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Scharfe Kritik an Drittstaaten-Kompromiss aus SPD

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Flüchtlingslager (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Aus der SPD kommt scharfe Kritik am Drittstaaten-Kompromiss der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK). „Das Erwartungsmanagement der Ministerpräsidentenkonferenz ist erneut mangelhaft und die Aussagen gerade zu Asylverfahren in Drittstaaten erneut Wasser auf die Mühlen der Rechtsextremen“, sagte Aziz Bozkurt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt in der SPD, dem „Tagesspiegel“.

Es sei längst klar, dass die Drittstaaten-Modelle rechtlich „mehr als schwierig“ seien und auch „praktisch nahe des Unmöglichen“. Erneut werde wissenschaftliche Expertise ignoriert. Bozkurt kritisiert: „In Krisenzeiten braucht es eine politische Führung, die Orientierung liefert und das läuft gewaltig schief.“

Kritik am Drittstaaten-Modell kommt auch aus dem SPD-Parteivorstand. „Drittstaatenregelungen wie das britische `Ruanda-Modell` oder die Pläne Italiens mit Albanien lösen keine Fluchtursachen“, sagte Serpil Midyatli, stellvertretende Bundeschefin der SPD und Vorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein. „Sie schaffen neue Probleme: Asylzentren im Ausland sind teuer, ineffizient und in der Umsetzung kompliziert.“ Ihre Hauptkritik richtete Midyatli allerdings in Richtung der Union: „Anstatt sich mit Maximalforderungen zu überbieten, sollte sich die Union mit praktischen Ansätzen der Bekämpfung von Fluchtursachen beschäftigen.“

Ähnlich kritisch äußert sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Hakan Demir. „Insbesondere die unionsgeführten Länder geben sich der Illusion hin, dass man sich der humanitären Verantwortung für Schutzsuchende entledigen kann“, sagte Demir dem „Tagesspiegel“. Der Migrationsexperte sprach von „einem fatalen Signal an die Weltgemeinschaft“. Verfahren in Drittstaaten seien aufwändig und teuer und verlangten teilweise doppelten Rechtsschutz.

„Die selbst für Deutschland teilweise herausfordernden Verfahren und Integrationsbemühungen solchen Staaten aufzubürden, die über deutlich geringere Ressourcen verfügen, ist zudem ein Irrweg“, ergänzte Demir. Der SPD-Politiker bedankte sich bei den drei Ländern, die bei der Ministerpräsidentenkonferenz kritische Protokollerklärungen abgegeben hatten. „Ich bin den Landesregierungen in Niedersachsen, Bremen und Thüringen dankbar, dass sie ausgelagerten Verfahren als Abschreckungsinstrument eine Absage erteilen.“

Am Donnerstag hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf Druck der unionsgeführten Bundesländer eine Prüfung von Asylverfahren in Drittstaaten zugesagt. Ergebnisse sollen bis zur nächsten Ministerpräsidentenkonferenz im Dezember vorgelegt werden. Scholz hatte bei einer Pressekonferenz aber ebenfalls seine Skepsis zum Ausdruck gebracht.


Foto: Flüchtlingslager (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Kommunen erwarten keine Entlastungen durch Drittstaaten-Lösung

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Asylbewerberunterkunft (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Kommunen in Deutschland erwarten von einer Drittstaaten-Lösung mit Asylverfahren außerhalb der EU keine spürbaren Entlastungswirkungen bei der Migration.

„Der Ansatz, mögliche Modelle für Asylverfahren in Drittstaaten zu prüfen, gehört in die Reihe der möglichen Maßnahmen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, André Berghegger, der „Rheinischen Post“ (Samstagsausgabe). „Dennoch ist nicht davon auszugehen, dass dies kurz- oder mittelfristig für signifikante Entlastung sorgen wird“.

„Wir warnen davor, den Menschen zu suggerieren, solch eine einzelne Maßnahme könne die Flüchtlingssituation nachhaltig verändern“, fügte er hinzu. „Notwendig sind viel mehr viele einzelne Bausteine. Dazu können wirksame Grenzkontrollen gehören, die rasche Umsetzung des EU-Asylkompromisses und die Reduzierung sogenannter `Pull-Faktoren`, etwa durch den Einsatz der Bezahlkarte“, sagte Berghegger.

