Donnerstag, Januar 8, 2026
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KI im täglichen Leben

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Künstliche Intelligenz prägt Entscheidungen Joshua Krick ist CEO von Allimmo Group

Wie künstliche Intelligenz Entscheidungen prägt

Künstliche Intelligenz ist kein Zukunftsthema mehr. Sie ist Teil unseres Alltags. Oft unbemerkt, manchmal ganz bewusst. Sie empfiehlt Produkte, priorisiert Informationen, filtert Inhalte und formuliert Antworten. Entscheidungen werden dadurch nicht mehr ausschließlich vom Menschen getroffen, sondern vorbereitet, gelenkt oder teilweise sogar vorweggenommen. Für viele fühlt sich das wie Entlastung an. Für andere wie Kontrollverlust.
Gerade im beruflichen Umfeld wird KI zunehmend zum unsichtbaren Entscheidungspartner. Sie beeinflusst, welche Informationen sichtbar sind, welche Optionen plausibel wirken und welche nächsten Schritte naheliegen. Und zum Erstaunen vieler geschieht dies bereits seit vielen Jahren, lange bevor der jüngste Hype rund um generative KI dieses Thema in die breite Öffentlichkeit getragen hat.

Was KI eigentlich ist und was nicht

Um die Tragweite dieser Entwicklung zu verstehen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Grundlagen. Moderne KI-Systeme basieren überwiegend auf sogenannten neuronalen Netzwerken. Diese sind lose dem menschlichen Gehirn nachempfunden und bestehen aus vielen miteinander verbundenen Recheneinheiten, den künstlichen Neuronen.
Ein neuronales Netzwerk verarbeitet Informationen, indem es Eingaben gewichtet, miteinander verknüpft und über viele Schichten hinweg weiterleitet. Während ein einzelnes künstliches Neuron extrem simpel ist, entsteht durch die enorme Anzahl und Vernetzung eine hohe Komplexität. Moderne KI-Modelle verfügen heute über Milliarden, teilweise sogar Billionen solcher Parameter, also funktionaler Verbindungen.

Zum Vergleich: Das menschliche Gehirn besitzt rund 86 Milliarden biologische Neuronen, deren Zusammenspiel wir seit Jahrhunderten erforschen und dennoch nur in Bruchstücken verstehen. Dass KI-Modelle mit einer vergleichbaren oder sogar höheren Anzahl an künstlichen Neuronen operieren, macht eines deutlich: Es handelt sich um extrem komplexe Systeme, deren innere Entscheidungswege selbst für ihre Entwickler oft nur begrenzt nachvollziehbar sind.
Daraus ergibt sich eine zentrale Erkenntnis: Verlässliche, verständliche und kontrollierbare KI zu entwickeln ist keine triviale Aufgabe, sondern eine der größten technologischen Herausforderungen unserer Zeit.

Sprache als neues Interface

Ein zentraler Wandel liegt in der Art, wie wir mit Technologie interagieren. Sprache ersetzt Formulare, Menüs und Suchbegriffe. Fragen können vollständig gestellt werden. Absichten lassen sich erklären. Nuancen und Zusammenhänge werden erkannt. Das führt zu Ergebnissen, die sich passender, natürlicher und unmittelbarer anfühlen.
Diese Entwicklung verbessert nicht nur die Nutzererfahrung, sondern auch die Ergebnisse selbst. KI kann Muster erkennen, Kontexte einordnen und unterschiedliche Informationsquellen zusammenführen. Entscheidungen werden schneller vorbereitet. Prozesse wirken flüssiger. Die gewünschten Outcomes rücken näher an die ursprüngliche Fragestellung. Arbeitsprozesse, die früher Monate gedauert haben, lassen sich heute auf Stunden reduzieren.

Bewusste und unbewusste Einflussnahme

Doch genau hier beginnt die kritische Zone. KI beeinflusst Entscheidungen nicht nur dort, wo wir sie aktiv einsetzen. Sie wirkt auch im Hintergrund. In Empfehlungen, Rankings und Priorisierungen, oft ohne dass klar ist, nach welchen Kriterien diese entstehen. Das verändert Entscheidungsprozesse grundlegend. Menschen übernehmen Vorschläge, weil sie plausibel klingen. Weil sie Zeit sparen. Weil sie von einem System stammen, das als intelligent wahrgenommen wird. Die Grenze zwischen Unterstützung und Steuerung wird unscharf.

Das Risiko der scheinbaren Gewissheit

Ein zentrales Missverständnis rund um KI ist die Annahme, sie „wisse“ Dinge. Tatsächlich berechnet sie Wahrscheinlichkeiten. Sie analysiert große Datenmengen und leitet daraus statistische Muster ab. Das Ergebnis kann äußerst überzeugend wirken, muss aber nicht korrekt sein. Besonders problematisch sind sogenannte Halluzinationen. KI kann Fakten erfinden, Zusammenhänge konstruieren oder Quellen implizieren, die nicht existieren. Gleichzeitig fehlt oft eine klare Kennzeichnung dieser Unsicherheiten. Informationen werden präsentiert, nicht belegt.
Gerade in sensiblen Bereichen kann das schwerwiegende Folgen haben. Wenn Entscheidungen auf fehlerhaften Annahmen beruhen, entsteht ein trügerisches Gefühl von Sicherheit. Die Verantwortung bleibt beim Menschen, doch die Entscheidungsgrundlage ist verzerrt.

Künstliche Intelligenz prägt Entscheidungen Allimmo Group Teambild

Chancen richtig nutzen

Trotz aller Risiken eröffnet künstliche Intelligenz enorme Chancen. Vor allem dort, wo große Datenmengen verarbeitet, sortiert und ausgewertet werden müssen. In der Medizin, bei Sicherheitskontrollen, in der Analyse von Bildern, Videos und Texten. Ebenso beim Programmieren, Entwickeln und Forschen. KI beschleunigt Prozesse, die früher Jahre benötigt hätten. Technologische Durchbrüche, die einst in weiter Ferne lagen, rücken in greifbare Nähe.

Besonders deutlich wird dieses Potenzial in komplexen Vergleichs- und Entscheidungsprozessen. KI kann Informationen bündeln, Muster erkennen und Zusammenhänge sichtbar machen, die für den Menschen kaum noch überschaubar sind. Sie wird damit zum Katalysator für Innovation, nicht, weil sie kreativ wäre, sondern weil sie Geschwindigkeit und Struktur in hochkomplexe Systeme bringt.
In der Detailsuche zeigt sich diese Stärke besonders klar. Hier geht es nicht um allgemeine Antworten, sondern um präzise Informationen. Immobilien, Reisen, Nachrichten, Shopping, alltägliche Besorgungen oder Transport verlangen strukturierte Daten, klare Kriterien und nachvollziehbare Ergebnisse. Genau dort kann KI ihren größten Nutzen entfalten, sofern sie kontrolliert, quellenbasiert und transparent eingesetzt wird.

Grenzen verstehen, Vertrauen schaffen

Die entscheidende Aufgabe der kommenden Jahre wird sein, KI-Systeme verlässlicher und verständlicher zu machen. Die Lösung liegt in halluzinationsarmen, quellenbasierten, schnellen und detaillierten Such- und Analysesystemen. Transparenz wird zum Schlüssel. Nutzer müssen erkennen können, worauf Ergebnisse basieren und wo ihre Grenzen liegen.
Für uns als Gesellschaft bedeutet das, KI nicht als Ersatz für menschliche Entscheidungskraft zu begreifen, sondern als Werkzeug. Ein Werkzeug, das Effizienz steigert, aber kritisches Denken nicht ersetzt. Wer die Funktionsweise versteht, kann Chancen nutzen, Risiken minimieren und das enorme Potenzial verantwortungsvoll ausschöpfen.
Künstliche Intelligenz wird unseren Alltag weiter prägen. Die Frage ist nicht, ob wir ihr begegnen, sondern wie bewusst wir mit ihr umgehen.

Bildcredits: @privat

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Dax dreht leicht ins Plus – Inflationsdaten erwartet

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Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax hat sich am Dienstag nach einem leicht negativen Start in den Handelstag bis zum Mittag etwas in den grünen Bereich bewegt und damit die Rekordjagd fortgesetzt. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 24.925 Punkten berechnet, 0,2 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag. An der Spitze der Kursliste rangierten Daimler Truck, Infineon und MTU, am Ende Adidas, Brenntag und SAP.

Am Nachmittag steht unter anderem die Veröffentlichung der bundesweiten Inflationsrate für den Monat Dezember an. Erste Daten aus den Bundesländern deuten auf einen spürbaren Rückgang im letzten Monat des Jahres hin.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagmittag etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1709 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8540 Euro zu haben.

Der Ölpreis stieg unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 12 Uhr deutscher Zeit 62,07 US-Dollar; das waren 31 Cent oder 0,5 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Anzeigetafel in der Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Zahl der Todesopfer bei Protesten im Iran steigt weiter

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Teheran (dts Nachrichtenagentur) – Bei den seit mehr als einer Woche andauernden Protesten im Iran ist die Zahl der Toten nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen auf mindestens 35 gestiegen.

Das Netzwerk HRANA berichtet zudem von mehr als 1.200 Festnahmen. Laut der Organisation wurden 29 Demonstranten, vier Kinder und zwei Mitglieder der iranischen Sicherheitskräfte getötet. Die Proteste haben sich auf über 250 Orte in 27 der 31 iranischen Provinzen ausgeweitet. Die Organisation stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten innerhalb des Iran und hat in der Vergangenheit bei ähnlichen Unruhen genaue Informationen geliefert.

Die Proteste waren vor dem Hintergrund der prekären Wirtschaftslage und der hohen Inflation ausgebrochen. US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran zuletzt mit einem Eingreifen gedroht, sollte gegen friedliche Demonstranten Gewalt angewendet werden. Der oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, erklärte, dass sich das Land „dem Feind“ nicht beugen werde. Gleichzeitig räumte Teheran die Wirtschaftskrise ein und äußerte Verständnis für die Unzufriedenheit der Demonstranten, kündigte aber auch ein hartes Vorgehen gegen „Randalierer“ an.


Foto: Anti-Iran-Protest (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Länderdaten deuten auf deutlich zurückgehende Inflation

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Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Die bundesweite jährliche Inflationsrate, die im November bei 2,3 Prozent gelegen hatte, dürfte im Dezember deutlich zurückgegangen sein. Darauf deuten erste Zahlen aus den Bundesländern hin, die bereits am Dienstagvormittag veröffentlicht wurden.

Einen besonders kräftigen Rückgang von 2,3 Prozent im Vormonat auf aktuell 1,8 Prozent maßen die Statistiker dabei in Nordrhein-Westfalen. Auch alle anderen Bundesländer, die Zahlen veröffentlichten, meldeten einen Rückgang. In Sachsen, in Niedersachsen und im Saarland sank die jährliche Teuerung jeweils auf 1,9 Prozent (November: jeweils 2,2 Prozent). Rückgänge auf 2,2 Prozent wurden in Berlin (Vormonat: 2,5 Prozent), Brandenburg (Vormonat: 2,6 Prozent) und Hessen verzeichnet (Vormonat: 2,5 Prozent).

Unter anderem aus Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt gab es feiertagsbedingt keine neuen Daten. Deshalb ist die bundesweite Prognose unsicherer als üblich, aber es gibt dennoch einen eindeutigen Trend. Bundesweit ist wohl mit einer Teuerungsrate zwischen 1,8 und 2,1 Prozent zu rechnen, was auf jeden Fall einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vormonat bedeutet.

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht seine vorläufige Schätzung für die bundesweite Inflationsrate im Laufe des Tages, in der Regel gegen 14 Uhr. Die endgültigen Zahlen kommen Mitte des Monats, dabei gibt es aber nur sehr selten Änderungen.


Foto: Käse im Supermarkt (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Dax startet leicht im Minus – 25.000er-Marke im Blick

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Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Der Dax ist am Dienstag mit leichten Verlusten in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der deutsche Leitindex mit rund 24.850 Punkten berechnet und damit 0,1 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag. An der Spitze der Kursliste rangierten Daimler Truck, Infineon und die Commerzbank, am Ende Adidas, SAP und Brenntag.

„Der Dax beginnt das Jahr mit einer neuen Welle des Optimismus“, sagte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. Bei zunehmender Dynamik und guten Handelsumsätzen wurde das alte Rekordhoch gebrochen. „Genau dieser Mix an Rahmenfaktoren macht einen nachhaltigen Ausbruch nach oben möglich. Die 25.000-Punkte-Marke ist zum Greifen nah.“

„Der oft zitierte Januar-Effekt dürfte dem Markt allerdings wenig helfen“, so Stanzl. Es gebe nur wenige bis keine Belege dafür, dass das gesamte Jahr im Dax positiv verlaufen müsse, wenn bereits die erste Handelswoche positiv ende. „Seit 1990 liegt die Trefferquote dieser Strategie im Dax bei lediglich 45 Prozent. Das gilt selbst dann, wenn man darauf wartet, dass der gesamte Januar positiv schließt – dann liegt die Trefferquote auch nur bei 48 Prozent. Da wäre das Werfen einer Münze zuverlässiger.“

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagmorgen etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1734 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8522 Euro zu haben.

Der Ölpreis sank unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 61,38 US-Dollar; das waren 38 Cent oder 0,6 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

CSU-Landesgruppenchef unterstützt Merz bei Venezuela-Bewertung

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Hoffmann, stellt sich in der Bewertung des US-Angriffs auf Venezuela hinter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

„Ich glaube, man muss das der Reihe nach bewerten“, sagte Hoffmann den Sendern RTL und ntv. „Zunächst einmal muss man sagen: Da ist ein Diktator weg – und das ist per se zunächst eine gute Nachricht.“ Die völkerrechtliche Bewertung sei „eine andere Frage, die gar nicht so einfach zu beantworten ist.“ Man müsse das eine vom anderen trennen, so der CSU-Landesgruppenchef.

Es sei derzeit immer wieder – auch in juristischen Bewertungen – zu lesen, ein Präsident sei entführt worden. Das sei aber nicht der Fall, Nicolás Maduro sei kein Präsident. „Unter diesem Diktator sind schwere Menschenrechtsverletzungen begangen worden, es sind Wahlen manipuliert worden. Und da merkt man die ganze Komplexität dieser Frage. Und deswegen bin ich da beim Bundeskanzler, dass man sich jetzt die Zeit nehmen muss, das völkerrechtlich zu bewerten.“


Foto: Alexander Hoffmann (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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NRW-Innenminister will härter gegen jüngere Straftäter vorgehen

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Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) – NRW-Innenminister Herbert Reul hat sich dafür ausgesprochen, die Herabsetzung des Alters der Strafunmündigkeit von Kindern auf 12 Jahre zu prüfen. „Wenn immer mehr junge Menschen straffällig werden, müssen wir unser Sanktionssystem anpassen. Denkverbote sind da fehl am Platz“, sagte der CDU-Politiker dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstagsausgabe). Auch Jugendliche müssten für ihr Verhalten geradestehen. „Wenn wir ehrlich sind, sind Zwölfjährige heute nicht mehr so, wie sie vor 20 Jahren waren“, fügte er hinzu.

Jungen Tätern müsse der Staat „die nötige Aufmerksamkeit schenken, um ihnen früh den Riegel vorzuschieben. Das heißt nicht, dass wir Zwölfjährige ins Gefängnis stecken sollten“, so der Minister. Es gebe auch andere Arten der Sanktion. „Wir haben gute Erfahrungen mit Häusern des Jugendrechts gemacht. Das sind Häuser, in denen junge Straftäter ganz eng an die Hand genommen werden. Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendamt eng zusammenarbeiten, um kriminelle Karrieren frühzeitig zu stoppen.“

Reul reagierte damit auf ein Papier der CSU-Landesgruppe, nach dem sich auch bislang strafunmündige Kinder nach Straftaten vor Gericht verantworten sollten. Darüber sollen die Abgeordneten bei ihrer Klausurtagung entscheiden. Der Entwurf fordert ein gerichtliches „Verantwortungsverfahren“. Bislang müssen Täter unter 14 Jahren nicht vor Gericht, sie gelten als strafunmündig. Vorgeschlagen werden in dem Papier Strafverschärfungen bei Messerangriffen, beim Einsatz von K.-o.-Tropfen und bei Gruppenvergewaltigungen.


Foto: Herbert Reul (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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VW- und Audi-Händler erwarten 2026 steigende Autopreise

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Wolfsburg (dts Nachrichtenagentur) – Die Händler von Volkswagen und Audi rechnen für 2026 mit weiter steigenden Autopreisen. „Wir sehen zunehmenden Preisdruck, gleichzeitig steigen die Kosten“, sagte Alexander Sauer-Wagner, Vorsitzender des VW- und Audi-Partnerverbands, dem „Handelsblatt“.

Die Autohäuser litten unter gestiegenen Zinsen, höheren Energie- und Personalkosten sowie wachsender regulatorischer Belastung. „Wir arbeiten heute mehr, dokumentieren mehr, berichten mehr – aber am Ende bleibt weniger hängen“, sagte Sauer-Wagner. Die Listenpreise würden „in der Tendenz deshalb eher steigen“.

Für den Verkauf von Elektroautos sieht der Verbandschef dennoch Chancen. Maßgeblich sei weniger der Listenpreis als die monatliche Leasingrate. „Elektromobilität läuft heute fast ausschließlich über Leasing. Wenn wir mit der Rate unter das Niveau eines vergleichbaren Verbrenners kommen, funktioniert der Verkauf.“ Für 2026 hält Sauer-Wagner eine Annäherung der Leasingraten von Elektro- und Verbrennermodellen für möglich.

Zuletzt hatte die VW-Kernmarke im August die Preise um 1,5 Prozent angehoben, dabei jedoch Elektromodelle ausgespart. Audi hatte im November die Preise seiner Verbrennermodelle erhöht – im Schnitt um etwas mehr als zwei Prozent.


Foto: Audi (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Linke und Grüne fordern sofortigen Abschiebestopp in den Iran

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Angesichts der anhaltenden Proteste im Iran gegen das Regime fordern Linke und Grüne weitergehende Maßnahmen der Bundesregierung.

„Diese Proteste von unten schwächen die Macht des Regimes weiter und können dazu führen, dass sich für die unterdrückten Menschen endlich etwas ändert“, sagte die Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner dem Tagesspiegel.

Es brauche jetzt „gezielte Sanktionen gegen Verantwortliche in Regierung, Geheimdiensten und Militär“, sagte die Linken-Politikerin und ergänzte: „Vor allem aber muss es einen bundesweiten Abschiebestopp geben, damit niemand an das Folterregime im Iran ausgeliefert wird.“ Der Iran sei kein sicheres Land für Frauen, queere Menschen und Oppositionelle. „Abschiebungen in den Iran können Inhaftierung, Folter und Hinrichtungen für die Schutzsuchenden bedeuten“, sagte Schwerdtner.

Dieser Forderung schlossen sich die Grünen an. „Angesichts der Lage vor Ort ist es mehr als überfällig, einen bundesweiten Abschiebestopp für Iran auf den Weg zu bringen und bedrohten Menschen, die vom iranischen Regime aufgrund der Proteste oder ihrem Kampf für Freiheit und Menschenrechte politisch verfolgt werden, über humanitäre Aufnahmen in Deutschland Schutz zu gewähren“, sagte die Grünen-Außenpolitikerin Luise Amtsberg dem Tagesspiegel. Sie erwarte, dass Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) seine Blockadehaltung aufgebe und sich solidarisch zeige mit der iranischen Diaspora hierzulande und der Zivilgesellschaft im Iran.

Aus der Union wurden die Rufe nach einem Abschiebestopp jedoch umgehend abgelehnt. „Die Linken ziehen die völlig falschen Schlüsse aus der aktuellen Entwicklung im Iran. Dort hat sich die Lage für das Regime verschärft, nicht für die Bevölkerung“, sagte der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt, dem Tagesspiegel. Es gebt keine neue Begründung dafür, einen in Deutschland straffällig gewordenen und ausreisepflichtigen Iraner nicht in den Iran abzuschieben.


Foto: Iranische Botschaft (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Ökonomen warnen vor CSU-Plänen für Abschiebeoffensive

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Berlin/Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) – Führende Ökonomen warnen vor den wirtschaftlichen Folgen der von der CSU im Bundestag geforderten Verschärfung der Migrationspolitik. Laut einem Positionspapier für die anstehende Klausur der CSU-Landesgruppe sollten die meisten syrischen Flüchtlinge zurück in ihre alte Heimat geschickt werden.

„Insgesamt hängt das Beschäftigungswachstum in Deutschland komplett an Menschen mit Migrationshintergrund, während die heimische Erwerbsbevölkerung wegen der Demografie schon schrumpft“, sagte Jens Südekum, Wirtschaftsberater von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), dem „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe). „In so einer Lage macht es ökonomisch keinen Sinn, über Rückführungen im großen Stil nachzudenken.“

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), nannte die CSU-Pläne einen „schweren Fehler mit enormen wirtschaftlichen Kosten für Deutschland“. Die große Mehrheit der seit 2015 nach Deutschland Geflüchteten sei mittlerweile ein fester Bestandteil des Arbeitsmarkts und der Gesellschaft in Deutschland. „Eine Abschiebeoffensive könnte die deutsche Volkswirtschaft erneut in die Rezession treiben, da kurzfristig mehrere Hunderttausend Jobs verloren gehen würden“, sagte der DIW-Chef dem „Handelsblatt“.

Südekum hält einzelne CSU-Forderungen zwar für nachvollziehbar, etwa wenn es um die beschleunigte Abschiebung integrationsunwilliger oder straffällig gewordener Zuwanderer geht. „Doch sie darf mit ihren Vorstellungen nicht übers Ziel hinausschießen“, sagte er. Deutschland sei „essenziell“ auf Zuwanderung angewiesen. „Der Arbeitsmarkt funktioniert in vielen Bereichen nicht mehr ohne, und das betrifft eben auch die Menschen aus Syrien.“ Fratzscher weist darauf hin, dass viele Geflüchtete heute in „systemrelevanten Berufen“ arbeiteten, zum Beispiel im Gesundheitsbereich und in der Pflege.


Foto: Asylbewerberunterkunft (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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