Mittwoch , Oktober 28 2020
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Digital gewinnt: die besten Start-Up Ideen 2020

Arbeitsplatzsicherheit gibt es inzwischen nirgends mehr, und 2020 zeigte einen deutlichen Trend zur Abkehr von der Arbeit im Office und hin zur Remote Work. Immer mehr Menschen wünschen sich flexible Arbeitszeiten und die Chance, ständig von daheim tätig zu sein. Klar, dass damit auch Unternehmensgründung eine immer beliebtere Alternative wird. Doch sein eigenes Start-Up zu gründen ist riskant. Welche Geschäftsideen haben die besten Zukunfts- und Erfolgsaussichten? Wir werfen einen Blick auf deutsche und europäische Innovationen, die ganz groß herauskamen.

Die Zukunft ist digital

2020 war das Jahr, in dem sich die digitale Transformation von Prozessen und Dienstleistungen rapide beschleunigte. Das Internet dominiert immer stärker unseren beruflichen wie auch privaten Alltag, meist sogar mobil gesteuert vom Smartphone aus, das einfach alles können muss. Seien es Bankgeschäfte, Messaging, Dating, Shopping, Ernährung oder Transport – sämtliche Lebensbereiche werden digital gesteuert. Vor allem das Bankwesen migriert zunehmend in den Online-Bereich, echte Filialen werden damit immer weniger gebraucht. Fintech lautet das Schlagwort – Finanzinstitute ohne Schalter und persönliche Ansprechpartner, komplett über den Browser oder eine App gesteuert. In diesen schnell wachsenden Bereich zu investieren macht Sinn.

Eine weitere Branche, die derzeit explosionsartig wächst, sind Online Glückspiele. Bisher war Online-Gambling in Deutschland zwar noch nicht legal und die Anbieter befanden sich bisher im Ausland, dennoch ist das Zocken im Internet absolut beliebt. Lagen die Bruttospielerträge aus dem Online-Glückspiel 2014 weltweit bei 29.8 Milliarden Euro, stiegen sie 2020 auf bereits 54 Milliarden Euro an. Bis 2023 sollen 64.5 Milliarden Euro im Jahr damit erwirtschaftet werden, so aktuelle Prognosen. Damit handelt es sich um eine der am schnellsten wachsenden Industrien der Welt, in deren eine Investition jetzt lohnt. 2021 wird das Glücksspielgesetz in Deutschland mit einem neuen Staatsvertrag liberalisiert – wer schlau ist, plant schon jetzt für die Marktöffnung und entwickelt eine zukunftsweisende Geschäftsidee – zum Beispiel die Entwicklung einer neuen Glückspiel-App oder sicheren Zahlungsmethode.

Apps sind generell die Zukunft – was immer das Leben unkomplizierter und tägliche Vorgänge schneller und einfacher macht, erfreut sich größter Beliebtheit. Wenngleich manche Bereiche bereits gesättigt erscheinen, bedarf es doch nur einer innovativen Idee mit neuem Dreh, um damit groß herauszukommen. Blickt man auf die erfolgreichsten Start-Ups 2020 in Deutschland wie auch ganz Europa, wird klar, dass die Möglichkeiten mit etwas Erfindergeist und dem richtigen Gespür für Trends schier unendlich sind – vor allem im digitalen Bereich.

visa-3082813_960_720.jpgFinTech boomt – und lässt Bankfilialen langsam aussterben.

Die spannendsten deutschen Start-Ups

Gerade der Finanzbereich bietet eine Menge Chancen erfolgreich zu werden, zumal sowohl Privatkunden wie auch Unternehmen davon angesprochen werden. N26 ist eine deutsche Direktbank, welche kostenlose Girokonten über eine nutzerfreundliche Smartphone-App anbietet. Kundenberatung gibt es hierbei nur über Live-Chat. Derzeit ist das von Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal gegründete Unternehmen nicht nur in Deutschland, sondern bereits international bekannt, und wird nach zwei erfolgreichen Finanzierungsrunden auf drei Milliarden Euro geschätzt

Auch die Online-Reisebranche boomt – Reisebüros im klassischen Sinn sind hingegen am Aussterben. Der virtuelle Reiseorganisator Tourlane besteht seit 2016 und bietet seinen Kunden individuelle Fernreisen in Komplettpaketen an. Gründer Julian Weselek und Julian Steifel begeisterten mit dieser Idee ebenfalls die Investoren, die gesamt 81 Millionen Dollar in das Start-Up pumpten, das mittlerweile über 80 Angestellte beschäftigt.

Zeitgold mag traditionell klingen, das FinTech-Unternehmen bietet jedoch genau das, was der Firmenname verspricht – es spart Zeit und damit Geld. Das Start-Up aus Berlin bietet digitale Komplettlösungen für die Buchhaltung von Kleinunternehmen. Die Idee von Gründer-Trio Dr. Jan Deepen, Stefan Jeschonnek und Kobi Eldar war so vielversprechend, das nach dem Auftakt 2015 unter anderem sogar die Deutsche Bank darin investierte.

Eine weitere boomende Branche ist der Online-Lebensmittelmarkt, der genau den Zahn der Zeit trifft – immer weniger Menschen haben zwischen Karriere und familiären Verpflichtungen Zeit und Nerv zum Einkaufen oder gar Kochen. Bestellservice, die gesunde und nährreiche Mahlzeiten an die Haustür liefern, sind deshalb weltweit beliebt. Über 19 Millionen Menschen bestellen in Deutschland laut der Verbrauchs- und Medienanalyse VuMA jeden Monat mindestens einmal Essen beim Lieferservice. Anbieter gibt es viele, HelloFresh stellt derzeit jedoch alle in den Schatten. Das deutsche Unternehmen liefert frische Zutaten und Rezepte per Abo und besitzt mittlerweile einen Marktwert von geschätzt 2,9 Milliarden Dollar. Das lästige Einkaufen wird den Kunden damit erspart, während sie weiterhin selbst Gerichte zubereiten können.

Die stärksten europäischen Start-Ups

Viele europäische Start-Ups schafften es mittlerweile weit über ihre Landesgrenzen hinaus und konnten sich weltweit einen Namen machen.

Führend ist hier unter anderem Spotify – der Streaming-Gigant, über den sogar Persönlichkeiten wie Michelle Obama ihren Podcast laufen lassen. Das schwedische Unternehmen, das 2006 gegründet wurde, hat mittlerweile 75 Millionen Nutzer in 58 Ländern und bietet rund 30 Millionen Songs an. Der Marktwert von Spotify wird inzwischen auf mehr als 30 Milliarden Euro geschätzt, womit es als erfolgreichstes Online-Unternehmen Europas gilt.

spotify-1759471_960_720.jpgSpotify ist das erfolgreichste europäische Start-Up Unternehmen und wird mittlerweile in 58 Ländern genutzt.

Monzo Bank ist ein weiteres berühmtes FinTech-Unternehmen mit Sitz in Großbritannien. 2015 gegründet, bot es zunächst lediglich eine Prepaid-Debitkarte samt mobiler App an, das Produktangebot wurde 2017 um ein Girokonto erweitert. 2019 wurde Monzo mit einem Marktwert von 1,3 Milliarden Euro bewertet.

Adyen aus den Niederlanden gehört ebenfalls zur Fintech-Branche und wickelt weltweit bargeldlos den Zahlungsverkehr für Giganten wie AirBnb, Spotify, Facebook und inzwischen auch 30 Fluglinien ab. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.300 Angestellte und wird unter anderem von Iconq Capital finanziert, an dem kein geringerer als Mark Zuckerberg beteiligt ist.

Der Markt ist dabei bei Weitem nicht ausgeschöpft, im Gegenteil, immer mehr Bereiche gerade in Zahlungsverkehr, Glücksspiel, EdTech und Bildung wie auch im Lebensmittelmarkt werden digitalisiert. Wer jetzt kreativ denkt und mutig handelt, kann sich in ein paar Jahren vielleicht auf dieser Liste wichtiger Start-Ups wiederfinden.

Autor: Thomas Meyer

Titelbild: pixabay

Bildquellen:
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