und entscheiden sich für brandaktuelle Angebote. Andere wiederrum brauchen den Programmchef, der für sie das Fernsehprogramm managt. Kurzum: Beides geht. 

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Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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