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KfW: Fachkräftemangel geht wegen schwacher Konjunktur zurück

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Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) (Archiv), via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Fachkräftemangel in Deutschland hat durch die Konjunkturschwäche zuletzt etwas abgenommen. Das geht aus dem neuen Fachkräftebarometer der staatlichen Förderbank KfW hervor, welches am Sonntag veröffentlicht wurde.

Im Oktober 2023 meldeten demnach 39 Prozent der Unternehmen eine Behinderung ihrer Geschäftstätigkeit durch fehlendes Fachpersonal – das waren vier Prozentpunkte weniger als im Juli 2023, dem Zeitpunkt der letzten Erhebung, und elf Prozentpunkte weniger als im Juli 2022. Trotz dieses deutlichen Rückgangs bleibe der Fachkräftemangel aber im historischen Vergleich immer noch auf sehr hohem Niveau und damit weiter eine Herausforderung für die Wirtschaft, so die KfW. Insgesamt sind kleine und mittlere Unternehmen ebenso häufig betroffen wie große, beide Größenklassen melden den Anteil von jeweils 39 Prozent. Regional bestehen erhebliche Unterschiede: So sind die Unternehmen in Ostdeutschland mit 44 Prozent mit Abstand am häufigsten durch Fachkräftemangel betroffen, die Unternehmen in Norddeutschland mit 33 Prozent dagegen am wenigsten. Durch die konjunkturelle Abschwächung hat sich die Fachkräfteknappheit vor allem in der Industrie erheblich verringert: 29 Prozent der Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe klagen derzeit über fehlendes Fachpersonal (Juli 2023: 35 Prozent, Juli 2022 45 Prozent) – das ist der niedrigste Wert unter den Hauptwirtschaftsbereichen. Bei den Dienstleistern ist der Anteil mit 45 Prozent am höchsten, im Handel melden 33 Prozent der Unternehmen einen Mangel an Fachkräften, wobei der Einzelhandel mit 39 Prozent deutlich stärker betroffen ist als der Großhandel (28 Prozent), im Bauhauptgewerbe sehen sich 29 Prozent der Unternehmen durch fehlende Fachkräfte in ihrer Produktion eingeschränkt.

Blickt man tiefer in die Branchen, so zeigt sich, dass aktuell besonders stark Rechts- und Steuerberater und Wirtschaftsprüfer einen Mangel an Fachkräften spüren: Mit 77 Prozent betroffener Unternehmen erreicht die Branche ihren bisherigen Höchstwert. Auch die Betriebe des Landverkehrs (Straße, Schiene) melden mit 64 Prozent einen Anteil weit über dem Durchschnitt. Mehr als 50 Prozent Betroffene waren es in der Gastronomie, im Beherbergungsgewerbe, unter Architektur- und Ingenieurbüros sowie in der Gebäude- und Gartenbetreuung. Stark nachgelassen hat der Fachkräftemangel dagegen unter anderem in der Textilindustrie (11 Prozent), der chemischen Industrie (16 Prozent), der Möbelherstellung (20 Prozent) und in der Automobilindustrie (26 Prozent).

Für das Fachkräftebarometer werden einmal pro Quartal rund 9.000 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Handel sowie Dienstleistungen befragt, darunter rund 7.500 Mittelständler. Basis sind Auswertungen der Ifo-Konjunkturumfragen.


Foto: Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Putin: Russland wird "niemals den Rückzug antreten"

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Wladimir Putin (Archiv), via dts NachrichtenagenturMoskau (dts Nachrichtenagentur) – Russlands Präsident Wladimir Putin hat seinen politischen Kurs für das kommende Jahr bekräftigt. Ohne die Ukraine wörtlich zu erwähnen, sagte er in seiner Neujahrsansprache, dass Russland „niemals den Rückzug antreten“ werde.

