Samstag, Januar 3, 2026
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KI im Social-Media-Marketing: das Aus für Agenturen?

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Ohne Emotionen geht es nicht: Social-Media-Experte Max Weiß über KI und die Zukunft des Agenturgeschäfts
Das Manko der Künstlichen Intelligenz: kreatives Denken

Texten, Bloggen, Posten – Künstliche Intelligenz (KI) kann schon heute viele Aufgaben im Social-Media-Marketing übernehmen. Das klingt wie ein Versprechen, dass bald jedes Unternehmen seine Werbung im Netz per KI erledigen kann. Können Social-Media-Agenturen also bald einpacken? Weit gefehlt. „Gutes Onlinemarketing braucht kreative Köpfe“, sagt Max Weiß, Social-Media-Experte und Inhaber der Online-Unternehmensberatung WEISS Consulting & Marketing GmbH mit Sitz im bayerischen Bad Tölz. Denn um Reichweite im Netz zu generieren, braucht es mehr als Texten, Bloggen und Posten.

Künstliche Intelligenz ist spätestens seit der Veröffentlichung von ChatGPT vor gut einem Jahr in aller Munde. Einige Branchen befürchten, dass die inzwischen unzähligen vermeintlich denkenden Maschinen ihren Job bald ersetzen werden. Für viele hat KI deshalb etwas Bedrohliches. Max Weiß gehört nicht dazu. Der Unternehmer berät Firmen, wie sie Social-Media-Marketing gezielt einsetzen können, um Reichweite und Sichtbarkeit im Netz zu generieren. Darüber hinaus hat er ein Coaching entwickelt, mit dem er Unternehmen und Gründer beim Aufbau von Social-Media-Agenturen unterstützt. In seiner eigenen Agentur setzt er KI bereits aktiv ein.

„KI kann rein operative Aufgaben wie das Schreiben von kurzen Texten, das Erstellen von Blogbeiträgen oder Inhalten für Webseiten übernehmen. Auch beim Verfassen von E-Mails oder Verträgen kann KI gute Dienste leisten. Ich sehe KI daher als Bereicherung, denn die Arbeit mit ihr spart Zeit und damit auch Geld.“

KI-Stärke: Texte in Sekundenschnelle

Wie KI zum gewinnbringenden Mitarbeiter wird, zeigt Max Weiß an einem Beispiel: Eine Zahnarztpraxis möchte über Social-Media-Marketing ihre Reichweite erhöhen und Fachkräfte gewinnen. Dazu lässt sich mit KI schnell recherchieren, welche Themen rund um das Thema Zahnarzt und Zahnmedizin für Patientinnen und Patienten relevant sind. Außerdem kann mit KI gezielt nach Schlagworten gesucht werden, die im Zusammenhang mit Zahnmedizin besonders häufig in Suchmaschinen eingegeben werden. Auch kurze Texte zu einem ausgewählten Thema können in Sekundenschnelle generiert werden.

„Ob das, was die KI ausspuckt, auch inhaltlich korrekt ist – dafür braucht es dann aber eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter“, sagt Max Weiß. Hundertprozentig traut er den Ergebnissen der KI noch nicht: „Einer muss da immer noch mal drüber lesen.“ In der Firma von Max Weiß ersetzt die KI keine Mitarbeiter, aber sie erleichtert ihnen die Arbeit. Trotzdem braucht die Denkmaschine Befehle, die ein Mensch eingeben muss. So kommen neue Arbeitsinhalte hinzu, während andere wegfallen.

Bei guten Ideen hat KI ausgedient

Was KI allerdings nicht kann: kreativ denken. Und genau darauf kommt es beim Social-Media-Marketing an. „Eine Kampagne zu entwickeln, eine Dienstleistung oder ein Produkt als Marke aufzubauen, hat immer mit Emotionen und guten Ideen zu tun“, sagt Max Weiß. Dabei komme es auf die Menschen an, die die Marketingstrategie entwickeln. „Kreativität entsteht durch Erfahrung und den Austausch im Team – das kann keine Maschine ersetzen.“

Eine Gefahr im Umgang mit KI sieht Max Weiß dennoch: Wenn junge Gründer einer Social-Media-Agentur alles auf die Karte KI setzen und sich zu sehr auf das Thema fokussieren. „Eine Agentur, die nur auf dem Einsatz von KI basiert, wird nicht erfolgreich sein“, sagt Weiß. Er rät, das Thema in der Gründungsphase sogar ganz außen vor zu lassen und erst einmal das Handwerkszeug des Onlinemarketings zu lernen, etwa Kundenakquise, Vertragsgestaltung, Implementierung von Arbeitsabläufen oder Kampagnenentwicklung. Später könne KI dann unterstützend eingesetzt werden.

Aber auch dann müssen die Gründer mitdenken. Weiß warnt vor einem ungebremsten Einsatz von KI. Die Plattformen, über die man KI nutzen könne, hätten derzeit noch deutlichen „Optimierungsbedarf“, es gebe schlicht noch nicht so viele, die zuverlässig und seriös arbeiteten. Gerade beim Thema Urheberrecht sollte man besonders kritisch sein. So müsse man sicher sein können, keine urheberrechtlich geschützten Textbausteine zu verwenden, die eine KI anbieten könnte.

Die gute Mischung macht’s

Potenzielle Gründer sollten sich von KI nicht davon abhalten lassen, eine Social-Media-Agentur aufzubauen, meint Max Weiß. Im Gegenteil: „Wer KI als Werkzeug nutzt, verschafft sich einen Vorsprung.“ Mit Blick in die Zukunft werde Künstliche Intelligenz die Arbeit effizienter und auch sicherer machen, etwa durch die Reduzierung von Grammatik- oder Rechtschreibfehlern in Texten. Social-Media-Manager könnten langfristig mit einem kleineren Mitarbeiterpool auskommen, da KI gerade im operativen Bereich viel Arbeit abnehmen könne. „Die Qualität der Plattformen wird sich hier noch deutlich verbessern. Das spart dem Social-Media-Manager einer Agentur Kosten.“

Das Fazit: „Wer KI als Trend abtut und sich nicht damit beschäftigt, läuft Gefahr, den Anschluss zu verpassen“, sagt Max Weiß. „Er wird am Ende genauso scheitern wie diejenigen, die alles auf KI setzen. Es ist wie so oft im Leben: Die richtige Mischung, macht‘s.“

Bild:Max Weiß, Gründer und Geschäftsführer der WEISS Consulting & Marketing GmbH,

Quelle:ANSCHÜTZ + Company PR-Agentur WEISS Consulting & Marketing GmbH

Grenzübergang für Hilfslieferungen in den Nordwesten Syriens geöffnet

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New York (dts Nachrichtenagentur) – Der Grenzübergang Bab al-Hawa ist wieder für Lieferungen von Hilfsgütern der Vereinten Nationen in den Nordwesten Syriens geöffnet worden. Das bestätigte ein Sprecher des UN-Generalsekretärs Antonio Guterres.

Der Grenzübergang zwischen der Türkei und Syrien sei von zentraler Bedeutung für Hilfslieferungen, hieß es. Er war im Juli geschlossen worden, nachdem der UN-Sicherheitsrat über entsprechende Resolutionen, mit denen der Grenzübergang offen gehalten werden sollte, nicht einigen konnte. „Angesichts der Tatsache, dass mehr Menschen als je zuvor in Syrien humanitäre Hilfe benötigen, unterstreicht der Generalsekretär, dass noch größere Anstrengungen unternommen werden müssen, um sicherzustellen, dass wir alle Bedürftigen erreichen“, so der Sprecher.


Foto: Flagge von Syrien (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Internationales Wachstum leicht gemacht dank neuer HR-Plattform von Remote

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Remotes Global-HR-Plattform ist eine Komplettlösung für die Einstellung, Verwaltung und Bezahlung von Mitarbeiter:innen auf der ganzen Welt.

Remote, ein führender Anbieter von Personallösungen für global verteilte Teams, bietet mit seiner Global HR Platform ab sofort eine neue Komplettlösung für den Aufbau und das Management internationaler Teams. Dank der verschiedenen, nahtlos ineinandergreifenden Produkte haben Unternehmen die Möglichkeit, den gesamten Beschäftigungszeitraum vom Onboarding über die Personaldaten bis hin zur Lohn- und Gehaltsabrechnung weltweit einheitlich und rechtssicher zu managen.

Im HR-Bereich ist häufig noch der Einsatz unterschiedlicher Tools notwendig, was sich gerade bei global verteilten Teams schnell als Hindernis für eine effiziente Verwaltung erweisen kann. Unternehmen sind dadurch gezwungen, dieselben Daten immer wieder manuell in die einzelnen Systeme einzugeben, was nicht nur sehr zeitaufwändig und fehleranfällig ist, sondern auch die Skalierbarkeit hemmt. Unternehmen, die sich in der modernen Arbeitswelt wichtige Wettbewerbsvorteile sichern wollen, sollten ihre HR-Prozesse konsolidieren, KI-Tools einführen und von Remote-first auf Global-first umstellen.

Seit der Gründung im Jahr 2019 hat sich Remote zum am schnellsten wachsenden Anbieter von Employer-of-Record-Lösungen auf dem Markt entwickelt. Mit seiner umfassenden globalen Infrastruktur erleichtert Remote führenden Unternehmen wie GitLab, HelloFresh, Aston Martin, DoorDash und Burger King die Einstellung von Mitarbeiter:innen im Ausland.

Mit der neuen Plattform bietet Remote seinen Kunden nun die Möglichkeit, heterogene HR-Systeme zusammenzuführen, um manuelle Aufgaben zu reduzieren und bestehende Prozesse zu optimieren. Die neuen Produkte bauen auf der vertikal integrierten globalen Infrastruktur von Remote auf, bestehend aus lokalen Niederlassungen und Zahlungsnetzwerken, eigenen Expert:innen und nicht zuletzt der umfassenden Kenntnis lokaler Gesetze und Vorschriften. Die Plattform umfasst folgende Lösungen:

Remote HRIS: Diese Lösung ist kostenlos nutzbar. Unternehmen können alle ihre Mitarbeiter:innen onboarden und über die gesamte Beschäftigungsdauer hinweg verwalten. Remote HRIS umfasst das Talentmanagement, Zeit- und Anwesenheitserfassung, Spesenverwaltung sowie die integrierte Gehaltsabrechnung mit weltweit zugänglichen Self-Service-Funktionen für Mitarbeiter:innen, die sie über eine App oder online nutzen können.
Employer of Record: Mit diesem Angebot können Unternehmen Mitarbeiter:innen in Ländern einstellen und bezahlen, in denen sie selbst keine Niederlassungen haben. Sie reduzieren damit sowohl das Risiko als auch den administrativen Aufwand bei der Expansion ins Ausland. Zusätzlich hilft dieser Service Unternehmen, internationale Spitzenkräfte anzuziehen. Der EOR ermöglicht es ihnen, ihren Mitarbeiter:innen attraktive Incentives anzubieten, darunter beispielsweise weltweite Gleichstellungsprogramme oder länderspezifischer Benefit-Pakete. Remote hat für seine Kunden vorteilhafte Sonderkonditionen ausgehandelt.
Verwaltung von Auftragnehmer:innen: Diese Lösung richtet sich an Unternehmen, die mit Auftragnehmer:innen im In- und Ausland zusammenarbeiten. Sie bietet automatisches Onboarding, eine einfache Rechnungsstellung, lokal angepasste Vereinbarungen, länderspezifische Richtlinien für Steuern und die mühelose Bezahlung in unterschiedlichsten Währungen ohne Wechselkursgebühren.
Global Payroll: Dieses Produkt führt die weltweite Gehaltsabrechnung von Unternehmen zusammen. Mit seiner einfachen Benutzeroberfläche, den zugrundeliegenden systemumfassenden Prozessen und dem globalen Wissen können Unternehmen ihre globale Gehaltsabrechnung innerhalb nur weniger Minuten erledigen.
Remote API: Über diese Schnittstelle können Unternehmen Remotes HR-Funktionen in ihre eigenen Systeme integrieren, um Daten sicher und effizient zu synchronisieren. Als die erste und zugleich ausgereifteste API für die weltweite Beschäftigung können Softwarepartner sie auch zur Einbettung von Remotes globalen Personaldienstleistungen in ihre eigenen Plattformen nutzen.

„Als wir Remote 2019 gründeten, gab es nur wenige Unternehmen, die ein weltweit verteiltes Team aufbauen wollten. Heute gehören genau diese Teams zur besten Strategie, um im globalen Wettbewerb zu bestehen“, sagt Job van der Voort, CEO und Mitgründer von Remote. „Wir bauen unsere globale Personalinfrastruktur immer weiter aus, um Unternehmen die internationale Einstellung zu ermöglichen und ihnen zu helfen, schnell und kostensparend zu wachsen.“

Bild:Job van der Voort, CEO und Mitgründer von Remote

Quelle:Remote

Lindner gegen Industriestrompreis zulasten des Klimageldes

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Finanzminister Christian Lindner (FDP) hat Berichte dementiert, wonach eine Finanzierung aus dem „Klima- und Transformationsfonds“, aus dem auch das sogenannte „Klimageld“ bezahlt werden soll, einen Kompromiss im Streit um einen subventionierten Industriestrompreis darstellen könnte. „Angeblich wollen manche den Industriestrompreis nun aus dem Klima- und Transformationsfonds bezahlen“, sagte der FDP-Chef zu Ippen-Media.