„Von zentraler Bedeutung ist außerdem, dass die Städte und Gemeinden von den Kosten für Unterbringung, Versorgung und Integration vollständig entlastet werden“, sagte Berghegger. Die Aufnahme von 1,2 Millionen Geflüchteten aus der Ukraine sowie insgesamt 460.000 Asylsuchenden seit Anfang 2023 bringe Städte und Gemeinden an ihre Belastungsgrenze. „Daher begrüßen wir es, dass sich die Konferenz der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit dem Bundeskanzler erneut intensiv mit möglichen Lösungen bei diesem Thema befasst hat. Wir müssen jeden Stein umdrehen und jeden möglichen Ansatz auf seine Wirksamkeit prüfen“, sagte Berghegger.


Foto: Asylbewerberunterkunft (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Lindner sieht Haushaltsberatungen noch nicht auf der Zielgeraden

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Christian Lindner, Robert Habeck, Olaf Scholz (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) sieht die Beratungen für den Haushalt 2025 noch nicht auf der Zielgeraden. „Wir haben die Landezone noch nicht erreicht“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ mit Blick auf die Verhandlungen zwischen ihm, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).

Lindner bekräftigte seine Auffassung, wonach es „nicht nur um einen Haushaltsentwurf für das nächste Jahr geht, sondern auch um eine grundlegende Wende unserer Wirtschaft“. Er sagte: „Wir müssen die Leistungsbereitschaft der arbeitenden Menschen stärken und die Übernahme von unternehmerischem Risiko fördern. Anders kommen wir wirtschaftlich nicht aus dem Quark.“

Der Minister fügte hinzu: „Staatsgeld umverteilen und Subventionen schaffen keine Wertschöpfung. Zudem muss unser Staat in seinen Kernaufgaben handlungsfähiger werden, weshalb er sich nicht in allem Möglichen verzetteln darf. In der Beschränkung liegt insofern die Chance, die wirklich wichtigen Vorhaben bei Bildung, Digitalisierung, Infrastruktur und Sicherheit verstärkt anzugehen.“

Die Kritik von SPD-Chefin Saskia Esken, Lindner begehe mit seinem geplanten „Sparhaushalt“ einen „historischen Fehler“ wies Lindner zurück. „Wir haben seit 2022 Sozialleistungen von 13 Milliarden Euro ausgeweitet. Von Sparen am Sozialen kann keine Rede sein – im Gegenteil. Momentan fehlt unserem aber Land Wirtschaftswachstum. Da kann man nicht einfach weitermachen wie die letzten zehn Jahre. Auch Frau Esken muss erkennen, dass der Wohlstand erst erwirtschaftet werden muss, bevor er verteilt werden kann“, sagte er.

Den Erfolg der Verhandlungen will er nicht von einzelnen Maßnahmen abhängig machen, sondern vom „Niveau der Ambition insgesamt“. „Wir brauchen mehr Fach- und Arbeitskräfte. Wir haben zu hohe Bürokratiekosten und wir brauchen eine Perspektive für wettbewerbsfähige Energiepreise. Auch die steuerlichen Rahmenbedingungen müssen wir verändern. Deutschland ist zu teuer geworden. Wir brauchen in allen diesen Bereichen Fortschritte, und zwar gleichzeitig. Sonst ist es keine echte Wirtschaftswende.“

Für den Haushalt 2025 schloss er „Umschichtungen“ nicht aus. „Die Umschichtung bleibt möglich, wenn zum Beispiel eine alte Subvention gestrichen wird, um eine Steuersenkung zu finanzieren.“ Steuererhöhungen werde es aber nicht geben. „Steuererhöhungen schließe ich weiter aus“, so der Finanzminister und FDP-Vorsitzende.


Foto: Christian Lindner, Robert Habeck, Olaf Scholz (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Commerzbank sagt Dauer-Flaute für deutsche Wirtschaft voraus

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Frankfurter Bankentürme im Nebel (Archiv), via dts NachrichtenagenturFrankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) – Die Commerzbank rechnet nicht damit, dass sich die deutsche Konjunktur im kommenden Jahr spürbar belebt. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts bleibe weiterhin niedrig, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer der „Bild“ (Samstagsausgabe).

Er erwarte für 2025 ein Wachstum von 0,8 Prozent. Die Bank ist damit deutlich pessimistischer als die meisten Wirtschaftsforschungsinstitute. Zuletzt hatte das Münchner Ifo-Institut seine Wachstumsprognose für 2025 auf 1,8 Prozent angehoben.

Als Gründe für die anhaltend schwache Entwicklung auch im nächsten Jahr nannte Krämer „Bürokratie, vergleichsweise hohe Unternehmenssteuern und Energiekosten sowie eine schleppende Digitalisierung“. All das „lasse Deutschland als Wirtschaftsstandort seit den Merkel-Jahren gegenüber dem Ausland zurückfallen“, sagte Krämer der „Bild“. So sei die Produktion energieintensiver Unternehmen in den zurückliegenden zwei Jahren um rund 20 Prozent gefallen.


Foto: Frankfurter Bankentürme im Nebel (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Fußball-EM: Frankreich und Niederlande torlos

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Niederlande - Frankreich am 21.06.2024, via dts NachrichtenagenturLeipzig (dts Nachrichtenagentur) – Bei der Fußball-EM in Deutschland haben sich Frankreich und die Niederlande am zweiten Spieltag der Gruppe D 0:0 getrennt. Es war das erste torlose Spiel des Turniers.

Obwohl die Franzosen, die ohne den wegen eines Nasenbeinbruchs angeschlagenen Kylian Mbappé klarkommen mussten, im ersten Durchgang deutlich mehr Chancen hatten, bekamen die Zuschauer in Leipzig während der ersten 45 Minuten keine Tore zu sehen. Das Remis zur Pause war aber insgesamt leistungsgerecht.

Auch nach dem Seitenwechsel begannen beide Teams etwas behäbig. Nachdem sich die Équipe Tricolore zunächst langsam wieder Feldvorteile erarbeitet hatte, kamen zum Ende hin die Niederländer wieder besser ins Spiel. In der 70. Minute konnten die Oranje-Fans sogar kurzfristig jubeln, nachdem der Leipziger Xavi Simons den vermeintlichen Führungstreffer erzielte – nach Videobeweis wurde das Tor aber wegen einer Abseitsstellung aberkannt.

Am Ende blieb es bei der Punkteteilung, wodurch beide Mannschaften mit jeweils vier Zählern auf dem Konto eine gute Ausgangslage vor dem letzten Spieltag haben. Zum Abschluss der Gruppenphase treffen die Niederländer am Dienstag auf Österreich. Zeitgleich kommt es in Dortmund zum Duell Frankreich gegen Polen.


Foto: Niederlande – Frankreich am 21.06.2024, via dts Nachrichtenagentur

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US-Börsen uneinheitlich – Goldpreis lässt deutlich nach

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Wallstreet in New York, via dts NachrichtenagenturNew York (dts Nachrichtenagentur) – Die US-Börsen haben sich am Freitag uneinheitlich entwickelt. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 39.150 Punkten berechnet, ein minimales Plus von wenigen Punkten im Vergleich zum vorherigen Handelstag.

Der breiter gefasste S&P 500 schloss mit 5.465 Punkten 0,2 Prozent im Minus, die Technologiebörse Nasdaq berechnete den Nasdaq 100 am Ende mit 19.700 Punkten 0,3 Prozent im Minus.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagabend etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,0694 US-Dollar (-0,10 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9351 Euro zu haben.

Der Goldpreis ließ deutlich nach, am Abend wurden für eine Feinunze 2.322 US-Dollar gezahlt (-1,6 Prozent). Das entspricht einem Preis von 69,81 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis sank unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 22 Uhr deutscher Zeit 85,15 US-Dollar; das waren 56 Cent oder 0,7 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Wallstreet in New York, via dts Nachrichtenagentur

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NRW stoppt Förderung beim Kita-Ausbau

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Namensschild in einer Kita (Archiv), via dts NachrichtenagenturDüsseldorf (dts Nachrichtenagentur) – Seit Wochen erhalten Kommunen in NRW für Förderanträge zum Kita-Ausbau keine Bewilligung mehr durch die Landesjugendämter. Wie die „Neue Westfälische“ berichtet, handelt es sich um Beiträge in Millionenhöhe.

Laut Landesjugendämtern liegen die entsprechenden Mittel nicht mehr vor. Es sei auch nicht absehbar, wann wieder Mittel zur Verfügung gestellt würden. Kommunen wie Bergisch Gladbach haben bereits angekündigt, dass sie bei dauerhaftem Wegfall der Fördermittel in ein Haushaltssicherungskonzept zurückfallen werden.

Grundsätzlich hat sich das Land NRW bereits 2019 im Zuge der Reform des Kinderbildungsgesetzes dazu verpflichtet, jeden notwendigen Platz beim Kita-Ausbau zu bewilligen und auch zu fördern. Auch die amtierende Regierung hat sich in einer überarbeiteten Investitionsrichtlinie zu dieser Platzausbaugarantie bekannt. In einem Schnellbrief haben sich die kommunalen Spitzenverbände NRW deshalb an das Land gewandt und dringlich um Aufklärung gebeten. Seit drei Wochen gibt es darauf jedoch keine Reaktion vom Land NRW.


Foto: Namensschild in einer Kita (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Fußball-EM: Österreich schlägt Polen

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Polen - Österreich am 21.06.2024, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Bei der Fußball-EM in Deutschland hat Österreich am zweiten Spieltag der EM-Gruppe D 3:1 gegen Polen gewonnen.

Die Mannschaft von Ralf Rangnick konnte bereits nach knapp zehn Minuten durch ein Kopfballtor von Gernot Trauner in Führung gehen. Im Anschluss brauchten die Polen etwas, um sich zu fassen. Später fanden sie aber immer besser ins Spiel und glichen das Spiel schließlich in der 30. Minute verdient durch ein Tor von Krzysztof Piatek aus.

Nach dem Seitenwechsel waren dann die Österreicher wieder das aktivere Team. Daran änderte auch die Einwechslung von Topstürmer Robert Lewandowski in der 60. Minute nichts. Stattdessen waren es in der 66. Minute erneut die Österreicher, die im Berliner Olympiastadion in Führung gingen. Diesmal sorgte Christoph Baumgartner für den Treffer. Ein Elfmetertor von Marko Arnautovic in der 78. Minute markierte schließlich den Endstand. Die Polen können nun mit null Punkten auf dem Konto wohl schon für die Heimfahrt planen.

Zum Abschluss der Gruppenphase trifft Österreich am Dienstag auf die Niederlande und kann in dem Spiel noch die Teilnahme am Achtelfinale sichern. Zeitgleich kommt es in Dortmund zum Duell Frankreich gegen Polen.


Foto: Polen – Österreich am 21.06.2024, via dts Nachrichtenagentur

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Ein neuer Meilenstein: Die Entrepreneur Academy der Hochschule Fresenius

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Die Hochschule Fresenius hat die Entrepreneur Academy eröffnet, die darauf abzielt, Start-up-Unternehmer:innen und Frühphaseninvestor:innen auszubilden. Die Academy bietet Zertifikatslehrgänge und Online-Masterclasses an, die allen Interessierten offenstehen, nicht nur den Studierenden der Hochschule. In diesen Kursen werden unter anderem die Instrumente und Abläufe des Start-up-Investments, der Aufbau eines eigenen Venture-Portfolios, die Grundlagen von Venture Capital & Business Angel Investing sowie verschiedene Beteiligungsstrategien vermittelt.

Für Gründer:innen werden Seminare zu Themen wie Wachstumsfinanzierung, Financial Modelling, Growth Hacking, rechtliche Grundlagen & Beteiligungsverträge, Teamentwicklung und Akquisition angeboten. Das ermöglicht angehenden Entrepreneur:innen und Investor:innen, das notwendige Wissen und die Fähigkeiten zu erwerben, um erfolgreich in Start-ups zu investieren und diese zu führen.

Internationale Vernetzung und Austausch auf höchstem Niveau

Im Laufe der Jahre hat sich das WVF von einem Netzwerktreffen des European Super Angels Clubs (ESAC) zu einer einwöchigen Expert:innenkonferenz von globaler Reichweite entwickelt. Über 500 Teilnehmer:innen aus mehr als 25 Ländern werden erwartet, darunter Delegationen aus Japan, Indien, Israel, Großbritannien, Kanada, Schweden und den USA. Auf verschiedenen Almen rund um Kitzbühel werden renommierte Investor:innen und Expert:innen vom 1. bis 6. Juli 2024 die Veränderungen, Herausforderungen und vor allem Chancen am Investitionsmarkt diskutieren. Die Veranstaltung bietet eine einzigartige Gelegenheit, in einer informellen und inspirierenden Umgebung tiefgehende Gespräche zu führen und wertvolle Kontakte zu knüpfen.

Expert:innen der Entrepreneur Academy

Die Masterclasses der Entrepreneur Academy werden von führenden Experten geleitet, darunter:

– Berthold Baurek-Karlic (CEO Venionaire Capital AG, Austrian Business Angel of the year 2023)

– Ruth Cremer (Unternehmerin, Beraterin von “Die Höhle der Löwen“)

– Christian Saxenhammer (Gründer, Geschäftsführer, Investmentbank Saxenhammer)

– Ingo Dahm (Gründer, CEO Capacura GmbH Frühphasen-Investor)

– Dr. Alex von Frankenberg (Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds)

– Malte Unger (Geschäftsführer adesso ventures)

– Stephan Rauscher (Uni-X Partner bei Earlybird Venture Capital)

– Nikolaus Bayer (Gründer von Iris Analytics Business Angel des Jahres 2020)

– Oliver Frank (Gründer, CEO des Family Office Octo-Trust)

– Marc Engelmann (Gründer, CEO von Boomerang)

– Raphael Budday (Investment Manager, Venture Stars)

– Frank Tepper-Sawizci (Venture Capital, Partner bei Dentons Rechtsanwalt im Bereich Private Equity)

– Nicolas Brenk (Corporate Advisory, Entrepreneurial Finance ODDO BHF)

Bild:Porträt von Prof. Dr. Dennis Lotter, Academic Head des PIONEER LABs, der beim Business Angels Networking auf der Terrasse des Hotel Rasmushof Einblicke in die Aktivitäten des PIONEER LABs sowie die aktuellen Entwicklungen der Entrepreneur Academy geben wird./ Fotocredit: PIONEER LAB

Quelle: Carl Remigius Fresenius Education Group

U.S.-Justiz: Rund 70 Prozent weniger Klagen wegen Patentverletzung

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U.S.-Bezirksgericht beendet „Forum Shopping” von Patent-Trollen.
Interview mit Bernhard Ganglmair, EPoS Economic Research Center.

Am US-Bundesgericht für den westlichen Bezirk von Texas (WDTX) ging die Gesamtzahl der eingereichten Patentverletzungsklagen um rund 70 Prozent zurück. Vorausgegangen war eine Änderung der Regeln, nach denen Klagen jeweils einem Richter zugewiesen werden. Offenbar hatten viele Unternehmen das WDTX ausgenutzt – vor allem solche Kläger, die ihre patentierten Technologien nicht für eigene Produktionstätigkeiten nutzten. Diese Patent-Trolle hatten offensichtlich eine „Forum-Shopping-Strategie“ verfolgt: Dabei wählen Kläger aus taktischen Gründen ein für die eigene Sache günstiges Gericht aus. Das WDTX unterband diese Praxis durch die Einführung von „Random Case Assignment“, Patent-Fälle werden jetzt nach dem Zufallsprinzip einem Richter zugewiesen. Diese Ergebnisse veröffentlicht das EPoS Economic Research Center der Universitäten Bonn und Mannheim in dem Diskussionspapier „Do Judicial Assignments Matter? Evidence from Random Case Allocation“.

Herr Dr. Ganglmair, wie konnten Patent-Trolle das amerikanische Rechtssystem ausnutzen?

Bernhard Ganglmair: In der US-amerikanischen Justiz können Kläger – mit einigen Einschränkungen –zwischen mehreren Gerichten („Foren“) wählen. Sie reichen ihre Klage dort ein, wo sie sich Vorteile erhoffen. Eine extreme Form dieser Forum-Shopping-Praxis ist das „Judge Shopping“. Offenbar hatten viele Kläger im westlichen Bezirk von Texas diese Strategie verfolgt, bevor im Juli 2022 die Regeln für die Zuweisung von Fällen innerhalb des WDTX geändert wurden.

Wer im texanischen Waco Klage einreichte, bekam mit hoher Wahrscheinlichkeit einen bestimmten Richter zugewiesen. Der einzige Richter in der Waco Division, Richter Albright, stand in dem Ruf, Patentinhabern wohlgesonnen zu sein: Wenn er einen Fall übernahm, war die Wahrscheinlichkeit geringer, dass ein Patent für nichtig erklärt wurde. Die Verfahren verliefen außerdem zügiger als bei seinen Kollegen im Bezirk. Albright war bei den Patentinhabern äußerst beliebt. Im Jahr 2021 führte er den Vorsitz in 25 Prozent aller neuen Patentverletzungsfälle an US-Bundesgerichten.

Was änderte sich konkret durch die Einführung von „Random Case Assignment“?

Bernhard Ganglmair: Unsere Analyse zeigt: Vor Einführung der Regelung im Juli 2022 wurden Richter Albright 100 Prozent der neuen Patentfälle in der Waco Division zugewiesen. Danach sank sein Anteil auf einen monatlichen Durchschnitt von 11 Prozent.

