Freitag, Januar 2, 2026
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Ramelow zieht Lehren aus politischen Angriffen im Netz

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (Linke) zieht zum Jahreswechsel in Bezug auf politische Angriffe eine persönliche politische Lehre aus 2025. Er habe mittlerweile gelernt, „immer neu nachzudenken, woher die Angriffe kommen und ob es eher Satire oder böswillig ist“, sagte Ramelow dem Nachrichtenportal „Watson“ am Dienstag. „Und die Attacken nicht in die Seele vordringen lassen“, fügte er hinzu.

„Es gibt offenbar nichts, wofür man mich im Internet nicht beschimpfen könnte“, führte der Linken-Politiker aus. Die digitale Welt und die Aufmerksamkeitsbewirtschaftung machten es möglich, „zum Beispiel für den Gaza-Krieg und Regenbogenfahnen, aber auch immer für das komplette Gegenteil, verantwortlich gemacht zu werden“.

Auch der Vorsitzende der Linken, Jan van Aken, formulierte zum Jahreswechsel eine politische Erkenntnis. Er habe gelernt, „dass es Millionäre und Milliardäre gibt, die es selbst ungerecht finden, dass sie so wenig besteuert werden“, sagte van Aken.

Auf das kommende Jahr blicke er mit Vorfreude. „Auf ein paar ruhige Tage am Strand im Sommer in Italien. Und darauf, dass wir im September mit Elif Eralp eine linke Bürgermeisterin in Berlin bekommen“, sagte er.


Foto: Bodo Ramelow (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Telefon weiter beliebteste Methode für Neujahrsgrüße

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der mit Abstand beliebteste Weg für Neujahrsgrüße ist in Deutschland weiterhin das Telefon.

In einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom gaben 87 Prozent der Befragten an, zur Jahreswende zum Hörer zu greifen und telefonisch Neujahrsgrüße auszurichten. Mit deutlichem Abstand folgen auf Platz zwei Textnachrichten in Messengerdiensten, die auch mehr als die Hälfte (59 Prozent) nutzen will. Auf Platz drei liegen mit 45 Prozent Grüße über die sozialen Netzwerke.

Neujahrsgrüße per Videoanruf sind mit 44 Prozent ähnlich beliebt wie die sozialen Medien. 41 Prozent wollen zum neuen Jahr Sprachnachrichten versenden, knapp ein Viertel (23 Prozent) aufgezeichnete Videonachrichten. Geschriebene Grüße per Postkarte oder Brief verschicken zum diesjährigen Jahreswechsel 16 Prozent der Deutschen. Ebenfalls 16 Prozent verschicken sie per Mail, sechs Prozent per SMS und nur drei Prozent per Kollaborationstool. Nur zwei Prozent der Deutschen wollen in diesem Jahr gar keine Neujahrsgrüße ausrichten.

Für die Erhebung befragte Bitkom Research von der 41. bis zur 46. Kalenderwoche 2025 telefonisch 1.002 Personen in Deutschland ab 16 Jahren.


Foto: Frau mit Telefon (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Dax gewinnt 2025 rund 23 Prozent

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Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax hat das Jahr 2025 mit einem starken Jahresplus beendet. Der Handel schloss am Dienstagnachmittag bei genau 24.490,41 Punkten und damit 23,0 Prozent höher als am Jahresende 2024. Damit knüpfte der deutsche Leitindex an die bereits starken Vorjahre an.

Der Dax hatte sich im Jahresverlauf zunächst bis April von einem Allzeithoch zum nächsten bewegt. Im Zuge der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump gab es im Anschluss einen starken Knick, bevor die Rekordjagd im Mai fortgesetzt wurde. In der zweiten Jahreshälfte war dann aber insgesamt nur noch eine anhaltende Seitwärtsbewegung zu verzeichnen.

Mit Abstand größter Kursgewinner im Dax war auf Jahressicht Rheinmetall mit einem Zugewinn von fast 150 Prozent. Dahinter folgten Siemens Energy und die Commerzbank. Die größten Kursverluste verbuchte Symrise, auch für Adidas und Beiersdorf ging es spürbar nach unten.

