Mittwoch, Februar 11, 2026
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Zwei Drittel der Unternehmen sehen sich als Nachzügler bei KI

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Rund zwei Drittel (64 Prozent) der deutschen Unternehmen sehen sich als Nachzügler bei KI. Das geht aus einer Befragung des IT-Branchenverbands Bitkom hervor, welche am Montag veröffentlicht wurde.

Rund jedes fünfte (22 Prozent) Unternehmen glaubt dagegen, den Anschluss bei KI verpasst zu haben. Lediglich zehn Prozent sehen sich als KI-Vorreiter. Ralf Wintergerst, Präsident von Bitkom, sagte zur Befragung, dass viele Unternehmen sich mit rechtlichen Unsicherheiten konfrontiert sähen, etwa was Fragen des Datenschutzes oder der Umsetzung des AI Acts angehe. Man brauche auch von der Politik einen Perspektivwechsel: weniger Regulierung und mehr Innovation, so Wintergerst.

Für die Erhebung von Bitkom Research wurden 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland befragt. Die Befragung fand im Zeitraum der zweiten bis siebenten Kalenderwoche 2025 statt.


Foto: Roboter (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Importpreise legen zu

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Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Die Importpreise in Deutschland sind im Februar um 3,6 Prozent höher gewesen als im Vorjahresmonat. Dies war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahr seit Januar 2023 (+5,3 Prozent gegenüber Januar 2022), wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mitteilte. Im Januar hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +3,1 Prozent gelegen, im Dezember 2024 bei +2,0 Prozent.

Die Exportpreise lagen unterdessen um 2,5 Prozent über dem Stand von Februar 2024. Dies war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahr seit März 2023 (+3,3 Prozent im Vergleich zu März 2022). Im Januar hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +2,4 Prozent gelegen, im Dezember 2024 bei +1,8 Prozent. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Exportpreise um 0,3 Prozent.

Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung der Importpreise im Februar 2025 hatte der Anstieg der Preise für Konsumgüter um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (+0,3 Prozent gegenüber Januar). Die Preise für importierte Verbrauchsgüter lagen hier um 5,2 Prozent über denen von Februar 2024, Gebrauchsgüter waren 2,1 Prozent teurer.

Bei den Verbrauchsgütern musste insbesondere für Nahrungsmittel mit +11,2 Prozent deutlich mehr bezahlt werden als im Februar 2024. Mehr kosteten dabei vor allem Süßwaren (+61,7 Prozent), Orangensaft (+40,1 Prozent), Apfelsaft (+33,6 Prozent), Geflügelfleisch (+27,2 Prozent), Rindfleisch (+20,7 Prozent) sowie Milch und Milcherzeugnisse (+13,7 Prozent).

Bei den Süßwaren lag die Teuerung hauptsächlich an den gestiegenen Preisen für Kakaobutter, Kakaofett und Kakaoöl (+119,4 Prozent) und an den höheren Preisen für Schokolade und andere Süßwaren (+34,7 Prozent), so die Statistiker.

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen im Februar 2025 um 13,7 Prozent über denen des Vorjahresmonats (-0,4 Prozent gegenüber Januar). Insbesondere Rohkakao war deutlich teurer als vor einem Jahr (+76,4 Prozent), gegenüber dem Vormonat fielen die Preise hier um 7,0 Prozent.

Rohkaffee war um 69,8 Prozent teurer als im Februar 2024 und 2,0 Prozent teurer als im Januar. Dagegen waren unter anderem Speisezwiebeln (-39,3 Prozent) und lebende Schweine (-27,1 Prozent) preiswerter als vor einem Jahr.

Auch importierte Energie war teurer als im Februar 2024 (+9,8 Prozent). Gegenüber Januar stiegen die Preise hier im Durchschnitt um 0,7 Prozent.

Die Einfuhrpreise für elektrischen Strom stiegen gegenüber Februar 2024 um 111,7 Prozent (+13,7 Prozent gegenüber Januar), für Erdgas lagen sie 40,5 Prozent über denen von Februar 2024 (+4,2 Prozent gegenüber Januar).

Günstiger als im Februar 2024 waren dagegen importierte Steinkohle (-17,4 Prozent), Mineralölerzeugnisse (-6,8 Prozent) und rohes Erdöl (-6,1 Prozent). Gegenüber dem Vormonat verbilligte sich Steinkohle um 4,5 Prozent. Preiswerter wurden im Vergleich zu Januar auch Erdöl mit -3,6 Prozent und Mineralölerzeugnisse mit -0,4 Prozent.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im zweiten Monat des Jahres um 3,0 Prozent höher als im Februar 2024. Gegenüber Januar stiegen sie um 0,3 Prozent. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 4,4 Prozent über dem Stand von Februar 2024 und um 0,4 Prozent über dem Stand von Januar.

Die Preise für Vorleistungsgüter lagen um 2,9 Prozent über denen des Vorjahresmonats (+0,5 Prozent gegenüber Januar), für Investitionsgüter waren sie 0,5 Prozent höher als im Vorjahresmonat (unverändert gegenüber Januar).


Foto: Containerschiff in Wilhelmshaven (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Einzelhandel macht mehr Umsatz

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Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Der Umsatz der Einzelhandelsunternehmen in Deutschland ist im Februar 2025 gegenüber Januar kalender- und saisonbereinigt sowohl real als auch nominal um 0,8 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen am Montag mit.

Im Januar verzeichnete der Einzelhandelsumsatz gegenüber Dezember nach Revision der vorläufigen Ergebnisse einen Zuwachs von real 0,7 Prozent (vorläufiger Wert: +0,2 Prozent) und nominal von 0,6 Prozent (vorläufiger Wert: +0,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat Februar 2024 wuchs der Umsatz real um 4,9 Prozent und nominal um 5,9 Prozent.

Der Umsatz im Einzelhandel mit Lebensmitteln stieg im Februar 2025 kalender- und saisonbereinigt real um 0,8 Prozent und nominal um 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnete der Umsatz einen Anstieg von real 3,3 Prozent und nominal 5,7 Prozent.

Der kalender- und saisonbereinigte Umsatz im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln legte im Januar gegenüber dem Vormonat real um 0,6 Prozent und nominal um 0,5 Prozent zu. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wuchsen die Umsätze real um 5,2 Prozent und nominal um 5,5 Prozent.

Im Internet- und Versandhandel verzeichnete der Umsatz im Februar 2025 einen Zuwachs von real 1,0 Prozent und nominal 0,8 Prozent zum Vormonat und lag damit real 15,4 Prozent und nominal 14,7 Prozent über dem Umsatz des Vorjahresmonats.


Foto: Büroartikel-Geschäft (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Trump schließt dritte Amtszeit nicht aus

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Washington (dts Nachrichtenagentur) – US-Präsident Donald Trump schließt die Möglichkeit einer dritten Amtszeit im Weißen Haus nicht aus. Es gebe „Methoden“, dies zu erreichen, sagte er dem Sender NBC News. Er fügte hinzu, dass er „nicht scherze“.

„Viele Leute wollen, dass ich es tue“, so Trump. „Aber ich meine, ich sage ihnen, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben, es ist noch sehr früh in der Regierung.“ Er konzentriere sich derzeit auf die aktuelle Situation. Auf die Frage, ob er eine weitere Amtszeit wolle, antwortete der Präsident: „Ich arbeite gerne.“ Aber es sei noch viel zu früh, um über eine dritte Amtszeit nachzudenken.

Nachgefragt nach möglichen Methoden, um eine dritte Amtszeit zu ermöglichen, ging es unter anderem um ein mögliches Szenario, in dem Vizepräsident JD Vance kandidieren und dann das Amt an ihn übergeben könnte. Weitere Details wollte er jedoch nicht preisgeben. Die Verfassung der Vereinigten Staaten verbietet eine dritte Amtszeit, es sei denn, sie wird durch eine Verfassungsänderung aufgehoben.


Foto: Donald-Trump-T-Shirts (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Airbus will Teile des neuen europäischen Luftkampfsystems früher

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Taufkirchen (dts Nachrichtenagentur) – Der Chef des Rüstungskonzerns Airbus Defence and Space, Michael Schöllhorn, will das europäische Kampfjetprojekt FCAS (Future Combat Air System) umbauen, um schneller unabhängig von US-Rüstungsgütern zu werden. „Wir sollten die autonomen Flugkörper und ihre Vernetzung schneller entwickeln und spätestens 2029 an den Markt bringen“, sagte der Airbus-Manager dem „Spiegel“.

„Wenn wir es jetzt nicht schaffen, die Kräfte für ein europäisches Luftkampfsystem der sechsten Generation zu bündeln, wann dann“, so Schöllhorn. Europa solle in einigen Jahren nicht wieder in die Verlegenheit geraten, auf ein US-System zurückgreifen zu müssen, „weil wir es nicht geschafft haben, rechtzeitig unsere eigene Lösung zu entwickeln“.

FCAS steht für einen Systemverbund mit bemannten Flugzeugen, Drohnen und vernetzter Gefechtsführung und soll 2040 fertiggestellt werden. Eine Abbestellung der US-F-35-Kampfflugzeuge, die die Bundesregierung für den möglichen Einsatz von Atomwaffen im Kriegsfall bestellt hat, hält Schöllhorn indes „für Unsinn“. Zum Zeitpunkt der Bestellung habe es keine Alternative dazu gegeben, weil man den Eurofighter nicht frühzeitig für die atomare Teilhabe befähigt habe. „Allerdings sollten wir die restlichen Tornados nicht durch F-35-Flugzeuge ersetzen.“

Mehr Unabhängigkeit fordert Schöllhorn auch in der Raumfahrt, wo man zu stark von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX und dem Satellitensystem Starlink abhänge. „Da müsste Europa künftig wesentlich mehr investieren, der Krieg der Zukunft wird auch im Weltall ausgetragen.“ Es müsse das Ziel sein, auch bei den Trägerraketen, die Satelliten ins All bringen, bis 2029 unabhängig zu werden, dabei könnten neben der Ariane und der kleineren Trägerrakete Vega auch neue Mini-Raketen ihren Beitrag leisten.

Im Bereich der Satelliten-Kommunikation müsse Europa „einen eigenen Weg finden und nicht einfach kopieren, was Amerikaner oder Chinesen machen“. Man solle Zug um Zug eine effektive Satellitenkonstellation bauen, statt „einen teuren und überbordenden Big-Bang-Ansatz“ zu verfolgen. Er verstehe nicht, „warum man mit der Entwicklung der europäischen Satellitenkonstellation Iris2, die für eine flächendeckende Internetanbindung sorgen könnte, nicht schon vor drei Jahren angefangen hat“.


Foto: Airbus-Logo (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Juso-Chef: "Wehr- oder Dienstpflichten sind Scheinlösungen"

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Juso-Vorsitzende Philipp Türmer lehnt sowohl eine Wehrpflicht als auch einen „Freiheitsdienst“ nach Vorstellung der Grünen kategorisch ab.

„Wehr- oder Dienstpflichten sind Scheinlösungen“, sagte er dem Nachrichtenmagazin POLITICO. „Die Bundeswehr braucht keine 18-Jährigen, die gerade so ein Sturmgewehr halten können. Im 21. Jahrhundert braucht sie hochspezialisierte Kräfte. Die Bundeswehr muss deshalb attraktiver werden“, forderte Türmer.

Darüber hinaus gehe es nicht nur um die Wehrfähigkeit – auch andere Bereiche müssten aufgewertet werden, sagte Türmer: „Personallöcher mit einer Pflicht zu stopfen, funktioniert nicht. Egal ob Pflege, Kita oder Bundeswehr: Wir brauchen gute Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen statt Zwangsdienste für Jugendliche.“


Foto: Philipp Türmer (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Deutsche Wirtschaft sorgt sich wegen Trump um wichtigen Daten-Deal

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat vor großen Unsicherheiten für Unternehmen gewarnt, sollte US-Präsident Donald Trump die Rechtsgrundlage für den Datentransfer zwischen der EU und den USA kippen.

„Ein verlässlicher und rechtssicherer transatlantischer Datenverkehr ist für die deutsche Industrie unerlässlich“, sagte BDI-Geschäftsführungsmitglied Iris Plöger dem „Handelsblatt“ (Montagsausgabe). Sollte das sogenannte EU-US-Data-Privacy-Framework scheitern, „hätte das für Unternehmen und Behörden verheerende Folgen und würde zu großem Zusatzaufwand und Rechtsunsicherheit führen“.

Das derzeitige Abkommen zwischen Brüssel und Washington stützt sich auf Zusagen der US-Regierung, die der damalige Präsident Joe Biden mit einer sogenannten Executive Order gegeben hat. Trump hatte allerdings nach seinem Amtsantritt angekündigt, alle Dekrete seines Vorgängers auch unter sicherheitspolitischen Gesichtspunkten zu überprüfen. Auch die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) befürchtet daher „gravierende Folgen“, sollte Trump das bestehende Abkommen kippen. „Unternehmen aller Größen stünden vor Rechtsunsicherheiten und teilweise Haftungsrisiken“, sagte DIHK-Chefjustitiar Stephan Wernicke dem „Handelsblatt“.

Die schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Marit Hansen sieht die EU-Kommission am Zug, sich „kurzfristig“ zu positionieren. Es könnte aus ihrer Sicht aber auch „einen Unterschied machen, wenn sich die US-amerikanische Digitalwirtschaft aus eigenem Interesse für das Datenschutzabkommen einsetzen würde“, sagte sie dem „Handelsblatt“. Unabhängig davon riet Hansen betroffenen Firmen, sich vorausschauend mit „Exit-Strategien“ zu beschäftigen.

Dafür plädiert auch BDI-Expertin Plöger. „Unternehmen sind gut beraten, zusätzliche Vorkehrungen für den Datentransfer in die USA zu treffen“, sagte sie. Sie schlug eine Absicherung durch die Standardvertragsklauseln der EU-Kommission vor. Die Klauseln sollen helfen, die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu erfüllen. Sie enthalten verschiedene Verpflichtungen. Zum Beispiel müssen beide Seiten „geeignete technische und organisatorische Maßnahmen“ ergreifen, um die Sicherheit der Daten zu gewährleisten.


Foto: Junge Leute mit Laptop (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

EVP-Chef: Trump-Pläne zerstören "Idee des freien Welthandels"

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Straßburg (dts Nachrichtenagentur) – Die Europäische Union braucht im Zollstreit nicht vor den USA zurückzuschrecken, findet EVP-Chef Manfred Weber.

„Wir wollen keinen Handelskrieg, aber auch wir können hart reagieren“, sagte er den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. „Was Trump plant, zerstört aber die Idee des regelbasierten, freien Welthandels, der uns als Deutsche, als Bayern in den letzten 30 Jahren reich gemacht hat.“ Europa müsse Trump deutlich machen, dass er ein „Spiel mit dem Feuer“ betreibe.

„Wenn Trump verstärkt auf europäische Güter schaut, werden wir verstärkt auf die amerikanischen Dienstleistungen schauen“, erklärte Weber. „Wir Europäer sind gut bei Produkten, haben deshalb mit den USA einen Handelsüberschuss bei Produkten. Dagegen will Trump mit seinen Zöllen vorgehen. Auf der anderen Seite sind die Amerikaner stark bei Dienstleistungen, insbesondere den Digitalkonzernen: beispielsweise Apple, Google, Facebook – sie verdienen jede Menge Geld bei uns, leisten aber kaum einen Beitrag zur Finanzierung in Europa.“

Mit der EU-Entscheidung, 800 Milliarden Euro für die Verteidigung aufzuwenden, nehme Europa „das Schicksal in die eigene Hand“, sagte Weber. „Spätestens 2030 muss Europa in der Lage sein, sich eigenständig zu verteidigen. Gemeinsame Beschaffung, gemeinsame Rüstungsprojekte sind dafür fundamental.“ Bayern werde davon als starker Rüstungsstandort profitieren.

„Europa braucht Verteidigungssysteme für Drohnen an der Außengrenze und eine gemeinsame Satellitenüberwachung, damit wir nicht mehr von den Amerikanern abhängig sind“, erklärte Weber. „Bei diesen Themen muss Europa jetzt gemeinsam agieren.“ Da Europa „im Innern fragil“ sei, bereite es Weber Sorge, dass eine europäische Armee derzeit nicht im Fokus stehe.

„Es muss uns gelingen, jetzt bei der Verteidigung eine Architektur aufzubauen und Europa so zu strukturieren, dass das nicht mehr rückabwickelbar ist“, so Weber. Es müsse gelingen, Europa bei der Verteidigung „so zusammenzuschweißen, dass dieses Europa langfristig, nachhaltig, gemeinsam seine Verteidigung organisieren kann. Historische Zeiten brauchen historische Antworten.“

Auf die Frage, ob Europa eigene Atombomben zur Abschreckung brauche, meinte Weber: „Wir müssen das Angebot von Emmanuel Macron annehmen, die französische Atomwaffe zu europäisieren. Da bin ich Friedrich Merz sehr dankbar, dass er das jetzt aufgenommen hat. Sie wissen, Olaf Scholz hat das zurückgewiesen, der Wechsel im Kanzleramt tut gut.“ Es brauche jetzt europäische Strukturen, damit „kein einzelner Politiker das wieder infrage stellen kann“, so Weber. „Es sind Schicksalstage, vor denen wir stehen.“


Foto: Industrieanlagen in den USA (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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DGB warnt vor Arbeitszeitreform von Union und SPD

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Yasmin Fahimi, warnt vor den Plänen von Union und SPD, deutlich längere Arbeitstage für Beschäftigte möglich zu machen.

„Das Arbeitszeitgesetz ist keine politische Verhandlungsmasse“, sagte Fahimi den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben). „Es ist ein Schutzgesetz, das Erholung und Gesundheit sichert, und fußt auf arbeitsmedizinischen Erkenntnissen.“ Bereits in zu vielen Branchen kämen Beschäftigte längst an ihre Belastungsgrenze, sagte die DGB-Chefin. „Dort droht ein Kollaps mit einer weiteren beliebigen Ausweitung der Arbeitszeiten.“

Hintergrund sind Pläne von CDU, CSU und SPD, statt einer täglichen Begrenzung die Möglichkeit einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit zu schaffen. „Aktuell erlaubt das Arbeitszeitgesetz bereits bis zu zehn Stunden Arbeit täglich an sechs Werktagen, also 60 Stunden pro Woche – und das soll nicht reichen?“, sagte Fahimi dazu. Sie befürchtet Nachteile für Beschäftigte: „Wäre nur die tägliche Ruhezeit von 11 Stunden gesichert, riskieren wir regelmäßige 13-Stunden-Schichten als neuen Standard.“

Auch steuerfreien Zuschlägen für Mehrarbeit stehen die Gewerkschaften zurückhaltend gegenüber. Das gefährde die flexiblen Jahresarbeitszeitkonten, die es in vielen Firmen gebe, sage Fahimi den Funke-Zeitungen. „Wenn die Politik meint, es müssten mehr Überstunden geleistet werden und zur Auszahlung kommen, sollte sie als erstes eine klare Erfassung der Arbeitszeiten festlegen, damit nicht noch mehr umsonst gearbeitet wird.“ Im Übrigen würden Teilzeitkräfte, und damit zumeist Frauen, mit einer solchen Regelung diskriminiert.


Foto: Büros (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Union hält deutsche Weltraumraketen für unverzichtbar

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Union hält nach dem ersten Start der „Spectrum“-Rakete eigene europäische Weltraumraketen in Zukunft für unverzichtbar – und setzt dabei auch auf private Unternehmen.

„Wir können mit Blick auf die Zukunft der europäischen Sicherheitsarchitektur weder auf die hier entwickelte Technologie als auch den Start der Rakete von einem Standort in Kontinentaleuropa aus verzichten“, sagte der Vize-Fraktionschef der Unionsfraktion, Johann Wadephul, dem „Stern“. „Da Luft- und Raumfahrt immer auch eine sicherheitspolitische Komponente haben, tut Europa gut daran, hier unabhängiger von den USA zu werden.“

Der Verteidigungspolitiker, der als mögliches Kabinettsmitglied unter Friedrich Merz im Gespräch ist, sprach von der Notwendigkeit weiterer Forschung in diesem Bereich: „Wenn wir als Technologie- und Entwicklungsstandort konkurrenzfähig sein wollen, müssen wir in Schlüsselindustrien wie der Raumfahrt deutlich nachlegen.“ Unternehmen wie SpaceX von Tesla-Gründer Elon Musk und Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos hätten in den USA vorgemacht, „wie erfolgreich privates Kapital bei der Erforschung des Weltraums und als Partner der staatlichen Raumfahrtbehörde sein kann“, sagte Wadephul.

Zuvor war am Sonntagmittag in Norwegen der erste Start der fast ausschließlich in Deutschland produzierten „Spectrum“-Trägerrakete erfolgt. Es war der erste Flug für das bayerische Start-Up „Isar Aerospace“ und zugleich auch der erste Start einer orbitalen Trägerrakete in Kontinentaleuropa. Die Rakete soll in Zukunft unter anderem Satelliten ins All befördern. Der erste Flug endete zwar nach rund 30 Sekunden mit einem Absturz. Das war aber erwartet worden und ist bei derart komplexen Raketen-Systemen die Regel.


Foto: Johann Wadephul (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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