Samstag, Januar 3, 2026
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Ramelow dämpft Erwartungen auf Einigung bei Flüchtlingskosten

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Erfurt (dts Nachrichtenagentur) – Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sieht die Frage der Finanzierung von Flüchtlingskosten zwischen Bund und Ländern weiter ungelöst. „Ich kenne derzeit keine Wasserstandsmeldungen und halte das für ein ungutes Zeichen“, sagte Ramelow der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe) mit Blick auf die Ministerpräsidentenkonferenz im November, bei der man einen Strich unter die die Diskussionen machen wollte.

„Meine Landräte haben angekündigt, mich verklagen zu wollen, weil sie vermeintlich auf den Krankenversicherungskosten für die ukrainischen Flüchtlinge sitzen bleiben. Die trägt der Bund nämlich nicht. Und von dem `atmenden System`, das immer zur Finanzierung der Unterbringungskosten beschworen wird, sind wir weit entfernt“, so der Ministerpräsident Thüringens. „Gleichzeitig kündigt der Bund an, mit dem Wachstumschancengesetz die Wirtschaft um sieben Milliarden Euro entlasten zu wollen. Dabei sollen zwei Drittel der Kosten den Ländern und Kommunen aufgebürdet werden. Das ist unlauter. Deswegen wird es dafür keine Zustimmung aus Thüringen im Bundesrat geben können“, sagte Ramelow weiter. Der Linken-Politiker erklärte, die Kommunen seien am Limit – auch in Thüringen. „Die Erstaufnahmereinrichtung in Suhl hat längst mehr Menschen aufgenommen, als das von uns als vertretbar angesehen wird. Der Regelbetrieb geht dort von 800 Menschen aus, wir liegen bei über 1.000“, sagte Ramelow. „Und wir haben weiter einen starken Zulauf.“


Foto: Flüchtlingsunterkunft Tempelhof (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Ramelow: Parteien sollen sich der AfD inhaltlich stellen

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Erfurt (dts Nachrichtenagentur) – Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) mahnt die demokratischen Parteien, die AfD inhaltlich zu stellen. „Eine Argumentation, unter anderem vom Verleger Mathias Döpfner geführt, die da kurz gesagt lautet: `Alles Nazis im Osten`, bringt uns einfach nicht weiter“, sagte Ramelow der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). man dürfe den Gesprächsfaden zu den Bürgern nicht abreißen lassen: „Es ist nicht die AfD, die für ihre Probleme Lösungen hat. Da muss man sich nur einmal anschauen, wie sie im Bundestag konkret abstimmt. Das ist immer und immer wieder gegen Menschen gerichtet, die aus guten Gründen einen starken Staat brauchen.“

Dem thüringischen AfD-Politiker Björn Höcke warf Ramelow vor, die Trennlinie zum Holocaust zu überschreiten. „Wenn jemand die Trennlinie zum Holocaust, die es in der alten Bundesrepublik gegeben hat, erst verwischt und dann systematisch überschritten hat, dann er. Das war seine Absicht, und das hat er zum Beispiel in seiner Dresdner Rede auch klar formuliert: Verpackt ist das Ganze in einer Anti-West-Haltung.“ Dabei falle es einem Teil der Wähler „offenbar nicht auf, dass er selber ein Wessi ist“. Zur kommenden Auseinandersetzung im thüringischen Landtagswahlkampf sagte der Linken-Politiker: „Sie ist notwendig. Auch das ist demokratische Kultur: Vor den Herausforderungen in schwierigen Zeiten nicht zu kapitulieren.“ Diese Auseinandersetzung müsse man führen, so Ramelow. „Die AfD versucht über den Holocaust hinweg, ein Geschichtsbild neu zu zeichnen. Der AfD-Oberbürgermeister-Kandidat in Nordhausen formulierte es mit dem Begriff `Schuldkult` und stellte dann die US-Soldaten, die das Konzentrationslager Dora bei Nordhausen befreiten, sogar mit der SS gleich. Hier erkennt man die bewusste Strategie der Verdrehung. Das dürfen wir niemals zulassen. Ich habe es für mich entschieden und mit meinem Landesverband geklärt: Wir haben die gemeinsame Kraft, dagegenzuhalten.“


Foto: Bodo Ramelow (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Özdemir will gemeinsamen Kraftakt für artgerechte Tierhaltung

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Zum Auftakt der Herbsttagung der Agrarminister hat Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) einen parteiübergreifenden Schulterschluss zu Gunsten einer artgerechten Tierhaltung gefordert. Die Stärkung der Tierhaltung in Deutschland sei ein „Kraftakt, der uns nur gemeinsam gelingen kann“, sagte Özdemir dem „Tagesspiegel“ (Donnerstagausgabe).

Özdemir will ab diesem Donnerstag an der Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern in Kiel teilnehmen. Der Grünen-Politiker kritisierte, dass die von der Union geführte Vorgängerregierung trotz der Krise in der Tierhaltung „die Hände in den Schoß gelegt“ habe. „Mit sprudelnden Steuereinnahmen und einer extrem niedrigen Inflationsrate wäre damals viel Unterstützung möglich gewesen“, so Özdemir. Mit einer Milliarde Euro will der Bund die Landwirte bis 2026 unter anderem beim tiergerechten Umbau der Ställe unterstützen. „Die vom Bund angekündigte Stall-Milliarde wird nicht ausreichen“, sagte Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Werner Schwarz der Zeitung. Nach den Worten von Schwarz, der den Vorsitz der Agrarminister-Konferenz führt, benötigten die Landwirte „ein Gesamtkonzept aus Tierhaltungskennzeichnung, das auf alle Tierarten und auf die gesamte Warenkette ausgerichtet ist, eine langfristige Finanzierung sowie Anpassung von Naturschutz-, Immissionsschutz- und Baurecht“. Andernfalls drohe eine Verlagerung der Erzeugung und Verarbeitung von tierischen Lebensmitteln ins Ausland, warnte der CDU-Politiker.


Foto: Cem Özdemir (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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GEW rechnet mit Bedarf von 500.000 neuen Lehrern bis 2035

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Gewerkschaft GEW rechnet mit einem Bedarf von einer halben Million neuer Lehrer bis 2035. „Wenn wir Reformvorhaben wie den Ganztag und die Inklusion gut umsetzen wollen, sogar fast 540.000“, sagte die zuständige GEW-Leiterin für den Bereich Schule, Bensinger-Stolze, der „Bild“ (Donnerstagausgabe). Bereits heute fehlten mindestens 40.000 Lehrkräfte.

Neben zusätzlichen Lehrern müssten auch viele Stellen wegen der anstehenden Pensionierungswelle neue besetzt werden. Der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbands, Stefan Düll, nannte die Zahlen einen „Weckruf an die Politik“. Diese müsse nun ihre Hausaufgaben machen, mahnte er. Ein Teil der Lösung könne ein Staatsvertrag sein, damit der Bund verantwortlich für die Ausbildung der Lehrer ist. „Man kann Geld nicht nachhaltiger investieren, als in die Bildung“, sagte Düll.


Foto: Klassenraum in einer Schule (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Selenskyj bezeichnet Vereinte Nationen als "machtlos"

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New York (dts Nachrichtenagentur) – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einer Rede im UN-Sicherheitsrat die Vereinten Nationen als „machtlos“ bezeichnet. Diese reagierten auf Probleme allenfalls mit Worten anstatt „echten Lösungen“, sagte Selenskyj am Mittwoch.

Die Menschen setzten ihre Hoffnungen mittlerweile nicht mehr auf die Vereinten Nationen, wenn es um die Verteidigung der souveränen Grenzen der Nationen gehe. Die Invasion Russlands in seinem Land bezeichnete der ukrainische Präsident als „verbrecherisch“, Moskau solle dessen Vetorecht gegenüber dem mächtigen UN-Gremium entzogen werden. „Der Großteil der Welt erkennt die Wahrheit über diesen Krieg“, sagte Selenskyj, dem auf der russischen Seite aber nur dessen UN-Botschafter zuhörte – und nicht, wie zuvor spekuliert, der russische Außenminister Lawrow persönlich. „Es handelt sich um eine kriminelle und unprovozierte Aggression Russlands gegen unsere Nation mit dem Ziel, das Territorium und die Ressourcen der Ukraine zu beschlagnahmen.“

Russland hatte zuvor vergeblich versucht, die Rede Selenskyjs zu verhindern. Der war vom derzeitigen Vorsitzende des Sicherheitsrates, dem albanischen Ministerpräsidenten Edi Rama eingeladen worden.


Foto: Wolodymyr Selenskyj spricht im UN-Sicherheitsrat am 20.09.2023, über dts Nachrichtenagentur

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US-Börsen lassen nach Zinsentscheid nach – Öl deutlich billiger

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New York (dts Nachrichtenagentur) – Die US-Börsen haben am Mittwoch nachgelassen. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 34.441 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,2 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag.

Wenige Minuten zuvor war der breiter gefasste S&P 500 mit rund 4.402 Punkten 0,9 Prozent im Minus, die Technologiebörse Nasdaq berechnete den Nasdaq 100 zu diesem Zeitpunkt mit rund 13.469 Punkten 1,5 Prozent schwächer. Die US-Zentralbank Federal Reserve hat bei ihrer Sitzung am Mittwoch den Zinssatz in einer Spanne zwischen 5,25 und 5,50 Prozent belassen und auf eine weitere Erhöhung verzichtet. Das entspricht zwar den Erwartungen von Beobachtern. Für Enttäuschung bei Anlegern sorgten jedoch die Prognosen der Fed für den Zinspfad 2024.

„Die Fed versucht mit allen Mitteln, den Eindruck zu entkräften, die Zinsen würden schon bald wieder gesenkt werden“, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, zu der Entscheidung. „Wer als Anleger die Fed als Störfaktor aus dem Weg haben will, muss sich also wohl oder übel noch ein wenig gedulden. Die Zinsen werden für längere Zeit auf dem hohen Niveau bleiben.“ Unterdessen tendierte die europäische Gemeinschaftswährung etwas schwächer.

Ein Euro kostete am Mittwochabend 1,0659 US-Dollar (-0,20 Prozent), ein Dollar war dementsprechend für 0,9382 Euro zu haben. Der Goldpreis zeigte sich etwas stärker, am Abend wurden für eine Feinunze 1.933,93 US-Dollar gezahlt (+0,12 Prozent). Das entspricht einem Preis von 58,39 Euro pro Gramm. Der Ölpreis sank hingegen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochabend gegen 22 Uhr deutscher Zeit 93,28 US-Dollar, das waren 106 Cent oder 1,1 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Wallstreet, über dts Nachrichtenagentur

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Champions League: Real Madrid gewinnt gegen Union Berlin

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Madrid (dts Nachrichtenagentur) – Am 1. Gruppenspieltag der Champions League hat Real Madrid gegen Union Berlin 1:0 gewonnen. Nachdem es das erste Spiel in Gruppe C war, liegt Real damit an der Spitze der Gruppe, Berlin rutscht ans Ende.

Wie erwartet dominierte Real Madrid das Spiel, doch Berlin verteidigte über weite Strecken gekonnt: Das entscheidende Tor traf Jude Bellingham erst in der 4. Minute der Nachspielzeit. Im parallel stattfindenden Spiel in Gruppe A trennten sich der FC Kopenhagen und Galatasaray Istanbul unentschieden 2:2.


Foto: Paul Jaeckel (Union Berlin) (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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Bischof Overbeck wurde 2011 über Vorwürfe gegen Hengsbach informiert

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Essen (dts Nachrichtenagentur) – Der katholische Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat eine Statue für seinen umstrittenen Amtsvorgänger Kardinal Hengsbach zu einem Zeitpunkt enthüllt, als er bereits über mehrere Missbrauchsvorwürfe gegen Hengsbach unterrichtet worden war. „Bischof Overbeck hat Anfang August 2011 erfahren, dass es im Erzbistum Paderborn einen Missbrauchsverdacht gegen Kardinal Hengsbach gibt, der geprüft werde“, sagte ein Bistumssprecher der „Welt“ (Donnerstagausgabe).

Über eine zweite Verdachtsmeldung gegen Hengsbach, die im Bistum Essen einging, sei Overbeck ebenfalls „im August 2011“ persönlich informiert worden. Wenige Monate später, im Oktober 2011, enthüllte Overbeck eine überlebensgroße Statue Hengsbachs neben dem Essener Dom. Wie das Bistum Essen am Dienstag mitgeteilt hatte, stehen gegen den 1991 verstorbenen früheren Essener Bischof Franz Hengsbach mehrere Missbrauchsvorwürfe im Raum. Bei dem im Erzbistum Paderborn 2011 gemeldeten Fall geht es um den mutmaßlichen sexuellen Missbrauch einer Minderjährigen im Jahr 1954.

Die kirchlichen Stellen von Paderborn meldeten den Fall 2011 nach Rom, wo die Anschuldigungen als „nicht plausibel“ eingestuft wurden. Ob Overbeck über diese Einschätzung zum Zeitpunkt der Denkmalenthüllung bereits informiert war, könne man nicht mehr sagen, so das Bistum. Wann er dazu ein Telefonat mit Rom geführt habe, daran „kann sich Bischof Overbeck nicht mehr erinnern“.


Foto: Katholischer Pfarrer bei einer Messe zwischen Ministranten (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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FinCompare, die führende vermittlerorientierte Plattform für KMU-Finanzierungen, ernennt André Lichner zum neuen Chief Revenue Officer (CRO

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FinCompare, die führende vermittlerorientierte Plattform für KMU-Finanzierungen, ernennt André Lichner zum neuen Chief Revenue Officer (CRO) und zweiten Geschäftsführer. Lichner, der von der Interhyp AG kommt, wird ab dem 01. Januar 2024 gemeinsam mit CEO Dr. Luv Singh die Geschäfte leiten. Lichner wird den Ausbau der drei neu geschaffenen Business Units für den Plattformvertrieb in die verschiedenen Zielgruppensegmente, Genossenschaftsbanken und deren regionale Vermittler, alle weiteren Finanzierungspartner und überregionale Vermittlerstrukturen und Direktkunden, anführen.

„André ist ein gelernter Banker, Plattform-Experte im Banken- und Vermittler-Umfeld der ersten Stunde sowie nicht zuletzt ein erfahrener Top-Leader mit unternehmerischem Mindset. Diese Kombination ist sehr selten und ergänzt unsere Organisation perfekt. Ich bin seit mehreren Jahren mit André im Austausch und nun sehr glücklich darüber, ihn zu diesem Zeitpunkt für unsere Mission gewinnen zu können. Der strategische Exit zum Jahresbeginn 2022 war der erste Meilenstein, um die richtige Voraussetzung für unsere Unternehmung zu schaffen. André für uns zu gewinnen und um ihn herum die vertriebliche Führung in den vertikalen Business Units aufzubauen, ist der zweite Meilenstein. Einen dritten Meilenstein, über den sich unsere internen und externen Stakeholder ebenfalls bald freuen dürfen, werden wir in nächster Zeit verkünden”, erklärt Dr. Luv Singh.

Vor FinCompare war Lichner für zehn Jahre in unterschiedlichen Positionen bei der Interhyp AG tätig. Zuletzt als Vorstand für die Bereiche B2B-Vertrieb (Prohyp) und das Produktmanagement der gesamten Interhyp Gruppe. Davor war Lichner unter anderem bei der Commerzbank in Frankfurt und London in den Bereichen Corporate Finance und Fixed Income tätig und war hier unter anderem verantwortlich für die Strukturierung und Platzierung von alternativen Finanzierungslösungen für Erst- und Rückversicherer.

„Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung. Die letzten zehn Jahre habe ich die Plattformisierung in der Finanzdienstleistung vor allem im Privatkundensegment mit vorangetrieben. Die Notwendigkeit zur Digitalisierung und zur Plattformisierung im Firmenkundensegment bringt die nächste große Opportunität mit sich. Luv und sein Team haben hervorragende Voraussetzungen dafür geschaffen, dass wir hier gemeinsam den ersten Plattformchampion für KMU-Finanzierungen schaffen können. Der neue Gesellschafterkreis passt optimal zu unserer Strategie und die geschärfte vermittlerorientierte Strategie gepaart mit den technologischen Weiterentwicklungen und der motivierten Belegschaft, sind sehr vielversprechend. Mein Ziel ist meine vertriebliche Erfahrung, meine Plattformexpertise, mein Netzwerk und meine Leadershipskills so einzubringen, dass wir in der nächsten Unternehmensphase unsere hervorragenden Voraussetzungen in signifikantes Wachstum mit unseren Finanzierungs- und Vermittlungspartnern ummünzen können. Dazu werden wir die operative Zusammenarbeit mit unseren Partnern deutlich intensivieren, um ihre Bedürfnisse optimal in unserer Plattform und unseren Partnermanagement Prozessen abzubilden,” ergänzt Lichner.

Mit Nicolay Ofner hat einer der Mitgründer von FinCompare das Unternehmen verlassen: „An dieser Stelle möchten wir Nicolay Ofner unseren Dank und die besten Wünsche aussprechen. Als Gründer und erster Ideengeber für FinCompare hat seine siebenjährige Reise bei FinCompare vor wenigen Wochen geendet”, so Singh.

Bild:André Lichner

Quelle:FinCompare GmbH

KI im Social-Media-Marketing: das Aus für Agenturen?

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Ohne Emotionen geht es nicht: Social-Media-Experte Max Weiß über KI und die Zukunft des Agenturgeschäfts
Das Manko der Künstlichen Intelligenz: kreatives Denken

Texten, Bloggen, Posten – Künstliche Intelligenz (KI) kann schon heute viele Aufgaben im Social-Media-Marketing übernehmen. Das klingt wie ein Versprechen, dass bald jedes Unternehmen seine Werbung im Netz per KI erledigen kann. Können Social-Media-Agenturen also bald einpacken? Weit gefehlt. „Gutes Onlinemarketing braucht kreative Köpfe“, sagt Max Weiß, Social-Media-Experte und Inhaber der Online-Unternehmensberatung WEISS Consulting & Marketing GmbH mit Sitz im bayerischen Bad Tölz. Denn um Reichweite im Netz zu generieren, braucht es mehr als Texten, Bloggen und Posten.

Künstliche Intelligenz ist spätestens seit der Veröffentlichung von ChatGPT vor gut einem Jahr in aller Munde. Einige Branchen befürchten, dass die inzwischen unzähligen vermeintlich denkenden Maschinen ihren Job bald ersetzen werden. Für viele hat KI deshalb etwas Bedrohliches. Max Weiß gehört nicht dazu. Der Unternehmer berät Firmen, wie sie Social-Media-Marketing gezielt einsetzen können, um Reichweite und Sichtbarkeit im Netz zu generieren. Darüber hinaus hat er ein Coaching entwickelt, mit dem er Unternehmen und Gründer beim Aufbau von Social-Media-Agenturen unterstützt. In seiner eigenen Agentur setzt er KI bereits aktiv ein.

„KI kann rein operative Aufgaben wie das Schreiben von kurzen Texten, das Erstellen von Blogbeiträgen oder Inhalten für Webseiten übernehmen. Auch beim Verfassen von E-Mails oder Verträgen kann KI gute Dienste leisten. Ich sehe KI daher als Bereicherung, denn die Arbeit mit ihr spart Zeit und damit auch Geld.“

KI-Stärke: Texte in Sekundenschnelle

Wie KI zum gewinnbringenden Mitarbeiter wird, zeigt Max Weiß an einem Beispiel: Eine Zahnarztpraxis möchte über Social-Media-Marketing ihre Reichweite erhöhen und Fachkräfte gewinnen. Dazu lässt sich mit KI schnell recherchieren, welche Themen rund um das Thema Zahnarzt und Zahnmedizin für Patientinnen und Patienten relevant sind. Außerdem kann mit KI gezielt nach Schlagworten gesucht werden, die im Zusammenhang mit Zahnmedizin besonders häufig in Suchmaschinen eingegeben werden. Auch kurze Texte zu einem ausgewählten Thema können in Sekundenschnelle generiert werden.

„Ob das, was die KI ausspuckt, auch inhaltlich korrekt ist – dafür braucht es dann aber eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter“, sagt Max Weiß. Hundertprozentig traut er den Ergebnissen der KI noch nicht: „Einer muss da immer noch mal drüber lesen.“ In der Firma von Max Weiß ersetzt die KI keine Mitarbeiter, aber sie erleichtert ihnen die Arbeit. Trotzdem braucht die Denkmaschine Befehle, die ein Mensch eingeben muss. So kommen neue Arbeitsinhalte hinzu, während andere wegfallen.

Bei guten Ideen hat KI ausgedient

Was KI allerdings nicht kann: kreativ denken. Und genau darauf kommt es beim Social-Media-Marketing an. „Eine Kampagne zu entwickeln, eine Dienstleistung oder ein Produkt als Marke aufzubauen, hat immer mit Emotionen und guten Ideen zu tun“, sagt Max Weiß. Dabei komme es auf die Menschen an, die die Marketingstrategie entwickeln. „Kreativität entsteht durch Erfahrung und den Austausch im Team – das kann keine Maschine ersetzen.“

Eine Gefahr im Umgang mit KI sieht Max Weiß dennoch: Wenn junge Gründer einer Social-Media-Agentur alles auf die Karte KI setzen und sich zu sehr auf das Thema fokussieren. „Eine Agentur, die nur auf dem Einsatz von KI basiert, wird nicht erfolgreich sein“, sagt Weiß. Er rät, das Thema in der Gründungsphase sogar ganz außen vor zu lassen und erst einmal das Handwerkszeug des Onlinemarketings zu lernen, etwa Kundenakquise, Vertragsgestaltung, Implementierung von Arbeitsabläufen oder Kampagnenentwicklung. Später könne KI dann unterstützend eingesetzt werden.

Aber auch dann müssen die Gründer mitdenken. Weiß warnt vor einem ungebremsten Einsatz von KI. Die Plattformen, über die man KI nutzen könne, hätten derzeit noch deutlichen „Optimierungsbedarf“, es gebe schlicht noch nicht so viele, die zuverlässig und seriös arbeiteten. Gerade beim Thema Urheberrecht sollte man besonders kritisch sein. So müsse man sicher sein können, keine urheberrechtlich geschützten Textbausteine zu verwenden, die eine KI anbieten könnte.

Die gute Mischung macht’s

Potenzielle Gründer sollten sich von KI nicht davon abhalten lassen, eine Social-Media-Agentur aufzubauen, meint Max Weiß. Im Gegenteil: „Wer KI als Werkzeug nutzt, verschafft sich einen Vorsprung.“ Mit Blick in die Zukunft werde Künstliche Intelligenz die Arbeit effizienter und auch sicherer machen, etwa durch die Reduzierung von Grammatik- oder Rechtschreibfehlern in Texten. Social-Media-Manager könnten langfristig mit einem kleineren Mitarbeiterpool auskommen, da KI gerade im operativen Bereich viel Arbeit abnehmen könne. „Die Qualität der Plattformen wird sich hier noch deutlich verbessern. Das spart dem Social-Media-Manager einer Agentur Kosten.“

Das Fazit: „Wer KI als Trend abtut und sich nicht damit beschäftigt, läuft Gefahr, den Anschluss zu verpassen“, sagt Max Weiß. „Er wird am Ende genauso scheitern wie diejenigen, die alles auf KI setzen. Es ist wie so oft im Leben: Die richtige Mischung, macht‘s.“

Bild:Max Weiß, Gründer und Geschäftsführer der WEISS Consulting & Marketing GmbH,

Quelle:ANSCHÜTZ + Company PR-Agentur WEISS Consulting & Marketing GmbH