„Wir haben wiederholt bewiesen, dass wir in der Lage sind, die schwierigsten Probleme zu lösen“, sagte er. Es gebe keine Kraft, „die uns spalten, uns die Erinnerung und den Glauben unserer Väter vergessen lassen und unsere Entwicklung aufhalten kann“, fügte er hinzu. In diesem Zusammenhang sprach der russische Präsident auch von „Zusammenhalt“ in der russischen Bevölkerung und ergänzte, dass das multinationale Volk Russlands „ein Land, eine große Familie“ sei. Mit Blick auf das Jahr 2023 sagte er, dass man die nationalen Interessen „hart verteidigt“ habe, die russischen Soldaten lobte er als „Helden“.

Putin hatte bereits vor einigen Wochen die Kriegsziele seines Landes in der Ukraine bekräftigt und dabei die Behauptungen wiederholt, dass es um eine angebliche „Denazifizierung“ der Ukraine sowie einen „neutralen Status“ für das Land gehe. Eine neue Mobilisierungswelle soll es vorerst nicht geben. In Russland finden 2024 Präsidentschaftswahlen statt, eine Wiederwahl von Putin gilt als sicher.


Foto: Wladimir Putin (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Berliner Polizei fasst aus Maßregelvollzug ausgebrochene Männer

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Festnahme mit Handschellen (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Eine Woche nach dem Ausbruch von zwei Insassen des Maßregelvollzugs im Berliner Bezirk Reinickendorf sind beide Männer wieder gefasst worden. Das teilte die Polizei am Sonntag mit.

Weitere Details wurden zunächst nicht genannt. Die beiden Straftäter waren am vergangenen Sonntag in den frühen Morgenstunden aus dem Krankenhaus des Maßregelvollzugs in Wittenau ausgebrochen. Bei der Flucht wurden zwei Mitarbeiterinnen verletzt. Konkret hatte ein 34-jähriger Insasse eine 45-jährige Krankenschwester mit einer Pfanne angegriffen sowie ihre 53 Jahre alte Kollegin mit einem Messer attackiert.

Im Anschluss flüchtete der Angreifer mit einem weiteren Insassen von dem Gelände des Maßregelvollzugs. Nach dem Haupttäter hatte die Polizei zuletzt auch mit einem Foto gefahndet.


Foto: Festnahme mit Handschellen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Scholz sagt Ländern Unterstützung beim Hochwasser-Einsatz zu

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Überschwemmung am Fluss Aue in Niedersachsen, via dts NachrichtenagenturVerden (dts Nachrichtenagentur) – Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich bei einem Besuch in den Hochwassergebieten in Niedersachsen zuversichtlich zur derzeitigen Lage geäußert. Er wolle noch mal versichern, dass der Bund mit seinen Möglichkeiten den Ländern, den Landkreisen, den Bürgermeistern und allen, die vor Ort tätig seien, „zur Verfügung steht“, sagte er am Sonntag in Verden bei Bremen.

Er dankte allen Beteiligten für den „Gemeinschaftseinsatz“ und äußerte die Hoffnung, dass „wir alle gemeinsam die Konsequenzen so gering wie möglich halten können und dann gucken können, was wir danach machen“. Unter anderem hatte Scholz bei seinem Besuch einen Rundflug mit Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Landesinnenministerin Daniela Behrens (SPD) über die überschwemmten Gebiete unternommen. Weil bekräftigte am Sonntag, dass die Gefahrenlage noch nicht vorbei sei: „Wir müssen immer noch sehr vorsichtig sein. Überall haben wir Deichläufer, die unterwegs sind und schauen, dass die Deiche halten.“ Dafür könne man jede Unterstützung gut gebrauchen, so der Ministerpräsident.

Behrens mahnte unterdessen die Bürger, in der Silvesternacht „sensibel und vorsichtig“ zu sein, gerade was den Umgang mit Feuerwerk betreffe. „Denn die Hilfskräfte, die Einsatzkräfte, die Rettungsdienste sind mit dem Hochwasser beschäftigt.“ Und alles das, was weitere Problemlagen von ihnen fernhalten könne, halte auch die Hochwasserlage stabil. In diesem Zusammenhang kritisierte sie auch „Katastrophentourismus“.

