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Sonntag, Juli 25, 2021

Jeff Bezos wie er mit Amazon die Welt veränderte!

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Markus Elsaesserhttps://www.meetmarkus.com/
Bis zum Jahre 2007 hat er für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Heute ist er als Medienunternehmer, Investor und Mentor aktiv!

Jeff Bezos: Vom Startup zum Global Player

Aus unserer heutigen Welt ist Amazon kaum noch wegzudenken. Jeder scheint dort zu bestellen, außerdem bietet der Konzern mittlerweile eine Streaming-Plattform und ist im Bereich von Cloud Computing enorm erfolgreich. Der Börsenwert liegt bei rund einer Billion Euro, womit Amazon auf Augenhöhe mit Google, Apple und Microsoft agiert. Doch angefangen hat alles ganz bescheiden mit nicht mehr als einer Idee und einem klassischen Startup.

Ohne Internet kein Amazon!

Der Aufstieg von Amazon ist eng mit dem Internet verbunden. Anfang der 1990er Jahre liebäugelte der Gründer Jeff Bezos mit der Idee, einen Buchhandel im Internet zu eröffnen. Zuvor verlief das Leben des heute wahrscheinlich reichsten Menschen des Planeten recht unspektakulär. Er wuchs in Houston und Miami auf und studierte Elektrotechnik und Informatik an der Princeton University. Dort konnte er seinen Bachelor mit Bestnote abschließen. Im Anschluss arbeitete er unter anderem bei der taiwanesischen Mobilfunkgesellschaft FITEL und wechselte später zur Vermögensverwaltung D. E. Shaw & Co., wo er zusammen mit David E. Shaw erstmals an seiner Idee eines Online-Buchhändlers arbeitete.

Jeff Bezos suchte sich Bücher nicht wahllos aus. Im Vorfeld machte er sich Gedanken darüber, was sich per Internet besonders gut verkaufen ließe und kam dabei zu dem Schluss, dass die Nachfrage nach Büchern besonders hoch sei. 1994 machte Jeff Bezos ernst und gründete sein Startup. Vorher verließ er seinen Posten als Vize bei Shaw & Co., offenbar wollte er die Sache lieber alleine angehen.

Die lange Suche nach dem richtigen Namen

Eine Geschichte für sich ist die Namensfindung von Amazon. Ursprünglich wollte Bezos sein Unternehmen „Cadabra Inc.“ nennen und damit spielend darauf hinweisen, wie magisch das Online-Einkaufserlebnis damals noch war. Einige missverstanden den Namen jedoch als „Cadaver“, was zu einigen Verwirrungen hätte führen können. Also musste ein neuer Name her. Jeff Bezos und seine damalige Frau waren zunächst von „relentless.com“ sehr angetan. Freunde von Bezos machten ihn jedoch darauf aufmerksam, dass dies „unfreundlich“ klingen würde. Bezos sicherte sich die Domain trotzdem, bis heute leitet sie Besucher direkt auf die Homepage von Amazon weiter. Die Namenssuche ging jedoch weiter.

Für Bezos war schnell klar, dass der Firmenname mit einem „A“ beginnen musste. Dafür gab es einen ganz einfachen und praktischen Grund. Lange bevor Google die Welt veränderte, listeten Suchmaschinen Ergebnisse zum Teil noch alphabetisch auf. Eine Webseite mit einem A am Anfang hatte hier also echte Vorteile. Nach einiger Überlegung entschied sich Bezos schließlich für Amazon. Der Name ist dem Amazonas entlehnt, welcher als längster Fluss der Welt symbolisch dafür stehen sollte, wie große Amazon eines Tages einmal werden würde. Wie wir heute wissen, war diese Analogie alles andere als übertrieben.

Jeder fängt klein an

Jedes Startup backt in seinen ersten Tagen kleine Brötchen. Das war selbst beim heutigen Behemoth Amazon nicht anders. Mitte 1995 lud Bezos rund 300 Freunde und Bekannte ein, um seinen neuen Online-Buchhandel zu testen. Von da an folgte ein rasantes Wachstum. Schon im ersten Monat wurden Bücher an Kunden in allen US-Bundesstaaten sowie in 45 Ländern rund um den Globus verkauft. Jeff Bezos machte sich den größten Vorteil des Internets schnell zunutze und erreichte mit wenig Einsatz Kunden auf der ganzen Welt.

