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SEC-Entscheidung hinterlässt einen bitteren Beigeschmack

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SEC
Foto von Alpay Soytürk (Quelle: Spectrum Markets)

Am 10. Januar genehmigte die US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) elf Anträge auf Zulassung von börsengehandelten Fonds (ETFs), die ausschließlich in die Kryptowährung Bitcoin investieren – eine Entscheidung, die im Hinblick auf die erwarteten institutionellen Mittelzuflüsse als wegweisend angesehen werden kann. Das kommentiert Alpay Soytürk, Chief Regulatory Officer von Spectrum Markets:

In den Schlagzeilen wurden diese ETFs als Spot-Bitcoin-ETFs bezeichnet. Der Begriff ist den Devisen- und Rohstoffmärkten angelehnt, wo der Spot-Bezug Geschäfte mit kurzer Zeitspanne zwischen Ausführung und Lieferung von solchen abgrenzt, die für eine Lieferung zu einem oder mehreren zukünftigen Terminen abgeschlossen werden. Dieselbe Unterscheidung soll zwischen den jetzt genehmigten ETFs und den ETFs auf Bitcoin-Derivate getroffen werden, die seit der Genehmigung von ETFs auf Bitcoin-Futures durch die SEC im Jahr 2021 gehandelt werden.

Schon lange vor dieser SEC-Entscheidung gab es eine lebhafte Diskussion über die regulatorische Haltung gegenüber Spot-Bitcoin-ETFs. Diese Diskussion wird wahrscheinlich auch jetzt nicht enden. Bitcoin-Investoren, seien es institutionelle oder private Anleger, Emittenten, Broker oder Handelsplätze wie der unsere, begrüßen die Entscheidung aus Marktsicht im Allgemeinen. Aus regulatorischer Sicht hinterlässt sie jedoch einen bitteren Beigeschmack.

Und niemand hätte das Dilemma deutlicher machen können als die SEC selbst, als sie zugab, dass ein Gerichtsurteil der Grund für ihre Zulassung war, und dass sie Bitcoin weiterhin nicht befürworte.

Vor etwa anderthalb Jahren lehnte die SEC den Antrag eines Krypto-Vermögensverwalters, einen Bitcoin-Trust in einen Bitcoin-Spot-ETF umzuwandeln, da das vorgeschlagene Finanzprodukt nicht geeignet sei, betrügerische und manipulative Handlungen und Praktiken zu verhindern. Der Krypto-Vermögensverwalter reichte eine Klage gegen die SEC ein und argumentierte, dass die SEC, wenn diese Einschätzung zuträfe, keine ETFs auf Bitcoin-Futures im Jahr 2021 hätte genehmigen dürfen. Und diese Art von Inkonsistenz ist genau das, was die Aufsicht verhindern sollte.

Obwohl sie inzwischen an einigen Börsen gehandelt werden können, dürfen Spot-Bitcoin-ETFs in der Europäischen Union noch nicht emittiert werden. In den Fällen, in denen sie in der EU angeboten werden, wurden sie außerhalb der EU aufgelegt, so dass sie nicht unter das EU-Recht fallen und folglich vom inhärenten Anlegerschutz ausgenommen werden. Das für Publikumsfonds relevante EU-Recht ist die Richtlinie zur Koordinierung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften betreffend bestimmte Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren, besser bekannt unter der Abkürzung OGAW-Richtlinie.

Neben einer Reihe von Anforderungen an die Anlagepolitik, das Risikomanagement, die Transparenz oder auch die Verwahrung gibt es klare Vorgaben zur Diversifizierung. Am bekanntesten ist wohl die so genannte 5/10/40-Regel, nach der ein Fonds höchstens 10 % seines Nettoinventarwerts (NIW) in Wertpapiere ein und desselben Emittenten investieren darf, und Wertpapiere einzelner Emittenten, die jeweils mehr als 5 % des Fondsvolumens ausmachen, zusammen höchstens 40 % des NIW des Fonds ausmachen dürfen.

Die Richtlinie enthält Diversifizierungsregeln für die Aufnahme von Indizes, in die Fonds wie ETFs investieren dürfen und zahlreiche Umstände, unter denen die Mitgliedstaaten Ausnahmen gewähren können. All diese Ausnahmen sind an Bedingungen geknüpft und sollen ein unverhältnismäßiges Konzentrationsrisiko auf ungesicherter Basis vermeiden.

Auch die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) behält sich ebenfalls das Recht vor, den Handel mit bestimmten Anlageklassen oder Finanzinstrumenten zu beschränken oder sogar deren Emission zu verbieten, wenn sie dies im Interesse der Marktstabilität oder des Anlegerschutzes für angemessen hält. Darüber hinaus hat sich die EU-Kommission bei der Schaffung entsprechender finanzrechtlicher Rahmenbedingungen sehr transparent, konsultativ und konsistent verhalten.

Dies bedeutet, dass die geltenden Vorschriften im Rahmen der MiFID, der besagten OGAW-Richtlinie oder der MiCAR versucht haben, jede Art von einseitigem oder unausgewogenem Ansatz zu vermeiden, der eine Anlageklasse oder ein Instrument ungerechtfertigterweise diskreditiert oder einer anderen vorzieht.

Während die nun in den USA zugelassenen ETFs die Möglichkeit bieten, ein Investment in Bitcoin aufzubauen, ohne die Kryptowährung direkt halten zu müssen, ist dies nicht die wichtigste Erkenntnis. Nicht, weil es schon vorher Alternativen gegeben hätte, sondern weil die ETF-Verpackung den Weg für das Engagement großer institutioneller Geldmengen ebnet. Als Zeichen der „Marktreife“ von Bitcoin begrüßen wir diesen Schritt. Andererseits sind es letztlich die Gelder von Privatanlegern, die durch den Kauf von ETFs in Bitcoin fließen.

Der jüngste harte Gebührenwettbewerb unter den großen US-Vermögensverwaltern hat gezeigt, dass das Rennen um die Pole Position im Vertrieb in vollem Gange ist. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Zulassung von Spot-Bitcoin-ETFs durch die SEC von allen begrüßt wurde, außer von der SEC selbst. Etwas, das die SEC nicht wirklich zu verbergen versuchte.

Derzeit herrscht ein Trubel um einen Vermögenswert, der scheinbar nichts mit der ihm inhärenten Volatilität zu tun hat. Solange die Behörden in der Lage sind, den Vertrieb an Anleger mit einem angemessenen Risikoprofil zu gestatten, scheint das Problem gelöst zu sein. Sobald der Durchschnittsanleger jedoch sein Geld verliert, wird er die Behörden für das Fehlen einer angemessenen Governance verantwortlich machen.

Um es ganz klar zu sagen: Ich gehöre zu den Befürwortern eines Marktes, der Privatanlegern das gleiche Maß an Beteiligung ermöglicht wie professionellen Anlegern. Deshalb begrüße ich auch die Zulassung der SEC. Allerdings kritisiere ich die Art und Weise, wie diese Entscheidung zustande gekommen ist, da sie nicht Teil eines einheitlichen und transparenten Governance-Rahmens ist. Es bleibt abzuwarten, ob dies als Eigentor der SEC in Erinnerung bleiben wird oder nicht.

SEC-Entscheidung hinterlässt einen bitteren Beigeschmack

Foto von Alpay Soytürk (Quelle: Spectrum Markets)

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Regisseurin Decker für Ausladung der AfD von Berlinale

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Berlinale (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Regisseurin von „Liebesdings“, Anika Decker, hält es für einen „großen Fehler“, dass mehrere AfD-Politiker eine Einladung zur Eröffnungsveranstaltung der Berlinale erhalten haben. Das Festival stehe für Weltoffenheit und Toleranz, sagte sie dem „Spiegel“.

Für Fremdenfeindlichkeit und Rassismus dürfe es „keinerlei Raum“ geben, so die Drehbuchautorin von „Keinohrhasen“. „Wir haben hart dafür gekämpft, dass es mehr Diversität gibt, und nun wird dies von der AfD infrage gestellt.“

Die Kulturbeauftragte des Bundes Claudia Roth (Grüne) verteidigte die Einladung. „Für die Eröffnung der auch mit erheblichen Bundesmitteln ermöglichten Berlinale wurden auf unseren Vorschlag hin auch die Mitglieder des fachpolitisch zuständigen Kulturausschusses des Deutschen Bundestages eingeladen“, sagte ein Sprecher Roths in einer Stellungnahme. Das entspreche der demokratischen Praxis „und dem Respekt der Bundesregierung vor dem Parlament und seinen gewählten Abgeordneten“.

