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Ampel will Ruhebezüge früherer Bundespräsidenten kürzen

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Rednerpult des Bundespräsidenten (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Ampelkoalition plant eine Kürzung der Ruhebezüge früherer Bundespräsidenten für die Zeit vor deren Eintritt ins Rentenalter. „Mit dem Gesetz soll geregelt werden, dass zukünftig auch Einkommen aus einem privatwirtschaftlichen Anstellungsverhältnis oder aus selbstständiger Tätigkeit angerechnet wird“, heißt es aus einer internen Unterlage der SPD-Bundestagsfraktion, über die der „Spiegel“ berichtet.

Bisher werden die Ruhebezüge von Altbundespräsidenten, der sogenannte Ehrensold, nur mit Einkommen und Ruhegehalt aus dem öffentlichen Dienst verrechnet. Frühere Staatsoberhäupter erhalten genauso viel Geld wie der amtierende Bundespräsident. 2022 waren das 258.000 Euro.

Die neue Regelung soll nach Informationen aus Koalitionskreisen für ehemalige Staatsoberhäupter gelten, solange sie noch nicht die Regelaltersgrenze erreicht haben. Der einzige noch lebende Altbundespräsident, auf den das derzeit zutrifft, ist Christian Wulff. Er war mit 51 Jahren als jüngstes Staatsoberhaupt der Bundesrepublik ins Amt gekommen und trat 2012 nach knapp zwei Jahren zurück. Nach seinem Rückzug aus Schloss Bellevue arbeitete Wulff unter anderem wieder als Rechtsanwalt. Inzwischen ist er 64 Jahre alt, die gesetzliche Regelaltersgrenze erreicht Wulff im September 2025.

Auf Anfrage wollte sich der Altbundespräsident nicht zu der von der Ampelkoalition geplanten Gesetzesänderung äußern. Aus dem Haus des amtierenden Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier ist zu hören, er begrüße es, dass sich das Parlament der Sache annehme, er werde die Entscheidungen mittragen.


Foto: Rednerpult des Bundespräsidenten (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Junge Union kritisiert "Werteunion" als "Freak-Haufen"

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Johannes Winkel am 16.06.2023, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Junge Union hat nach dem rechten Geheimtreffen in Potsdam ihre Forderung nach einem Unvereinbarkeitsbeschluss zur „Werteunion“ bekräftigt und eine deutliche Abgrenzung der CDU verlangt. „Das Treffen in Potsdam zeigt, welches verstörende Weltbild auch in der `“Werteunion“` grassiert“, sagte der JU-Vorsitzende Johannes Winkel dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

„Ob durch Parteineugründung der `“Werteunion“` oder Unvereinbarkeitsbeschluss unsererseits – es ist Zeit, dass sich die CDU von diesem Freak-Haufen verabschiedet.“ Wenn die „Werteunion“ tatsächlich eine Partei gründet, wären deren Mitglieder mit CDU-Parteibuch automatisch nicht mehr in der CDU.

Das Statut der CDU untersagt Mitgliedschaften in anderen Parteien. Einen bindenden Unvereinbarkeitsbeschluss müsste ein Parteitag beschließen – der nächste findet im Mai statt.


Foto: Johannes Winkel am 16.06.2023, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Neue App auf Rezept gegen Typ-2-Diabetes

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glucura –

glucura – Innovative digitale Gesundheitsanwendung zur Therapie von Diabetes mellitus Typ 2 jetzt auf Rezept erhältlich

Mit glucura steht Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 ab sofort eine innovative digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) zur Verfügung, die auf Rezept erhältlich ist. glucura wurde vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) als DiGA zugelassen und kann Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 verordnet werden. Die neue DiGA setzt Maßstäbe im Diabetesmanagement, denn sie zieht erstmals individuelle Glukosereaktionen heran, um Betroffenen personalisierte Ernährungsempfehlungen zu geben. Mit Hilfe künstlicher Intelligenz erhalten Nutzerinnen und Nutzer auf sie zugeschnittene Lebensstilempfehlungen und werden Schritt für Schritt an die Hand genommen, um ihre Blutzuckerwerte effektiv und dauerhaft zu senken.

So überträgt der multimodale therapeutische Ansatz von glucura die Erkenntnisse aus der personalisierten Ernährungstherapie, der Bewegungstherapie und der Verhaltensintervention in eine nachhaltige digitale Gesundheitsanwendung. glucura richtet sich an Personen mit einem nicht insulinbehandelten Diabetes mellitus Typ 2 ab einem Alter von 18 Jahren und ist mit den Betriebssystemen Apple iOS ab Version 14.0 und Google Android ab Version 8.0 verfügbar.

In einer klinischen Studie konnten Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 unter Anwendung von glucura ihren Langzeitblutzuckerwert deutlich verbessern, der im Fachjargon „HbA1c-Wert“ genannt wird[1]. Der HbA1c sank um -0,79%-Punkte nach 3 Monaten glucura-Nutzung im Vergleich zur Standardbehandlung (n= 64 Personen). Unter Anwendung von glucura waren mit 61 Prozent doppelt so viele Patientinnen und Patienten im therapeutischen Zielbereich von unter 7,0 Prozent HbA1c wie vor Beginn der Anwendung. 34 Prozent von ihnen erreichten sogar einen HbA1c unter 6,5 Prozent, was als Stoffwechselnormbereich definiert ist. Generell gilt: Je geringer der HbA1c-Anteil ausfällt, umso besser ist der Diabetes eingestellt, denn umso weniger Blutzucker ist an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin gebunden.