Auch dieser fordere Feuerwehren und Polizei sehr und daher bitte sie auch alle, „dass man sich an die Lage anpasst und auch Absperrungen achtet und nicht dahin geht, wo man eigentlich diesmal nichts zu suchen hat“, so Behrens. Die Hochwasserlage ist in mehreren Teilen Deutschlands seit Tagen angespannt, neben Niedersachsen sind derzeit vor allem Sachsen-Anhalt, Thüringen und Nordrhein-Westfalen betroffen. Hintergrund sind heftige Niederschläge. Auch wenn sich die Wetterlage zuletzt etwas entspannt hatte, könnte neuer Regen in den kommenden Tagen wieder für steigende Pegel sorgen.

Zudem sind die Behörden in Niedersachsen wegen mehrerer aufgeweichter Deiche besorgt.


Foto: Überschwemmung am Fluss Aue in Niedersachsen, via dts Nachrichtenagentur

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Jahr 2024 hat am anderen Ende der Welt schon begonnen

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Flagge von Neuseeland (Archiv), via dts NachrichtenagenturAuckland (dts Nachrichtenagentur) – Für Neuseeland und einige weitere Staaten im Pazifik hat das Jahr 2024 begonnen. Bereits um 11:15 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ) wurde für die zu Neuseeland gehörenden Chathaminseln das neue Jahr eingeläutet, der Rest des Landes folgte 45 Minuten später.

Für die Bewohner des zu Kiribati gehörenden Atolls Kiritimati hatte 2024 sogar schon um 11 Uhr MEZ angefangen. In Neuseelands bevölkerungsreichster Stadt Auckland war am „Sky Tower“ das vermutlich größte Feuerwerk des Landes mit 500 Kilogramm Zündmaterial vorbereitet. Hier konnten die „Kiwis“ bei 19 Grad und leichtem Regen feiern. In Sydney beginnt das neue Jahr um 14 Uhr deutscher Zeit, Tokio folgt um 16 Uhr.

Auf Hawaii müssen sich die Bewohner noch etwas länger gedulden: Hier begann um 11 Uhr deutscher Zeit erst der 31. Dezember.


Foto: Flagge von Neuseeland (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Geywitz lehnt Verschärfung des Bauzwangs ab

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Neubau mit Wärmepumpe (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bauministerin Klara Geywitz (SPD) will das Baugebot im Baugesetzbuch nicht verschärfen. „Wir analysieren regelmäßig den Bauüberhang, also welche Wohnungen geplant sind, aber noch nicht gebaut wurden. Und nach unseren Zahlen ist es kein Massenphänomen, dass etwas geplant, aber dann nicht gebaut wird“, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

„Wenn es doch vorkommt, sind die Städte mit städtebaulichen Verträgen auch jetzt schon in der Lage, dagegen vorzugehen. Da sehe ich keinen dringenden Handlungsbedarf.“ Nötig sei allerdings, zusätzliches Bauland zu mobilisieren – „das gehen wir an“, so Geywitz.

Der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Helmut Dedy, hatte vor wenigen Tagen verlangt, die Regelungen zum Baugebot konsequent zu vereinfachen: Die Städte sollten dieses Instrument – das es ihnen ermöglicht, Grundstückseigentümer zum Bauen zu zwingen – „deutlich leichter anwenden können“. Bisher muss das Baugebot für jeden Einzelfall begründet werden. „Es wäre ein großer Fortschritt, wenn Städte Baugebote gleich für ein bestimmtes Gebiet festlegen können“, sagte der Hauptgeschäftsführer den Funke-Zeitungen. Zugleich reklamierte Dedy für die Städte ein Vorkaufsrecht für alle Grundstücke im Stadtgebiet: „Für den Wohnungsbau, aber auch für Transformationsprojekte wie Verkehrswende, Wärmewende und die Klimaanpassung brauchen wir Flächen“, sagte er.

„Da können wir es uns nicht leisten, dass Grundstücke jahrelang brachliegen.“ Dafür zeigte sich Geywitz grundsätzlich offen: „Das Vorkaufsrecht der Kommunen für Grundstücke soll in der Novelle des Baugesetzbuches deutlich gestärkt werden“, sagte sie. „Diese Novelle ist gerade in der Frühkoordinierung der Bundesregierung und soll 2024 kommen.“


Foto: Neubau mit Wärmepumpe (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Grimm für "Pragmatismus" bei Arbeitsmarktvermittlung von Ukrainern

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Ankunft von Flüchtlingen aus der Ukraine in Deutschland (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm fordert größere Anstrengungen, um Geflüchtete aus der Ukraine auf dem Arbeitsmarkt zu vermitteln. „Die Menschen, die aus der Ukraine zu uns gekommen sind, sollten wir schneller in Arbeit bringen“, sagte die Ökonomin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

„Es dürfte oft daran scheitern, dass die Arbeitgeber bei den notwendigen Sprachkenntnissen zu anspruchsvoll sind. Hier ist mehr Pragmatismus gefragt.“ Zugleich lobte Grimm die Pläne von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD), Job-Verweigerern das Bürgergeld bis zu zwei Monate ganz zu streichen, als Schritt in die richtige Richtung. „Es muss klare Priorität haben, die Menschen in Arbeit zu bringen, aber diejenigen abzusichern, die trotz allem nicht in Arbeit kommen“, sagte die Ökonomin.

Nicht nur aufgrund des Arbeitskräftemangels sei das der richtige Weg. Die Spielräume dürften enger werden in den kommenden Jahren, sagte Grimm und verwies auf „niedriges Wachstum“ und eine „veränderte Sicherheitslage“.


Foto: Ankunft von Flüchtlingen aus der Ukraine in Deutschland (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Bauernpräsident will höhere Preise

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Joghurt in einem Supermarktregal (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bauernpräsident Joachim Rukwied spricht sich für höhere Preise von Lebensmitteln aus. „Wir Bauern brauchen einen höheren Preis, weil auch unsere Kosten sehr stark gestiegen sind“, sagte Rukwied der „Rheinischen Post“.

Derzeit seien die Agrarmärkte global knapp versorgt: „Wenn die Verbraucher hochwertige, heimische Erzeugnisse genießen wollen, müssen sie bereit sein, dafür etwas mehr zu bezahlen“, ergänzte er. Zugleich kritisierte der Bauernpräsident das Vorgehen der Ampel beim geplanten Stallumbau: Die Bauern brauchten Planungssicherheit – die Koalition habe den Umbau der Tierhaltung voranbringen wollen, „aber finanzieren will sie ihn nicht“. In den letzten zehn Jahren habe bereits etwa die Hälfte der Schweinehalter den Betrieb eingestellt. Das könne so nicht weitergehen.

„Das Resultat ist dann, dass in Zukunft mehr Fleisch und Wurstwaren aus dem Ausland kommen werden. Dieser Trend muss gestoppt werden“, sagte Rukwied.


Foto: Joghurt in einem Supermarktregal (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Ein recht gutes Jahr 2023

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Wirtschaft Welt Investment Konsens Jahr

Ein aktueller Investmentausblick „The Globe“ von Eurizon:

Das Jahr 2023 begann mit einem sehr klaren Ziel: Die Inflation sollte sinken, möglicherweise sogar auf Kosten einer weltweiten Rezession. Alles in allem können wir sagen, dass sich die Dinge zum Guten gewendet haben: Die Inflation ging zurück, zu einer Rezession kam es nicht.

Die Inflation hatte in der zweiten Jahreshälfte 2020 begonnen, als die Wirtschaft nach der ersten Corona-Welle wieder in Gang gekommen war. Die Inflationshöchststände waren im Juni 2022 in den USA mit 9,1 % und im Oktober 2022 in der Eurozone mit 10,6 %. Das Jahr 2023 endet nun mit einer jährlichen Inflation von 3,1 % in den USA und 2,4 % in der 8.0 Eurozone.

Es stimmt zwar, dass wir formell noch nicht bei den von den Zentralbanken als Ziel angegebenen 2 % Kerninflation angelangt sind. Auch ist es zutreffend, dass die Kerninflation langsamer zurückgeht und derzeit bei 4,0 % in den USA und 3,6 % in der Eurozone liegt. Aber es ist unbestreitbar, dass der Trend hin zu einem stabilen Preisumfeld bereits in vollem Gange ist.

