Dienstag, Februar 3, 2026
spot_img
Start Blog Seite 529

Ein Jahr Chancenkarte: Über 10.000 Visa wurden erteilt

0

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Im ersten Jahr nach Einführung der Chancenkarte für die Fachkräfteeinwanderung wurden mehr als 12.000 Anträge bearbeitet und mehr als 10.000 Visa erteilt.

Das geht aus einer Analyse des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung hervor, über die der Tagesspiegel berichtet (Mittwochsausgabe). Die Autoren berufen sich auf Zahlen des Auswärtigen Amts.

Die Idee der Chancenkarte ist, dass Einwanderungswillige auch ohne feste Jobzusage herkommen dürfen, um direkt in Deutschland einen Job zu suchen. Sie haben entweder einen Berufs- oder Hochschulabschluss oder qualifizieren sich in einem Punktesystem über Berufserfahrung, Sprachkenntnisse und Alter. Deutschland braucht diese Menschen angesichts des Fachkräftemangels dringend, je nach Schätzung ungefähr um die 300.000 pro Jahr aus Nicht-EU-Staaten.

Eingeführt wurde die Chancenkarte zum 1. Juni 2024. Seitdem wurden bis einschließlich 9. Mai 2025 der Analyse zufolge 12.177 Anträge auf ein Chancenkarte-Visum bearbeitet und 10.148 Visa erteilt. Das sind weniger als die 30.000 pro Jahr, die die frühere Bundesregierung einst als Ziel nannte.

Marcus Engler, Co-Autor der Analyse, sieht das Ergebnis dennoch positiv. „Die Chancenkarte ist noch recht neu. Gemessen daran sind die Zahlen durchaus ein Achtungserfolg und eine gute Nachricht für das Einwanderungsland Deutschland“, sagte er dem Tagesspiegel.

Trotzdem hält er das System noch nicht für ausgereift. Denn was passiert, nachdem jemand eine Chancenkarte bekommt, verfolgen die Behörden nicht. „Wir wissen nicht, ob die Menschen tatsächlich einen Job finden, ob der Wechsel zu einem längerfristigen Aufenthaltstitel klappt oder ob sie am Ende enttäuscht wieder ausreisen.“

Und nicht einmal, wer genau kommt, ist für die Behörden auszuwerten. „Es ist nicht bekannt, wie viele Menschen durchs Punktesystem gehen und wer von vornherein als Fachkraft die Chancenkarte bekommt. Wie viele Männer und Frauen sind es, welche Qualifikationen haben sie, all das wird nicht systematisch ausgewertet“, sagte Engler. Genau das würde er aber für sehr wichtig halten, „denn die eigentliche Idee hinter einem Punktesystem ist es, damit gezielt steuern zu können“.

Bekannt ist immerhin, aus welchen Ländern die Menschen kommen. Bei den bearbeiteten Visa liegt Indien mit sehr weitem Abstand und mehr als 4.600 Fällen vorn. Auf Platz zwei steht mit knapp 900 Fällen China, es folgen Pakistan, Russland und die Türkei.


Foto: Stahlproduktion (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Düll gegen Einbezug von Lehrern in gesetzliche Rente

0

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Stefan Düll, lehnt den Vorschlag von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD), Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung zu integrieren, als „falsches Signal“ ab.

Er warnt, dass dies die „Attraktivität des Lehrerberufs weiter senken“ würde. „Der Deutsche Lehrerverband lehnt eine Integration der Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung ab. Das Beamtentum ermöglicht dem Staat, qualifizierte Fachkräfte langfristig zu binden und ihnen im Gegenzug besondere Pflichten und Loyalität abzuverlangen“, sagte Düll der Mediengruppe Bayern (Mittwoch).

„Eine Abschaffung der eigenständigen Altersversorgung für Beamte würde die Attraktivität des Lehrerberufs weiter senken und den Lehrermangel verschärfen.“ In Zeiten, in denen der Staat dringend qualifiziertes Personal benötige, spricht er von einem „falschen Signal“.

Der Mangel an qualifizierten Lehrkräften bleibt laut Düll eine der größten Herausforderungen im deutschen Bildungssystem. „Aktuell ist keine nachhaltige Entspannung beim Lehrermangel zu erkennen.“ Quereinsteiger könnten die Situation kurzfristig abmildern, aber nicht die strukturellen Probleme lösen. „Die Belastung für das vorhandene Personal ist weiterhin sehr hoch und wirkt sich negativ auf die Unterrichtsqualität und die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler aus“, sagte er.

Auch wenn in einigen Jahren die Schülerzahlen wieder sinken sollten, spricht sich Düll gegen eine Senkung der Lehrkräftezahl aus. „Eine Lehrkräftereserve an jeder Schule hilft, Unterrichtsausfall durch Abwesenheit wegen zum Beispiel Krankheit oder Weiterbildung zu verhindern oder die Förderung in kleinen Gruppen zu ermöglichen.“

Der Deutsche Lehrerverband ist gegen ein generelles Handy-Verbot an Schulen. „Ein absolutes Verbot für alle Altersgruppen und den gesamten Schulbereich ist weder praktikabel noch durchsetzbar“, sagte Düll mit Blick auf viele Eltern, die wollten, dass ihre Kinder im Notfall erreichbar sind. „Entscheidend ist, dass wir gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern sowie Eltern Regeln für den sinnvollen Umgang mit digitalen Geräten erarbeiten. Medienkompetenz und verantwortungsbewusster Umgang mit Smartphones müssen Teil des Bildungsauftrags sein“, erklärte der Verbandspräsident. „Ein flächendeckendes Komplettverbot führt nur zu Umgehung und schadet dem Vertrauensverhältnis zwischen Lehrkräften und Schülern.“


Foto: Klassenraum in einer Schule (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Kommunen fordern "dringend, schnell, bürokratiearm" Geld

0

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Vor dem anstehenden Koalitionsausschuss der neuen Bundesregierung von Union und SPD hat der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB), André Berghegger, einen Finanzierungsschub für die Kommunen aus dem Sondervermögen für die Bundesländer gefordert.

„Die Städte und Gemeinden brauchen dringend, schnell und möglichst bürokratiearm die Mittel aus dem Sondervermögen für kommunale Investitionen vor Ort“, sagte Berghegger den Tageszeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben).

Von den 100 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen an die Bundesländer solle der „weitaus überwiegende Teil den Kommunen zugutekommen“, hob der Hauptgeschäftsführer hervor. „Wir haben allein im Bestand einen kommunalen Investitionsrückstand von 186 Milliarden Euro, Tendenz steigend.“ Die „sehr prekäre Finanzsituation“ der Städte und Gemeinden müsse bei der Umsetzung des Sondervermögens des Bundes „umfassend berücksichtigt werden“, hob Berghegger hervor.

Auch mit Blick auf die Anforderungen der Städte und Gemeinden für Asylsuchende gab der Städtebund keine Entwarnung. „Die Kommunen sind weiterhin bei der Unterbringung, Versorgung und Integration von Flüchtlingen am Limit. Es muss eine echte und deutliche Begrenzung der illegalen Migration erreicht werden“, sagte Berghegger. Der DStGB fordert demnach, freiwillige Aufnahmeprogramme für Geflüchtete sowie den Familiennachzug auszusetzen und Flüchtlinge „ohne Bleibeperspektive“ stärker abzuschieben. Zugleich forderte Berghegger Investitionen in die Integration von Menschen, die in Deutschland dauerhaft bleiben dürften. „Sowohl Arbeitsmarktintegration als auch Integration in Schule und Kita durch Sprach-Kitas und eine Ausweitung des Startchancenprogramms müssen zügig umgesetzt werden.“

Erstmals seit Amtsantritt der schwarz-roten Regierung Anfang Mai kommt am Mittwoch der Koalitionsausschuss zusammen. Die Spitzen von CDU, CSU und SPD wollen bei dem Treffen am Nachmittag im Kanzleramt insbesondere Prioritäten für ihre Arbeit bis zur Sommerpause festlegen. Einiges ist dabei noch umstritten, sei es inhaltlich oder von der Dringlichkeit her. Widerstand gegen einige Vorhaben kommt auch aus den Bundesländern.


Foto: Halbseitig gesperrte Brücke (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Linnemann warnt Bas vor Schnellschuss bei Bürgergeldreform

0

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann warnt Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) vor einem Schnellschuss bei der Bürgergeldreform. „Das muss sitzen“, sagte Linnemann dem „Stern“.

„Wenn Sie sich anschauen, wie kompliziert das System ist, die Transferentzugsraten, die Schnittstellenproblematik mit anderen Systemen wie dem Wohngeld – dann wird eine Sozialstaatsreform ein Jahr dauern. Wir werden erst im Frühjahr diese Reform auf den Weg bringen können. Da darf es keinen Schnellschuss geben.“

„Diese Reform ist die wichtigste Sozialstaatsreform seit der Agenda 2010“, sagte Linnemann weiter. „Da müssen wir liefern. Es gibt allein über 200.000 Bürgergeldempfänger, die überhaupt kein Vermittlungshemmnis haben und sofort arbeiten könnten“, behauptete der CDU-Politiker. Im Moment würden Bürgergeldempfänger häufig von einer Maßnahme in die andere geschickt, ohne dass dies zu nennenswerten Erfolgen führe. „Es braucht ein komplettes Umdenken. Bei jemandem, der arbeiten kann und ein Jobangebot mehrfach ablehnt, muss der Staat davon ausgehen, dass er offenkundig nicht bedürftig ist. Dann muss das Bürgergeld ganz gestrichen werden.“

Derzeit gehe es ungerecht zu, kritisierte der CDU-Politiker. Viele Bürgergeldempfänger, die eigentlich arbeiten könnten, wollten das nicht und nutzten das System aus. „Daher kommt ja die Stimmung in Deutschland, wenn wir ehrlich sind. Sie erleben doch kaum noch eine Geburtstags- oder Familienfeier, auf der nicht über das Bürgergeld gesprochen wird. Das ist Kern des Problems. Es geht ungerecht zu, es gibt Menschen, die sich im Bürgergeld ausruhen. Da beginnt die Kraftanstrengung“, so Linnemann.


Foto: Bärbel Bas am 26.05.2025, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Hoffmann hält Braunschweig gegen Saarbrücken in Liga 2

0

Braunschweig (dts Nachrichtenagentur) – Eintracht Braunschweig hat sich in einem packenden Relegationsrückspiel gegen den 1. FC Saarbrücken den Verbleib in der 2. Bundesliga gesichert.

In der Verlängerung erzielte Rayan Philippe den besiegelten Ausgleichstreffer zum 2:2-Endstand, nachdem die Saarländer zuvor mit 2:0 in Führung gegangen waren. Die Partie war von Anfang an hart umkämpft, wobei Braunschweig zunächst die besseren Chancen hatte. Saarbrücken kämpfte sich jedoch zurück und glich das Hinspielergebnis von 0:2 aus.

Der 1. FC Saarbrücken zeigte sich im Vergleich zum Hinspiel deutlich verbessert und ging durch Tore von Florian Krüger und Kai Brünker in Führung. Trotz Unterzahl in den letzten Minuten der regulären Spielzeit gelang es den Saarländern, die Verlängerung zu erzwingen. Braunschweig verteidigte jedoch mit großem Einsatz und konnte sich auf Torhüter Ron-Thorben Hoffmann verlassen, der mehrfach stark parierte.

In der Verlängerung waren es schließlich Fabio Di Michele Sanchez und Rayan Philippe, der nach einem weiten Abschlag von Hoffmann den Ball im gegnerischen Tor unterbrachte und damit den Klassenerhalt für die Braunschweiger sicherte.


Foto: Fußbälle (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

US-Börsen nach Zoll-Aufschub euphorisch

0

New York (dts Nachrichtenagentur) – Die US-Börsen haben am Dienstag stark zugelegt. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 42.343 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 1,8 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag.

Wenige Minuten zuvor war der breiter gefasste S&P 500 mit rund 5.915 Punkten 2,0 Prozent im Plus, die Technologiebörse Nasdaq berechnete den Nasdaq 100 zu diesem Zeitpunkt mit rund 19.200 Punkten 2,5 Prozent im Plus.

Die Börsianer zeigten sich nach dem jüngsten Akt im Zoll-Drama euphorisch. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt bekannt gegeben, die zunächst für den 1. Juni angekündigten 50-prozentigen Strafzölle gegen die EU doch noch bis zum 9. Juli aufzuschieben. Die Anleger hoffen offenbar, dass sich in dieser Zeit eine Lösung finden könnte.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagabend schwächer: Ein Euro kostete 1,1335 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8822 Euro zu haben.

Der Goldpreis ließ deutlich nach, am Abend wurden für eine Feinunze 3.304 US-Dollar gezahlt (-1,1 Prozent). Das entspricht einem Preis von 93,72 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis sank unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagabend gegen 22 Uhr deutscher Zeit 64,16 US-Dollar, das waren 58 Cent oder 0,9 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Wallstreet in New York, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Pellmann: Merz sollte Selenskyj zu Papst-Angebot raten

0

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Sören Pellmann, hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) empfohlen, beim morgigen Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf Friedensverhandlungen zu drängen.

Dem Nachrichtensender „Welt“ sagte Pellmann: „Ich glaube, er sollte ihm zum Beispiel empfehlen, was jetzt Papst Leo angekündigt hat: Dass man sich zusammensetzt, auch unter Vermittlung der katholischen Kirche oder anderer Staaten, diese Gespräche anzunehmen und nicht gleich per se abzulehnen.“ Ohne solche sofortigen Verhandlungen würde der Krieg noch länger dauern und es werde „unheimlich viel mehr Leid und unheimlich viel mehr Tote geben“, so Pellmann weiter.

Den Ansatz von Merz, durch die Aufgabe von Reichweitenbegrenzungen für westliche Waffen den militärischen Druck auf Russland zu erhöhen, hält Pellmann für falsch. Dass durch ein Fortbestehen des Reichweiten-Limits vor allem russische Militärbasen vor ukrainischer Gegenwehr geschützt würden, lässt Pellmann als Argument nicht gelten: „Es geht gar nicht darum, dass das russische Militär geschützt wird, sondern dass deutsche Waffen nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf russisches Territorium abgefeuert werden können. Schon aus einer historischen Verantwortung heraus ist das nicht nur schwierig, sondern auch sehr problematisch – und es wird zu einer weiteren Eskalation führen. Die Gewaltspirale wird weiter angekurbelt und wir entfernen uns damit immer weiter von Diplomatie und Verhandlungen.“

Wie genau der russische Präsident Wladimir Putin reagieren werde, sei unklar. „Er ist ja auch nicht mehr berechenbar und nicht wirklich Herr seiner Sinne, was mögliche Reaktionen betrifft“, so Pellmann. „Ich will gar nicht in irgendwelchen Horrorszenarien mich ausleben, aber Russland ist eine Atommacht. Bisher hat das keine Rolle gespielt, zum Glück.“ Von Angst dürfe man sich bei der Suche nach Lösungen aber dennoch nicht leiten lassen, so Pellmann.


Foto: Friedrich Merz am 26.05.2025, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Berichte: Sandro Wagner übernimmt FC Augsburg

0

Augsburg (dts Nachrichtenagentur) – Sandro Wagner übernimmt offenbar den FC Augsburg. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wird der bisherige Co-Trainer der Nationalelf der Nachfolger von FCA-Coach Jess Thorup.

Wagner soll demnach jedoch zunächst noch die DFB-Auswahl in der Nations League betreuen, bevor er zum Bundesligisten stößt. Von 2021 bis 2023 war der Ex-Profi bereits als Cheftrainer bei der SpVgg Unterhaching aktiv, die er zurück in die 3. Liga führte.

Thorup war nach der weitgehend sorgenfreien Saison erst vor Kurzem entlassen worden, mit ihm musste auch Sportdirektor Marinko Jurendic gehen. Als Grund gaben die Fuggerstädter die künftige Ausrichtung und Entwicklung des Vereins an.


Foto: Sandro Wagner (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Alstom rechnet noch auf Jahre mit Einschränkungen im Bahnbetrieb

0

Saint-Ouen-sur-Seine (dts Nachrichtenagentur) – Trotz der umfangreichen laufenden Sanierungsmaßnahmen im deutschen Schienennetz wird es laut Alstom noch lange dauern, bis sich die Situation im Zugverkehr nachhaltig verbessert.

„Bei den vielen Baustellen im Netz müssen wir uns wohl noch auf einige Jahre mit Einschränkungen im Bahnbetrieb einstellen“, sagte der Deutschland-Chef des Bahntechnikherstellers Alstom, Tim Dawidowsky, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwochausgabe). Dazu gebe es keine Alternative. „Sie können ein Haus auch nicht in zwei Wochen umbauen – das ist bei der Bahn genauso“, fügte Dawidowsky hinzu. „Man kann nicht Jahrzehnte auf Verschleiß fahren und dann annehmen, man sei in zwei oder drei Jahren durch mit der Sanierung.“

Der Manager, der seit Oktober an der Spitze der Deutschlandsparte des französischen Bahntechnikriesen steht, hofft mit Blick auf das 500 Milliarden Euro schwere Infrastrukturpaket der Bundesregierung auf gute Geschäfte. Derzeit entfällt ein großer Teil des Umsatzes auf Züge. Alstom hat 14 Standorte hierzulande. Künftig soll die Infrastruktur eine größere Rolle spielen. „Perspektivisch planen wir, 50 Prozent unseres Geschäftes mit der Digitalisierung zu machen, also mit Arbeiten im Bereich Infrastruktur“, erläuterte Dawidowsky. Im Servicegeschäft habe man schon große Aufträge gewonnen, in deren Rahmen das Unternehmen für 30 Jahre und mehr die Wartung von Zügen übernimmt. Der Alstom-Manager sagte zudem, dass die Ausrüstung der Züge mit digitaler Signaltechnik genauso wichtig sei wie die Ausrüstung der Strecken. Die Züge müssten mit der Strecke kommunizieren können. „Ansonsten ist das wie 5G-Netz ohne internetfähiges Handy. Es bringt nichts.“ Erst im Februar habe man mit der Deutschen Bahn einen Rahmenvertrag über 600 Millionen Euro für die Digitalisierung der Schiene abgeschlossen.

Dawidowsky plädierte dafür, das moderne Zugbeeinflussungssystem ETCS hierzulande schneller aufzubauen. „Das ursprüngliche Ziel war, bis 2040 ETCS in Deutschland flächendeckend auszurollen. Bei dem bisherigen Tempo sehe ich ein großes Fragezeichen hinter dem Zeitplan. Doch mit dem Sondervermögen besteht Grund zur Hoffnung, dass wir schneller werden.“ Dawidowsky verwies explizit auf den nächsten großen Generalsanierungskorridor, den die Bahn von August an angeben will: „Da hätte ich mir mehr Mut zur Digitalisierung gewünscht, nicht nur auf der Strecke Berlin-Hamburg.“


Foto: Regionalzug von Alstom (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Außenminister wirbt in Washington für härtere Russland-Sanktionen

0

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) will in den USA für härtere Russland-Sanktionen werben. „Wir wollen das Sterben in der Ukraine endlich beenden, wir wollen einen sofortigen Waffenstillstand, und wir wollen einen nachhaltigen Frieden“, sagte Wadephul am Dienstag in Berlin kurz vor dem Abflug.

„Damit Putin endlich an den Verhandlungstisch kommt, damit Russland endlich in ernsthafte Verhandlungen einsteigt, müssen wir den Druck aufrechterhalten. Wir Europäer werden die Sanktionsschrauben weiter anziehen, auch der US-Kongress ist zu mehr Sanktionen bereit.“

US-Präsident Donald Trump selbst hatte sich in Sachen Russland-Sanktionen zuletzt allerdings immer wieder vergleichsweise wankelmütig gezeigt. Mal warb er für mehr Dialog mit Putin, mal bezeichnete er diesen als „verrückt“.

Der deutsche Außenminister betonte unterdessen vor seinem Abflug in die USA die Bedeutung der transatlantischen Partnerschaft. „Kaum einem Land haben wir Deutsche so viel zu verdanken wie den USA“, erklärte Wadephul. Erneut bekräftigte er seine in der Koalition umstrittene Unterstützung des Vorschlags, Investitionen in Deutschlands eigene Verteidigung und in die relevante Infrastruktur auf 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu erhöhen, wie es der Nato-Generalsekretär vorgeschlagen hatte.

Weitere Themen der US-Reise des deutschen Außenministers: Die Lage in Israel und der Zoll-Streit:

„Deutschland steht zur Sicherheit und zur Existenz Israels, und zugleich sind wir dem humanitären Völkerrecht zutiefst verpflichtet und sehen das unerträgliche Leiden der Menschen in Gaza“, sagte Wadephul vor seiner Abreise. Es brauche dringend einen Durchbruch in den Verhandlungen über einen Waffenstillstand, der zur Freilassung der Geiseln und einer massiven Ausweitung der humanitären Hilfe führe. „Eine Zweistaatenlösung bietet die beste Chance für dauerhaften Frieden in der Region. Gemeinsam mit unseren amerikanischen Partnern möchte ich ausloten, wie sich dies endlich realisieren lässt.“

In einer global vernetzten Welt solle man außerdem keine neuen Zollmauern errichten, sondern „stabile Brücken aus Partnerschaft und Vertrauen bauen“, so der Außenminister weiter. Man wolle die EU-Kommission dabei unterstützen, „gemeinsam mit den USA eine ausgewogene Verhandlungslösung zu finden, um unnötige Handelsschranken zwischen unseren Ländern abzubauen und fairen Handel zu fördern“, sagte Wadephul vor dem Abflug in die USA.


Foto: Johann Wadephul am 27.05.2025, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts