Sonntag, Februar 1, 2026
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Grönland: EU plant Sicherheitsstrategie und Antwort auf US-Zölle

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Davos (dts Nachrichtenagentur) – Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen (CDU), hat am Dienstag auf die Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber der zu Dänemark gehörenden Insel Grönland sowie auf Trumps Zollankündigungen gegen EU-Staaten reagiert.

Die vorgeschlagenen zusätzlichen Zölle seien ein Fehler, insbesondere zwischen langjährigen Verbündeten, sagte von der Leyen auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. „Die EU und die USA haben sich im Juli letzten Jahres auf ein Handelsabkommen geeinigt. Und in der Politik wie in der Wirtschaft gilt: Ein Deal ist ein Deal. Und wenn Freunde sich die Hand geben, muss das etwas bedeuten.“

Die EU-Kommissionspräsidentin erklärte, man betrachte die Menschen in den Vereinigten Staaten nicht nur als Verbündete, sondern auch als Freunde. „Uns in eine gefährliche Abwärtsspirale zu stürzen, würde genau den Gegnern helfen, die wir beide so entschlossen aus unserem strategischen Umfeld fernhalten wollen“, sagte sie.

Von der Leyen kündigte ein Maßnahmenpaket zur Unterstützung der Sicherheit in der Arktis an. Das erste Prinzip dafür sei die uneingeschränkte Solidarität mit Grönland und dem Königreich Dänemark. „Die Souveränität und Integrität ihres Hoheitsgebiets sind nicht verhandelbar“, so die CDU-Politikerin. Sie will die Investitionen in Grönland und mit den USA und anderen Partnern an einer umfassenderen Sicherheit in der Arktis arbeiten.

Zudem will von der Leyen prüfen, wie man Sicherheitspartnerschaften mit Partnern wie dem Vereinigten Königreich, Kanada, Norwegen, Island und anderen stärken könne. „Schließlich bin ich der Meinung, dass sich Europa an die neue Sicherheitsarchitektur und die neuen Realitäten, mit denen wir derzeit konfrontiert sind, anpassen muss. Aus diesem Grund bereitet Europa eine eigene Sicherheitsstrategie vor, die wir noch in diesem Jahr veröffentlichen wollen. In diesem Zusammenhang aktualisieren wir auch unsere Arktis-Strategie“, erklärte sie. „Im Mittelpunkt steht dabei das Grundprinzip, dass souveräne Völker über ihre eigene Zukunft entscheiden.“

In ihrer Rede stellte von der Leyen das Mercosur-Handelsabkommen indirekt als Gegenentwurf zur Außenpolitik der US-Administration dar – ohne Trump oder die USA direkt zu nennen. Das Mercosur-Abkommen sende „eine starke Botschaft an die Welt, dass wir fairen Handel statt Zölle wählen, Partnerschaft statt Isolation, Nachhaltigkeit statt Ausbeutung – und dass wir es ernst meinen mit der Risikominderung unserer Volkswirtschaften und der Diversifizierung unserer Lieferketten“, sagte sie.

Die EU-Kommissionspräsidentin kündigte weitere Abkommen mit Australien, den Philippinen, Thailand, Malaysia und den Vereinigten Arabischen Emiraten an. Mit Indien sei man bereits an der Schwelle zu einem historischen Handelsabkommen, so von der Leyen. „Manche bezeichnen es als die Mutter aller Abkommen.“


Foto: Ursula von der Leyen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Studie: Immer mehr Rentner gehen weiter arbeiten

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Duisburg (dts Nachrichtenagentur) – Immer mehr Menschen arbeiten auch nach dem Renteneintritt weiter. Das zeigt der aktuelle Altersübergangs-Report des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE), der am Dienstag gemeinsam mit der Hans-Böckler-Stiftung veröffentlicht wurde. Innerhalb von zehn Jahren stieg die Erwerbstätigenquote der 65- bis 69-Jährigen von 13 auf 20 Prozent, wobei viele aus finanziellen Gründen tätig bleiben.

Die Entwicklung wird vor allem durch die ins Rentenalter kommenden Babyboomer getrieben. Allerdings ist der Beitrag erwerbstätiger Rentner zur Schließung von Fachkräftelücken begrenzt, da mit zunehmendem Alter der Anteil der Vollzeitbeschäftigten sinkt und Teilzeit mit geringen Stundenumfängen zunimmt, erklärten die Forscher. Rund die Hälfte der arbeitenden Rentner ist weniger als 15 Stunden pro Woche tätig.

Ein Vergleich der Branchen zeigt zudem einen Widerspruch: Während in der öffentlichen Verwaltung überdurchschnittlich viele ältere Beschäftigte arbeiten, sind Rentner, die neben der Rente erwerbstätig sind, dort deutlich seltener vertreten. Nach Einschätzung der Wissenschaftler liegt das weniger an den Arbeitsbedingungen, sondern eher an der Personalpolitik der Betriebe.


Foto: Älteres Paar (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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ZEW-Konjunkturerwartungen im Januar gestiegen

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Mannheim (dts Nachrichtenagentur) – Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren haben sich im Januar verbessert: Der entsprechende Index stieg von 45,8 Zählern im Dezember 2025 auf nun 59,6 Punkte. Das teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mit. Die dts Nachrichtenagentur sendet in Kürze weitere Informationen.

Foto/Quelle: dts

UN-Entwicklungsprogramm verlegt Teile seines Hauptsitzes nach Bonn

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Bonn (dts Nachrichtenagentur) – Das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) hat beschlossen, einen zentralen Standort in Bonn einzurichten. Dies teilte der Leiter von UNDP, Alexander De Croo, mit. Die Entscheidung wird von hochrangigen Vertretern der deutschen Politik begrüßt, darunter Außenminister Johann Wadephul (CDU) und Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD).

Wadephul sieht die Ansiedlung von UNDP in Bonn als wichtiges politisches Signal für die deutsche Außenpolitik. Er hob hervor, dass Deutschland ein Verfechter internationaler Zusammenarbeit bleibe, insbesondere in Zeiten globaler Herausforderungen wie Kriegen und Umweltzerstörung. Die Stadt Bonn biete bereits ein zuverlässiges Umfeld für die Arbeit der Vereinten Nationen, erklärte er. Alabali Radovan ergänzte, dass die Entscheidung, Teile des UNDP nach Bonn zu verlagern, die Stadt als internationalen Standort stärke.

In den kommenden zwei Jahren will das UN-Entwicklungsprogramm 300 Mitarbeitende und zentrale Funktionen nach Bonn verlagern, um Synergien mit anderen UN-Organisationen und Akteuren der internationalen Entwicklungszusammenarbeit zu nutzen.


Foto: Fahne vor den Vereinten Nationen (UN) (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Destatis: Erzeugerpreise im Dezember 2025 um 2,5 Prozent gesunken

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Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im Dezember 2025 um 2,5 Prozent niedriger als im Dezember 2024. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mitteilte, fielen die Erzeugerpreise im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte 1,2 Prozent niedriger als im Jahresdurchschnitt 2024.

Hauptursächlich für den Rückgang der Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahresmonat waren auch im Dezember 2025 die niedrigeren Energiepreise, so das Bundesamt. Investitionsgüter, Verbrauchs- und Gebrauchsgüter sowie Vorleistungsgüter waren hingegen teurer als im Vorjahresmonat. Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat im Dezember 2025 um 0,9 Prozent, gegenüber November 2025 stiegen sie um 0,1 Prozent.

Energie war im Dezember 2025 laut Destatis um 9,7 Prozent billiger als im Vorjahresmonat. Gegenüber November 2025 fielen die Energiepreise um 1,2 Prozent. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei Energie hatten die Preisrückgänge bei Erdgas in der Verteilung. Über alle Abnehmergruppen betrachtet fielen die Erdgaspreise gegenüber Dezember 2024 um 14,6 Prozent. Auch elektrischer Strom kostete deutlich weniger (-11,1 Prozent) als im Dezember 2024, Fernwärme war nur leicht günstiger (-0,2 Prozent) als im Vorjahresmonat.

Die Preise für Mineralölerzeugnisse fielen gegenüber Dezember 2024 um 6,6 Prozent. Insbesondere schweres Heizöl (-24,3 Prozent) und Rohbenzin (Naphtha) (-22,6 Prozent) kosteten deutlich weniger als ein Jahr zuvor. Auch leichtes Heizöl (-8,6 Prozent) und Kraftstoffe (-1,5 Prozent) waren billiger als im Vorjahresmonat.

Die Preise für Investitionsgüter waren nach Angaben der Statistiker im Dezember 2025 um 2,0 Prozent höher als im Vorjahresmonat (+0,1 Prozent gegenüber November 2025). Maschinen kosteten 1,7 Prozent mehr, die Preise für Kraftwagen und Kraftwagenteile stiegen um 1,3 Prozent gegenüber Dezember 2024.

Die in Deutschland produzierten und verkauften Verbrauchsgüter kosteten 0,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat (-0,4 Prozent gegenüber November 2025), so die Wiesbadener Behörde. Unter den Verbrauchsgütern fielen allerdings die Nahrungsmittelpreise insgesamt um 0,1 Prozent. Deutlich billiger als im Dezember 2024 waren Butter (-39,6 Prozent), Schweinefleisch (-11,2 Prozent) und Zucker (-3,5 Prozent). Die Butterpreise fielen gegenüber November 2025 um 13,9 Prozent. Teurer im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dagegen Rindfleisch (+25,7 Prozent) und Kaffee (+18,0 Prozent).

Gebrauchsgüter waren laut Destatis im Dezember 2025 um 1,8 Prozent teurer als im Vorjahresmonat (+0,1 Prozent gegenüber November 2025). Die Preise für Vorleistungsgüter waren im Dezember 2025 um 0,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat (+0,3 Prozent gegenüber November 2025).

Für den Preisanstieg gegenüber Dezember 2024 sorgten vor allem die höheren Preise von Metallen (+3,0 Prozent), erklärte das Statistische Bundesamt. Insbesondere die Preise für Edelmetalle (+47,7 Prozent) stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich an. Auch für Kupfer und Halbzeug daraus (+12,0 Prozent) musste mehr bezahlt werden als im Vorjahr. Billiger als im Vorjahr waren dagegen Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (-5,1 Prozent), darunter auch Betonstahl (-2,6 Prozent).

Holz sowie Holz- und Korkwaren (+6,5 Prozent) waren ebenfalls teurer als im Vorjahresmonat, darunter Nadelschnittholz mit +15,1 Prozent und Laubschnittholz mit +1,9 Prozent. Erhebliche Preisanstiege gab es bei Pellets, Briketts und Scheiten mit +42,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (+4,0 Prozent gegenüber November 2025).

Die Preise für Glas und Glaswaren stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,6 Prozent. Darunter war veredeltes und bearbeitetes Flachglas 4,7 Prozent teurer, wohingegen die Preise für Hohlglas (-5,2 Prozent) gegenüber Dezember 2024 sanken.

Preisrückgänge gegenüber Dezember 2024 gab es ebenfalls bei chemischen Grundstoffen (-2,3 Prozent) und Papier, Pappe und Waren daraus (-0,9 Prozent). Aber auch Futtermittel für Nutztiere (-6,6 Prozent) und Getreidemehl (-4,2 Prozent) kosteten deutlich weniger als im Dezember 2024.

Den größten Einfluss auf den Rückgang der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Jahresdurchschnitt 2025 (-1,2 Prozent gegenüber 2024) hatte laut Destatis die Entwicklung der Energiepreise. Im Durchschnitt sanken die Energiepreise gegenüber dem Vorjahr um 6,2 Prozent. Erdgas in der Verteilung war im Jahresdurchschnitt 2025 um 8,3 Prozent billiger als 2024, elektrischer Strom um 7,5 Prozent und Mineralölerzeugnisse um 5,5 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise erhöhten sich die Erzeugerpreise 2025 gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozent.

Vorleistungsgüter waren im Jahr 2025 durchschnittlich 0,3 Prozent billiger als 2024. Hier wirkte sich die Preisentwicklung für chemische Grundstoffe mit -1,6 Prozent am stärksten aus. Die Preise von Metallen waren im Jahresdurchschnitt 2025 unverändert gegenüber 2024. Holz sowie Holz- und Korkwaren kosteten hingegen durchschnittlich 4,6 Prozent mehr als 2024.

Die Preise für Investitionsgüter waren im Jahresdurchschnitt 2025 um 1,9 Prozent höher als 2024. Gebrauchsgüter verteuerten sich um 1,5 Prozent. Verbrauchsgüter waren im Jahr 2025 durchschnittlich 2,7 Prozent teurer als 2024. Nahrungsmittel kosteten 3,1 Prozent mehr als 2024. Besonders stark stiegen die Preise für Rindfleisch (+30,3 Prozent) und Kaffee (+30,1 Prozent). Dagegen sanken die Preise für Zucker um 32,1 Prozent und für Schweinefleisch um 7,2 Prozent.


Foto: Chemie-Anlagen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Bauindustrie rechnet mit steigenden Baukosten

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB)erwartet, dass die Baupreise 2026 um 3,3 Prozent und 2027 um 3,6 Prozent steigen werden. Das sagte Verbandspräsident Peter Hübner der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Hübner macht dafür hohe Lohnabschlüsse, die Angleichung der Löhne in Ost und West und höhere Energiepreise verantwortlich. Das Ziel, die Baukosten zu drücken, um Wohnungen erschwinglicher zu machen, dürfte die Bundesregierung damit verfehlen.

Die Bauwirtschaft werde dieses Jahr wieder in allen Sparten wachsen, so Hübner. Unter dem Strich erwartet er ein Produktionsplus von 2,5 Prozent. „Definitiv, das ist die Wende“, sagte er.

Zudem rechnet Hübner damit, dass in diesem Jahr nur noch 200.000 Wohnungen fertiggestellt werden – gerade mal die Hälfte des von Bundesregierung genannten Ziels. Die Auftragsbücher der Unternehmen im Wohnungsbau „geben es einfach nicht her“, so Hübner. Die Zahl der Stornierungen sei wieder gestiegen, die Zahl der Genehmigungen ziehe erst seit kurzer Zeit und allmählich wieder an.

Eine Prognose, wieviel Aufträge aus dem 500 Milliarden Euro schweren Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität in den Auftragsbüchern der Bauunternehmen ankommen, wagt Hübner nicht. Viele Planungen seien noch nicht ausschreibungsreif, noch immer dauere „vieles viel zu lang.“ Die Kapazitäten der deutschen Bauindustrie reichten für das Milliardenpaket aus.


Foto: Baukräne (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Innenministerium fürchtet Datenabschöpfung durch Autos aus China

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Das Bundesinnenministerium von Ressortchef Alexander Dobrindt (CSU) warnt vor Risiken durch digital vernetzte Autos aus China.

„Aufgrund der steigenden Marktanteile chinesischer Autohersteller im europäischen Markt, der geopolitischen Lage und der chinesischen Machtambitionen ergibt sich die Notwendigkeit, mögliche Risiken chinesischer Fahrzeuge genau im Blick zu haben“, sagte ein Ministeriumssprecher dem „Handelsblatt“. Er wies darauf hin, dass chinesische Fahrzeuge „über hochkomplexe, vernetzte Systeme“ verfügten, „die eine große Menge an Daten generieren, speichern und übermitteln“.

Sicherheitsbehörden zeigten sich ebenfalls alarmiert. „Die Spionagegefahr durch chinesische Elektroautos ist real“, sagte der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, Stephan Kramer, der Zeitung. Gemeint sei jedoch weniger klassische Spionage als vielmehr „Datenabschöpfung im großen Stil“. Wie gefährlich das sei, hänge stark davon ab, wo und von wem die Fahrzeuge genutzt würden.

Für sicherheitsrelevante Bereiche wie Bundeswehr, Polizei, kritische Infrastrukturen und das Regierungsumfeld ordnet Kramer das Risiko als „hoch“ ein. Schon die Übertragung von Standortdaten an externe IT-Systeme in der Cloud sei problematisch. Für Unternehmen mit sensibler Forschung und Entwicklung sieht Kramer ein „mittleres bis hohes Risiko“. Das gelte insbesondere dann, wenn Fahrzeuge regelmäßig Forschungsstandorte anfahren, von Führungskräften genutzt werden oder als „mobiler Besprechungsraum“ dienen.

Nach Kramers Einschätzung bergen Elektroautos grundsätzlich ein Spionagerisiko, nicht nur chinesische. „Moderne Elektroautos sind rollende Computer“, sagte er. Die Fahrzeuge erfassten und übermittelten zahlreiche Informationen. Dazu gehörten Standort- und Bewegungsdaten, Daten aus dem Innenraum über Mikrofone oder Kameras, Telefon- und Kontaktdaten aus der Verbindung mit Smartphones, Angaben zum Fahrverhalten sowie Daten aus der Umgebung über Assistenzsysteme.


Foto: Chinesische Fahne (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Kinder-Influencer in Social Media: CDU-Vorstoß für schärfere Gesetze

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Aus der CDU kommt ein Vorstoß, Auftritte sogenannter Kinder-Influencer in Social Media nur noch unter strengen Auflagen zuzulassen. „Ziel ist es, sicherzustellen, dass Kinder auch dann den vollen Schutz des Jugendarbeitsschutzgesetzes genießen, wenn sie nicht an professionellen Film- oder Werbeproduktionen mitwirken, sondern im häuslichen Umfeld Content für Social-Media-Plattformen erstellen“, heißt es in einem Antragsentwurf der Frauen Union für den CDU-Bundesparteitag im Februar. Das Papier liegt nach eigenen Angaben dem Nachrichtenmagazin Politico (Dienstagsausgabe) vor.

Die Vorsitzende der Frauen Union, Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, sagte dem Magazin, Kinderrechte würden nicht in den sozialen Medien enden. „Auch im Netz muss gelten: Kindeswohl statt Kommerz“, so die CDU-Politikerin. Manchmal müssten Kinder auch vor ihren Eltern geschützt werden: „Family-Influencer vermarkten ihre Kinder im Netz und zeigen private, gar intime Details“, so Warken. Das Jugendarbeitsschutzgesetz müsse sie ebenso vor Ausbeutung und Überforderung schützen, wie es für Kinderschauspieler gelte: „Was uns als Familien-Content verkauft wird, bedeutet in zahlreichen Fällen nichts anderes als Kinderarbeit.“

Laut Antragsentwurf sollten Kinder, „die von ihren Eltern oder Dritten im Internet zu kommerziellen Zwecken abgebildet werden, nur unter strengen Auflagen und mit vorheriger Genehmigung tätig werden dürfen“. Dies solle analog zu bestehenden Bestimmungen für Kinder bei Theateraufführungen, Musikdarbietungen, Werbeveranstaltungen oder Rundfunkaufnahmen gelten. Die Produktion von Social-Media-Inhalten zu kommerziellen Zwecken soll bei Kindern unter 15 Jahren im Gesetz als Arbeit definiert werden.


Foto: Junge Frau mit Smartphone (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Bundesregierung widerruft fast jede zweite Aufnahmezusage für Afghanen

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Osnabrück (dts Nachrichtenagentur) – Fast die Hälfte von 2.308 in Pakistan lebenden Afghanen mit einer Aufnahmezusage aus Zeiten der Ampel-Regierung sollen nicht mehr nach Deutschland kommen dürfen. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Dienstagsausgabe) unter Berufung auf Antworten der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag.

Demnach sind seit Antritt der schwarz-roten Bundesregierung im Mai vergangenen Jahres 788 Afghanen nach Deutschland eingereist, rund 410 weitere Personen befinden sich noch im Ausreiseverfahren. Alle Zusagen nach Paragraf 22 des Aufenthaltsgesetzes für Personen der Menschenrechtsliste und des Überbrückungsprogramms aber wurden nach Auskunft der Bundesregierung mit der Begründung zurückgenommen, sie seien nicht rechtsverbindlich; es bestehe kein politisches Interesse mehr an einer Aufnahme.

„Dass die Bundesregierung die Hälfte der gefährdeten Afghaninnen und Afghanen, denen eine Aufnahme durch die Bundesrepublik Deutschland versprochen worden war, einfach fallen lässt, ist verantwortungslos, schäbig und menschlich unerträglich“, kommentierte Clara Bünger, fluchtpolitische Sprecherin der Linken, die Entwicklung. Seit Jahren seien die Betroffenen vor dem Hintergrund der geplanten Aufnahme in Pakistan mit deutscher Unterstützung untergebracht und versorgt worden. „Da kann die Bundesregierung doch nicht einfach behaupten, sie trage keine Verantwortung und die Menschen dem menschen- und frauenverachtenden Willkürregime der Taliban überlassen“, so Bünger.

Entgegen einer anderslautenden Zusage von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), lasse die Bundesregierung auch die Hälfte der noch verbliebenen Ortskräfte im Stich. Nur bei 81 von 218 Ortskräften und ihren Angehörigen wurden die alten Aufnahmezusagen demnach aufrecht erhalten. „Der Verweis auf notwendige Sicherheitsüberprüfungen ist ein pures Ablenkungsmanöver, denn nur in drei Prozent der Interviews haben sich aus Sicht der Behörden tatsächliche oder vermeintliche Sicherheitsbedenken ergeben“, sagte Bünger. Das erkläre also nicht die Vielzahl von Widerrufen der ursprünglichen Aufnahmezusagen auch bei den Ortskräften.

Die Linken-Politikerin forderte die Bundesregierung auf, „ihre juristische Zermürbungstaktik endlich einzustellen und alle ursprünglichen Aufnahmezusagen jetzt unkompliziert umzusetzen.“ Derzeit sind bei den Verwaltungsgerichten zahlreiche Klagen gegen verwehrte Aufnahmeentscheidungen anhängig. Zum Stichtag 31.Dezember 2025 waren seit Mai 2021 laut Bundesregierung insgesamt 37.652 afghanische Personen über die Aufnahmeprogramme nach Deutschland eingereist.


Foto: Wichtige Teile der Bundesregierung mit dem Bundeskanzler (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Wagenknecht fordert Rente ab 60 für Pflegekräfte und körperlich schwer Arbeitende

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Osnabrück (dts Nachrichtenagentur) – Die frühere Linken- und BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht fordert eine grundlegende Reform des Rentensystems, um Menschen in körperlich belastenden Berufen einen abschlagsfreien Ruhestand ab dem 60. Lebensjahr zu ermöglichen. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Dienstagsausgabe).

Die Politikerin sprach sich explizit für Sonderregelungen in der Pflege und anderen handwerklichen Berufen aus. „Zum Beispiel sollten Pflegekräfte ab 60 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen können, wenn sie dies wünschen“, sagte Wagenknecht der Zeitung.

Dies sei auch ein notwendiger Schritt gegen den Personalnotstand: „Eine Rente mit 60 für alle Pflegekräfte würde die Attraktivität des Berufes deutlich erhöhen und wäre daher ein wichtiger Beitrag, um den Fachkräftemangel in Heimen und Kliniken zu beheben.“ Wagenknecht weitete ihre Forderung zudem auf alle Arbeitnehmer aus, die über Jahrzehnte hinweg hoher physischer Belastung ausgesetzt waren. „Deshalb brauchen wir eine Debatte über die Einführung einer Rente ab 60 nach 40 Jahren körperlich harter Arbeit“, so die BSW-Gründerin.

Sie begründete dies mit der sozialen Ungleichheit innerhalb des aktuellen Systems: „Wer in Deutschland sein Leben lang körperlich hart arbeitet, wird in der Regel schlechter bezahlt und hat eine niedrigere Lebenserwartung als der Durchschnitt der Bevölkerung und sollte daher wenigstens in der Rente besser gestellt werden.“ Aktuell würden viele Beschäftigte in der Pflege zwar vorzeitig in den Ruhestand gehen, da sie die Arbeit physisch nicht mehr bewältigen könnten, würden dafür aber „mit besonders miserablen Renten bestraft“.


Foto: Sahra Wagenknecht (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts