Freitag, Mai 24, 2024
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So rekrutieren Unternehmen europäische Talente! 

Karrieresprungbrett Arabische Emirate – so rekrutieren Unternehmen europäische Talente! 

Für Wirtschaftsstärke und Luxusausstattung sind die Arabischen Emirate weltweit bekannt. Dabei speist sich der Reichtum der Region nicht allein aus dem Erdölverkauf, sondern auch die weltweite Personalrekrutierung trägt dazu bei. Das Potenzial europäischer Talente wird gerade von Tech-Unternehmen geschätzt. Ines Mokrani ist Expertin für Personalgewinnung und bildet Brücken zwischen Europa und den Arabischen Emiraten. Hier beschreibt sie, worauf Unternehmen beim Rekrutieren achten sollten.

Auf die Superreichen der Welt wirken Luxusmetropolen wie Dubai und Abu Dhabi schon lange wie ein Magnet. Mittlerweile sind die Vereinigten Arabischen Emirate jedoch nicht mehr nur für Urlaub, sportliche Großereignisse oder den Immobilienkauf bekannt, sondern auch wegen der Suche nach Fachkräften. Vor allem Europa haben die Recruiting-Abteilungen von aufstrebenden Unternehmen vom Golf im Blick. Der Blick in diese Richtung hat verschiedene Gründe. 

Daher kommt das große Interesse an Europa

Aus Sicht arabischer Unternehmen fallen zunächst die hervorragenden Qualifikationen europäischer Fachkräfte ins Gewicht. Die Berufsausbildungssysteme und die Universitäten aus Europa genießen einen guten Ruf. Zudem schätzt der arabische Arbeitsmarkt die vielfältigen Sprachkenntnisse und die kulturelle Offenheit der Menschen aus Europa. Durch die Anwerbung kreativer Köpfe aus Europa versuchen die Emirate neue Perspektiven und Ideen ins Land zu holen. Es geht den Unternehmen nicht allein um die Behebung eines Fachkräftemangels. Die modernen Unternehmer aus den Emiraten streben einen innovativen Wissenstransfer an. Sie möchten mehr Diversität in ihrem Betrieb, um sich für das 21. Jahrhundert aufzustellen und auf der ganzen Welt Kontakte zu pflegen. Um das zu schaffen, bieten sie Arbeitskräften aus der Europäischen Union attraktive Karrierewege. Aber wie lassen sich die klugen Köpfe der jungen Generation für die Arabischen Emirate am besten begeistern und wie gelingen Onboarding und langfristige Mitarbeiterbindung?

Arbeitgeberattraktivität und richtige Ansprache entscheiden

Wer Fachkräfte gewinnen will, muss auf verschiedene Dinge achten. Nach meiner Erfahrung spielen zwei Faktoren eine wesentliche Rolle: Einerseits kommt es auf die aktive Ansprache der richtigen Zielgruppe und die Arbeitgeberattraktivität an. Dabei ist es enorm wichtig, dass die Unternehmen von Anfang an auf das unterstützende Arbeitsumfeld hinweisen. Dies kann die Unterstützung bei der Beschaffung eines Visums, bei der Wohnungssuche und/ oder bei der Unterstützung von bürokratischen Angelegenheiten sein. Gleichzeitig sollte die Eingliederung vor Ort aktiv begleitet werden. Das gibt Bewerbern Sicherheit und nimmt ihnen die Angst vor einem Wechsel in eine andere Kulturregion. Andererseits kommt es auf einen bewussten Umgang mit kulturellen Unterschieden an. 

Vom interkulturellen Lernen profitieren beide Seiten

Kulturelle Unterschiede gibt es selbst bei der innereuropäischen Arbeitsmigration. Beim Wechsel in die Arabischen Emirate fallen sie noch stärker aus. Der Kommunikationsstil, Gepflogenheiten am Arbeitsplatz und das Geschlechterverhalten sowie der Umgang mit Hierarchien und Werten können zu Missverständnissen führen. Interkulturelles Lernen macht die neuen Arbeitskräfte mit der arabischen Kultur vertraut. Deshalb sind derartige Weiterbildungen ebenso wichtig wie Sprachkurse. Im Idealfall können beide Seiten profitieren. Die neuen Mitarbeiter lernen die Landeskultur kennen und das Unternehmen macht sich mit gesellschaftlichen Normen und dem Sozialverhalten der Europäer vertraut. Moderne Unternehmen aus den Emiraten sprechen gezielt jene Fachkräfte an, bei denen sie auf eine kulturelle Offenheit zählen können. Anschließend unterstützen sie das interkulturelle Lernen. Sie sehen darin nicht nur eine notwendige Verpflichtung, sondern auch einen Gewinn. Die Unternehmen möchten selbst lernen und diese Einstellung hat einen großen Einfluss auf ihr Recruiting.

Diese Pluspunkte ziehen qualifizierte Fachkräfte an

In den letzten Jahren habe ich beobachtet, dass viele arabische Unternehmen mittlerweile mehr Wert auf interkulturelle Offenheit legen als ihre europäischen Konkurrenten. Manche gewinnen ihr Personal über Kontakte mit Gesellschaften und Verbänden aus dem Bereich der interkulturellen Zusammenarbeit. Meine praktischen Handlungsempfehlungen beim Schlagen von Brücken zwischen Europa und den Emiraten sind diese: Unternehmen sollten zuerst unbedingt ein aktives Netzwerk in der Fachkräftegemeinschaft der EU aufbauen. Über dieses können sie geeignete Zielgruppen erkennen und die Bewerber persönlich ansprechen. Zweitens entscheidet sich der Wechsel in die Emirate nicht allein durch das gezahlte Gehalt. Entscheidend ist auch die Arbeitgeberattraktivität. Es kommt darauf an, eine positive Unternehmenskultur zu schaffen und diese bewusst zu zeigen. Benefits und Versprechen sollten passend zur europäischen Zielgruppe ausgewählt werden. Was sich dabei bewährt hat, ist: Unterstützung bei der Relokation ist Pflicht. Geschätzt werden flexible Arbeitszeitmodelle und Remote-Arbeitsoptionen. Angebote zur kulturellen Sensibilisierung sollte es am neuen Arbeitsplatz ebenso geben wie ein Mentoring-Programm und Karriereperspektiven für die Zukunft. Darüber hinaus werden die aktive Wertschätzung und die offene Kommunikationskultur geschätzt. Angebote für Feedbacks, interkulturelle Teambildung-Maßnahmen und das Fördern von Work-Life-Balance sind weiterhin sehr empfehlenswert.

Fazit und Ausblick

Über die letzten Jahre habe ich den Personalaufbau in zahlreichen Unternehmen begleitet. Für viele Fachkräfte ist der Umzug nicht nur zu einem Wechsel, sondern zum Aufstieg geworden. Da die Zielländer einen hohen Bedarf an europäischen Fachkräften mit unterschiedlichen Qualifikationen haben, gibt es vor Ort verlässliche Zukunftsperspektiven. Und selbst wer zu einem späteren Zeitpunkt nach Europa zurückkehren möchte, profitiert von der Karrierestation in den Arabischen Emiraten erheblich.

Autor: Ines Mokrani ist mit MatchMaker No.1 die treibende Kraft der auf den arabischen Markt spezialisierten Personalvermittlungsagenturen

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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