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Judith Williams @ VOX/Severin Schweiger

Judith Williams Unternehmerin mit Herz

Judith Williams – glaube an Dich

Judith Williams im Interview mit dem UNITEDNETWORKER über Die Höhle der Löwen und welche Eigenschaften ein Unternehmer mitbringen muss, damit Sie investiert

Frau Williams, Sie sind eine der ungekrönten Königinnen des TV-Shoppings. Was ist Ihr Erfolgsrezept in diesem sicher nicht ganz einfachen Markt?
Judith Williams: Danke für das Kompliment, gleichwohl das immer andere beurteilen müssen, aber der bisherige Erfolg scheint uns recht zu geben in dem was wir tun. Meine Devise war immer: So nahe wie möglich am Kunden dran sein und ihn vor allem kennen und ernst nehmen ! Außerdem liebe ich meine Produkte wirklich und ich bin von A-Z in die Entwicklung, die ich selbst mit vielen Ideen vorantreibe, eingebunden. Wenn man mich nach dem Erfolgsrezept fragt, ist das zum einen sicherlich eine gewisse Authentizität die mir wichtig ist. Ich verbiege mich nicht vor der Kamera und ich spiele keine Rolle, sondern ich versuche immer ich selbst zu sein und zu bleiben mit all meinen kleinen Eigenheiten, die manche belächeln mögen, dazu stehe ich. Zum Zweiten kenne ich meine Produkte in und auswendig und ich kann sie deshalb gut erklären und verkaufen. Ich würde meinen Kunden nichts verkaufen, was ich nicht auch selbst benutzen oder tragen würde und drittens: Ich trage aufgrund meiner eigenen Erfahrungen eine gewisse Demut und Dankbarkeit in mir und die lässt mich immer auf dem Teppich bleiben – egal wie groß der Erfolg gerade ist !

Im Gesangsstudium mussten Sie selbst Ausdauer und Durchhaltewillen beweisen. Welchen Anteil haben diese Eigenschaften an Ihrem geschäftlichen Erfolg?
Judith Williams : Einen ganz wesentlichen würde ich sagen. Schon als Kind und als Jugendliche habe ich zum Beispiel akribisch Ballett erlernt und getanzt, oft bis zu acht Stunden am Tag. Ich wollte immer meine Grenzen kennenlernen und sie am Besten auch noch überschreiten, natürlich auch im Gesang. Da braucht man absolute Konzentration und – Singen ist in der Tat wie Hochleistungssport. Ein dreistündiges Musical als „Maria“ in der Westside-Story oder eine lange Oper durchzusingen heißt alle Kraft zusammen zu nehmen und am Ende ausgepowert zu sein wie nach mehreren Stunden Sport. Genau diese Konzentration und die Ausdauer helfen mir, bei manchen Mammut-Tagen mit bis zu 7 oder gar 8 Stunden Live-Shows pro Tag mit nur einer halben Stunde Pause zu überleben. Danach fühle ich mich zwar auch oft, wie wenn ein Lkw mich überfahren hätte, aber trotzdem möchte ich dieses Leistungsgefühl nicht missen.

Judith Williams @ VOX/Severin Schweiger
Judith Williams @ VOX/Severin Schweiger

Sie sind eine der Löwinnen in der Show „Die Höhle der Löwen“. Was hat Sie zu der Teilnahme an der Show bewogen?
Judith Williams : Ganz ehrlich ? Das war mein Mann ! Neben meinem sehr zeitintensiven Job ist er als mein Berater auch immer derjenige, der mich in eine „neue Ebene des Erfahrens“ hievt und das war mal wieder so ein Moment. Er ist ja nicht nur Schauspieler und Moderator, sondern vor allem auch Medienunternehmer und Produzent und er fand das Konzept und die Show an sich äußerst reizvoll, nur lagen die Rechte dafür in den USA, bzw. in England. Am liebsten hätte er das Format gleich selbst produziert. Wir kannten das britische und amerikanische Pendant ja schon aus dem ausländischen TV und als dann SONY-Pictures mit einer konkreten Anfrage für mich auf ihn zukam, hat er mich geradezu gezwungen, da mit zu machen. Erst mal war ich sehr sehr skeptisch, ob derlei in Deutschland so gut ankommen würde wie etwa in USA, wo man keine Bedenken hat, öffentlich über Geld zu reden und womöglich noch zu zeigen, was man sich aufgebaut hat. Sobald man bei uns mit monetärem Erfolg in der Öffentlichkeit dargestellt wird, wird meistens gleich hinterfragt, ob das denn mit rechten Dingen zugegangen sein kann und es wird recherchiert wo der Haken sein könnte. Mein amerikanisches Naturell schlägt da allerdings doch noch durch und deshalb hat es mich gereizt, bei uns, sozusagen im „Land der Erfinder, Dichter und Denker“, Menschen mit guten Geschäftsideen zu unterstützen und mit ihnen gegebenenfalls auch selbst ins Geschäft zu kommen. Tatsächlich investieren wir Löwen ja unser ganz eigenes hart verdientes Geld und das ist auch der Grund, warum man sich die Pitches besonders genau ansieht. Auf jeden Fall haben wir zwischen meinen vielen Live-Shows im In- und Ausland die nicht unanstrengenden Wochen für die „DHDL-Aufzeichnungen“ noch irgendwie freigeschaufelt und ich finde, das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

Ist die Show reine Unterhaltung oder kann der Zuschauer etwas Essenzielles fürs Leben mitnehmen?
Judith Williams : Natürlich soll die Show in erster Linie unterhaltsam sein, aber hier macht es die Mischung und die ist meiner Meinung nach einzigartig, allein schon durch die Verschiedenheit der Löwen-Charaktere. Wir sind eben keine „Casting-Show“ und „Jury“ im herkömmlichen Sinne, sondern ein Business- Format mit dem Anspruch, Unternehmertum in Deutschland von seiner interessanten, aber gleichzeitig auch unterhaltsamen Seite zu zeigen. Wir wollen ebenso Mut machen, mit einer Idee in unsere Show zu kommen und eventuell die Chance auf eine gute Investition zu erhalten. Da zählt übrigens nicht nur das Geld an sich, sondern vor allem auch die Expertise, die die verschiedenen Löwen aus ihrem Geschäftsbereich mitbringen. Natürlich ist es wünschenswert wenn nicht nur die Unternehmer mit wichtigen Anregungen und Hilfestellungen aus der Show herauskommen, sondern wenn gleichzeitig auch der Zuschauer erfährt, wie Business, Investitionen und „Business-Angels“ funktionieren, oder warum sie eben oft auch nicht funktionieren können. VOX hat hier – wie schon so oft – eine wirklich wunderbare Vorreiter-Rolle übernommen und wir freuen uns über positive Reaktionen besonders und überraschenderweise aus der ganz jungen Zielgruppe der 14 bis 30igjährigen, die mich laufend auf DHDL ansprechen !

Welche Erkenntnisse konnten Sie aus der Show gewinnen und haben Sie interessante Menschen kennen gelernt?
Judith Williams: Meine persönliche Erkenntnis ist erst mal die, dass in Deutschland scheinbar die Ideen für außergewöhnliche Geschäftsmodelle nicht ausgehen. Alleine auf unserer Judith-Williams- Homepage erreichen uns täglich bis zu hundert e-mails mit den verschiedensten Angeboten und Erfindungen für die Show und Sie glauben gar nicht, was da alles dabei ist ! All diese Ideen leiten wir gleich an VOX weiter und ich bin sicher, dass wir den ein oder anderen Kandidaten in der nächsten Staffel wieder treffen. Insgesamt bewundere ich den Mut, mit dem Menschen in unsere Show kommen und für ihre Sache kämpfen. Letztendlich investiert man als Löwe ja nicht nur in eine Geschäftsidee, sondern vor allem in den Menschen, der dahinter steht und eben da durfte ich wirklich viele hochinteressante Charaktere kennenlernen und ich glaube dass hier noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist.

Welche war aus Ihrer Sicht die schrägste Idee aus den bisher ausgestrahlten Folgen?
Judith Williams : Da gab es sicherlich einige, aber besonders in Erinnerung habe ich die „kleinste Auto-Toilette der Welt“ namens „Adam-muss und Eva-muss“, oder auch Korsetts aus Feuerwehrschläuchen für die sogenannte „Fetisch-Szene“. Wie gesagt, nichts scheint unmöglich !

Welche Idee war die, der Sie die größten Erfolgschancen einräumen?
Judith Williams : Auch da gab es wirklich einige, beispielsweise die sog. „Spielzeugkiste“. Hier kann man Spielzeug für wenig Geld ausleihen, wochenlang behalten, es gebraucht zurückschicken und sich – je nach Entwicklung und Wachstum des Kindes – wieder eine neue Spielzeugkiste schicken lassen, in der das Kinderherz alles findet, was es braucht. Damit wird für unzählige Eltern ein teures und oft nerviges Problem gelöst nach dem Motto : „wohin mit dem alten Spielzeug“ ?

Wie beurteilen Sie die Rahmenbedingungen für Jungunternehmer in Deutschland?
Judith Williams : Wer heute keine großen Sicherheiten vorweisen kann, beißt bei den meisten Banken sehr schnell auf Granit was Kredite und Investitionen angeht. Das ist sehr schade, weil es das Unternehmertum an sich sehr bremst. Andererseits fehlt vielen der Biss und der lange Atem, den „berühmten Schritt mehr“ zu gehen, der dazu verhilft, erfolgreich zu sein. Wer einen „nine to five Job“ sucht kann kein Unternehmer werden und die Menschen neigen zu sehr dazu, den scheinbar „sicheren Weg“ mit dem geringsten Widerstand zu gehen. Da sind wir Amerikaner ganz anders. Es wird ausprobiert bis es nicht mehr weiter geht und wer hinfällt wird nicht ausgelacht, sondern ermutigt aufzustehen und es erneut zu versuchen und zwar so lange, bis es klappt. Bei uns neigt man dazu „Hinfaller“ schadenfroh zu verspotten nach dem Motto „ich hab´s doch gleich gewußt“ und das dämpft den Mut im Allgemeinen ein wenig. Meines Erachtens ist es also nicht so, dass wir zu wenig mutige Unternehmer in Deutschland hätten, nur trauen sie sich oft nicht aus der Reserve, weil die Angst vor dem Versagen und seinen Folgen größer ist. Ansonsten scheint es allem Anschein nach um unsere Wirtschaft momentan gut bestellt zu sein und vielleicht auch deshalb zielt „DHDL“ damit zur richtigen Zeit in die richtige Kerbe. !

Wenn Sie in ein Startup investieren, welche Voraussetzungen muss der Unternehmer, welche die Geschäftsidee und welche das Unternehmen erfüllen?
Judith Williams : Wie gesagt, für mich zählt zuerst der Mensch, der hinter seiner Idee steht. Wie kommt er für mich rüber ? Wie verkauft er sich ? Wie glaubwürdig ist er ? Hat er eine gewisse Demut oder haut er nur selbstbewusst auf den Putz ? Das sind die ersten und wichtigen Eindrücke auf die ich achte. Dann muss die Geschäftsidee für mich auch Sinn machen und ich muss eine Affinität dazu entwickeln können. Auch Nachhaltigkeit ist ein Thema für mich. Wir hatten z.B. eine junge Erfindern in der Show, die aus Kuhmilch Kleidung und Kosmetik herstellt. Dazu bedarf es allerdings unendlicher Mengen zusätzlicher Milch und die Lebensmittelindustrie wird hier möglicherweise noch mehr Tiere in Massenhaltung zur Milchabgabe zwingen und Kälbchen – wie schon gesehen – mit Bisswerkzeugen ausstatten, damit die Mutterkuh sie gleich vom Stillen schmerzbedingt abweist. Schon allein das ist ein Grund, warum ich eine solche Idee ablehnen musste. Das geht gegen meine persönliche ethische Überzeugung, auch wenn der Nutzen für den Menschen auf den ersten Blick genial und groß sein mag. Ein Unternehmer, der vor mich hintritt, muss auf jeden Fall seine Hausaufgaben mehr als gut gemacht haben und allen Gegenfragen – ob finanzieller oder firmenstruktureller Art – Stand halten können. Er muss eine Vision haben für die er brennt. Wenn ein Großteil dieser Voraussetzungen erfüllt ist, investiere ich gerne !

Konnten Sie bereits einem Startup durch „Die Höhle der Löwen“ zu einem zählbaren Erfolg verhelfen?
Judith Williams : Wir sind dabei, nur sind noch nicht alle Verträge unterschrieben und deshalb verzeihen Sie bitte, wenn ich noch keine konkreten Prognosen geben darf. Aber seien Sie versichert, es sind einige gute Deals dabei, die nicht nur ich, sondern auch die Kollegen sozusagen „zum Fliegen“ bringen werden und es wird dazu ja auch noch eine eigene neunte und letzte DHDL-Folge im Oktober geben, in der gezeigt wird, auf welchem Stand die Investitionen bisher sind.

Bilder © VOX/Severin Schweiger

Sehen Sie Judith Williams Dienstags um 20.15 auf VOX in #DHDL

Weitere Informationen über Judith Williams  finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Judith Williams für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

About Sabine Elsaesser

Sabine Elsässer ist seit 2008 Leitende Redakteurin des UNITEDNETWORKER. Seit Anfang der 1990ern bis zum Jahre 2007 hat Sie mit Ihrem Mann Markus Elsässer für verschieden Direct Selling Unternehmen große Internationale Vertriebsorganisationen aufgebaut. Seit einigen Jahren schlägt Ihr Herz für die Startup und Crowdfunding Szene, die Sie nicht nur durch die Magazine sondern auch als Investor und Mentor unterstützt.

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