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Freitag, Dezember 2, 2022

Warum Fachkräfte in der Logistik aktuell mehr denn je benötigt werden

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Fachkräftemangel gibt es aktuell in vielen Bereichen – und das trotz der steigenden Arbeitslosenquote in Deutschland. Auch in der Logistik fehlen zunehmend Fachkräfte.

Findet man für diesen Bereich nicht bald schon neue Arbeiter, kann das drastische Folgen für die gesamte Gesellschaft haben. Denn wie sollen wir zum Beispiel an lebensnotwendige Produkte wie Nahrungsmittel kommen, wenn sie niemand mehr liefert? Doch das ist längst nicht alles. Mit welchen Folgen muss man rechnen? Wie äußert sich der Fachkräftemangel in der Logistikbranche? Und warum lohnt es sich, in der Logistik tätig zu werden?

Das Problem

Die Lage für Speditionsbetriebe und Logistikunternehmen spitzt sich allgemein immer weiter zu – auch im Bereich der Fachkräfte. Jährlich nimmt die altersbedingte Fluktuation zu. Die gesamte Branche leidet unter dem fehlenden Zuwachs von motivierten Auszubildenden. Vor allem die gesellschaftliche Wahrnehmung spielt eine große Rolle, denn aktuell ist die Logistikbranche gerade bei jungen Menschen nicht die erste Wahl bei der Jobsuche.  Ein weiterer Grund ist beispielsweise, dass seit der Abschaffung der Wehrpflicht immer weniger junge Menschen einen LKW-Führerschein besitzen oder sich für diesen Beruf interessieren.

Der hohe finanzielle Aufwand, den eine Ausbildung im Logistikbereich mit sich bringt, erschwert den Einstieg. Schließlich nimmt schon alleine der LKW-Führerschein hohe Kosten und viel Zeit in Anspruch. Viele junge Menschen können und wollen diesen Aufwand für einen LKW-Führerschein nicht eigenständig stemmen. Daher haben sich einige Unternehmen dazu entschlossen, die Finanzierung der Führerscheine zu übernehmen.

Jedoch führt das zu einer massiven finanziellen Belastung, gerade bei mittelständischen Speditionsbetrieben. Die Sorge, dass die Person nach der teuren Ausbildung das Unternehmen verlässt, bleibt. Eine andere Möglichkeit für Logistikbetriebe besteht darin, nur noch Menschen mit einem entsprechenden Führerschein einzustellen. Jedoch wird diese Gruppe von Jahr zu Jahr immer kleiner. 

Lange konnte der Bedarf an Fachkräften über ausländische Dienstleister gedeckt werden, speziell im Fernfahrerbereich. Doch auch dieser Umstand hat sich aufgrund der zunehmenden Fluktuation geändert. Es stellt sich zusätzlich die Frage, inwieweit man heute überhaupt noch bestimmte Strecken fahren kann? Das aktuelle Weltgeschehen macht es niemandem leichter, auch nicht der Logistikbranche, denn die steigenden Energiepreise gefährden zusätzlich die Existenz der Unternehmen.

Die Auswirkungen

Die Pandemie und die aktuelle Kriegssituation haben uns bereits gezeigt, mit welchen Folgen man aufgrund von Lieferschwierigkeiten rechnen muss. Wenn sich die Anzahl an Fachkräften in der Logistikbranche weiterhin in diesem Tempo verringert, werden leere Regale in den Läden an der Tagesordnung sein. Gewöhnliche Lieferzeiten können dann nicht mehr eingehalten werden. Just-in-time Lieferungen werden eine Sache der Unmöglichkeit. Das führt dazu, dass man beim Einkaufen im Drogerie- oder Supermarkt Produkte nicht mehr in gewohnter Menge und Auswahl erhalten kann. 

Der Personalmangel löst obendrein eine Kettenreaktion in allen Wirtschaftsbereichen aus. Können Produkte nicht mehr geliefert werden, kann es zu vollständigen Warenkettenabbrüchen kommen. Und das betrifft nicht nur den Straßenverkehr, sondern auch die Lieferung und Lagerung per Schiff- oder Luftfracht. Das gewohnte Geschäftsleben kann mit fehlenden Materialien nicht fortgeführt werden.

Und ohne Lieferanten können Unternehmen einfach keine Produkte mehr an Kunden ausliefern. Auf lange Sicht könnte das zu einer Kettenreaktion in Insolvenzen führen. Bei Privatpersonen wird die Unzufriedenheit steigen, wenn der Alltagsbedarf an Nahrungsmitteln und anderen lebensnotwendigen Produkten nicht mehr ausreichend erhältlich ist. Das kann unter Umständen zu politischen Unstimmigkeiten und Verschiebungen führen, was die gesamte Gesellschaft in eine schwierige Situation bringen würde.

Warum ein Job in der Logistik so attraktiv ist

Um die Gesellschaft vor derartigen Extremsituation zu bewahren, werden zwingend mehr Fachkräfte in der Logistikbranche gebraucht. Auch die Politik ist gefragt, diese wichtigen Aufgaben vor allem jungen Menschen schmackhaft zu machen. 

Im Bereich der Logistik gibt es verschiedene Tätigkeiten, die man ausüben kann. Der Quereinstieg als LKW-Fahrer ist genauso möglich, wie eine Weiterbildung zum Spediteur oder Disponent. Der erhebliche Personalmangel ist der Grund dafür, dass gute Gehälter gezahlt werden. Zudem sind diese Jobs sicher. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die anfallenden Arbeiten im nächsten Jahrzehnt vollständig von Robotern oder künstlicher Intelligenz übernommen werden können – trotz des schnellen technologischen Fortschritts z.b. beim autonomen Fahren.

Entgegen der Insolvenz- und Disruption-Gefahr mancher Branchen, wächst die Bedeutung der Logistikbranche weiter. Zahlreiche Unternehmen bestehen schon jahrzehntelang, haben bereits einige Krisen überstanden und verfügen auch in Zeiten wie diesen über volle Auftragsbücher. Durch die zunehmende Globalisierung steigt auch der Bedarf nach Logistikdienstleistungen stetig. Zuletzt haben die Berufe einen hohen gesellschaftlichen Wert, den man nicht außer Acht lassen sollte. 

Fazit

Durch fehlendes Personal in der Logistikbranche kann auch eine stabile Volkswirtschaft ins Wanken geraten. Zusätzlich zu den aktuellen wirtschaftlichen Problemen würde eine gesellschaftliche Krise entstehen, die wir gar nicht stemmen können. Das würde unseren Alltag definitiv einschränken. Die Politik muss die Relevanz des Themas verdeutlichen, mit negativen Vorurteilen aufräumen und für aktive Entlastung mittelständischer Unternehmen sorgen, die in die Gewinnung und Ausbildung von Fachkräften investieren.

Autor:

Marius Kurz ist CEO der Kurz und Klein GmbH. Die Firma unterstützt Hersteller, Speditionen und Logistikunternehmen bei der Mitarbeitergewinnung. https://www.kurzundklein.de/

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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