Decker schließt sich der Forderung der Unterzeichnenden eines offenen Briefes an, die AfD-Politiker wieder auszuladen. Falls dies nicht möglich sein sollte, müsste man gegenüber den Gästen aus dem Ausland „klar kommunizieren, dass man auch Menschen eingeladen hat, deren politische Überzeugungen man grundsätzlich ablehnt“. Dann könne jeder entscheiden, ob er kommt oder nicht. „Ich bin auch Demokratin, und mir ist das Prozedere bei den Kartenkontingenten bewusst, dennoch wünsche ich mir noch deutlichere Signale, die zum Ausdruck bringen, dass diese Gäste nicht erwünscht sind“, so Decker.


Foto: Berlinale (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

FDP nennt EU-Lieferkettenrichtlinie "bürokratisches Monster"

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Container (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai hat bekräftigt, dass seine Partei die EU-Lieferkettenrichtlinie nicht mittragen will. „Die Richtlinie ist ein bürokratisches Monster, schadet dem Wirtschaftsstandort Deutschland und trägt nicht dazu bei, dass sich die menschenrechtliche und ökologische Situation verbessert“, sagte er dem „Tagesspiegel“ (Mittwochausgabe).

Die Diskussion darüber, wie Deutschland wieder wettbewerbsfähig werde, sei überfällig. „Da wäre es geradezu paradox, jetzt diese Richtlinie zu beschließen“, sagte Djir-Sarai. Zuvor hatte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) gesagt, dass die Verhandlungen um eine Zustimmung zur Lieferkettenrichtlinie der EU gescheitert seien, weil die FDP nicht bereit sei, den von ihm vorgeschlagenen Lösungsweg mitzugehen.

Eigentlich sind die Verhandlungen zum Lieferkettengesetz abgeschlossen: Zunächst einigten sich die EU-Mitgliedsländer im EU-Rat auf eine gemeinsame Position. Im sogenannten Trilogverfahren verhandelte dann der Rat mit dem Europäischen Parlament, das sich zuvor ebenfalls auf eine eigene Verhandlungsposition verständigt hat. Eine Zustimmung zum Ergebnis der Trilogverhandlungen gilt als Formsache.

Die von der FDP geführten Ministerien für Justiz und Finanzen haben sich jedoch kurz vor den abschließenden Beratungen in Brüssel gegen das geplante neue EU-Lieferkettengesetz gestellt. Damit müsste sich Deutschland bei der Abstimmung enthalten, was wie eine „Nein“-Stimme gewertet würde.

Im Koalitionsvertrag hatten sich die Ampel-Parteien auf die Unterstützung des EU-Lieferkettengesetzes geeinigt. „Wir unterstützen ein wirksames EU-Lieferkettengesetz, basierend auf den UN-Leitprinzipien Wirtschaft und Menschenrechte, das kleinere und mittlere Unternehmen nicht überfordert“, hieß es darin.


Foto: Container (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Überdurchschnittliche Renditen am globalen High Yield-Markt möglich

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Renditen Aegon High Yield
Foto von Thomas Hanson (Quelle: Aegon AM)

Ein aktueller Marktkommentar von Thomas Hanson, Head of Europe High Yield bei Aegon Asset Management:

Nachdem der Markt für Hochzinsanleihen im Jahr 2023 zweistellige Renditen verzeichnete, fragen sich einige Anleger, ob die starke Performance angesichts des Rezessionsrisikos am Horizont anhalten kann. Während dieses Umfeld zur Vorsicht mahnt, sollten Anleger eine wichtige Kennzahl genauer unter die Lupe nehmen, um keine attraktiven Chancen auf dem Anleihemarkt zu verpassen.