Darüber hinaus nahm der Body Mass Index (BMI) um mehr als einen Punkt ab (-1,25 kg/m2). Weiterhin berichteten die Betroffenen, dass sie glucura häufig nutzten (6,6 von 7 Tagen pro Woche), und dass das Programm gut verständlich ist (4,5/5). Über die hohe Zufriedenheit hinaus (7,7/10) wurde hervorgehoben, dass es eine gute Unterstützung bei der Auseinandersetzung mit der Erkrankung darstellt (4,1/5), und dass sie die Therapie mit glucura fortsetzen möchten (3,9/5)[2].

Dr. med. Dr. rer. nat. Torsten Schröder, Diabetologe, Ernährungsmediziner und Mitgründer von Perfood, erklärt: „Bei allen Risiken rund um Diabetes mellitus Typ 2 gibt es eine gute Nachricht: Betroffene können es selbst in die Hand nehmen, den Diabetes über ihren Lebensstil und insbesondere über ihre Ernährung weitestgehend in den Griff zu bekommen. glucura zeigt ihnen wie ein persönlicher Kompass, wo es langgeht, und wie viel Spaß das machen kann. Es motiviert uns ungemein, dass mehr als ein Drittel unserer Nutzerinnen und Nutzer dank glucura den Diabetes unter die Diabetesschwelle bekommt. Gleichzeitig können sie ein – in Maßen – genussvolles Leben führen, weil ihnen unsere DiGA die richtigen, individuellen Stellschrauben verrät.“

Auf 8,7 Millionen Betroffene schätzt der Deutsche Gesundheitsbericht Diabetes (2023) die Zahl der dokumentierten Fälle von Diabetes mellitus Typ 2 im Jahr 2022[3]. Hinzu kommt eine Dunkelziffer von ca. zwei Millionen Menschen, die bereits erkrankt sind, ohne es zu wissen. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung in Deutschland liegt also bei rund zehn Prozent der Erwachsenen Diabetes mellitus Typ 2 vor. Bei steigender Lebenserwartung prognostizieren Experten von 2020 bis 2040 einen Anstieg der Fälle um 59 Prozent[4]. Die Erkrankung kann mit teilweise schwerwiegenden Begleit- und Folgeerkrankungen einhergehen, die unter anderem die Gefäße, Herz, Nieren, Nerven und die Augen betreffen. Betroffene haben beispielsweise ein vielfach erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Nachhaltiges Programm für langfristige Diabetesbegleitung

Ziel von glucura ist es, die unterschiedlichen Blutzuckerreaktionen nach ähnlichen Mahlzeitentypen aufzuzeigen und Betroffenen Hilfestellungen für eine blutzuckerstabile Ernährung zu geben. Dafür startet glucura mit einer zehntägigen Sensorphase, in der Nutzerinnen und Nutzer über einen Glukosesensor ihren Blutzuckerspiegel verfolgen. In dieser Zeit ernähren sie sich wie gewohnt und führen ein Ernährungs- und Aktivitätentagebuch. Die eingetragenen Mahlzeiten analysiert glucura anhand der Glukosedaten über einen speziell entwickelten Algorithmus und errechnet individuelle Ernährungsempfehlungen. Anschließend schlägt die DiGA den Patientinnen und Patienten jede Woche ein leicht umsetzbares, personalisiertes Wochenziel vor. Dabei können sie selbst wählen, ob sie sich beispielsweise ein Wochenziel für bestimmte Mahlzeiten oder für ihre Bewegung vornehmen wollen. Als Hilfestellung bietet glucura eine Palette von Rezepten sowie Bewegungstutorials und nimmt die Nutzerinnen und Nutzer Schritt für Schritt an die Hand.

Müsli-Fans bekommen beispielsweise Anregungen, wie sie die Zutaten besser kombinieren können, wie sie Zucker sparen, oder welches Obst für sie am besten geeignet ist. Die Personalisierung erlaubt es, spezifische Mahlzeiten zu reduzieren, auszutauschen oder anders zu kombinieren, die individuell für unerwünschte Blutzuckerachterbahnen verantwortlich sind. Das ermöglicht den Patientinnen und Patienten eine höhere Lebensqualität und das nachhaltige Erreichen von individuell gesteckten Zielen. Besonders smart: Der glucura-eigene Algorithmus trifft mit Hilfe von künstlicher Intelligenz auch nach der Sensorphase Vorhersagen über individuelle Blutzuckerreaktionen. Darüber hinaus regen professionelle Video-Tutorials die Nutzerinnen und Nutzer entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit zu mehr Bewegung an. All das macht glucura zu einem zuverlässigen Begleiter, der sowohl die Schlüsselkomponenten einer erfolgreichen digitalen Therapie kombiniert als auch von hoher Nutzerfreundlichkeit und motivierendem Infotainment geprägt ist.

Die glucura-Features im Einzelnen:

Kontinuierliches Blutzucker Feedback: Zu Beginn des Programms tragen die Nutzerinnen und Nutzer zehn Tage lang einen Glukosesensor, testen ihre gewohnten Mahlzeiten und beobachten nahezu in Echtzeit ihre Blutzuckerreaktionen nach dem Essen. Auch im Anschluss an diese Sensorphase ermöglicht der glucura-eigene Algorithmus individuelle Blutzuckervorhersagen.

Bewegungsanleitung und -motivation: Mit glucura lassen sich körperliche Aktivitäten festhalten, indem die Nutzerinnen und Nutzer zum Beispiel ihre tägliche Schrittzahl eintragen oder die App mit einem Fitness-Tracker verbinden. glucura bietet darüber hinaus Videotutorials, die zu mehr Bewegung anleiten. Dabei geht es sowohl um die Steigerung von Alltagsbewegungen als auch um gezielte Übungen für mehr Kraft und Ausdauer.

Dynamische Wochenziele: Im Anschluss an die Sensorphase erhalten die Nutzerinnen und Nutzer einen Wochenzielplan zu den Themen Ernährung und Bewegung, der genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Entsprechend der jeweiligen Wochenziele schlägt die App Diabetes-geeignete Rezepte vor oder regt zu mehr Bewegung an. So unterstützt die DiGA Nutzerinnen und Nutzer Schritt für Schritt dabei, neue Gewohnheiten in den Alltag zu integrieren.

Wissen & Verstehen: Vielfältige Beiträge mit Hintergrundwissen zu Diabetes mellitus Typ 2, ausgewogener Ernährung oder der gesundheitlichen Wirkung von Bewegung ergänzen die personalisierte Lebensstil-Assistenz von glucura.
Personalisierter Drei-Monatszyklus: Pro Verordnung steht glucura drei Monate zur Verfügung. Dabei werden die Produktinhalte dynamisch und individuell an den Fortschritt und die Gewohnheiten der Patientinnen und Patienten angepasst. Um die individuellen Therapieziele langfristig zu erreichen, sind mehrere Folgeanwendungen empfehlenswert.

Datenexport: Die eingegebenen Daten und Messwerte können in einer PDF-Datei exportiert und so auch der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt bereitgestellt werden. Darüber hinaus verfügt glucura über einen interoperablen Datenexport, der es ermöglicht, Daten aus der DiGA in die jeweilige elektronische Patientenakte einzustellen.

In wenigen Schritten zur DiGA

Diabetes-Patientinnen und -Patienten erhalten das Rezept für glucura von ihrer Ärztin bzw. ihrem Arzt und schicken es einfach per App, E-mail oder Post an ihre gesetzliche Krankenkasse, die daraufhin einen Freischaltcode bereitstellt. Diesen Code geben die Nutzerinnen und Nutzer auf der Website www.glucura.de ein. Daraufhin wird der Glukosesensor mit weiterem Infomaterial per Post zugestellt. Anschließend laden sich die Nutzerinnen und Nutzer die glucura-App sowie die App des jeweiligen Glukosesensor-Herstellers herunter. Noch schneller geht es für Betroffene, die bereits über den Nachweis einer Diabetesdiagnose und über den Ausschluss einer Insulinbehandlung verfügen. Sie können diese bei ihrer Krankenkasse (z. B. durch einen Arztbrief) direkt im Online-Mitgliederbereich oder in der Krankenkassen-App hochladen. glucura kann dann pro Verordnung drei Monate genutzt werden. Sowohl Ärztinnen und Ärzten als auch Patientinnen und Patienten steht bei Fragen der kostenlose glucura-Support zur Verfügung.

[1]Wissenschaftliches Evaluationskonzept glucura vom 29.11.2023
[2] Jeweils angegeben die Mittelwerte der Erhebungen nach einem Monat
[3]Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), diabetesDE-Deutsche Diabetes-Hilfe. Deutscher
Gesundheitsbericht Diabetes 2023 Die Bestandsaufnahme. 2022. Epidemiologie des Diabetes in Deutschland. Available from: https://www.diabetesde.org/system/files/documents/gesundheitsbericht_2023_final.pdf
[4] Tönnies T, Hoyer A, Brinks R. Productivity-adjusted life years lost due to type 2 diabetes in
Germany in 2020 and 2040. Diabetologia. 2021;64:1288–97.

Quelle Perfood GmbH

Wien – die wahre Stadt der Liebe

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Hotel KAISERHOF Wien

Die Liebe wäre nichts ohne Wien. Liebhaber großer Gefühle tauchen in der Metropole an der Donau in die Geschichten berühmter Liebespaare und historischer Küsse ein und schreiben in einer der schönsten Städte der Welt ihre ganz persönliche Romanze.

Die Gassen und Straßen, die unzähligen Parks und lauschigen Plätzchen stecken voll Lebensfreude. Ein Nachmittagsplausch in einem der unzähligen sehenswerten Cafés, flanieren, auf den Märkten bummeln, shoppen, auf dem Riesenrad eine Liebeserklärung machen, mit dem Fiaker in Nostalgie schwelgen, abends ins Konzert oder eine Bar, … Das Hotel KAISERHOF Wien toppt einen Citytrip mit der/m Liebsten mit dem unvergleichlichen Flair der Jahrhundertwende. Zum Valentinstag wartet das Lovers Package: Die Rosenblätter am Bett, der Champagner, die süße Verführung und herrliche Wellness lassen die Schmetterlinge im Bauch flattern.

Das geschichtsträchtige Hotel ist ein zentraler, charmanter Ort, um in die einzigartige Metropole mit all ihren Höhepunkten einzutauchen. Die klassischen Sehenswürdigkeiten entlang der Ringstraße und der Kärntner Straße sowie der Stephansdom sind dem Hotel KAISERHOF Wien ganz nah. Die Oper liegt nur wenige Schritte entfernt. Das Rezeptionsteam ist ein guter Berater, um das passende Freizeitprogramm bei fast hundert Theatern, vielen Konzertveranstaltern, zahllosen Museen, einem fabelhaften Restaurant- und Lokalangebot zu finden.