Betrachtet man die Rohstoffpreise, die seit einigen Monaten stabil sind, und die Wirtschaftstätigkeit, die sich nach den Exzessen in der Zeit nach der Corona-Krise normalisiert hat, besteht kein Grund zu der Annahme, dass der Disinflationsprozess in den kommenden Monaten aufgehalten werden könnte.

Die eigentliche Überraschung im Jahr 2023 war die Widerstandsfähigkeit des Wirtschaftswachstums, insbesondere das der USA.

Die befürchtete und von vielen vorhergesagte weltweite Rezession ist nicht eingetreten. Die düsteren Prognosen Ende 2022 hatten den Fokus zu sehr auf die Straffung der Geldpolitik gelegt und dabei unterschätzt, dass die Fiskalpolitik die Wirtschaft förderte – und dies auch weiterhin tut. Außerdem hat die sinkende Inflation seit der zweiten Jahreshälfte dazu geführt, dass die Kaufkraft der Verbraucher wieder gestiegen ist, was die Konjunktur gestützt hat.

Die Stärke der US-Wirtschaft ist wirklich erstaunlich. Ende 2022 lag die Konsensschätzung für das Wachstum im Jahr 2023 nur wenige Dezimalstellen über Null. Diese Zahl wurde systematisch nach oben korrigiert, sodass das Wachstum im Jahr 2023 in der Größenordnung von 2,4 % liegt.

Eine ausgewachsene Rezession konnte auch in der Eurozone vermieden werden. Allerdings war die Wachstumsabschwächung hier deutlich spürbar. Die Lage war nicht so schlimm wie bei der Schätzung Ende 2022, bei der ein Negativwachstum prognostiziert wird. Allerdings war die Entwicklung im Jahr 2023 kaum positiv. Für positive Überraschungen sorgten lediglich die ersten Monate des Jahres. Seit dem Frühjahr überwiegt die konjunkturelle Abkühlung.

Die Schwäche der Eurozone im Vergleich zur Stärke der USA hängt vor allem mit der mangelnden wirtschaftlichen Wachstumsbeschleunigung in China und dem Welthandel zusammen.

Es ist zwar richtig, dass die Binnennachfrage in der Eurozone im Vergleich zu den Zyklen vor der Corona-Krise mehr Unterstützung durch die Finanzpolitik erfährt. Aber die Eurozone ist nach wie vor sehr stark von den Exporten und damit von der Entwicklung des Welthandels abhängig.

So gesehen ist die Tatsache, dass Chinas Wirtschaftswachstum geringer ausfiel als erwartet, ein negativer Faktor. Es ist jedoch anzumerken, dass China das Wachstumsziel der Regierung von 5 % erreicht hat, ohne eine V-förmige Erholung zu erleben, wie sie die USA und Europa in der Zeit nach der Corona-Krise erlebt hatten. Und alles in allem trug die Entscheidung der chinesischen Regierung für eine moderate Entwicklung dazu bei, den Rückgang der weltweiten Inflation zu beschleunigen.

Mit Blick auf die Zukunft ist es erfreulich, dass sich die Indikatoren für den Welthandel Ende 2023 nach zwei Jahren des Rückgangs stabilisieren. Es ist anzunehmen, dass sich der Konjunkturzyklus nach den Exzessen der Jahre 2021/2022, die 2023 abgebaut wurden, nun wieder normalisiert.

Im Jahr 2023 haben die Zentralbanken die 2022 begonnenen Maßnahmen abgeschlossen.

Die Fed hob die Zinsen 2023 viermal an (+100 BP) und beendete damit eine Serie von elf Zinserhöhungen, die im März 2022 begonnen hatte. Insgesamt stiegen die Fed Funds von 0,25 % auf 5,5 %.

Bei der EZB liegt der Einlagenzins, der im Juli 2022 mit -0,5 % negativ war, jetzt bei 4,0 %. Das bedeutet eine Erhöhung um 450 BP, aufgeteilt in zehn Schritte, davon sechs im Jahr 2023 (+200 BP).

Angesichts der aggressiven Geldpolitik der Zentralbanken war das Jahr für die Anleihemärkte erneut sehr volatil. Nach einem durch sinkende Inflation und Befürchtungen einer weltweiten Rezession geprägten Jahresbeginn, der im März durch die Spannungen um die US- Regionalbanken ausgelöst wurde, stiegen die Zinssätze zwischen Frühjahr und Herbst wieder an. Sie erreichten sowohl bei kurzen als auch bei längeren Laufzeiten die Höchststände von 2022. Zwischen Oktober und Dezember fielen sie dann aufgrund der sinkenden Inflation und der akkommodierenden Haltung der Zentralbanken schnell wieder.

Die absolute Rendite von Staatsanleihen im Jahr 2023 ist positiv, sogar für US-Anleihen.

Sie erlebten die größte Zinserhöhung. Die Volatilität war jedoch das zweite Jahr in Folge extrem hoch und lag weit über den historischen Werten für Anleihemärkte. Es ist zu hoffen und sogar wahrscheinlich, dass die für 2024 erwartete Korrektur der Inflation und des Wirtschaftswachstums die Volatilität an den Anleihemärkten auf ein für diese Finanzanlagen typisches Niveau zurückführt.

Erstaunlicherweise erzielten die ebenfalls sehr volatilen Anleihemärkte der Eurozone eine bessere absolute Rendite als die USA, obwohl die EZB die Zinsen im Jahr 2023 stärker anhob als die Fed (200 BP gegenüber 100 BP). Der Grund dafür ist die Verlangsamung der Wirtschaft in der Eurozone. Dadurch wurde der Anstieg der Anleihezinsen unabhängig von den Maßnahmen der EZB effektiv gebremst.

Auch die italienischen Anleihezinsen unterliegen starken Schwankungen, aber die absolute Rendite seit Jahresbeginn ist weitgehend positiv, auch dank der Bestätigung der Ratings durch die Agenturen im Herbst.

Die absoluten Renditen der Spread-Märkte, die einerseits die Volatilität der zugrundeliegenden Staatszinsen übernahmen, andererseits aber vor den 2022 stark ausgeweiteten Spreads geschützt waren, fielen deutlich positiv aus.

Die Fälligkeitssätze für die risikoreicheren Komponenten, High Yield und Emerging Markets, erreichten im Vergleich zu 2022 keine neuen Höchststände, da der Anstieg der zugrundeliegenden Staatszinsen durch die Verengung der Spreads mehr als ausgeglichen wurde. Zu verdanken ist dies der unerwartet robusten Wirtschaftsentwicklung.

Obwohl sich die Spreads von Investment- Grade-, Hochzins- und Schwellenländeranleihen 2023 zusammenzogen, liegen sie immer noch über den typischen Niveaus am Ende des Zyklus. Das macht sie im Jahr 2024 attraktiv.

Die Aktienmärkte entwickeln sich eindeutig positiv.

Die Gesamtindizes der USA und der Eurozone machten fast alle ihre Verluste aus dem Jahr 2022 wieder wett. Die Bilanz für die Schwellenländermärkte fällt ebenfalls positiv aus, aber deutlich bescheidener, was vor allem auf die Schwäche des chinesischen Aktienmarktes zurückzuführen ist.

In den USA und der Eurozone konzentrierte sich der Anstieg vor allem auf den Technologiesektor. Aber auch der zyklische Konsum und Industriewerte schnitten gut ab, was auf positive Erwartungen hinsichtlich der Fortsetzung des globalen Wirtschaftszyklus hindeutet. In der Eurozone war die Entwicklung des Finanzsektors dank der Rückkehr der Zinssätze in den positiven Bereich ebenfalls positiv.

Vor dem Hintergrund stagnierender Gewinne in den USA und eines bescheidenen Wachstums in Europa stiegen die Aktienkurse an. Infolgedessen sind die Bewertungen zwar höher als Ende 2022, aber aus mittelfristiger Sicht immer noch attraktiv.

Mit Blick auf das Jahr 2024 ist die Fortsetzung des globalen Konjunkturzyklus angesichts einer moderaten Inflation und der Aussicht auf niedrigere Leitzinsen günstig für die Unternehmen und kann die Aktienkurse stützen.

Im Jahr 2023 scheint der Dollar/Euro-Wechselkurs zwischen 1,05 und 1,13 zu schwanken, ohne eine klare Richtung einzuschlagen. Auch 2024 könnte sich für die Währung als richtungsweisend erweisen, da der US-Dollar zwei gegenläufigen Trends unterliegt:

  • Die US-Wirtschaft wird voraussichtlich stärker wachsen als andere entwickelte Volkswirtschaften, was die US-Währung unterstützt.
  • Andererseits begünstigt die Fortsetzung des globalen Wirtschaftszyklus in einem Kontext geringerer Unsicherheit in der Regel andere Währungen als den US-Dollar.

Ein recht gutes Jahr 2023

Foto von Colin Behrens auf Pixabay

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ETF Trends 2024: Aktive Anleihen-ETFs werden steigende Kapitalzuflüsse verzeichnen

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ETF, UCITS
Foto von Jason Xavier (Quelle: Franklin Templeton)

Jason Xavier, Head of EMEA ETF Capital Markets bei Franklin Templeton, erläutert die Trends, die er für 2024 erwartet.

1. Aktive Anleihen-ETFs werden steigende Kapitalzuflüsse verzeichnen

Vor dem Hintergrund eines sich andeutenden drohenden Abschwungs werden nach unserer Überzeugung in diesem Jahr Anleihen wieder in den Blickpunkt rücken, insbesondere die Aspekte Duration und Kreditwürdigkeit. Aus diesem Grund dürften Anleihen-ETFs, die eine längere Duration und eine bessere Bonität bieten, im Jahr 2024 aus unserer Sicht den größten Anteil an den Nettozuflüssen verzeichnen.

2. Ein selektives Vorgehen bei den Schwellenländern könnte zu Outperformance beitragen. Daher dürften Schwellenländer-ETFs für einzelne Länder einen Zuwachs des verwalteten Vermögens (AUM) verzeichnen.

Erstens dürften ausgesuchte Schwellenländer, die sowohl mit dem Binnen- als auch dem Exportwachstum verzahnt sind, für eine Outperformance gut aufgestellt sein. Zweitens sollte man sich vor dem Gegenargument hüten, dass es in einem von Risikobereitschaft geprägten Umfeld potenziell bessere Möglichkeiten als Anlagen in Schwellenländern gibt, wie z. B. hochwertige Anleihen, die Glorreichen Sieben oder den dominierenden, wachstumslastigen S&P 500 Index.

Hinsichtlich der Länderauswahl muss der Schwerpunkt auf Märkte mit Wert- und Wachstumspotenzial gelegt werden, die sogenannten „Rohdiamanten“. In Bezug auf technologielastige Schwellenländer wie z. B. Taiwan und Südkorea, die aufgrund ihrer starken Präsenz in der Halbleiterbranche gut aufgestellt sind, um von den Impulsen durch die Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) zu profitieren, sind wir optimistisch.

3. Wachstum, Themenbezug und Technologie: Thematische, wachstumsorientierte ETFs werden kräftige Zuflüsse verzeichnen.

Mithilfe thematischer Investments können Anleger diese langfristigen strukturellen Trends erfassen und Bereiche des Marktes ins Visier nehmen, die dieses Wachstum in Sektoren anführen, die gerade einen monumentalen Wandel erleben. Im Gesundheitssektor beispielsweise kommen derzeit neue präventive Methoden und Verfahren für die Vermeidung von Krankheiten sowie innovative Technologien für den Einsatz in Operationssälen auf – und all dies vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung.

Darüber hinaus genießen neu entstehende Technologien Priorität, mit denen die großen Bedrohungen für die Welt infolge der Auswirkungen des Klimawandels (Dürre/Hunger) bekämpft werden können. Häufig unterstützen diese thematischen Chancen das Wachstum nicht nur in quartären Sektoren wie etwa KI und Technologie, sondern lösen strukturelle Veränderungen in primären und tertiären Sektoren wie etwa Lebensmitteln und Gesundheit aus.

ETF Trends 2024: Aktive Anleihen-ETFs werden steigende Kapitalzuflüsse verzeichnen

Foto von Jason Xavier (Quelle: Franklin Templeton)

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