Der Anleihemarkt ist nach Jahren der Flaute zweifellos wieder zu neuem Leben erwacht, obwohl sich die Anleger immer noch in einer Zwickmühle zwischen attraktiven Renditen und engen Spreads befinden. Nach Jahren niedriger Zinsen sind die Anleihen wieder da. Von Staatsanleihen bis hin zu Investment-Grade- und hochverzinslichen Unternehmensanleihen haben steigende Zinsen dafür gesorgt, dass es am Markt heute keinen Mangel an Rendite gibt. Dies lässt viele Anleger über die Allokation von festverzinslichen Wertpapieren diskutieren, während sie die Risikopositionierung und das Gesamtrenditepotenzial über das gesamte Qualitätsspektrum hinweg bewerten.

Was Hochzinsanleihen betrifft, haben sich viele Anleger mit dem optimalen Zeitpunkt für ein Engagement auseinandergesetzt. Renditen um die 7,75 % sehen zwar attraktiv aus, doch die Spreads innerhalb der langfristigen Durchschnittswerte und das potenzielle Rezessionsrisiko in bestimmten Teilen des globalen Marktes haben viele Anleger unsicher werden lassen. Auch wenn einige makroökonomische Gegenwinde anhalten und eine gewisse Vorsicht angebracht ist, sollten langfristig orientierte Anleger das Gesamtbild nicht aus den Augen verlieren.

Es ist zwar wahrscheinlich, dass sich die Spreads mittelfristig ausweiten werden, da nach der Rally im Jahr 2023 wenig Spielraum für eine deutliche Verengung besteht. Die aktuellen Renditen könnten jedoch eine relativ seltene Gelegenheit für langfristig orientierte Anleger darstellen, überdurchschnittliche Gesamtrenditen am globalen High-Yield-Markt zu erzielen.

Anleger können sowohl von der im historischen Vergleich hohen Anfangsrendite als auch von einem beträchtlichen Breakeven (Rendite dividiert durch Duration) profitieren, der einen gewissen Schutz vor einer Spreadausweitung bietet. Bei der Duration handelt es sich um eine Schätzung der Rendite, die ein Anleger für eine Anleihe erhalten kann, wenn er sie bis zur Fälligkeit bzw. bis zum Kündigungstermin hält und kein Zahlungsausfall des Emittenten eintritt.

Die Attraktivität einer Anlageklasse kann anhand verschiedener Kennzahlen wie Renditen, Spreads, erwartete Renditen usw. beurteilt werden. Obwohl jede dieser Kennzahlen ein anderes Signal liefern kann, ist die Ausgangsrendite in der Regel eine vernünftige Schätzung der annualisierten Fünfjahresrendite auf der Grundlage von Indexdaten. Diese Beziehung hat sich im Allgemeinen über verschiedene Zeiträume hinweg bewährt.

Sowohl in einem starken als auch in einem schwachen konjunkturellen Umfeld sowie in Zeiten enger und weiter Spreads für Hochzinsanleihen lag die Anfangsrendite bis zum Verlust nahe an der späteren annualisierten Fünfjahresrendite für den globalen Hochzinsindex. Mit einer Anfangsrendite von rund 8 % gegenüber dem globalen High-Yield-Index sind Hochzinsanleihen für Langzeitanleger attraktiv, sofern sie ein gewisses Maß an kurzfristiger Volatilität verkraften können.

ICE BofA Global High Yield Index monatliche YTW- und Terminrenditen für fünf Jahre

Renditen

Source: Aegon AM and Bloomberg. Based on monthly ICE BofA Global High Yield (HW00) index data and includes the index YTW and forward five-year annualized return in local currency for certain time periods.

Es besteht die Tendenz, dass sich dieser Trend über einen Zeitraum von fünf Jahren fortsetzt. Deshalb ist es für Anleger wichtig, langfristig auf Kurs zu bleiben. Bekanntlich bewegen sich die Märkte nicht geradlinig. Viele Renditen auf Schlusskursbasis gehen über einen Zeitraum von fünf Jahren mit kurzfristiger Volatilität einher. Hochzinsanleihen profitieren jedoch von höheren Kupons und besseren Renditen, was dazu beitragen kann, ungünstige Spreadbewegungen abzufedern.

In diesem Umfeld sollten Anleger mit einem langfristigen Fokus das Gesamtbild im Auge behalten, wenn sie zwischen Vorsicht und Optimismus abwägen. Langfristig bleiben die strukturellen Argumente für Hochzinsanleihen intakt und bieten das Potenzial für aktienähnliche Renditen bei geringerer Volatilität.

Für taktisch orientierte Anleger bietet eine moderate Ausweitung der Spreads im kommenden Jahr Chancen für ein Engagement in Hochzinsanleihen. Spreadausweitungen waren in der Vergangenheit jedoch immer nur von kurzer Dauer waren und Anleger mussten schnell handeln. Aus diesem Grund gilt für Hochzinsanleihen das alte Sprichwort, dass es auf die Zeit im Markt und nicht auf das Timing des Marktes ankommt. Kurzfristig mögen die Märkte volatil sein, aber für Anleger mit einem längeren Anlagehorizont sind Hochzinsanleihen attraktiv.

Überdurchschnittliche Renditen am globalen High Yield-Markt möglich

Foto von Thomas Hanson (Quelle: Aegon AM)

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Esken verlangt Maßnahmenpaket gegen Rechtsextremismus

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Demo gegen Rechtsextremismus am 03.02.2024, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Vor dem Hintergrund der Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln zur Jungen Alternative fordert SPD-Chefin Saskia Esken die schnelle Umsetzung eines umfangreichen Maßnahmenpakets gegen Rechtsextremismus.

„Nach dem heutigen Urteil besteht kein Zweifel mehr, dass Rechtsextremismus, rassistische Überlegenheitsphantasien und völkische Gesinnung in der Jungen Alternative vorherrschen“, sagte Esken den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben). „Umso dringender bleibt es, dass wir unsere Demokratie vor ihren Feinden schützen.“

„Wir müssen jetzt das Demokratiefördergesetz beschließen, um Initiativen der Zivilgesellschaft langfristige Planungssicherheit zu geben“, sagte Esken nach Bekanntwerden des Urteils den Funke-Zeitungen. Das Gesetz wurde vom Kabinett bereits beschlossen, muss den Bundestag aber noch passieren.

Esken fordert darüber hinaus eine konsequentere Verfolgung von Hasskriminalität und die Einrichtung von Sonderdezernaten und Schwerpunktstaatsanwaltschaften für diesen Zweck. „Die Finanzströme rechtsextremer Netzwerke müssen ausgetrocknet werden, die Unabhängigkeit der Justiz und der Medien muss gegen rechtsextreme Einflussnahme geschützt werden und das Disziplinarrecht muss konsequent angewendet werden, um Rechtsextremisten aus dem öffentlichen Dienst zu verbannen“, sagte sie weiter.

Auch müsse das Waffenrecht verschärft werden, um Reichsbürger zu entwaffnen. „Und nicht zuletzt werden wir die Betreiber digitaler Plattformen stärker in die Pflicht nehmen, um Desinformationskampagnen effektiv zu bekämpfen. Unsere Demokratie ist wehrhaft und wir werden ihren Gegnern konsequent entgegentreten.“

Das Verwaltungsgericht Köln hatte am Montag entschieden, dass der Verfassungsschutz die AfD-Jugendorganisation als gesichert extremistische Bestrebung einstufen darf. Gegen die Entscheidung können noch Rechtsmittel eingelegt werden.


Foto: Demo gegen Rechtsextremismus am 03.02.2024, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

DM-Geschäftsführer hält Lieferkettengesetz für verfehlt

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Drogeriemarkt dm (Archiv), via dts NachrichtenagenturKarlsruhe (dts Nachrichtenagentur) – Der Geschäftsführer der Drogeriemarktkette DM, Christoph Werner, hält das deutsche Lieferkettengesetz – und auch die geplante Lieferkettenrichtlinie in der EU – für verfehlt. „Der Weg, den wir da einschlagen, ist ein Holzweg“, sagte er dem Wirtschaftsmagazin „Capital“.

Bisher habe die Umsetzung sein Unternehmen 700.000 Euro gekostet, durch die europäische Verschärfung rechne er mit weiteren Mehrkosten. Das Hauptproblem sieht er aber woanders: „Ich plädiere dafür, dass so etwas ordnungspolitisch durch Handelsabkommen gelöst werden muss und nicht über die Wirtschaft.“

Zuletzt seien kaum Handelsabkommen geschlossen worden, nun versuche die Politik, das Problem auf die Unternehmen abzuwälzen. „Wir haben aber nicht wirklich Möglichkeiten dazu, solche Dinge durchzusetzen.“

Er zeigt sich aber auch beim politischen Spielraum skeptisch: „Wir werden die Standards nicht mehr gegen den Willen der Länder durchsetzen, um die es geht.“ Das sei auch vorher schon eine Form von Übergriffigkeit gewesen.


Foto: Drogeriemarkt dm (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Dax dreht am Mittag leicht ins Minus – China im Blick

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Frankfurter Börse (Archiv), via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Dienstag nach einem halbwegs freundlichen Start bis zum Mittag leicht in den roten Bereich gerutscht. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 16.895 Punkten berechnet, 0,1 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag.

An der Spitze der Kursliste standen die Commerzbank, Rheinmetall und Siemens Energy entgegen dem Trend im Plus, die größten Abschläge gab es bei Infineon, RWE und Porsche.

Vor allem der Umgang der chinesischen Regierung mit dem Aktienmarkt beschäftigt derzeit die Anleger: „Die Regierung in Peking hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Mini-Schritte unternommen, um die Konjunktur zu festigen, aber keine der Maßnahmen hat das Wachstum spürbar angekurbelt“, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. „Nun wird der zunehmende Verfall chinesischer Aktien zur Chefsache: Präsident Xi will sich der Angelegenheit selbst annehmen.“

Ob und welche der bereits verabschiedeten, diskutierten und zukünftig geplanten Maßnahmen nun die richtigen sein könnten, um das Wachstum nach China zurückzubringen, könne im Moment keiner sagen. „Aber vielleicht genügt am Ende bereits die Zuversicht der Anleger, dass die Aktien genügend gefallen sind und die Bewertungen so günstig geworden sind, um den Trend umzukehren“, so Stanzl.

„Noch allerdings überwiegen die Zweifel, auch nach der Kurserholung.“ Sie stehe im Moment im Verdacht, eine bloße Bärenmarktrally zu sein, auf die neue Tiefs folgen könnten. „Eine allmähliche Loslösung von diesem Gedanken könnte dann eintreten, wenn die Käufer dranbleiben und der Hang Seng über das Zwischenhoch von 16.300 Punkten steigt“, sagte der Marktexperte.

Die europäische Gemeinschaftswährung tendierte am Dienstagmittag etwas schwächer. Ein Euro kostete 1,0733 US-Dollar (-0,10 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9317 Euro zu haben. Der Ölpreis stieg unterdessen leicht: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 12 Uhr deutscher Zeit 78,11 US-Dollar; das waren 12 Cent oder 0,2 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Frankfurter Börse (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Tarifabschluss zwischen GDL und Transdev

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Nordwestbahn (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Im Tarifstreit zwischen der Lokführergesellschaft GDL und dem Bahnunternehmen Transdev haben beide Seiten eine Einigung erzielt. Grundlage sei ein „deutlich verbessertes Angebot des Arbeitgebers“, teilte die GDL am Dienstag mit.

Der Abschluss beinhaltet demnach unter anderem die schrittweise Absenkung der Referenzarbeitszeit für Schichtarbeiter von einer 38- auf eine 35-Stunden-Woche ab Januar 2025, 3.000 Euro Inflationsausgleichsprämie unter Anrechnung der bereits gezahlten Prämie von 1.100 Euro und die Verbesserung der Ruhetagsregelungen. Die Laufzeit ist vom 1. Juli 2023 bis 30. Juni 2025.

Die Absenkung auf die reduzierte Arbeitszeit soll laut GDL schrittweise und ohne Absenkung des Entgelts erfolgen. Arbeitnehmer, die trotzdem mehr arbeiten möchten, könnten das gegen ein „anteilig hoch gerechnetes Entgelt“ tun, so die Gewerkschaft.

„Der Abschluss mit Transdev, dem zweitgrößten Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland zeigt, dass sich die neue Marktreferenz weiterhin durchsetzt und nicht mehr aufzuhalten ist“, sagte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky.

Von Transdev selbst hieß es, dass mit dem Tarifabschluss weitere Streikmaßnahmen abgewendet würden. Man bleibe aber bei der Sichtweise, dass die Forderungen der GDL in der aktuellen, schwierigen wirtschaftlichen Lage „insgesamt überzogen und unverhältnismäßig“ gewesen seien. Mit Blick auf die „wirtschaftlichen Folgen für die Transdev-Betriebe und auch im Interesse der Fahrgäste“, hätten aber keine weiteren Streiks riskiert werden können.

Die wirtschaftlichen Folgen durch die Absenkung der Arbeitszeit, ohne eine Abmilderung der finanziellen Belastungen, seien für die Transdev-Betriebe wie auch für die gesamte Branche „auf mittlere und längere Sicht noch nicht absehbar“, so das Unternehmen.

Der Tarifabschluss gilt für die GDL-Mitglieder bei der Nordwestbahn, Transdev Hannover, Transdev Mitteldeutschland, Transdev Regio Ost, Transdev Rhein-Ruhr und Trans Regio.


Foto: Nordwestbahn (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Chrupalla wirft Regierung Aufwiegelung der Bevölkerung vor

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Demo gegen Rechtsextremismus am 03.02.2024, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla glaubt nach eigenen Angaben, dass die Massenproteste gegen Rechtsextremismus von der Bundesregierung initiiert sind.

„Wir sehen, dass natürlich gerade medial durch die Regierung aufgeputscht, hier die Bevölkerung ein Stück weit aufgewiegelt wird“, sagte er am Dienstag den Sendern RTL und ntv. „Und das besorgt mich ein Stück weit, dass man mit der Regierung auf die Straße geht.“

Mit Blick auf mögliche Umfrage-Verluste seiner Partei äußerte er sich entspannt: „Wir sind in Umfragen immer noch stabil über 20 Prozent. Ich denke, das ist ein stolzer Wert.“


Foto: Demo gegen Rechtsextremismus am 03.02.2024, via dts Nachrichtenagentur

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Dax startet leicht im Plus – Firmenbilanzen im Blick

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Frankfurter Börse (Archiv), via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Dienstag mit leichten Kursgewinnen in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 16.925 Punkten berechnet und damit 0,1 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.

Unter anderem stehen im Laufe des Tages Firmenbilanzen im Fokus der Anleger. Infineon legte am Morgen neue Zahlen vor und korrigierte dabei den Ausblick für das Geschäftsjahr 2024 nach unten. Das Unternehmen rechnet demnach nur noch mit einem Umsatz von etwa 16 Milliarden Euro plus/minus 500 Millionen Euro – bisher waren es 17 Milliarden Euro. Am Abend will mit Qiagen noch ein weiteres Dax-Unternehmen neue Bilanzen veröffentlichen.

An der Spitze der Kursliste standen am Morgen Beiersdorf, Airbus und die Münchener Rück, während Bayer, Infineon und RWE entgegen dem Trend deutlich im Minus am Ende rangierten.

Wichtiges Thema für die Investoren ist unterdessen auch Chinas Aktienmarkt: „In China hat der Ausverkauf an den Börsen die höchst mögliche Ebene erreicht, Xi Jinping befasst sich persönlich mit dem Absturz der Aktienkurse im Reich der Mitte“, sagte Thomas Altmann von QC Partners. Auf dem Parkett kommt das gut an. In Shanghai, Shenzhen und Hongkong wird heute kräftig gekauft. Zusätzlich unterstützen hier weitere Regulierungspläne sowie Käufe großer Investoren.

In Europa und den USA gönnten sich die Anleger derweil eine Atempause. „Nach der Rekordjagd aus der vergangenen Woche muss sich jetzt zeigen, wohin die Reise geht.“ Positiv sei fürs Erste zu vermerken, dass nach dem neuen Allzeithoch beim Dax bislang keine Gewinnmitnahmen in großem Stil eingesetzt hätten. „Damit bleibt das neue Hoch in Reichweite“, so Altmann.

Die europäische Gemeinschaftswährung tendierte am Dienstagmorgen etwas stärker. Ein Euro kostete 1,0759 US-Dollar (+0,15 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9295 Euro zu haben. Der Ölpreis stieg unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 78,24 US-Dollar; das waren 25 Cent oder 0,3 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Frankfurter Börse (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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