Dienstag, Februar 3, 2026
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2. Bundesliga: Schalke verliert in Bochum

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Bochum (dts Nachrichtenagentur) – Am 20. Spieltag in der 2. Fußball-Bundesliga hat Spitzenreiter Schalke 04 beim VfL Bochum mit 0:2 verloren. Damit droht Königsblau die Tabellenführung noch an diesem Wochenende abzugeben, mit Darmstadt und Paderborn kommen dafür gleich zwei Kandidaten infrage. Bochum klettert auf Rang acht.

Das kleine Revierderby begann mit einer starken Bochumer Aktion, die sich bereits in der ersten Minute auszahlen sollte. Nach einem schnellen Angriff über die linke Seite konnte Koji Miyoshi eine flache Hereingabe aus kurzer Distanz verwerten und den VfL in der 1. Minute in Führung bringen.

Schalke wirkte nach dem frühen Rückstand zunächst nicht geschockt, fand aber kaum Wege, wirklich gefährlich vor das Bochumer Tor zu kommen. Stattdessen bestimmten die Gastgeber das Spiel, agierten clever im Umschaltspiel und sorgten immer wieder über die linke Seite für Gefahr, während die rechte Schalker Abwehrseite anfällig wirkte.

Die Partie blieb insgesamt sehr intensiv und umkämpft, mit vielen Zweikämpfen im Mittelfeld. Schalke versuchte zwar, das Spiel zu kontrollieren, doch viele ungenaue Zuspiele verhinderten wirkliche Torchancen. Bochum blieb dagegen stets gefährlich, vor allem wenn die Hausherren es schafften, schnell umzuschalten. Es gab einige Unterbrechungen, unter anderem durch Verletzungen nach Zweikämpfen, doch die Bochumer Defensive stand weiterhin sicher.

Kurz vor der Halbzeit erhöhte Bochum erneut: Nach einem Ballverlust der Schalker im eigenen Strafraum starteten die Hausherren einen schnellen Angriff über die linke Seite, den Holtmann mit einem präzisen Pass in die Mitte abschloss. Philipp Hofmann nutzte die Gelegenheit, traf aus kurzer Distanz mit einem platzierten Schuss und sorgte damit in der 43. Minute für das 2:0.

Schalke hatte damit keine echte Antwort mehr vor der Pause, sodass es mit einem klaren Bochumer Vorteil in die Kabinen ging. Das Halbzeitfazit lautete, dass Bochum die bessere Spielkontrolle und die deutlich zwingenderen Chancen hatte, während Schalke kaum in der Lage war, die defensive Stabilität der Gastgeber zu knacken.

Die zweite Halbzeit begann mit mehreren personellen Veränderungen auf beiden Seiten. Bochum brachte unter anderem Farid Alfa-Ruprecht für Gerrit Holtmann, während Schalke Edin Džeko für Mika Wallentowitz einwechselte. In der Anfangsphase nach Wiederanpfiff blieb Bochum weiterhin stabil, während Schalke zunehmend Druck aufbaute. Die Knappen hatten einige Chancen, kamen aber zunächst nicht wirklich gefährlich zum Abschluss, weil die Bochumer Abwehr gut stand und die Wege dicht machte.

Schalke erhöhte in der Folge den Druck und hatte durch Karaman eine gute Möglichkeit, die von Torhüter Horn stark pariert wurde. Auch bei Standardsituationen blieb Bochum wachsam und klärte wiederholt. Die Partie wurde zunehmend hektischer, und Schalke wirkte bemüht, die Partie zu drehen, doch Bochum blieb kompakt und ließ nur wenige echte Torchancen zu. In der Schlussphase gab es einen kurzen Aufschwung der Schalker, als ein Treffer von Dzeko zunächst gezählt schien. Nach VAR-Überprüfung wurde das Tor jedoch zurückgenommen, weil der Ball bei der Annahme zuvor mit der Hand gespielt wurde.

Bochum setzte in den letzten Minuten verstärkt auf Konter und verteidigte den Vorsprung konsequent. Schalke war zwar bemüht, kam aber nicht mehr entscheidend durch. Auf Bochumer Seite gab es ebenfalls Wechsel, um die Defensive zu stabilisieren und den Sieg zu sichern. Insgesamt gelang es den Hausherren, den Vorsprung zu verteidigen und das Spiel unter Kontrolle zu halten, während Schalke in der zweiten Halbzeit zwar mehr Ballbesitz hatte, aber zu wenig Torgefahr entwickelte, um die Partie noch zu drehen.

Am Ende blieb es beim verdienten 2:0 für den VfL Bochum, das durch frühe und gut herausgespielte Tore zustande kam. Bochum zeigte sich in diesem Derby offensiv effektiv und defensiv stabil, während Schalke trotz mehr Ballbesitz keine ausreichende Antwort fand.

Die weiteren Ergebnisse vom Samstagmittag: Braunschweig-Karlsruhe 1:0 und Kiel Fürth 1:2.


Foto: Loris Karius (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

SPD erwägt Zulassungsstopp für bestimmte E-Auto-Hersteller

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die SPD bringt wegen möglicher Cyberrisiken einen Zulassungsstopp für bestimmte Elektroautohersteller ins Spiel. Der digitalpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Schätzl, sagte dem „Handelsblatt“ (Montagausgabe), bei „gravierenden, bestätigten Vorfällen“ könne es am Ende sogar „notwendig werden, die Zulassung bestimmter Hersteller oder Modelle im deutschen Straßenverkehr zu untersagen“.

Hintergrund sind Sicherheitsbedenken bei vernetzten Fahrzeugen, insbesondere von Anbietern aus China. Der wachsende Marktanteil chinesischer Hersteller werfe „neue sicherheitsrelevante Fragen“ auf, sagte Schätzl. Sensibel seien nicht nur persönliche Daten der Fahrer, sondern auch Sensor- und Umfelddaten der Autos. Sollten solche Informationen staatlichen Stellen in China zugänglich sein, könnten sie nach seinen Worten für Cyberangriffe oder militärische Zwecke genutzt werden.

Schätzl forderte deshalb besondere Schutzmaßnahmen für sicherheitsrelevante Bereiche wie Polizei und Bundeswehr. Denkbar seien Nutzungseinschränkungen für einzelne Standorte oder Personengruppen. Zwar beträfen Fernzugriffs- und Datensicherheitsrisiken grundsätzlich alle vernetzten Fahrzeuge. Höhere Risiken bestünden jedoch dort, wo Unternehmen staatlichen Zugriffspflichten unterlägen und unabhängige Kontrollen fehlten, fügte er mit Blick auf China hinzu.

Die SPD-Verkehrspolitikerin Isabel Cademartori plädiert für eine sicherheitspolitische Gesamtbewertung. Es müsse genau geprüft werden, „ob im Hintergrund ein Staat mit klaren geopolitischen Eigeninteressen agiert und persönliche sowie Geodaten gezielt sammelt“. Daraus folge für sie vor allem eines: Europa müsse stärker in technologische Souveränität investieren und bei der Fahrzeugbeschaffung verstärkt auf heimische Anbieter setzen – aus Sicherheitsgründen und zur Stärkung des Industriestandorts Deutschland.


Foto: Stromtankstelle für E-Auto (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Insa: Union erstmals seit September wieder gleichauf mit AfD

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Union hat laut neuer Insa-Umfrage ihren Rückstand auf die AfD in der Wählergunst wettgemacht. Im aktuellen Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut jede Woche für „Bild am Sonntag“ erhebt, liegen CDU/CSU erstmals seit dem 13. September wieder gleichauf mit der Rechtsaußen-Partei.

Wenn kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen Union und AfD demnach jeweils auf 26 Prozent der Stimmen. Während die AfD seit Wochen auf ihrem Wert verharrt, gewann die Union einen Prozentpunkt hinzu.

Auch die SPD legt in der aktuellen Umfrage zu. Mit 16 Prozentpunkten (plus 1) ist sie erstmals wieder so stark wie Ende Juni 2025. Verlierer der Woche ist die FDP: Sie fällt von vier auf drei Prozent und entfernt sich weiter von der Fünf-Prozent-Hürde.

Alle anderen Parteien halten ihre Werte aus der Vorwoche: Die Grünen stagnieren bei elf Prozent, die Linke bei zehn – und das BSW liegt weiter bei vier Prozent, käme demnach ebenfalls nicht über die Fünf-Prozent-Hürde. Sonstige Parteien kommen auf vier Prozent (minus 1).

Für den „Sonntagstrend“ wurden zwischen dem 26. und 30. Januar 2026 insgesamt 1.204 Personen von Insa befragt.


Foto: Friedrich Merz am 30.01.2026, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Verfassungsschutz warnt vor Fernzugriff auf chinesische E-Autos

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Köln (dts Nachrichtenagentur) – Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) warnt bei vernetzten chinesischen Elektroautos vor Sicherheitsrisiken durch mögliche externe Zugriffe.

„Prinzipiell ist es möglich, dass Angreifer unerlaubten Zugriff auf die Internetschnittstelle (WLAN/mobile Datenverbindung) von Fahrzeugen erlangen und so Informationen erbeuten“, erklärte die Behörde auf Anfrage des „Handelsblatts“. Betroffen sein könnten Fahrdaten, technische Betriebsdaten des Fahrzeugs (Telemetrie) sowie „möglicherweise auch Aufzeichnungen aus dem Innenraum“. In der Folge „könnte somit möglicherweise sogar die Kontrolle über das Fahrzeug erlangt werden“, hieß es.

Zudem sieht der Verfassungsschutz Risiken bei der Verarbeitung der anfallenden Fahrzeugdaten. Es sei denkbar, dass Hersteller entsprechende Daten sammeln und an staatliche Behörden oder Nachrichtendienste weitergeben müssten. Dies könne insbesondere in Ländern gelten, „in denen Unternehmen gesetzlich verpflichtet sind, die Informationshoheit des Staates zu sichern, wie beispielsweise in China“.

Die übermittelten Informationen könnten unter anderem zum Trainieren von KI-Systemen oder im Zusammenhang mit Gesichtserkennungssoftware genutzt werden. In diesem Zusammenhang verweist der Inlandsnachrichtendienst auf die enge Zusammenarbeit von Industrie und staatlichen Strukturen in China, aber auch in Russland. Laut Verfassungsschutz liegen derzeit „keine konkreten Erkenntnisse zu chinesischer Spionage durch Technik“ vor, die in chinesischen Elektroautos verbaut ist.


Foto: E-Auto Ladestation (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

GEAS-Einigung: Länder bremsen bei "Sekundärmigrationszentren"

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Nachdem die schwarz-rote Koalition eine Einigung bei der Reform des europäischen Asylsystems GEAS gefunden hat, ist offen, ob Teile der Vorschläge von allen Bundesländern umgesetzt werden.

Mehrere Länder reagierten insbesondere zurückhaltend auf die Pläne des Bundes, neue „Sekundärmigrationszentren“ für bestimmte ausreisepflichtige Asylbewerber zu errichten. „In Hessen ist die Einrichtung von Sekundärmigrationszentren aktuell nicht in Planung“, teilte ein Sprecher des dortigen Sozialministeriums der „Welt am Sonntag“ mit. Das Innenministerium in Sachsen-Anhalt erklärte, dass man erst noch prüfen werde, ob und in welcher Form eine gesonderte Unterbringung der Betroffenen erfolgen soll. „Konkrete Pläne bestehen derzeit nicht.“

Eine Sprecherin der Hamburger Behörde für Inneres und Sport teilte mit, derzeit noch zu prüfen, ob man im bereits bestehenden „Dublin-Zentrum“ härtere Auflagen verhänge, wie von der Koalition im Bund vorgeschlagen. „Derzeit bestehen im Dublin-Zentrum weder Einschränkungen der Bewegungsfreiheit noch besondere Ausgangsbeschränkungen“, sagte die Sprecherin. „Ob und inwieweit künftig etwaige Beschränkungen in Betracht kommen, bedarf einer umfassenden Prüfung und hängt vom weiteren Verlauf des Gesetzgebungsverfahrens ab.“

Die Pläne der schwarz-roten Koalition im Bund sehen die Möglichkeit vor, sogenannte Sekundärmigrationszentren einzurichten. Dort sollen Menschen untergebracht werden können, bei denen Hinweise auf die Zuständigkeit eines anderen EU-Staates vorliegen, etwa sogenannte Dublin-Fälle. Ist diese bestätigt, sollen Aufenthaltspflichten und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit angeordnet werden können. Ziel ist es, ein Abtauchen vor einer Überstellung zu verhindern. Die Einrichtung der Zentren ist den Bundesländern freigestellt.

Zuspruch kam aus Baden-Württemberg: „Wir unterstützen Maßnahmen, die Migration ordnen, steuern und begrenzen“, sagte Migrationsstaatssekretär Siegfried Lorek (CDU). Den geplanten Sekundärmigrationszentren stehe man „aufgeschlossen gegenüber“. Mehrere Bundesländer erklärten, bislang noch keine Entscheidung darüber getroffen zu haben, ob sie ein solches Zentrum einrichten.

Im Bund stellten sich beide Koalitionspartner währenddessen hinter die gefundene Einigung: „Nach der Einigung mit der SPD schöpfen wir endlich die Möglichkeiten aus, um die illegale Weiterreise von Asylbewerbern innerhalb der EU zu stoppen. Dazu setzen wir auf weitere Sekundärmigrationszentren, neben den laufenden Grenzkontrollen und Zurückweisungen“, sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm (CDU). „Und wir kürzen die Sozialleistungen für die Asylbewerber, die sich in einem anderen EU-Staat aufhalten müssen und illegal zu uns weiterreisten.“

Für die SPD sei es wichtig gewesen, „die Ausgangslage von Familien und vulnerablen Gruppen in den Blick zu nehmen. Kinder dürfen zur Schule gehen, auch eine verbesserte Gesundheitsversorgung stellen wir sicher“, sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sebastian Fiedler. Entscheidend sei für die SPD auch, dass alle Menschen im Asylverfahren zukünftig einen schnelleren Zugang zum Arbeitsmarkt bekommen können.


Foto: Asylbewerberunterkunft (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Nie wieder Schnee schippen

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Nordwærme Freiflächen-Fußbodenheizung für Auffahrten ki generiert von Nordwaerme mann der schnee schippt

Startup bietet Fußbodenheizung für Auffahrten und Gehwege

Eisfrei auf Knopfdruck: Freiflächen-Heizung entlastet Immobilienbesitzer

Der Wintereinbruch sorgt bundesweit für rutschige Wege und mühsame Räumpflichten. Eine einfache Lösung bietet das Startup Nordwærme Fußbodenheizungen: mit Freiflächen-Heizungen bleiben Auffahrten und Gehwege jederzeit frostfrei – und das ganz ohne umweltschädliche Salz-Streuung.

Fußballfans kennen es bereits aus den Stadien: Freiflächen-Fußbodenheizungen sorgen für frostfreie Fußball-Freude auch bei Schnee und Eisregen. Doch was für die Vereine der Bundesliga verpflichtend ist, kann auch für private Immobilienbesitzer das Leben einfacher machen: sanfte Fußbodenheizungen für den Außenbereich.

Einsatzmöglichkeiten der Außen-Fußbodenheizung

„Wo Glätte ein Sicherheitsrisiko darstellt, ist so eine Außen-Fußbodenheizung eine gute Lösung“, erklärt David Burckhardt, Mitgründer von Nordwærme Fußbodenheizungen: „Das gilt für Zuwege von Kliniken und Seniorenheimen, für Industrie-Auffahrten oder private Treppenaufgänge. Kürzlich haben wir sogar die Waschboxen einer Autowaschanlage eisfrei gefräst, damit der Betrieb dort auch bei Dauerfrost sicher weiterlaufen kann.“

Umweltbilanz

Die Umweltbilanz ist viel besser, als viele denken: „Eine Außen-Fußbodenheizung läuft nur auf geringer Temperatur – das Ziel ist eine Bodentemperatur oberhalb von 3 °C“, so Burckhardt weiter. Eine gute Regelung startet nur an wenigen Tagen im Jahr, wenn Bodenfrost und Bodenfeuchtigkeit gleichzeitig zusammenkommen. Bleibt der Boden frostfrei oder ist der Boden trocken, ruht die Freiflächen-Heizung nur als Sicherheitswächter, um im Eisfall schnell einspringen zu können. In Kombination mit Photovoltaik oder Wärmepumpe kann die Schnee- und Eisräumung so mit Sonnen- oder Windenergie erledigt werden. Und: Die Freiflächenheizung ermöglicht den kompletten Verzicht auf aggressives Streusalz, welches das Grundwasser belastet – und sichert Immobilienbesitzer trotzdem gut gegen die hohen Haftungsrisiken ab, die von plötzlichem Blitzeis ausgehen.

Die Technik

Je nach Fläche variieren die Methoden: Für kleine Areale reicht Elektro-Technik; ab 100 qm lohnt ein Wasser-Glykol-System – dies ist das System, das auch in Fußballstadien angewandt wird –, aber meist einen aufwendigen Wärmetauscher an der Heizungsanlage braucht. „Wenn schon ein festes Zement-Fundament besteht wie in einer Auto-Waschanlage, überdachten Stallungen oder einem Zement-Fundament auf Terrassen oder Zuwegen, können wir die Fußbodenheizung auch einfach einfräsen“, so Burckhardt weiter.

Bild © KI-generiert von Nordwærme

Quelle Nordwærme – Fußbodenheizung

Grüne fordern staatlichen Bürgerfonds für private Altersvorsorge

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Mit einem staatlich verwalteten Bürgerfonds nach schwedischem Vorbild wollen die Grünen die private Altersvorsorge umbauen.

Das geht aus einem Beschlussantrag der Grünen-Bundestagsfraktion für das Parlament hervor, über den die „Rheinische Post“ berichtet. „Gelungene Modelle, wie das schwedische, zeigen, wie es gehen kann: Mit einem öffentlich verwalteten Fonds und einer automatischen Teilnahme lässt sich die Breite der Bevölkerung erreichen“, heißt es in dem Antrag.

Er soll im Februar in den Bundestag kommen, dürfte von der schwarz-roten Mehrheit allerdings abgewiesen werden. Der Bürgerfonds soll die erfolglose Riester-Rente ablösen und sei ein besserer Weg als die von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) im Dezember vorgestellte Reform der Altersvorsorge, so die Grünen. Der Bürgerfonds soll durch einen öffentlich-rechtlichen Träger neu gegründet oder an bestehende Träger übertragen werden. Er soll politisch unabhängig und professionell verwaltet werden.

Abhängig Beschäftigte sollen automatisch einen Teil ihres Gehalts in den Fonds einzahlen. Sie können aber aktiv widersprechen („Opt-Out-Regel“). Andere Personengruppen, wie etwa Selbstständige, können ebenfalls teilnehmen, entscheiden darüber aber selbst („Opt-in-Regel“). Der Fonds soll das eingezahlte Kapital am Markt „breit diversifiziert und größtenteils passiv“ anlegen, dabei aber renditeorientiert sein, Investitionen in fossile Geschäftsmodelle wie Ölkonzerne ausschließen und deutsche und europäische Wertpapiere bevorzugen.

„Der grüne Bürgerfonds markiert einen echten Neustart in der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Er bügelt die Schwachstellen der gescheiterten Riester-Rente aus und sorgt wirklich für höhere Zusatzrenten im Alter“, sagte Grünen-Politiker Stefan Schmidt, Mitglied im Finanzausschuss des Bundestags.


Foto: Strand (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Heizungsmarkt bricht ein: Absatzzahlen auf tiefstem Stand seit 2010

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Heizungsindustrie hat im vergangenen Jahr 627.000 Geräte in Deutschland abgesetzt. Das ist der niedrigste Stand seit 2010.

Nach dem bereits starken Einbruch der Verkaufszahlen im Jahr davor stand damit 2025 erneut ein zweistelliges Minus in den Büchern: Der Absatz über alle Geräteklassen ging um zwölf Prozent zurück. Das geht aus der Jahresbilanz des Bundesverbandes der deutschen Heizungsindustrie (BDH) hervor, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet.

Vom bisherigen Bestseller der Branche, dem Gas-Brennwertkessel, gingen nur noch 229.000 Stück an die Kunden. Dies ist ein Rückgang um 36 Prozent innerhalb eines Jahres. Der Absatz der Ölheizung, den der russische Angriffskrieg 2022 angefacht hatte, fällt in sich zusammen: Im vergangenen Jahr wurden nur noch 22.500 Kessel verkauft, ein Minus von 74 Prozent.

Ein Verkaufsplus von 23 Prozent gab es ausgehend von einem niedrigen Niveau bei Biomasse-Heizungen. Insbesondere Öfen für Holzpellets (+38 Prozent) legten stark zu. Allerdings macht der Verkauf von 29.000 Biomasse-Verbrennern insgesamt weniger als fünf Prozent des Marktes aus.

Ein deutliches Plus verzeichnete nur der Absatz von Wärmepumpen. Die Geräte verkauften sich 2025 rund 299.000-mal. Mit einem Absatzplus von 55 Prozent im Jahresverlauf verdrängten sie den Gasbrennwertkessel von Platz 1 der beliebtesten Wärmeerzeuger in Deutschland. Im Gebäudebestand dominiert jedoch weiterhin die Gasheizung.

„Die Lage ist schwierig, die Heizungsindustrie steht vor wirtschaftlichen Herausforderungen“, sagte Markus Staudt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH). Er mahnt bei der Regierung „endlich stabile gesetzliche Vorgaben und Förderbedingungen“ an. Andernfalls sei mit „personellen Maßnahmen“ wie Stellenabbau und Kurzarbeit zu rechnen.


Foto: Ausbau einer alten Gasheizung (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Snyder: Parallelen zwischen Trumps Regierungsstil und Nazi-Methoden

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Toronto (dts Nachrichtenagentur) – Der US-Historiker Timothy Snyder sieht Parallelen zwischen dem Regierungsstil des US-Präsidenten Donald Trump und den Methoden der Nazis.

In der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) nannte er als Beispiel den führenden US-Beamten Greg Bovino, der beim gewaltsamen Vorgehen der Grenzschutzbehörde ICE in Minneapolis Kleidung trug, die manche an SS-Uniformen erinnerte. Snyder sagte dazu, Bovino stilisiere sich „als Himmler oder Heydrich“. Auch in den Internetauftritten von US-Ministerien fänden sich „Inhalte, die als Chiffren für weißen Nationalismus oder Faschismus bekannt sind“.

Besonders scharfe Kritik übte Snyder am Multimilliardär Elon Musk, der „vielleicht einflussreichsten Person Amerikas“. Der habe die Parameter seiner Plattform X so geändert, „dass es heute viel einfacher ist, Nazi-Inhalte zu verbreiten“. Eine Geste Musks mit ausgestrecktem Arm sei nur deshalb als Hitlergruß interpretiert worden, „weil es ein Hitlergruß war“. Es sei „schon lustig zu beobachten, wie manche versuchen, sichtbare Dinge nicht zu sehen“.

Snyder widersprach dem in Deutschland verbreiteten Argument, Nazi-Vergleiche seien unzulässig, weil sie den Holocaust banalisierten oder seine Einzigartigkeit infrage stellten. Die Annahme, „dass solche Dinge anderswo nicht auch passieren können“, sei „eine Art negativer nationaler Exzeptionalismus“.

Wer Vergleiche zwischen gegenwärtigen Entwicklungen und der Nazi-Diktatur ausschließen wolle, mache „die historische Erforschung des Holocausts nutzlos“. In der Geschichte sei zwar alles einzigartig, aber man müsse sich „vor dem Fehlschluss hüten, dass deshalb aus dem Holocaust nichts gelernt werden kann“. Das Gegenteil sei richtig. „Wer den Holocaust ernst nimmt, erforscht alle Elemente, die ihn möglich gemacht haben, und versucht dadurch, die Gegenwart besser zu verstehen“.

Im Augenblick gebe es „eine ziemliche Anzahl von Amerikanern in führenden Positionen, für die das Dritte Reich ein positives Beispiel“ sei. „Und diese Menschen können wir nicht analysieren, wenn wir uns vom Wissen über das Dritte Reich abschneiden“. Es sei „eine Perversion zu sagen, wir wollen Widerstand gegen Faschismus leisten, aber zugleich wollen wir nichts über ihn wissen.“

Angesichts imperialer Tendenzen der Führungen in Amerika, Russland und China verwies Snyder auf die Bedeutung der Europäischen Union. Die sei deshalb heute so wichtig, weil sie eine Antwort auf die Frage gebe, „was nach den Imperien kommen kann“. Sie versuche „eine große integrierte Zone zu schaffen, die nicht auf Ausbeutung beruht und nicht auf dem Gefälle zwischen Zentrum und Peripherie“. Viele europäische Nationen hätten das aber nicht begriffen. „Sie sehen nicht, dass Europa die Hoffnung verkörpert, dass es auch etwas anderes geben kann.“ Die Europäer müssten verstehen, dass „heute ihre größten Konkurrenten Imperien sind. Dann würden sie vielleicht auch erkennen, wie wichtig ihre Union als Alternativentwurf ist.“

Nach Snyders Analyse spielt Deutschland in dieser Lage eine zentrale Rolle. „Ob es in der Welt Demokratie geben wird, hängt von Europa ab, und Europa hängt von Deutschland ab.“ Für Deutsche sei das „nicht immer bequem“. Sie hätten sich an den Gedanken gewöhnt, dass sie „nicht führen“ sollten. „Aber wenn ihr nicht führt, legt ihr die Macht vollständig in die Hände der Amerikaner und der Russen.“

In dieser Lage sei die AfD „deshalb besonders gefährlich, weil sie mit den amerikanischen Social-Media-Oligarchen“ zusammenwirke. „Sie will diesen Leuten erlauben, den deutschen Informationsraum zu beherrschen.“ Er betrachte die AfD deshalb „weniger als eine deutsche Partei denn als ein Instrument der amerikanischen Tech-Giganten“. Musk und der US-Vizepräsident J.D. Vance unterstützten sie, „weil sie die EU aufbrechen wollen und damit auch die Regeln der EU zur Kontrolle der digitalen Medien. Sie wollen Geld machen, und die Verbreitung von antieuropäischem Faschismus ist ihr Mittel.“ Die Unterstützung der AfD sei „Teil eines Projekts zur Zerstörung der europäischen Demokratien und der EU“.


Foto: Donald Trump (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Umweltminister fürchtet neues Chaos beim Heizungsgesetz

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Klimaschutzminister Carsten Schneider (SPD) hat eine zügige Einigung auf neue Regeln für den Heizungstausch gefordert und Korrekturen bei der Förderung angemahnt. „Von den Heizungsbauern über die Installateure bis zur Energiewirtschaft und den kommunalen Spitzenverbänden rufen alle: Stiftet kein neues Chaos, ändert möglichst wenig, und schafft endlich Planungssicherheit“, sagte Schneider der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagsausgabe). „Die Mahnung sollten wir hören und rasch für Klarheit sorgen.“

Die Koalition hatte im Dezember angekündigt, bis Ende Januar Eckwerte für das „Gebäudemodernisierungsgesetz“ vorzulegen, zu dem das „Gebäudeenergiegesetz“ der Ampel-Regierung werden soll. Doch die Verhandlungen zwischen Wirtschafts- und Bauministerium sowie den Fraktionsspitzen von Union und SPD stecken fest.

Schneider warnte vor einer Aufweichung der Regeln des sogenannten Heizungsgesetzes. „Für mich ist entscheidend, dass wir die CO2-Einsparungen erreichen. Das ist nicht nur fürs Klima wichtig, es ist auch fairer für die Haushalte“, sagte der SPD-Politiker. „Denn das Verfeuern von Gas und Öl wird immer teurer. Und wenn wir die Leute nicht jetzt dazu bringen, auf erneuerbare Heizquellen umzusteigen, lassen wir sie in die Kostenfalle laufen.“

Zugleich mahnte der Minister Änderungen bei der Förderung von Sanierungen und Heizungstausch an. „Wir sollten die staatlichen Zuschüsse stärker an sozialen Kriterien ausrichten“, sagte Schneider. Ziel müsse sein, Haushalte mit mittleren und unteren Einkommen in die Lage zu versetzen, ihre Häuser und Wohnungen auf Dauer Klima- und Geldbeutel-schonend zu heizen. „In der Vergangenheit wurde oft nur auf die Emissionsreduzierung und zu wenig auf die gerechte Verteilung der staatlichen Förderung geachtet. Das Ergebnis war, dass besonders viel Geld bei den oberen zehn Prozent gelandet ist. Das hat viele Leute zurecht kiebig gemacht. Das sollte und das kann diese Regierung besser machen.“


Foto: Fernwärme-Anschluss (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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