Die Zimmer und Suiten im KAISERHOF Wien verbinden die großzügige Architektur der Jahrhundertwende mit zeitgemäßem Komfort. Die Zimmerauswahl ist vielfältig – vom Kaiserhof Petit über Allergiker-freundliche Zimmer und Business-Zimmer bis hin zur luxuriösen Admiral Suite wählen Gäste des KAISERHOF, wo sie sich wohlfühlen. Im Salon Imperial wird ein kaiserlich opulentes Frühstück serviert. In der KAISERHOF-Bar gönnen sich Genießer eine Pause vom Großstadtleben. Von 11 bis 24 Uhr kann man hier behagliches Ambiente genießen – beim Nachmittagstee, bei einem Snack oder einem erfrischenden Glas Bier u. v. m. Kaiserliches Wohlbefinden bietet ein kleiner, feiner Wellnessbereich mit finnischer Sauna, Saunarium, Dampfbad und Fitnesscenter.

Lovers Package 4=3 (12.–21.02.24)

Leistungen: Übernachtung im romantischen KAISERHOF Superior Zimmer mit Himmelbett, Rosenblättern auf dem Bett, kaiserliches Frühstücksbuffet mit Sekt, auf Wunsch Frühstück am Zimmer, zur Begrüßung eine 0,375 Flasche Champagner, hausgemachte KAISERHOF-Torte, Wellness-Bonus für die hoteleigene Sauna, das Dampfbad und den Fitnessraum, freie Sauna-Bar-Getränke, Late-Check-out bis 14 Uhr

Bild Hotel KAISERHOF Wien

Quelle © mk Salzburg

Dax am Mittag weiter stark – Porsche leidet unter China-Daten

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Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, via dts NachrichtenagenturFrankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Freitag nach einem bereits freundlichen Start in den Handelstag bis zum Mittag weiter klar im grünen Bereich geblieben. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 16.655 Punkten berechnet, 0,7 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.

An der Spitze der Kursliste rangierten Siemens Energy, Airbus und die Commerzbank. Ganz unten fanden sich Porsche wieder. Der Autokonzern hatte am Morgen neue Zahlen für das Jahr 2023 veröffentlicht. Demnach konnte Porsche insgesamt zwar mehr Fahrzeuge absetzen, schwächelte aber auf dem chinesischen Markt.

„Die meisten Marktteilnehmer behalten auch am Freitag ihre Scheuklappen auf und ignorieren alle negativen Markteinflüsse“, sagte Marktanalyst Andreas Lipkow. Die US-Makrodaten vom Donnerstag hätten nur sehr wenig auf die Zinsängste eingezahlt.

Auch die vorgelegten Absatzzahlen von Porsche wirkten fast nur partiell auf die Aktien von Porsche ein, so Lipkow weiter. „Die Abstrahleffekte halten sich auf die anderen Unternehmen aus dem Automotivsektor in Grenzen und bleiben auf die anderen zyklischen Branchen aus.“

Die Investoren positionierten sich weiterhin für eine Konjunkturerholung in Europa und kauften dadurch auch größtenteils die Dax-Unternehmen. „Kursrückgänge bei den deutschen Standardtiteln werden für Positionsaufstockungen genutzt“, sagte Lipkow.

Die europäische Gemeinschaftswährung tendierte am Freitagnachmittag etwas schwächer. Ein Euro kostete 1,0953 US-Dollar (-0,17 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9130 Euro zu haben. Der Ölpreis stieg unterdessen stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit 80,58 US-Dollar, das waren 4,1 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

5 Schwellenländer-Mythen

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Mythen
Foto von Chris Kushlis (Quelle: T. Rowe Price)

Ein aktueller Marktkommentar von Chris Kushlis, Kreditanalyst bei T. Rowe Price und Leiter der Makrostrategie für China und Schwellenländer:

Schwellenländer weniger von externen Faktoren abhängig

Das Marktumfeld für Schwellenländer hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert. Das sich verlangsamende globale Wachstum und die Verschärfung der finanziellen Bedingungen haben zu einem schwierigeren Umfeld geführt. Für einige bestätigt dies nur die Wahrnehmung der Schwellenländer als rein kurzfristige, taktische Allokation, die zwar potenziell hohe Renditen bietet, aber mit einem erhöhten Risiko und einer höheren Volatilität einhergeht. Diese traditionelle Denkweise wird den heutigen Schwellenländern jedoch nicht mehr gerecht und unterstreicht die Notwendigkeit eines differenzierteren Investitionsansatzes. Das globale Umfeld ist zwar schwieriger geworden, aber es unterstreicht auch den differenzierten Charakter der Schwellenmärkte, da sich fundamental gut verankerte Länder von schwächeren Gegenspielern unterscheiden.

Mythos 1: Verlangsamtes globales Wachstum bedeutet, Schwellenländer zu meiden

Der Leitfaden für Investitionen in Schwellenländer hat sich geändert, da die Entscheidungen nicht mehr in erster Linie von der Phase des globalen Wirtschaftszyklus abhängen. Während früher eine expandierende Weltwirtschaft, hohe Rohstoffpreise und moderate geldpolitische Bedingungen als Voraussetzung galten, sind viele Schwellenländer aufgrund ihrer zunehmend binnenwirtschaftlichen Ausrichtung weit weniger von externen Faktoren abhängig. Diese sind zwar immer noch einflussreich, aber sie sind Teil eines breiteren Mosaiks neben den fundamentalen Einflüssen auf Länder-, Sektor- und Aktienebene.

Die heutige Landschaft der Schwellenländer erfordert daher einen detaillierteren Ansatz und länderspezifisches Fachwissen, da allgemeine Verallgemeinerungen über die Schwellenländer zunehmend angreifbar werden. Zusätzlich zu den Unterschieden zwischen den einzelnen Ländern bieten die Schwellenländer ein vielfältiges Angebot an Vermögenswerten, in die investiert werden kann, einschließlich Staats- und Unternehmensanleihen in Hartwährung und Anleihen in lokaler Währung sowie tiefere, reifere Aktienmärkte.

Auch das externe Umfeld hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert, und der steile Anstieg der Zinssätze in den Industrieländern, insbesondere in den USA, wird voraussichtlich länger anhalten als ursprünglich erwartet. Die Auswirkungen dieser restriktiven Politik sind auf den Schuldtitelmärkten der Schwellenländer unverhältnismäßig stark zu spüren. Auf der einen Seite steht eine Gruppe von Ländern, darunter Mexiko und die größeren Volkswirtschaften in Südamerika (z. B. Brasilien, Chile, Peru, Kolumbien), die sich auf robuste Fundamentaldaten stützen können. Diese Gruppe hat weiterhin Zugang zu den Kreditmärkten und die Spreads sind angemessen und relativ stabil geblieben. Auf der anderen Seite gibt es eine Reihe von fundamental schwächeren Schwellenländern, die infolgedessen zunehmend von den Kreditmärkten abgeschnitten sind.

Im Jahrzehnt vor der Coronavirus-Pandemie, als die weltweiten Leitzinsen nahe Null lagen, konnten viele Schwellenländer zum ersten Mal Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten erhalten und neue Anleihen zu überschaubaren Renditen und mit relativ geringem Ausfallrisiko ausgeben. Heute jedoch, wo die Leitzinsen nahe bei 5,5 % liegen, sind diese Länder einfach nicht mehr in der Lage, neue Anleihen zu tragbaren Renditen zu begeben. Da sie keinen Zugang zum Markt haben, haben sie Schwierigkeiten, ihre kurz vor der Fälligkeit stehenden Schulden zu refinanzieren, und viele von ihnen sind entweder bereits ausgefallen oder laufen Gefahr, dies zu tun.

Mythos 2: Schwellenländer bieten wenig defensive Qualitäten

Eines der größten Missverständnisse unter Anlegern ist, dass es in den Schwellenländern nur dynamische, wachstumsorientierte Unternehmen gibt, während defensivere, wertorientierte Gelegenheiten rar gesät sind. Die Daten zeigen, dass der Großteil aller aktiven Gelder, die in Schwellenländeraktien fließen, in Wachstums-/Kernstrategien investiert wird, während nur ein Bruchteil der gesamten Mittel in wertorientierte Strategien fließt. Diese enorme Verzerrung bedeutet, dass viele wertorientierte Chancen, insbesondere in traditionellen „Old Economy“-Bereichen wie dem verarbeitenden Gewerbe, übersehen oder ignoriert werden. Folglich gibt es viele gute Unternehmen, die unter dem Radar fliegen zu potenziell sehr niedrigen Preisen.

Das derzeitige Umfeld erhöhter globaler Unsicherheit macht diese wertorientierten Unternehmen nur noch attraktiver, da wachstumsorientierte Anlagen empfindlich auf höhere Zinsen reagieren. Unternehmen mit einem relativ geringen Risikoprofil, einem angemessenen Kurs-Gewinn-Verhältnis und vorhersehbaren Ertragsströmen passen vielleicht nicht in die traditionelle Vorstellung einer „dynamischen“ Schwellenländer-Investition, aber es gibt sie. Das Schöne an diesen langlebigen Unternehmen ist, dass sie im Laufe der Zeit erhebliche Renditen erwirtschaften können. Es ist unwahrscheinlich, dass sie in einem Jahr zu den besten Emerging Markets-Performern gehören, aber wenn man über einen Zeitraum von 5 oder 10 Jahren zurückblickt, insbesondere wenn die Unsicherheit/Volatilität der Märkte ein Merkmal war, wird die Wertschöpfung deutlich.

Mythos 3: Das Risiko von Fehlern, sei es durch Zentralbanken oder die Unternehmensführung, ist in den Schwellenländern größer

In vielen Schwellenländern wurden bedeutende Reformmaßnahmen durchgeführt, was bedeutet, dass die meisten nicht mehr nur ein paar Fehlentscheidungen von einer Krise entfernt sind. Detaillierte Recherchen sind von zentraler Bedeutung, um die Länder zu identifizieren, die sich wirklich für eine konsistente, marktfreundliche Politik einsetzen, und um diejenigen zu vermeiden, die sich in die falsche Richtung bewegen.

Auch auf der Unternehmensseite wurden große Fortschritte bei der Verbesserung der Unternehmensführung gemacht und eine stärkere Ausrichtung auf die Aktionäre. Während früher komplizierte Governance-Strukturen, unausgereifte Institutionen und ein ungeschultes Management die Unternehmenslandschaft in den Schwellenländern prägten, sind diese Merkmale heute eher die Ausnahme als die Regel. Selbst wenn sie auf den Schuldenmärkten der Schwellenländer auftreten, ist nicht mehr zu befürchten, dass diese Ereignisse ein systemisches Risiko für die gesamte Anlageklasse darstellen. In den letzten 25 Jahren haben sich solche Phasen als relativ kurzlebig erwiesen, so dass sich Gelegenheiten zum Einstieg in den Markt zu potenziell sehr niedrigen Bewertungsniveaus boten.

Mythos 4: Das Wachstumspotenzial der Schwellenländer wird in Zukunft gedämpfter sein

Das Wachstum der Schwellenländeranleihen als Anlageklasse in den letzten Jahren bedeutet, dass die Anleger Zugang zu einer viel breiteren und vielfältigeren Palette von Kreditmöglichkeiten haben, die sich auf Länder, Emittenten aus dem Finanz- und Nichtfinanzsektor und das gesamte Ratingspektrum erstrecken. Man ist sich zwar darüber im Klaren, dass die Unsicherheit an den Märkten und die uneinheitlichen globalen Wirtschaftsaussichten wichtige Einflüsse auf die allgemeinen Aussichten für die Schwellenländer sind, doch müssen diese gegen die Stärken der einzelnen nationalen Volkswirtschaften und die positiven langfristigen Trends abgewogen werden, die den langfristigen Optimismus in den Schwellenländern im Allgemeinen weiterhin unterstützen.

Ein Beispiel: Viele Schwellenländer verzeichnen weiterhin ein positives Wirtschaftswachstum mit Raten

weit vor denen der entwickelten Märkte. Dies ist ein Zeichen für aufstrebende Volkswirtschaften, die weniger abhängig von den Industrieländern sind, um zu gedeihen. Der Binnenhandel zwischen den aufstrebenden Volkswirtschaften hat inzwischen das Außenhandelsvolumen mit den Industrieländern übertroffen, während eine wachsende Mittelschicht in den aufstrebenden Volkswirtschaften die langfristige Binnennachfrage unterstützt.

Die Schwellenländer haben noch viel Spielraum, um ihre Produktivität zu verbessern und den Rückstand zu den Industrieländern aufzuholen. Große, junge und zunehmend gebildete Arbeitskräfte sind zusammen mit der zunehmenden Verbreitung von Technologien von zentraler Bedeutung, um diese Lücke zu schließen. Die Ausschöpfung dieses Potenzials wird jedoch zunehmend differenzierter, und es ist wichtiger denn je, ein gutes Gespür dafür zu haben, welche Länder erfolgreich sind und welche zu stagnieren drohen.

Mythos 5: ESG-Überlegungen bleiben deutlich hinter denen der Industrieländer zurück.

Die Emission nachhaltiger Anleihen in den Schwellenländern hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, was auf die robuste Emissionstätigkeit einiger relativ neuer Teilnehmer zurückzuführen ist, darunter den Philippinen, Mexiko, Kolumbien und Chile. Dies ergänzt die prominente Emission in reiferen Märkten wie China. Zwar liegen die Schwellenländer immer noch weit hinter den Emissionen der fortgeschrittenen Volkswirtschaften zurück, doch ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend fortsetzen wird, da die Staaten der Schwellenländer sich zunehmend um die Finanzierung ihrer nachhaltigen Entwicklungsziele bemühen.

Hervorzuheben sind auch die enormen Investitionen, die China in den letzten Jahren bei der Umstellung von fossilen Brennstoffen auf sauberere Energiequellen getätigt hat. China ist heute der weltweit größte Produzent von Wind- und Solarenergie und auch der größte inländische und ausländische Investor in erneuerbare Energien. Dieser Umbruch bringt den Ländern der Schwellenländer und den Unternehmen, die sich auf diese Umstellung einstellen, Vorteile und wirkt sich positiv auf die Sicherheit und Erschwinglichkeit von Energie in der gesamten Region aus.

5 Schwellenländer-Mythen

Foto von Chris Kushlis (Quelle: T. Rowe Price)

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Israel weist "verdrehten" Völkermord-Vorwurf zurück

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Israelische Fahnen (Archiv), via dts NachrichtenagenturDen Haag (dts Nachrichtenagentur) – Israel hat sich vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) gegen den Vorwurf des Völkermords verteidigt und die Anschuldigungen Südafrikas als „verdreht“ und „verzerrt“ zurückgewiesen. Südafrika habe dem Gericht „leider ein völlig verzerrtes“ Tatsachen- und Rechtsbild vorgelegt, sagte Tal Becker, einer von Israels Anwälten vor dem IGH, am Freitag in Den Haag.

„Wenn die Behauptung des Klägers darin besteht, dass Israel seine Bürger nicht verteidigen darf, ist das absurde Ergebnis, dass dieses Gericht unter dem Deckmantel von Völkermordbehauptungen versucht, Israel daran zu hindern, seine Zivilisten gegen eine Organisation zu verteidigen, die eine völkermörderische Agenda gegen sie verfolgt“, fügte er hinzu.

Becker machte die Praxis der Hamas, ihre militärischen Einrichtungen und Kämpfer inmitten ziviler Infrastruktur zu verankern und humanitäre Hilfsgüter zu stehlen, als eigentliche Ursache für Tod und Leid der Zivilbevölkerung in Gaza verantwortlich. „Die Hamas hat ihre militärische Infrastruktur systematisch und rechtswidrig in Schulen, Moscheen, Krankenhäusern und anderen sensiblen Orten eingerichtet. Dies ist eine im Voraus geplante, abscheuliche Methode der Kriegsführung“, so Becker.

„Das Schlüsselelement des Völkermords, die Absicht, ein Volk ganz oder teilweise zu vernichten, fehlt völlig.“ Was Israel anstrebe, sei nicht die Vernichtung eines Volkes, sondern der Schutz seines Volkes, – „und zwar in Übereinstimmung mit dem Gesetz, selbst wenn es einem herzlosen Feind gegenübersteht, der entschlossen ist, diese Tatsache gegen es zu verwenden“, sagte Becker.


Foto: Israelische Fahnen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Weltwirtschaftsforum 2024 Davos: Globale Kapitalströme im Wandel

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Weltwirtschaft Energie
Foto von Thomas Sparborth-Hohne (Quelle: LOIM)

Das bevorstehende Weltwirtschaftsforum in Davos kommentiert Thomas Hohne-Sparborth, Leiter Nachhaltigkeitsresearch, Lombard Odier Investment Managers (LOIM):

Zum Weltwirtschaftsforum 2024 in Davos werden wie in den Vorjahren zwischen 2.000 und 3.000 offizielle Gäste erwartet – viele aus der Wirtschaft, aber auch Vertreter von Regierungen und NGOs. Hinzu kommen unzählige inoffizielle Teilnehmer, die während der ganzen Woche an zahlreichen Veranstaltungen teilnehmen. Was können Investoren vom diesjährigen WEF erwarten?

Anknüpfend an das letztjährige Thema „Zusammenarbeit in einer fragmentierten Welt“ werden sich die Teilnehmer 2024 mit der „Wiederherstellung des Vertrauens“ befassen und sich dabei auf vier Schlüsselthemen konzentrieren: Möglichkeiten zur Förderung von Sicherheit und Zusammenarbeit zum Nutzen aller, Wachstum und Beschäftigung, künstliche Intelligenz und die komplexen Zusammenhänge von Klima, Natur und Energie.

Der rote Faden, der sich durch die Themen von Davos zieht, ist ihr globaler Charakter und die Notwendigkeit gemeinsamer Lösungen. Vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen, der Verlagerung von Lieferketten und der wachsenden Diskussion über die „Entglobalisierung“ haben viele die Fähigkeit des Forums in Frage gestellt, seine Relevanz beizubehalten. Auf der anderen Seite könnte man vor dem Hintergrund von Instabilität und „Polykrisen“ argumentieren, dass der Bedarf an dieser Art von Diskussion nie größer war.

Die Agenda in Davos schließt sich nahtlos an die COP28 an, die vor wenigen Wochen in Dubai stattfand. Trotz der weit verbreiteten Skepsis im Vorfeld der Veranstaltung und ungeachtet der geopolitischen Turbulenzen wurde im Ergebnis der Konferenz die Notwendigkeit einer Abkehr von fossilen Brennstoffen erstmals anerkannt. Während ein Großteil der Herausforderung in der Umsetzung liegen wird, dürfte sich die Diskussion in Davos stärker auf die wirtschaftlichen Auswirkungen des Übergangs zu einem sauberen Energiesystem konzentrieren.

Wir sehen diese Veränderungen als Teil eines breiten Spektrums von Systemveränderungen, die sich schnell und in großem Umfang in unserer Wirtschaft vollziehen. Die Turbulenzen in der Weltwirtschaft verstärken ein gemeinsames Muster: Wertschöpfungsketten werden neu konfiguriert, nicht nur durch eine neue Risikowahrnehmung, sondern auch durch technologische Disruptionen und neu entstehende Geschäftsmodelle. Die Energiewende, die neue Wertschätzung der Natur und die zunehmende Dynamik der Klimaschutzmaßnahmen beschleunigen den Wandel und verschieben die Gewinnquellen.

Unterschied zu COP28

Auch wenn einige der an der COP28 vertretenen Interessengruppen denen in Davos entsprechen, unterscheiden sich die beiden Konferenzen doch deutlich in ihrem Charakter. Die COP-Treffen sind eng mit der Arbeit des Internationalen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) verbunden, einem wissenschaftlichen Gremium, das von einer Organisation unterstützt wird, die sich aus Regierungsvertretern zusammensetzt. Das Weltwirtschaftsforum hingegen hat traditionell eine stärker wirtschaftsorientierte Mitgliedschaft und ist nach wie vor eine hervorragende Gelegenheit für Investoren, sich ein Bild über die Kapitalströme zu machen.

Diese Ausrichtung wird in der Agenda immer deutlicher. Die Umwelt- und Wirtschaftsagenda haben sich einander angenähert, wie aus dem jährlichen Global Risk Report des WEF hervorgeht, in dem die Verschärfung der Klimawandels, die Bedrohung der biologischen Vielfalt und andere naturbedingte Risiken in der Rangliste der von 1.200 Befragten wahrgenommenen Hauptrisiken nach oben geklettert sind.

Dementsprechend stehen die Themen Klima, Natur und Energie ganz oben auf der Traktandenliste der Teilnehmer. Vor diesem Hintergrund ist die starke Beteiligung von Investoren und der Wirtschaft sehr zu begrüßen. Nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur (IEA) und anderer Organisationen werden in diesem Jahrzehnt jährlich mindestens 3 bis 5 Billionen USD für Investitionen in energie- und naturbezogene Veränderungen benötigt, wobei nicht nur öffentliche, sondern auch erhebliche private Kapitalquellen einbezogen werden müssen.

Natur als neue Anlageklasse für Investoren

Davos stellt für Investoren eine Gelegenheit dar, eine Bestandsaufnahme zu machen, wie ökologische Veränderungen weitreichende Umwälzungen in unserer Wirtschaft und Investitionslandschaft auslösen:

  • Das Thema Natur zieht sich wie ein roter Faden durch die Agenda und geht weit über das reine Klimathema hinaus. Die Teilnehmer werden sich voraussichtlich mit neu aufkommenden Risiken, aber auch mit neuen Möglichkeiten für öffentlich-private Partnerschaften für naturbasierte Lösungen und der Notwendigkeit, Wertschöpfungsketten zu überdenken, befassen. Es geht darum, dass die Natur als eine neue und produktive Anlageklasse betrachtet werden muss.

 

  • Nach den Resultaten der COP28 verändern sich die Debatten über die Energiewende deutlich. Der Höhepunkt der Energieemissionen wird nun für 2025 erwartet, und selbst die IEA (die normalerweise konservative Prognosen abgibt) geht davon aus, dass der Gesamtverbrauch an fossilen Brennstoffen in diesem Jahrzehnt seinen Höhepunkt erreichen wird. In Davos dürfte der Fokus von der Frage, ob der Übergang stattfinden wird, auf die Frage verlagern, wie Investoren und andere Interessengruppen diesen Übergang vorwegnehmen können.

 

  • Künstliche Intelligenz als solches, aber auch als weiterer Beschleuniger und Treiber der oben erörterten Übergänge ist weit oben auf der Agenda. Neue digitale Technologien lösen eine technologische Revolution aus und ermöglichen eine umfassende Optimierung bestehender Geschäftsmodelle. Diese Optimierung führt zu Effizienzsteigerungen, die nicht nur der Umwelt zugutekommen, sondern auch die wirtschaftliche Rentabilität erhöhen.

In dem Maße, in dem der Systemwandel in den Bereichen Energie, Natur und Klima unaufhaltsam an Fahrt gewinnt, wächst auch die Zahl der Plattformen, auf denen diese wirtschaftlichen Veränderungen diskutiert werden. Jede hat ihre eigene Ausrichtung, aber alle tragen zur allgemeinen Dynamik bei.

So gesehen hat Davos eine geschäfts- und investorenorientierte Perspektive. Das ist keine Schwäche, sondern eine Chance zu erkennen, dass die Veränderungen, die um uns herum stattfinden, nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich und finanziell sinnvoll sind. Das ist zumindest der Kern unserer Investitionsüberzeugung.

Weltwirtschaftsforum 2024 Davos: Globale Kapitalströme im Wandel

Foto von Thomas Sparborth-Hohne (Quelle: LOIM)

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Deutsche heizen wieder großzügiger

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Heizung (Archiv), via dts NachrichtenagenturEssen (dts Nachrichtenagentur) – Obwohl der Dezember 2023 deutlich wärmer als der Dezember des Vorjahres war, haben deutsche Haushalte beim Heizen nur wenig eingespart. Das geht aus einer Auswertung des Abrechnungsdienstleisters Ista hervor, über die der „Spiegel“ berichtet.

Der sogenannte witterungsbereinigte Verbrauch von Heizenergie ist gegenüber dem Vorjahr sogar um sieben Prozent angestiegen.
Der Heizbedarf sank im Vergleich um 13 Prozent. Bereits den dritten Monat in Folge lag der Verbrauch von Heizenergie demnach über den Vorjahreswerten. Im Oktober heizten die Deutschen witterungsbereinigt vier Prozent und im November sogar 18 Prozent mehr als in den Vorjahresmonaten.

Für die gut gefüllten Gasreserven ist die Entwicklung nicht problematisch, aber verstetigt sich das Heizverhalten, werden viele Wärmekunden höhere Rechnungen bekommen. Denn aktuell und in den kommenden Monaten steigen die Preise – unter anderem durch den Wegfall von Preisdeckeln und Steuersenkungen.

Begleitend ließ Ista im Januar gut 2.000 Verbraucher von dem Umfragedienstleister YouGov nach ihrem Heizverhalten befragen. 45 Prozent gaben an, bewusster und weniger zu heizen als im Vorjahr, 46 Prozent sehen ihren Verbrauch auf dem Niveau des Vorjahres. „Die abweichende Wahrnehmung zeigt, wie schwierig es ist, den eigenen Verbrauch einzuschätzen“, sagte Ista-Chef Hagen Lessing.


Foto: Heizung (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

GDL und Transdev kehren an Verhandlungstisch zurück

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GDL-Streik am 10.01.2024, via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Die private Eisenbahngesellschaft Transdev ist offenbar bereit, mit der Lokführergewerkschaft GDL wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Das berichten die Sender RTL und ntv sowie der WDR übereinstimmend. Transdev soll demnach die Forderung der GDL nach einer 35-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich akzeptiert haben.

„Weil Transdev die Forderungen akzeptiert hat, kehren wir an den Verhandlungstisch zurück“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky. Am kommenden Montag soll es Gespräche geben. Daher wird die GDL den Streik bei Transdev am Freitag vorzeitig um 12 Uhr beenden.


Foto: GDL-Streik am 10.01.2024, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts