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Wechseljahre: Therapie-App gegen Hitzewallungen gibt es jetzt auf Rezept

Frieda Menova ins DiGA-Verzeichnis aufgenommen – Krankenkassen übernehmen die Kosten, Studienergebnisse in Fachzeitschrift veröffentlicht

Die Therapie-App Frieda Menova ist ab sofort im DiGA-Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelistet (PZN: 21070275). Damit ist sie eine „App auf Rezept“: Jede Ärztin und jeder Arzt kann sie verordnen, die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten vollständig. In einer klinischen Studie ging die Belastung durch Hitzewallungen und Nachtschweiß nach zwölf Wochen bei 70 Prozent der Nutzerinnen deutlich zurück – in der Kontrollgruppe bei 30 Prozent. Die Ergebnisse sind jetzt in der Fachzeitschrift Maturitas erschienen.

Mehr als eine Gesundheits-App

Eine DiGA ist kein Wellness-Angebot, sondern ein geprüftes Medizinprodukt: Das BfArM prüft vor der Aufnahme ins Verzeichnis Wirksamkeit, medizinische Qualität, Datenschutz und Datensicherheit. Gesetzlich Versicherte haben auf eine gelistete DiGA einen Anspruch nach § 33a SGB V – die Nutzung ist für sie kostenfrei, ohne Abo, ohne Zuzahlung und ohne In-App-Käufe. Etwa zwei von drei Frauen erleben in den Wechseljahren Beschwerden, die den Alltag spürbar einschränken. Für viele ist die Listung deshalb auch ein Signal: Wechseljahresbeschwerden gelten als behandlungsbedürftig – nicht als etwas, durch das man einfach durchmuss.

Zwölf Wochen Therapie auf dem Smartphone

Frieda Menova basiert auf kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) – einem Verfahren, das bei Wechseljahresbeschwerden gut untersucht ist und in medizinischen Leitlinien als nicht-hormonelle Behandlung empfohlen wird. In zwölf Wochen lernen Frauen, Hitzewallungen, Schlafprobleme und emotionalen Stress zu bewältigen: mit geführten Lektionen, praktischen Übungen, Atem- und Entspannungstechniken, einem Schlafmodul und einem Symptomtagebuch. Nach einer kurzen Anamnese passt sich das Programm an die eigenen Beschwerden an; der Aufwand liegt bei etwa sieben Minuten am Tag. Die App richtet sich besonders an Frauen, die keine Hormontherapie möchten oder für die eine Hormontherapie nicht infrage kommt – etwa nach bestimmten Krebserkrankungen. Sie ersetzt die ärztliche Behandlung nicht, sondern ergänzt sie.

So kommen Frauen an die App

Verordnen darf jede Ärztin und jeder Arzt – eine Facharztbindung gibt es nicht. Auch die Hausarztpraxis kann das Rezept ausstellen, ebenso Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Das Rezept wird bei der Krankenkasse eingereicht, die einen Freischaltcode ausstellt; damit lässt sich das Therapieprogramm in der kostenlosen Frieda-App (App Store, Google Play) freischalten. Wer kein Rezept hat, kann die App auch direkt bei der Krankenkasse beantragen und dafür einen Nachweis der Diagnose vorlegen, etwa einen Arztbrief.

Die Studie

Grundlage der Listung ist eine randomisierte kontrollierte Studie mit 100 Teilnehmerinnen aus ganz Deutschland. Die Hälfte nutzte Frieda Menova zusätzlich zur üblichen medizinischen Versorgung, die andere Hälfte erhielt nur die übliche Versorgung. Nach zwölf Wochen war die Belastung durch Hitzewallungen und Nachtschweiß in der App-Gruppe deutlich stärker zurückgegangen: Bei 70 Prozent der Nutzerinnen war die Verbesserung klinisch bedeutsam, in der Kontrollgruppe bei 30 Prozent. Auch Schlafqualität und allgemeine Wechseljahresbeschwerden besserten sich. Die App wurde gut vertragen, schwere Nebenwirkungen traten nicht auf. Die Studie stand unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Petra Stute und Dr. Susanne Theis (Deutsche Menopause Gesellschaft); die Ergebnisse wurden in der internationalen Fachzeitschrift Maturitas veröffentlicht.

„Wechseljahresbeschwerden werden noch immer viel zu oft abgetan. Dass sie sich jetzt auf Rezept behandeln lassen, heißt: Sie sind behandelbar – und Frauen haben einen Anspruch darauf“, sagt Dr. Kai Schulze-Wundling, Mitgründer und Chief Medical Officer von Frieda Health.

„Viele Frauen wünschen sich eine wirksame Behandlung ohne Hormone – oder dürfen aus medizinischen Gründen keine nehmen. Die Studie zeigt, dass ein digitales Therapieprogramm diese Lücke schließen kann“, sagt Dr. Susanne Theis, wissenschaftliche Leiterin der Studie.

Bild Gründer*innen von Frieda Health: Valentina Ullrich, Kai Schulze-Wundling & Thanh Schrader-Nguyen (v.l.n.r.)

Quelle  SPApress

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