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Montag, Juli 26, 2021

Heidi Stopper: Stressfaktor Angst im Management

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Redaktion
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Topmanagement-Coach Heidi Stopper hält auf der herCAREER am 16. September ihren Vortrag zum Thema „Erfolgreich – ohne sich aufzureiben im Job.“ Im großen Interview mit der herCAREER verrät sie vorab, warum oft Ängste die Ursache für Stress in den oberen Etagen sind.

„Ängste spielen auf allen Management-Ebenen eine riesige Rolle“

„Ein bisschen Stress gehört zum Business-Gebaren dazu“, sagt die Management-Expertin, die schon viele CEOs und Vorstände gecoacht hat. Die Biologie habe die stressbedingte Hormonausschüttung mit Cortisol und Adrenalin angelegt, um unsere Leistung zu steigern und rasch zu handeln, aber: „Für viele Menschen stellt Stress im negativen Sinne einfach eine Wahnsinnsbelastung dar.“ Zur Falle und damit gesundheitsgefährdend werde Stress dann, wenn Regenerationsphasen fehlten und er andauere. Nicht der Stress ist das Problem, sondern wie wir damit umgehen“, sagt die Expertin.

Angst essen Managerseele auf

Hauptursachen für den Stress sei nicht nur der Druck von außen: „Viel Stress machen wir uns selbst“, sagt Heidi Stopper. Ängste seien generell ein Quell von Stress. Auch in den Führungsetagen würden ManagerInnen mit Ängsten und den stressbedingten Folgen kämpfen: „Die Angst vor Ablehnung treibt alle um und an. Ganz typisch in der Arbeitswelt ist die Angst vor Versagen, die besonders erfolgreiche Menschen genauso und vielleicht noch stärker trifft. Daneben spielt, je weiter man hochklettert, auch die Angst vor Bedeutungsverlust eine große Rolle, die viel tiefer sitzt als die Angst vor Statusverlust. Diese Sorge, nicht mehr bedeutsam zu sein, ist für viele unerträglich und erklärt, warum viele trotz Stress weitermachen und nicht aufhören können. Die stärkste Angst ist aber die des Kontrollverlustes, mit dem Scheitern assoziiert wird“, sagt die Managementberaterin.

Auch der Wandel der Arbeitswelt könne Ängste unter Führungskräften triggern: „Es finden seit einigen Jahren starke Identitäts-Shifts bei Führungskräften statt: weg vom überlegenen Fachwissen aber auch weg von verordneten Zielvorgaben hin zu deutlich mehr Demokratisierung der Arbeit – das zeigt nicht zuletzt die Coronakrise. Ein gewaltiger Shift ist der von „Power“ zu „Empowerment“.  Die heutige Dynamik und Komplexität bringt mit herkömmlichen Führungsansätzen oft nur noch unterkomplexe Lösungen, das spüren die meisten Führungskräfte instinktiv“, sagt Stopper. Doch: „Kontrolle ist immer eine Illusion. Führungskräfte haben keine Kontrolle, in den meisten Dingen haben sie lediglich eine Scheinkontrolle.“

Distanz zum Stressfaktor

Um Stress zu reduzieren, empfiehlt Heidi Stopper, sich bewusst mit den eigenen Ängsten zu beschäftigen und mental und emotional in Distanz zu ihnen und zum Stress zu gehen. Auch Konflikte sollte man nicht zu nah an sich heranlassen, „meist geht es um Rollen- und Machtkonflikte, Hier ist es wichtig zu verstehen, dass die Attacken anderer nicht auf die eigene Person abzielen“, sagt sie. Erholungsphasen sollten zudem auch stärker in den Arbeitsalltag integriert und ritualisiert werden – etwas, was viele ManagerInnen unterschätzen würden: „Im Spitzensport trainiert man auch nicht zwölf Stunden durchgehend und erholt sich hinterher zwei Stunden“, sagt sie. Das Mittagessen als Regenerationsphase, kurze Atemübungen oder Smalltalk mit KollegInnen zwischendurch und ein Spaziergang während virtueller Meetings könnten den Stresspegel gar nicht erst entstehen lassen.

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