In der Folge sank die Gesamtzahl der Patentverletzungsfälle vor dem WDTX um etwa 70 Prozent. Einige Patentanwälte verließen den Bezirk. Andere reichten weniger Fälle ein. Wir stellen einen besonders starken Rückgang der Klagen von Unternehmen fest, die ihre patentierten Technologien auf dem Produktmarkt gar nicht nutzen. Das sind so genannte „Non-Practicing Entities (NPEs)“, auch als „Patent-Trolle“ bezeichnet. Klagen dieser Art stellen eine ernste Gefahr für Innovationen dar, beispielsweise wenn Patente gegen Start-ups eingesetzt werden.

Die Gerichtsverfahren von Inhabern hochprofitabler Patente, die ihren Inhabern einen hohen wirtschaftlichen Nutzen bringen, gingen ebenfalls im Vergleich stärker zurück – ebenso wie von Patenten mit geringer Qualität. Der Grund: Bei einem Richter, der den Patentinhabern weniger wohlgesonnen ist, besteht für die Kläger ein höheres Risiko, dass ihre Patente für ungültig erklärt werden. Dadurch versiegt die potenzielle Einkommensquelle aus Lizenzeinnahmen. Dieses Ergebnis ist besonders kostspielig für Inhaber hochprofitabler oder minderwertiger Patente, bei denen die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass sie vom Gericht für ungültig erklärt werden. Wir interpretieren unsere Ergebnisse als Beleg dafür, dass „Judge Shopping“ für diese Art von Patentinhabern besonders häufig vorkam. Sie reichten ihre Fälle nur wegen Richter Albright ein. Sobald sie wussten, dass sie es mit einem „durchschnittlichen“ Richter zu tun bekämen, entschieden sie sich gegen eine Klage.

Wie groß ist die Gefahr von Judge Shopping in den USA?

Bernhard Ganglmair: Die Gefahr, dass Kläger versuchen, einen für die eigene Sache vorteilhaften Richter auszuwählen, ist sehr real. Erst im März 2024 empfahl die Judicial Conference of the United States ­ zuständig für Richtlinien der Bundesgerichte – den Bezirken, ihre Zuweisungspraxis in Fällen mit nationaler Bedeutung zu ändern. Die Empfehlung lautete, die Fälle nach dem Zufallsprinzip unter allen Richtern eines Bezirks zu verteilen. So sollte verhindert werden, dass der vorsitzende Richter dem Kläger zum Zeitpunkt der Klageerhebung bekannt ist, wie in Waco. Unsere Forschung bestätigt die Relevanz und Wirksamkeit dieser Empfehlung, nachdem wir eine Änderung der lokalen Zuweisungsregeln im Sinne der Empfehlungen der Judicial Conference untersucht haben.

Ist die Justiz in Europa immun gegen eine solche strategische Einflussnahme?

Bernhard Ganglmair: Nein, ganz und gar nicht. „Forum Shopping“ sowie das verwandte „Judge Shopping“ sind auch in Europa ein echtes Problem. Beispielsweise wurde im Zusammenhang mit dem einheitlichen Patent eine entsprechende Sorge geäußert. Das Einheitliche Patentgericht ist das Streitforum auf europäischer Ebene. Es hat Abteilungen in verschiedenen Mitgliedsstaaten. Daher besteht die Gefahr, dass Patentanwälte versuchen, in dem Land zu klagen, das ihnen am günstigsten erscheint.

Auch bei Standard-Patentstreitigkeiten ist die strategische Wahl des Richters oder des Gerichts zu beobachten. In den letzten Jahren begannen deutsche Richter, von einer früheren Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs abzuweichen. Damit werden die Gerichte für Patentinhaber freundlicher. Diese Ausrichtung könnte eine strategische Auswahl deutscher Gerichte nach sich ziehen, wenn sie nicht kontrolliert wird. Unsere Forschung zeigt, dass die Zuweisung von Fällen nach dem Zufallsprinzip den Einfluss einzelner Richter begrenzt und bestimmte Gerichte weniger attraktiv für Trolle macht, die sich einen Vorteil erhoffen.Die Gesamtzahl von Patentverletzungsfällen könnte dadurch gesenkt werden.

Bild:Prof. Dr. Bernhard Ganglmair, EPoS Economic Research Center an den Universitäten Bonn und Mannheim / Bernhard Ganglmair

Quelle:econNEWSnetwork