Schon im zweiten Monat brachte Amazon es auf einen Umsatz von wöchentlich 20.000 USD. Der schnelle Erfolg motivierte Bezos und ließ ihn sein Unternehmen der breiten Öffentlichkeit öffnen. Was dann geschah, sucht seinesgleichen. 1996, im zweiten Jahr des Bestehens, wuchsen die Umsätze auf 15,7 Millionen USD an. 1997 brachte Bezos Amazon an die Börse und setzte bereits 147,8 Millionen USD um. Der nächste Schritt lag jetzt auf der Hand: Amazon musste international werden. So kam es dann auch. Im Jahr 1998 übernahm Amazon erst die ABC-Bücherdienst GmbH zusammen mit deren Tochter Telebuch.de und benannte diese Webseite im Oktober desselben Jahres um in Amazon.de

Wachstum um jeden Preis

In den folgenden Jahren eroberte Amazon immer mehr Märkte und arbeitete aggressiv am eigenen Wachstum. Um dieses zu erreichen, scheute Jeff Bezos vor Verlusten nicht zurück. Lange Zeit finanzierte sich der Onlinehändler über Risikokapital, doch den Anlegern wurde es manches Mal auch zu bunt. Das bekam Amazon vor allem beim Platzen der Internetblase um die Jahrtausendwende zu spüren. Nachdem widerholt hohe Verluste vermeldet wurden, ging die Aktie baden. Amazon reagierte darauf mit Sparmaßnahmen, um die Aktionäre zufriedenzustellen.

Von Dauer war dieses Verhalten jedoch nicht. Amazon investierte immer weiter in neue Bereiche. So wandelte sich der Buchhändler innerhalb weniger Jahre zu einem Online-Kaufhaus für alles, was das Herz begehrt. Laut Statista führte Amazon im Jahr 2017 sagenhafte 229 Millionen unterschiedliche Produkte. Von Elektronikartikeln über Kosmetik bis hin zu Lebensmitteln gibt es schon seit Längerem nichts, was es bei Amazon nicht gibt. Wachstum wollte Amazon jedoch nicht nur über eine Vergrößerung des Angebots erzielen. Jeff Bezos zog es immer wieder in ganz neue Gefilde, welche dem Konzern Marktanteile in Branchen aller Art sichern sollten. Nicht alle Versuche waren jedoch von Erfolg gekrönt.

Die gescheiterten Projekte von Amazon

Wer den Schritt zu einem Startup wagt, wird von Misserfolgen nicht verschont bleiben. Jeder Gründer kann davon wohl ein Lied singen und auch Jeff Bezos ist diese Tatsache nicht fremd. Mit Amazon versuchte er sich an zahlreichen Innovationen, von denen viele nicht von Dauer waren. Das prominenteste Beispiel ist das Fire Phone, mit dem Amazon im Jahr 2014 auf Angriffskurs gegen das iPhone ging. Das Gerät verfügte über eine eigens angepasste Version von Android und einen speziell entwickelten App Store. Nach anfänglich positiver Resonanz verschwand das Gerät recht schnell wieder in der Versenkung und ist heute kein Thema mehr.

Generell sprang Amazon gerne auf erfolgreiche Ideen anderer Konzerne auf. Nach dem bahnbrechenden Erfolg von PayPal rief der E-Commerce-Riese etwa den Dienst „WebPay“ ins Leben, welcher nach dem gleichen Prinzip wie die ehemalige eBay-Tochter arbeitete. Da sich dafür so gut wie niemand interessierte, wurde das Projekt jedoch nach wenigen Monaten wieder eingestampft. Erfolgreicher war da schon die Übernahme von LoveFilm, womit Amazon über lange Zeit der größte Online-Verleih von DVDs und Blu-Rays war. Mit der zunehmenden Verbreitung von Streaming ließ die Nachfrage jedoch immer weiter nach und im Jahr 2017 wurde der Betrieb vollständig eingestellt.

Es gibt jedoch auch einige Beispiele dafür, wie Amazon aus einem anfänglichen Misserfolg noch eine Erfolgsgeschichte zaubern konnte. Das beste Beispiel dafür ist eine Auktions-Webseite, die ursprünglich in Konkurrenz zu eBay treten sollte. Das Ganze lief derart schief, dass sich heute so gut wie niemand mehr daran erinnern kann. Letzten Endes entstand aus dieser Plattform jedoch der Amazon Marketplace, wo sowohl Privatnutzer als auch Händler Angebote erstellen können. Heute ist es einer der erfolgreichsten Marktplätze überhaupt und im Laufe der Zeit übernahm schließlich eBay viele Ideen, die Amazon im Laufe der Zeit umsetzte.

Amazon im Wandel der Zeit

Heute verbinden die Menschen Amazon nicht mehr nur mit dem Online-Shop. Dem Konzern ist es gelungen, in zahlreiche Bereiche unseres Alltags einzudringen. Für viel Aufsehen sorgte unter anderem das hausinterne Vorteilsprogramm Amazon Prime, mit dem Kunden im Abonnement kostenlosen Versand sowie andere Vorzüge erhalten. Bei den Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2019 verkündete Amazon, mittlerweile 150 Millionen Prime-Nutzer verzeichnen zu können.

Ein Zeichen setzte Amazon außerdem im Bereich der E-Books. Der eigene E-Book-Reader Kindle gehört zu den meistverkauften Geräten. Um das Gerät herum spann Amazon einen eigenen Shop und bindet jeden Kindle-Käufer damit fest an das eigene Ökosystem. Dies unterstrich Amazon letzten Endes mit seinem Angebot „Kindle Unlimited“. Hier können Nutzer gegen Zahlung eines monatlichen Betrags auf unzählige E-Books zugreifen, ohne für diese zusätzlich zahlen zu müssen. Das Ganze lässt sich gut mit Netflix vergleichen, nur eben für elektronische Bücher. Netflix war dann für Amazon auch schon der nächste Angriffspunkt. Mit Amazon Video avancierte der einstige Buchhändler in den letzten Jahren zu einem der größten Streaming-Anbieter auf den Markt. Damit das auch so bleibt, investiert Amazon viel Geld ein Eigenproduktionen, darunter bekannte und beliebte Serien wie „The Expanse“.

Alexa, bestell Waschpulver!

Mit seinem Sprachassistenten Alexa sorgte Amazon im Jahr 2015 für viel Aufsehen. Mit dem smarten Lautsprecher „Echo“ ermöglichte Amazon es seinen Kunden erstmals, nur via Stimme mit den eigenen Diensten zu interagieren. Die Möglichkeiten sind dabei sehr vielfältig. Ursprünglich spielte Alexa Musik ab, stellte einen Wecker oder bestellte Waren bei Amazon. Mit der Zeit lernte der Assistent jedoch immer neue Dinge, heute steuern die Menschen damit zum Teil ihre komplette Hauselektronik vom Lichtschaltet bis zur Mikrowelle. In den USA schlug Alexa zuweilen wie eine Bombe ein, wohingegen die Menschen in Europa sich eher schwertun, gerade mit Blick auf den Datenschutz.

Amazon selbst beteuert zwar immer wieder, für die Sicherheit von Nutzerdaten zu sorgen und keine Gespräche abzuhören. In den Medien machten jedoch häufiger Berichte die Runde, wonach bei Amazon Audioaufnahmen der Nutzer von Menschen abgehört und analysiert wurden. Wirklich überraschend ist das nicht, schließlich ist es Amazon anders nicht möglich, die eigene Spracherkennung immer weiter zu verbessern und zum Beispiel an unzählige Mundarten anzupassen. Dies mit dem Datenschutz zu vereinbaren, wird aber in Zukunft eine große Aufgabe sein.

Geld verdienen mit Amazon

Dass Amazon seine Marktmacht immer weiter ausbaut, hängt wahrscheinlich stark damit zusammen, dass Nutzer hier über eine Fülle an Möglichkeiten verfügen. Für viele Unternehmen ist Amazon heute die wichtigste Plattform, um Waren an den Mann zu bringen. Dafür ist der bereits erwähnte Marketplace da, auf dem im Prinzip jeder aktiv werden kann. Mancher Händler hat dabei die angebotenen Artikel gar nicht selbst auf Lager, sondern bedient sich des sogenannten Dropshippings. Bestellt hier ein Kunde einen Artikel, so tätigt der Händler im gleichen Moment automatisiert eine Bestellung bei einem Zulieferer, der die Ware direkt an den Verbraucher ausliefert. Als Kunde weiß dabei niemand, ob er bei einem Dropshipper kauft oder nicht.

Abseits vom Handel haben sich manche bei Amazon als Autoren ein eigenes Standbein aufgebaut. Amazon bietet Schriftstellern die Möglichkeit, eigene Werke im Selbstverlag zu veröffentlichen. Das ist sowohl in physischer Form als auch elektronisch möglich. Für Autoren ergibt sich der Vorteil, dass Sie nicht erst händeringend nach einem Verleger suchen müssen, sondern Bücher und andere Publikationen direkt veröffentlichen können. Mit Amazon wird dabei eine riesige Zielgruppe erreicht.

Doch egal, ob nun jemand bei Amazon Waren verkauft, E-Books anbietet oder mit sonstigen Aktivitäten Geld verdient. Amazon selbst ist das alles nur Recht. Letzten Endes verdient der Konzern an jeder einzelnen Transaktion mit. Das Potenzial, welches sich hieraus ergibt, ist gigantisch. Bei jedem einzelnen Handel verdient Amazon nur wenig, doch die schiere Summe an Transaktionen sichert dem Unternehmen jedes Jahr Milliarden an Umsatz.

Jeff Bezos hat immer etwas zu tun

Der schier wahnwitzige Erfolg von Amazon ging am Gründer Jeff Bezos natürlich nicht spurlos vorbei. Schon früh begann der Unternehmer, sich neue Ziele zu setzen. Am bekanntesten dürfte dabei sein Raumfahrtunternehmen Blue Origin sein, welches er im Jahr 2000 gründete. Zunächst konzentrierte dieses sich auf Suborbitalflüge, heute arbeitet Blue Origin jedoch auch an einer eigenen Mondlandefähre. Als Vision hat Blue Origin sich gesetzt, wiederverwendbare Raumfahrzeuge und Trägersysteme zu entwickeln. Mit der Raumfahrt als Hobby befindet sich Jeff Bezos in bester Gesellschaft. Ganz ähnliche Ambitionen lassen sich auch bei Elon Musk beobachten.

Leisten kann sich Jeff Bezos derartige Scherze problemlos. Mit dem Börsenwert von Amazon stieg auch sein privates Vermögen immer weiter an. Auf der Liste der reichsten Menschen der Welt bei Forbes erreichte er im Jahr 2017 zum ersten Mal den ersten Platz mit einem Vermögen von 90,6 Milliarden USD. Damit ließ er sogar den Microsoft-Gründer Bill Gates hinter sich, der diese Position vorher über lange Zeit innehatte. Bezos Vermögen stieg weiter, trotz der Scheidung von seiner Frau im Jahr 2019. Heute schätzen Experten, dass er über deutlich mehr als 100 Milliarden USD verfügt.

Erfolg zieht Kritik an

Die Erfolgsstory von Amazon kommt natürlich nicht ohne Kritik aus. Vor allem die Mitarbeiter von Amazon sind mit ihrem Arbeitgeber nicht immer zufrieden. In Deutschland kommt es schon seit Jahren zu Streiks, die Angestellten fordern unter anderem eine bessere Vergütung. Im Jahr 2014 wurde Bezos beim Weltkongress des Internationalen Gewerkschaftsbundes sogar zum „schlechtesten Chef der Welt“ gewählt. Kritik hagelte es auch aus den USA, wo die „New York Times“ den Führungsstil im Unternehmen sowie weitere Dinge an den Pranger stellte. Bezos selbst wies jede Kritik stets von sich.

Man mag von Jeff Bezos und Amazon halten, was man will. Eines zeigt die Geschichte dieses Mannes und seines Unternehmens aber überdeutlich: Welches Potenzial in einem vermeintlich kleinen Startup steckt. Bezos startete sein Geschäft wie jeder andere auch. Mit einer Idee, mit dem Willen zur Veränderung und mit viel Arbeit. Dank der richtigen Entscheidung und dem Willen zur Innovation gelang es ihm, innerhalb weniger Jahre zu einem Global Player aufzusteigen und schließlich die gesammelte Konkurrenz hinter sich zu lassen.

Gründer von heute dürfen sich Bezos durchaus zum Vorbild nehmen. Natürlich wird nicht jedes Startup zum Milliardengeschäft mutieren und nicht jeder wird zum Multimilliardär avancieren. Wer jedoch gewillt ist, seine Ideen mit der nötigen Leidenschaft umzusetzen und Rückschläge hinzunehmen, der kann in die großen Fußstapfen von Amazon treten und vielleicht sogar die Welt verändern.

Foto/Quelle: Amazon

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