Auf Tagessicht legte der Dax am Dienstag um 0,6 Prozent zu, hier waren Infineon, Bayer und Rheinmetall die größten Gewinner, während es nur bei Siemens Energy und BMW entgegen dem Trend Abschläge gab.


Foto: Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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Baubeginn für neuen Hamburger Hauptbahnhof verschiebt sich

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Hamburg (dts Nachrichtenagentur) – Die aufwendige Erweiterung des Hamburger Hauptbahnhofs verzögert sich deutlich und soll nun frühestens im Jahr 2031 beginnen.

Es werde „sicher noch fünf, sechs Jahre dauern“, bis das Projekt umgesetzt werden könne, sagte Ute Plambeck, die Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen, der Wochenzeitung „Die Zeit“. Der Hauptgrund für die Verzögerung sei die fehlende Einigkeit zwischen der Stadt Hamburg und dem Bund über die Finanzierung des etwa eine Milliarde Euro teuren Vorhabens.

Der Hamburger Hauptbahnhof, den täglich mehr als 500.000 Menschen nutzen, gilt seit vielen Jahren als überlastet. Er soll durch Anbauten deutlich vergrößert werden, die historische Fassade soll aber erhalten bleiben. Bereits im Dezember 2021 hatte eine Jury den Siegerentwurf eines Hamburger Architektenbüros für das Umbauprojekt gekürt. Danach war ein Baubeginn im Jahr 2028 avisiert worden.

Zu dem Gesamtprojekt gehörte bislang auch ein sechs Kilometer langer Verbindungsbahnentlastungstunnel (VET), der am Hauptbahnhof enden soll. Die Bahn erhoffte sich von ihm mehr Pünktlichkeit und Verlässlichkeit im Sinne des „Deutschlandtaktes“. Dieses Vorhaben mit geschätzten Baukosten von 3,4 Milliarden Euro steht aktuell wegen offener Finanzierungsfragen ebenfalls zur Disposition. Der Hamburger Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) sagte dazu der Wochenzeitung: „Es ist sehr, sehr unwahrscheinlich, dass es mit dem Tunnel bis 2040 klappt. Wir wissen schlicht nicht, wie es weitergeht.“


Foto: Hamburg Hauptbahnhof (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Bankenpräsident fordert höheres Tempo bei Strukturreformen

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Frankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Präsident des Bundesverbands deutscher Banken, Christian Sewing, fordert von der schwarz-roten Bundesregierung mehr Wirtschaftsreformen.

„Die Regierung hat einiges auf den Weg gebracht. Aber das reicht noch nicht, um das Wachstum langfristig deutlich zu erhöhen“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben). „Die Bundesregierung hat bei ihrem Start angekündigt, dass sie den längerfristigen Wachstumstrend über die Ein-Prozent-Marke heben will. Hierfür sind weitere Strukturreformen unverzichtbar.“ Die Bundesregierung müsse den eingeschlagenen Reformkurs daher entschlossen fortführen und dabei das Tempo erhöhen.

Der Bankenpräsident erwartet harte Einschnitte und geht davon aus, dass die Arbeitszeit steigen wird. „Wir müssen uns bewusst sein, dass eine Transformation nicht ohne unangenehme Entscheidungen gelingt, das ist in einer Volkswirtschaft ähnlich wie in einem Unternehmen“, sagte Sewing, der auch Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank ist. „Damit wir auf Dauer wettbewerbsfähig bleiben, müssen wir auch an der einen oder andere Stelle Abstriche hinnehmen – und wir werden unterm Strich wieder mehr arbeiten müssen.“

Die deutsche Wirtschaft komme 2025 nur langsam voran, sagte Sewing, in den nächsten zwei Jahren sollte sich das Wachstum aber beschleunigen. „Wir erwarten 2026 ein Wachstum von bis zu eineinhalb Prozent.“ Am Arbeitsmarkt rechnet der Bankenverband mit einer leichten Entspannung und deutlich unter drei Millionen Arbeitslosen, 100.000 weniger als 2025.


Foto: Christian Sewing (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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BGH bestätigt Bewährungsstrafe für Berliner Ex-Senatorin

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Leipzig (dts Nachrichtenagentur) – Der Bundesgerichtshof hat die Revisionen der früheren Berliner Arbeits- und Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci und eines Marketing-Agentur-Chefs verworfen, die gegen ihre Verurteilungen wegen Bestechlichkeit und Bestechung zu Bewährungsstrafen Einspruch eingelegt hatten. Das teilte der BGH am Dienstag mit. Die Verurteilungen durch das Landgericht Berlin I sind damit rechtskräftig.

Nach den Feststellungen des Gerichts hatte der Unternehmer enge Kontakte zur Berliner Landespolitik und erhielt für seine Ausbildungsprojekte Zuwendungen in Millionenhöhe. Die Ex-Senatorin beauftragte die Agentur des Unternehmers mit privaten Dienstleistungen, ohne die Kosten zu klären, was als Signal für die Annahme unentgeltlicher Leistungen gewertet wurde. Der Unternehmer wollte durch diese Leistungen seine Chancen auf einen Zuschlag für ein Pflegeprojekt erhöhen.

Das Landgericht ging zugunsten der Angeklagten davon aus, dass sie sich durch die unentgeltlichen Leistungen nicht beeinflussen lassen wollte. Dennoch verstärkte sie den Eindruck ihrer Käuflichkeit durch die Preisgabe von Verwaltungsinterna. Die umfassende Überprüfung des Urteils durch den Bundesgerichtshof ergab keine Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten (Beschluss vom 17. Dezember 2025 – 5 StR 515/25).


Foto: Bundesgerichtshof (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Nur jede zehnte Haushaltshilfe in Deutschland ist angemeldet

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Köln (dts Nachrichtenagentur) – Über vier Millionen Haushalte in Deutschland beschäftigen eine Haushaltshilfe unangemeldet. Das zeigen Berechnungen, für die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Zahlen aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) aus dem Jahr 2023 ausgewertet hat.

Rund 4,4 Millionen Haushalte nehmen demnach beim Putzen oder Einkaufen Hilfe in Anspruch. Bei der Minijobzentrale waren zu der Zeit jedoch nur 275.000 Hilfen angemeldet. Damit arbeiten knapp 92 Prozent der Kräfte schwarz. Im vergangenen Jahr erwirtschafteten sie einen Umsatz von etwa 8,6 Milliarden Euro.

Warum Haushalte auf die Anmeldung verzichten, hat das IW in einer Befragung untersucht. Mehr als ein Drittel derjenigen, die eine Haushaltshilfe beschäftigen, ist überzeugt, keine Schwarzarbeit zu betreiben. Ihr Argument: Es handle sich um Nachbarschaftshilfe. In der Tat kann gelegentliche Unterstützung im Haushalt unversteuert vergütet werden. Bei regelmäßiger, bezahlter Unterstützung geht das Gesetz von einer Gewinnabsicht aus – dann handelt es sich um eine illegale Beschäftigung. Angesichts durchschnittlicher Gehälter von knapp 180 Euro im Monat bei Stundenlöhnen von 15 bis 25 Euro dürfte das auf die meisten Fälle zutreffen.

Etwa ein Viertel der Befragten gibt an, dass die Haushaltshilfe keine Anmeldung will. Weitere 15 Prozent halten eine legale Beschäftigung für zu teuer – obwohl sie bei Anmeldung bei der Minijobzentrale dank Steuererleichterungen oft weniger zahlen als bei Schwarzarbeit. Denn Haushalte können Kosten für Putzen, Einkaufen, Gartenarbeit oder Kinderbetreuung von der Steuer abziehen. Nur acht Prozent klagen über Bürokratie.


Foto: Fensterputzen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Dax startet am letzten Handelstag des Jahres kaum verändert

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Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Dienstag kaum verändert in den letzten Handelstag des Jahres 2025 gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 24.345 Punkten berechnet und damit minimal unter dem Schlussniveau vom Vortag. An der Spitze der Kursliste rangierten Rheinmetall, die Commerzbank und Continental, am Ende Siemens Energy, Bayer und BMW.

Zum Abschluss des Jahres findet am Montag nur ein verkürzter Handel statt, mit großen Aktivitäten oder Portfolio-Umschichtungen wird nicht mehr gerechnet. Traditionell zählt der 30. Dezember zu den umsatzschwächsten Handelstagen des Börsenjahres.

Es gehe „ein insgesamt exzellentes Börsenjahr zu Ende“, sagte Thomas Altmann von QC Partners. „Bei genauerem Hinsehen zeigt sich allerdings, dass beim Dax eigentlich nur das erste Halbjahr exzellent war.“ Das zweite Halbjahr sei eher ein Seitwärtslaufen gewesen. „Von seinen 34. Allzeithochs in diesem Jahr hat der deutsche Leitindex 31 im ersten Halbjahr markiert, nur drei im zweiten Halbjahr.“

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagmorgen etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1770 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8496 Euro zu haben.

Der Ölpreis stieg unterdessen leicht: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 61,97 US-Dollar; das waren 3 Cent oder 0,1 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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Ex-SPD-Chef Gabriel warnt vor Feiertagsdebatte

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel warnt Grüne und Linke vor einer Debatte um Feiertage. „Wie weit Teile der deutschen Politik mittlerweile von der Realität entfernt sind, sehen Sie am Vorschlag von Linken und Grünen, Ausgleichstage zu schaffen für jene Feiertage, die auf ein Wochenende fallen“, sagte Gabriel dem Focus. „Wer über so etwas auch nur diskutiert, hat wirklich überhaupt keine Vorstellung mehr davon, was in diesem Land los ist.“

Vielmehr müsse man den Leuten die Wahrheit sagen. „Das heißt nicht: `Gürtel enger schnallen`, aber `Ärmel hochkrempeln`. Ohne einen neuen Teamgeist werden wir unseren liebgewonnenen Wohlstand nicht mehr halten können – nicht mal ökologisch“, so Gabriel. „Das Land braucht eine neue Leistungsbereitschaft.“

Die Bundesrepublik müsse sich „der Tatsache stellen, dass unsere Wettbewerbsfähigkeit inzwischen massiv bedroht ist“. Für all das, was man sich in Deutschland sozial, kulturell und auch ökologisch leiste, brauche man aber eine erfolgreiche Exportwirtschaft, so der SPD-Politiker. „Mit den höchsten Krankenständen in Europa, der geringsten Arbeitszeit, den meisten Urlaubstagen und einer seit Jahren nachlassenden Produktivität schaffen wir das aber nicht.“ Weil 2026 einige Feiertage auf Wochenenden fallen, hatten Linke und Grüne jüngst Ausgleich gefordert.


Foto: Sigmar Gabriel (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Cloud- und KI-Infrastruktur 2026

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Cloud und KI prägen neue Infrastruktur Strategien 2026 Tobias Deml Bildquelle Oracle

Unternehmen steuern auf eine Phase der Architekturvielfalt zu

Cloud- und KI-Infrastrukturen gewinnen 2026 weiter an strategischer Bedeutung. Immer mehr Unternehmen verabschieden sich von einer einheitlichen Plattformlogik und setzen auf vielfältige Betriebsmodelle. Denn sie werden regulatorischen Vorgaben, geopolitischen Entwicklungen und branchenspezifischen Anforderungen gerecht. Tobias Deml, Director Cloud Engineering und Technical Lead OCI bei Oracle, erklärt, wie sich Märkte verändern und welche Faktoren die Projekte im kommenden Jahr prägen.

Ein Mosaik aus Cloud-Modellen ersetzt die Standardarchitektur

Die Cloud-Landschaften europäischer Unternehmen werden vielfältiger. Public Clouds bestehen neben souveränen europäischen Angeboten, dedizierten Regionen für sensible Daten und hybriden Architekturen, die nahe an Produktionsstandorten oder Logistikknotenpunkten betrieben werden. Vor allem in Branchen wie Industrie, Automotive und im öffentlichen Sektor wächst die Nachfrage nach Set-ups, die sowohl GPU-intensive Workloads ermöglichen als auch hohe Anforderungen an Datenschutz und Regulierung erfüllen.

Gleichzeitig gewinnt der hybride Betrieb an Bedeutung. Echtzeitprozesse in Fertigung und Lagerlogistik erzeugen Datenströme, die lokal verarbeitet werden müssen. Unternehmen kombinieren daher zentrale Cloud-Kapazitäten mit Edge- und On-premises-Komponenten, um Latenz, Ausfallsicherheit und Datenhoheit sicherzustellen. Daraus entsteht eine neue Kernaufgabe: Die bestehende Vielfalt soll ohne Zusatzaufwand für die Fachbereiche betrieben werden, während Sicherheitsstandards, Governance und FinOps-Modelle über alle Plattformen hinweg stabil funktionieren.

KI rückt näher an die Fachanwendungen

Im KI-Bereich setzt sich 2026 ein ähnliches Muster durch. Neben großen allgemeinen Modellen steigt die Bedeutung spezialisierter Domain- und Small-Language-Models, die branchentypische Terminologien präzise abbilden und regulatorische Anforderungen berücksichtigen. Finanzdienstleister, der Gesundheitsbereich und regulierte Industrien zählen zu den Treibern dieser Entwicklung.

Wesentlich ist zudem die Verschiebung hin zu KI-Funktionen, die in etablierte Anwendungen eingebettet sind. Unternehmen suchen nach Lösungen, bei denen KI nicht als separates Modul arbeitet, sondern zur integralen Komponente von Planung, Forecasting, Qualitätskontrolle und Entscheidungsunterstützung wird. Dies verändert auch die Anforderungen an die Infrastruktur: Offene Modellökosysteme und flexible Integrationsmechanismen werden zu zentralen Auswahlkriterien.

Von Piloten zu produktiven Kernprozessen

Die vergangenen Jahre waren geprägt von zahlreichen Pilotprojekten. Viele dieser Vorhaben haben technische Machbarkeit demonstriert, fanden jedoch später keinen Eingang in den operativen Betrieb. Fehlende Integration in Daten- und Prozesslandschaften, unklare Verantwortlichkeiten und unverbundene Initiativen führten häufig dazu, dass Potenziale nicht ausgeschöpft wurden.

2026 steht dagegen im Zeichen der Operationalisierung. Unternehmen konzentrieren sich auf wenige strategisch bedeutende Anwendungsfälle, die in zentrale ERP-, HCM-, Supply-Chain-, Transport- oder CX-Systeme eingebettet werden. Entscheidend sind der messbare Nutzen im Tagesgeschäft und die Fähigkeit, bestehende Arbeitsweisen zu unterstützen. Die Nutzerakzeptanz rückt dabei in den Vordergrund.

Branchenspezifische Dynamiken prägen die Investitionen

Im öffentlichen Sektor und im Gesundheitswesen entstehen starke Impulse rund um digitale Akten, Vorgangsbearbeitung und patientennahe Prozesse, die in souveräner Infrastruktur verankert werden. Transparenz, Nachvollziehbarkeit und rechtliche Sicherheit dominieren dort die Anforderungen an KI und Cloud.

Industrie und Automotive richten ihre Architekturen auf produktionsnahe Einsatzszenarien aus. Qualitätsgesicherte Fertigung, vernetzte Werke und resilientere Lieferketten basieren zunehmend auf hybriden Modellen mit enger Kopplung an Edge-Standorte. Dadurch lassen sich KI-Funktionen in Echtzeit in operative Prozesse integrieren.

Finanzdienstleister setzen auf spezialisierte Modelle für Risiko, Compliance, Betrugsprävention und analytische Auswertungen. Präzise Sprache, regulatorische Robustheit und Erklärbarkeit bestimmen hier die Auswahl künftiger KI-Modelle.

Konsistenz als strategischer Vorteil

Unternehmen, die verschiedene Betriebsmodelle konsistent zusammenführen und KI-Funktionen eng in ihre Fachprozesse einbetten, werden 2026 einen klaren Vorsprung haben. Die technologische Basis ist vorhanden. Entscheidend sind nun verlässliche Betriebsmodelle, klare Verantwortlichkeiten und Architekturen, die Flexibilität ermöglichen, ohne Komplexität zu erhöhen. Cloud und KI bilden zunehmend das Fundament betrieblicher Wertschöpfung – Wettbewerbsvorteile entstehen dort, wo sie pragmatisch und integriert eingesetzt werden.

Quelle Bild und Text: Bild Tobias Deml Bildquelle: Oracle