„Dahin fließen die Einnahmen aus dem CO2-Preis.“ Im Jahr 2025 sollen es laut dem Finanzminister gut 13 Milliarden Euro sein, die die Bürger bezahlen. Er sei dafür, „ihnen statt des Industriestrompreis einen großen Anteil davon im Jahr 2025 als Klimageld pro Kopf auszuzahlen“, so Lindner. Das stärke die Akzeptanz des Klimaschutzes insgesamt.

Der FDP-Chef bleibt bei seiner Kritik an Konzepten für einen Industriestrompreis. „Diese Subvention löst das Problem nicht, sondern schafft neue.“ Erstens sei es eine Wettbewerbsverzerrung, wenn die Bürger sowie der Mittelstand der energieintensiven Industrie die Preise reduzierten. „Zweitens werden zugleich die Anreize für die Industrie reduziert, über langfristige Lieferverträge in erneuerbare Energien zu investieren“, so Lindner.


Foto: Umspannwerk (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Waldbrandgefahr: Australien bereitet sich auf El Niño vor

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Melbourne (dts Nachrichtenagentur) – Australien muss sich in den nächsten drei Monaten auf weiterhin trockenere und heißere Wetterbedinungen einstellen. Das teilte das australische Amt für Meteorologie mit.

Entsprechende Indikatoren wiesen eindeutig auf einen „El Niño“ hin, ein Wetterphänomen im äquatorialen Pazifik, bei dem die Meeresströmungen stark verändert sind. Hinzu kommt ein aktuell positiver „Indischer-Ozean-Dipol“ (IOD), bei dem der westliche Indische Ozean wärmer ist als der östliche Teil des Ozeans. Das Amt für Meteorologie geht für die kommenden Monate infolge beider Phänomene „von unterdurchschnittlichen Niederschlägen in weiten Teilen des Kontinents und höheren Temperaturen in den südlichen zwei Dritteln des Landes“ aus. Auch das Risiko von Hitzewellen und heißeren Tage sei durch den El Niño erhöht, hieß es.

Zudem wird eine erhöhte Brandgefahr im Südosten Australiens erwartet. Angesichts einer Hitzewelle, die zum beginnenden Frühling Sydney Temperaturen über 30 Grad Celsius beschert hat, wurden in Teilen des Landes Feuer im Freien verboten. Im Bundesstaat New South Wales kämpfen Feuerwehrleute bereits jetzt mit rund 70 Buschbränden, elf davon konnten bislang nicht eingedämmt werden. Der Premierminister des Bundesstaates hat vor einem „Horrorsommer“ gewarnt, nachdem man mit geplanten vorbeugenden Maßnahmen in Rückstand gekommen ist.

Bewohner wurden dazu aufgerufen, überhängende Bäume zu schneiden und brennbare Materialien im Umfeld ihrer Häuser zu entfernen. Auch in Tasmanien gab es am Dienstag einen 600 Hektar großen Vegetationsbrand, Queensland zählt 30 Brände nach Temperaturen über 37 Grad in der Region um Brisbane. Der El Niño ist laut dem Amt für Meteorologie Teil eines natürlichen Klimazyklus, der das globale Wetter beeinflusst und im Durchschnitt alle drei bis fünf Jahre auftritt. Forscher weisen zugleich darauf hin, dass extreme El-Niño-Ereignisse durch den Klimawandel häufiger werden könnten.


Foto: Australischer Busch nach einem Brand (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Ericsson verspricht kurzfristigen Ersatz für Mobilfunkkomponenten

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Stockholm (dts Nachrichtenagentur) – Börje Ekholm, CEO des schwedischen Telekommunikationsausrüsters Ericsson, sicherte am Mittwoch zu, kurzfristig Ersatzkomponenten für die deutschen 5G-Mobilfunknetze liefern zu können. „Wir verfügen über ausreichende Kapazitäten“, sagte Ekholm dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe).

Hintergrund sind Pläne des Bundesinnenministeriums, die Nutzung von chinesischen Komponenten in deutschen Mobilfunknetzen ab 2026 zum Teil zu verbieten. Telekommunikationskonzerne sollen einem Positionspapier zufolge etwa dazu gezwungen werden, den Anteil von chinesischen Basisstationen in ihren Netzen innerhalb von drei Jahren auf 25 Prozent zu drücken. Derzeit sind es je nach Anbieter bis zu 60 Prozent. Dieser Zeitplan gilt als ambitioniert.

In Branchenkreisen war mitunter gar von einem „Himmelfahrtskommando“ die Rede, berichtet das „Handelsblatt“. Ein Grund dafür seien die begrenzten Lieferkapazitäten von alternativen Zulieferern wie Nokia oder Ericsson. Ericsson-Chef Ekholm versuchte diese Sorgen nun zu zerstreuen. Aufgrund von langen Genehmigungsprozessen und hohem Personalbedarf bei den Netzbetreibern würden Herstellerwechsel grundsätzlich zwar viel Zeit in Anspruch nehmen.

„An Lieferproblemen würde ein kurzfristiger Austausch aber nicht scheitern „, sagte er.


Foto: Handy-Sendemast (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Ifo: Wer arbeitet hat mehr

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München (dts Nachrichtenagentur) – Niedriglöhner in Deutschland haben bei Inanspruchnahme der ihnen zustehenden Sozialleistungen mehr Einkommen zur Verfügung als Bezieher von Bürgergeld. Das ist das Ergebnis von Berechnungen des Ifo-Instituts, über die die „Zeit“ berichtet.

Einer alleinstehenden Person bleibt demnach bei einem Einkommen von 1.000 Euro brutto nach Abzug aller Steuern und Sozialbeiträge 864 Euro netto übrig. Davon müssen dann noch die Ausgaben für Miete und Heizung abgezogen werden. Im Fall einer mittleren Kaltmiete in Höhe von 430 Euro und Heizkosten in Höhe von 80 Euro beträgt das verfügbare Einkommen lediglich 354 Euro monatlich. Das von der Regierung erhöhte Bürgergeld beläuft sich auf 563 Euro, Heizung und Wohnung werden vom Amt übernommen. Wer nicht arbeitet, hätte also 209 Euro mehr, allerdings haben auch Niedriglöhner Anspruch auf Sozialleistungen wie Wohngeld oder den Kinderzuschlag. Wird dies berücksichtigt, blieben dem Single von 1.000 Euro brutto 891 Euro behalten. Er hat also 328 Euro mehr als im Vergleichsfall ohne Erwerbstätigkeit. Der Lohnabstand hängt von der Familienkonstellation und dem Einkommen ab. Er wird aber nie negativ, wenn die entsprechenden Leistungen in Anspruch genommen werden. „Wenn eine Person am Arbeitsmarkt teilnimmt, erzielt sie grundsätzlich ein höheres Nettoeinkommen, als wenn sie arbeitslos ist“, so das Ifo-Institut. Grundlage der Berechnungen ist der Rechtsstand 2024 bei Bürgergeld, Grund- und Kinderfreibetrag sowie das Inflationsausgleichsgesetz.


Foto: Geldautomat (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Novo Nordisk und Eli Lilly: Adipositas-Medikamente mit enormem Wachstumspotenzial

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Novo Nordisk
Foto von Anesa Mulabecirovic Sahnoun (Quelle: DNB Asset Management)

Novo Nordisk, Dänemarks größtes börsennotiertes Unternehmen, ist an einem Tag um fast 18 Prozent gestiegen, jetzt hat es einen Aktiensplit gegeben. Die Aufteilung der Aktie könnte die Liquidität ein wenig verbessern, was sich wiederum positiv auswirken könnte. Anesa Mulabecirovic Sahnoun, MD PhD MBA, Healthcare-Analystin bei DNB Asset Management, über den Milliardenmarkt Adipositas:

Fettleibigkeit gilt als Lifestyle-Krankheit. Da immer mehr Menschen Zugang zu energiereicher Nahrung haben und wir mehr sitzende Tätigkeiten ausüben, haben sich Fettleibigkeit und Übergewicht nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit 1975 verdreifacht. Die Folgen von Fettleibigkeit sind u.a. Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Das Interesse an der Adipositasforschung hat in den letzten 20 Jahren zugenommen und es wurden mehr als 50.000 wissenschaftliche Artikel zu diesem Thema veröffentlicht. Es gibt viele große und kleine Unternehmen, die an Medikamenten gegen Fettleibigkeit forschen. Erst vor wenigen Tagen hat Novo Nordisk ein kleineres kanadisches Unternehmen übernommen, das auf dem Gebiet der Adipositasforschung tätig ist.

Fettleibigkeit kostet bereits 2,8 Prozent des globalen BIP

Experten sind sich einig, dass der Adipositasmarkt ein enormes Wachstumspotenzial hat. Aktuelle Schätzungen gehen von einem Marktvolumen von über 100 Milliarden US-Dollar bis 2030 aus. Die durch Fettleibigkeit verursachten jährlichen Kosten werden auf 2,8 Prozent oder 14.000 Milliarden NOK des globalen BIP geschätzt. Als Novo Nordisk, das vor allem für seine Diabetesmedikamente bekannt ist, einige Ergebnisse einer Studie über das Adipositas-Medikament Wegovy veröffentlichte, schoss der Aktienkurs um 18 Prozent in die Höhe. Nun stellt sich die Frage, ob die Select-Studie die Messlatte für die Adipositas-Produkte anderer Marktteilnehmer so hoch gelegt hat, dass es schwierig werden könnte, zu den Marktführern Novo Nordisk und Eli Lilly aufzuschließen.

Die Ergebnisse der Select-Studie zeigen, dass bei 20 Prozent der Patienten, die Wegovy erhielten, die Zahl der Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückging, was bedeutet, dass die Behandlung von Fettleibigkeit sowohl Krankheiten als auch mögliche Folgen verhindert, die der Gesellschaft Kosten verursachen. Die Ergebnisse der Select-Studie deuten darauf hin, dass staatliche Krankenversicherungen eher bereit sein könnten, die Behandlung zu übernehmen. Wenn der öffentliche Sektor die Behandlung übernimmt, wird der Markt noch größer sein als bei privater Finanzierung.

In den nächsten zwei Jahren werden sowohl Eli Lilly als auch Novo Nordisk wahrscheinlich alles verkaufen, was produktionstechnisch möglich ist, da die Nachfrage hoch ist und die Unternehmen nicht genug produzieren können, um den gesamten Markt zu versorgen. Diese Nachfrage könnte sich auch positiv auf die Zulieferer in der Wertschöpfungskette beider Unternehmen auswirken.

60.000 Patienten in Phase 3-Studien

Bei den Medikamenten handelt es sich um Medikamente der ersten Generation, die nun weiter untersucht werden. Novo Nordisk hat sein Medikament in den USA, Dänemark, Norwegen und Deutschland auf den Markt gebracht. Wegovy und Mounjaro, die Medikamente von Novo Nordisk und Eli Lilly, werden in diesem Jahrzehnt die wichtigsten Wachstumsmotoren sein.

Diese Medikamente wirken wie Verdauungshormone, so genannte Inkretine, die der Körper normalerweise beim Essen produziert. Inkretine wirken, indem sie der Bauchspeicheldrüse signalisieren, nach dem Essen das Hormon Insulin freizusetzen, und die Leber anweisen, weniger Zucker zu produzieren. Inkretine sorgen auch dafür, dass die Nahrung langsamer durch den Verdauungstrakt wandert, und unterdrücken Hungersignale im Gehirn. Mit den genannten Medikamenten konnte eine Gewichtsabnahme von etwa 15 bzw. 20 Prozent erreicht werden.

In den nächsten sechs Jahren erwarten wir die Ergebnisse weiterer Studien, die sich auch mit möglichen weiteren Vorteilen dieser Medikamentengruppe bei der Behandlung von Adipositas und Diabetes beschäftigen, zum Beispiel ob sie auch bei anderen Erkrankungen wie Schlafapnoe, chronischen Nierenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleber und Sehverlust wirken können.

Zweite und dritte Generation

Die Entwicklung geht weiter und es werden immer ausgefeiltere Kombinationspräparate entwickelt, während gleichzeitig Produkte der ersten Generation auf den Markt kommen. Bei so vielen Herstellern – auch Amgen, Novartis, Pfizer und Boehringer Ingelheim forschen auf diesem Gebiet – und so viel Geld, das in Forschung und Entwicklung investiert wird, stellt sich die Frage, ob die Rentabilität auf lange Sicht sinken könnte.

Langfristig wird die Preissetzungsmacht wahrscheinlich erodieren, was auf lange Sicht sowohl akzeptabel als auch notwendig ist, da die Mengen steigen und mehr konkurrierende Medikamente auf den Markt kommen. Langfristig ist es auch möglich, dass die Medikamente in Pillenform erhältlich sein werden, was ebenfalls zu einer Senkung der Behandlungskosten im Vergleich zu den derzeitigen wöchentlichen Injektionen beitragen könnte.

Derzeit reicht die Produktion nicht aus, um die Nachfrage zu decken. Die Behandlung von Adipositas kann auch Auswirkungen auf andere Interessengruppen haben. So ist Adipositas ein wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung von Schlafapnoe, da jeder siebte adipöse Patient an Schlafapnoe leidet. Die Verringerung der Fettleibigkeit kann daher Auswirkungen auf die Hersteller von Geräten zur Behandlung der Schlafapnoe haben.

Novo Nordisk und Eli Lilly: Adipositas-Medikamente mit enormem Wachstumspotenzial

Foto von Anesa Mulabecirovic Sahnoun (Quelle: DNB Asset Management)

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Artikel-9-Klassifizierung nach wie vor instabil

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Klassifizierung Kapital
Foto von Brunno Maradei (Quelle: Aegon AM)

Ein aktueller Marktkommentar von Brunno Maradei, Global Head of Responisble Investment bei Aegon Asset Management:

Wir befinden uns nun im dritten Jahr der Umsetzung der ambitionierten regulatorischen Agenda der Europäischen Union für nachhaltige Finanzen. Die Branche hat enorme Fortschritte beim Verständnis der neuen Anforderungen gemacht und sich auf ein gemeinsames Verständnis von Schlüsselkonzepten wie der „doppelten Wesentlichkeit“ geeinigt. Doch es gibt es noch viele Herausforderungen.

Die im März 2021 eingeführte EU-Verordnung über die Offenlegung nachhaltiger Finanzprodukte (Sustainable Finance Disclosure Regulation, SFDR) sollte die Marktteilnehmer zu einer stärker standardisierten Offenlegung ihrer Praktiken verpflichten. Es wurde bald klar, dass der Ansatz der Regulierungsbehörde für die Selbstklassifizierung in Artikel 8 und 9 mehr Vorschriften über akzeptable Offenlegungen enthalten muss, die wiederum akzeptable Merkmale und Ziele für die verschiedenen Klassifizierungen festlegen können.

Das Fehlen einer direkten Verbindung zwischen den Produktklassifizierungen und den Namen veranlasste Großbritannien und die USA, Vorschriften vorzuschlagen, die sich auf die Fondsnamen konzentrierten, während die EU aufholte und die Marktteilnehmer ermahnte, die SFDR-Klassifizierungen als Produktbezeichnungen zu verwenden.

Die „Artikel 9“-Klassifizierung ist nach wie vor besonders instabil, da Hunderte von Produkten in dem Maße, in dem die Offenlegungsstandards und akzeptablen Definitionen von „nachhaltigen Investitionen“ klarer wurden, nach unten eingestuft wurden. Es wurde auch deutlich, dass einige Produkte nicht ausschließlich in nachhaltige Anlagen investieren, sondern ihre Portfolios diversifizieren. Dies führte zur Schaffung (durch die technischen Standards der Regulierungsbehörden) von „Artikel 8+“ für Produkte, die ESG-Merkmale fördern, aber auch einige nachhaltige Investitionen tätigen.

Das Hauptproblem bei den SFDR-Produktklassifizierungen ist das Fehlen eines gemeinsamen Verständnisses darüber, was eine Anlage nachhaltig macht und, in geringerem Maße, was akzeptable ESG-Merkmale sind, die von einem Artikel 8-Fonds gefördert werden. Die Entscheidung, welche wirtschaftlichen Aktivitäten genau nachhaltig sind, ist nicht einfach und erfordert einen Konsens darüber, was die Wirtschaft in Zukunft tun sollte. Im Umkehrschluss bedeutet dies auch, dass man sich darüber einig sein muss, welche Aktivitäten man aufgeben sollte. Dies wird besonders schwierig, wenn man sich überlegt, wie diese Aktivitäten durchgeführt werden.

Ein Hersteller von Elektrofahrzeugen, der Batterien aus Mineralien herstellt, die in Sklavenarbeit gewonnen wurden, kann nach globalen Normen kaum als nachhaltig gelten. Eine Investition in einkommensschwachen Wohnraum leistet einen bedeutenden Beitrag zur Bekämpfung von Ungleichheit und gesellschaftlicher Nachhaltigkeit, aber unter reinen Klimaaspekten würde diese Investition nicht als nachhaltig gelten. Natürlich ist der Klimawandel eine Priorität für Investoren und sollte es auch sein, aber ein Regulierungssystem sollte Investitionen, die andere wichtige Nachhaltigkeitsherausforderungen angehen, nicht entmutigen.

Die Kompromisslösung der Taxonomie könnte kurz- bis mittelfristig den Zweck der Gesetzgebung verfehlen, da nachhaltige Investitionen, die von Marktteilnehmern mit stark voneinander abweichenden proprietären Definitionen angegeben werden, für ihre Kunden bei weitem nicht vergleichbar sind. Erst wenn die Daten zur Anpassung der Taxonomie in größerem Umfang veröffentlicht werden, werden die Kunden in der Lage sein, die relative Nachhaltigkeit eines Portfolios objektiv mit einer regulatorischen Benchmark-Definition zu vergleichen.

Hinzu kommt, dass die Taxonomie aktivitätsbasiert ist, während die SFDR unternehmensbasiert ist, was ebenfalls zu viel Verwirrung und unterschiedlichen Ergebnissen zwischen den beiden Messgrößen für nachhaltige Investitionen führen wird. Unserer Ansicht nach wird ein Vergleich von Produkten, die auf soziale Nachhaltigkeitsziele ausgerichtet sind, auf lange Zeit nicht möglich sein. Meinung ist hier das Schlüsselwort, denn bis es eine vollständige regulatorische Definition für nachhaltige Investitionen gibt, sind eigene Definitionen genau das – subjektive Meinungen.

Während die Branche kodifiziert, was früher als unmöglich galt, dürfen wir unser oberstes Ziel nicht aus den Augen verlieren, nämlich die Kapitalströme so zu lenken, dass sie diejenigen wirtschaftlichen Aktivitäten unterstützen, die die Herausforderungen der Nachhaltigkeit bewältigen und eine Welt schaffen, die wir uns alle für künftige Generationen wünschen.

Artikel-9-Klassifizierung nach wie vor instabil

Foto von Brunno Maradei (Quelle: Aegon AM)

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IG Bau übt scharfe Kritik an Vonovia

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt greift Vonovia-Chef Rolf Buch scharf an für seine Aussage, zurzeit 60.000 Wohnungen nicht zu bauen. Dass Deutschlands größter Wohnungskonzern derzeit keine Neubauten baue, bedeute „eine Verschärfung der Bau-Krise“, sagte IG-Bau-Chef Robert Feiger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagsausgaben).

„Vonovia macht der Nation gerade deutlich, welchen Einfluss der Konzern auf dem Wohnungsmarkt hat. Vonovia will, dass sich das Bauen `wieder rechnet und lohnt`. Im Klartext: Der Konzern will den Neubau solange auf Eis legen, bis deutlich mehr Fördergelder fließen und sich Mieten munter weiter nach oben schrauben lassen“, sagte Feiger. Der Vonovia-CEO hatte am Dienstag den Funke-Zeitungen gesagt, dass sein Konzern derzeit zehntausende Wohnungen nicht anfange zu bauen, weil Baukosten und Zinsen zu hoch seien.

„Wir machen alles fertig bis zum Baurecht. Und hoffen, dass sich Bauen bald wieder lohnt und rechnet. Dann wollen wir sofort wieder bauen“, so Buch. „60.000 Wohnungen: Das entspricht immerhin dem kompletten Wohnungsbestand von Bottrop oder Remscheid – und einem Fünftel der bundesweiten Neubauleistung des vergangenen Jahres“, sagte Feiger.

Der IG-Bau-Chef wirft Buch vor, mit seiner Aussage zum Baustopp bewusst zu „kalkulieren“ und die Politik und Bauwirtschaft damit unter Druck setzen zu wollen. „Es wird höchste Zeit, dass der Bund bei Vonovia einsteigt“, forderte Feiger. Der Staat könnte damit Einfluss auf die langfristige Strategie bei Vonovia bekommen. „Außerdem wäre dies ein starkes Signal: Der Staat würde damit deutlich machen, dass er sich – nach vielen Privatisierungen – auf dem Wohnungsmarkt wieder einmischt.“


Foto: Vonovia (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts