Sonntag, August 31, 2025
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DIHK warnt vor Kosten für die Energienetze in Billionenhöhe

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Peter Adrian, befürchtet eine Explosion der deutschen Stromnetzkosten durch die Energiewende.

„Wir müssen alle Einsparpotentiale jetzt nutzen“, sagte Adrian der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Er verwies auf neue Zahlen aus einer bislang unveröffentlichten Studie zur Energiewende, die der DIHK nächste Woche vorstellen will. Demnach könnten sich die Kosten für die deutschen Energienetze in den kommenden Jahrzehnten auf einen Betrag in Billionenhöhe addieren.

Schon heute verlagerten viele große Industrieunternehmen ihre Produktion von Deutschland ins Ausland, sagte der DIHK-Präsident. „Wenn die Netzkosten und damit auch die Energiepreise weiter steigen, ist die Belastungsgrenze endgültig erreicht. Das gefährdet nicht nur Wohlstand und Arbeitsplätze, sondern auch die Akzeptanz für die Energiewende.“

Wenn die derzeitige Energiepolitik in Deutschland fortgesetzt werde, sei bis Mitte des Jahrhunderts mit Gesamtkosten für Strom- und Gasnetze von 1,2 Billionen Euro zu rechnen, heißt in der Studie der Beratungsgesellschaft Frontier Economics im Auftrag des DIHK. Rund die Hälfte dieser Summe könne bereits in den kommenden zehn Jahren anfallen. Die Schätzung ist weit höher als andere Prognosen, sie bezieht im Gegensatz zu diesen aber neben den Investitionskosten für den Bau auch erhebliche Kosten für Betrieb und Wartung der Netze ein.

Laut DIHK könnten die Kosten für den Ausbau der Energienetze gesenkt werden, wenn Deutschland beim Klimaschutz im Energiesektor verstärkt auf importierten Wasserstoff setze, weil dann vorhandene Erdgasleitungen weiter genutzt werden könnten. Das sei „ein zentraler Hebel, um gegenzusteuern“, sagte DIHK-Präsident Adrian.


Foto: Strommast (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Hubertz will serielles Bauen stärken

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) will das modulare und serielle Bauen stärken und so mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen. „Ich sehe im seriellen und modularen Bauen ein riesiges Potential, um schneller und vor allem günstiger zu bauen“, sagte Hubertz den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben).

„Es gibt viele Vorurteile über das serielle Bauen – langweilig, eintönig, Plattenbau 2.0. Aber so ist es nicht“, sagte die SPD-Politikerin. Es könnten „genauso schöne Häuser und Stadtteile entstehen wie im konventionellen Wohnungsbau“ – nur eben „deutlich schneller und preisgünstiger“. Serielles und systematisches Bauen stehe für Beschleunigung und Effizienz. Auch würde man sehen, dass der Marktanteil im Fertigbau wachse.

Mathias Schäfer, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF), bezeichnete das serielle und modulare Bauen als einen Weg aus der Baukrise. „Das Potenzial des Fertigbaus ist noch lange nicht ausgeschöpft“, sagte Schäfer den Zeitungen. „Das gilt neben dem Wohnbau vor allem für den Objektbau zum Beispiel im Bildungs-, Gesundheits-, oder Verteidigungsbereich. Die dringend benötigten Schulen, Kitas, Pflegeimmobilien oder Kasernen könnten durch serielles Bauen überall in Deutschland in gleichbleibender Qualität und zu verlässlich kalkulierbaren Kosten entstehen.“

Schäfer forderte eine Reduktion der Vorschriften. „Nach wie vor erschweren die zum Teil erheblich voneinander abweichenden Regelungen des Bauordnungsrechts in den Bundesländern das serielle Bauen im großen Maßstab. Auch das Vergaberecht verhindert bisher, dass mehr öffentliche Auftraggeber seriell bauen“, sagte der BDF-Präsident. Helfen könnten Konzeptvergaben, bei denen Planung und Bauausführung in der Hand eines Generalunternehmers liege.

Zudem forderte Schäfer, die Grunderwerbsteuer für selbst genutztes Wohneigentum zu senken und die Abschreibungsmöglichkeiten für private Bauherren zu verbessern. „Neben Nachfrageanreizen über Bauförderprogramme wäre es auch sinnvoll, über eine Angebotsförderung für das serielle Bauen nachzudenken, um die Produktivität in der Bauwirtschaft insgesamt zu steigern und die Baukosten zu senken. Dazu zählen Sonderabschreibungen für Investitionen in die Automatisierung der Produktion oder in die digitale Vernetzung von Planung, Fertigung und Baustelle“, sagte Schäfer.


Foto: Baukräne (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Linnemann lehnt Annäherung an Linkspartei ab

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann lehnt eine Normalisierung des Verhältnisses zur Linkspartei kategorisch ab. „Die Linkspartei hat sich nie klar von radikalem Gedankengut abgegrenzt“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben).

„Aktuell nehmen insbesondere die antisemitischen Strömungen in beunruhigender Weise massiv zu. Wachsender Antisemitismus und ein Bekenntnis zum Sozialismus – das ist das Gegenteil von dem, was wir in der CDU wollen“, so Linnemann. „Der Unvereinbarkeitsbeschluss gilt.“ Diesem Beschluss zufolge schließt die CDU eine Zusammenarbeit mit AfD und Linkspartei gleichermaßen aus.

Linnemann wandte sich gegen die Vereinbarung von Union, SPD und Grünen, die Schuldenbremse zu reformieren. Ein Beschluss erfordert eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag, mithin auch Stimmen von Linken oder AfD. „Dass es eine Reform der Schuldenbremse geben wird, ist nicht ausgemacht“, sagte er. „Wir wissen doch gar nicht, zu welchen Ergebnissen die Kommission kommt, die jetzt eine Reform prüft. Aus Sicht der Union kann die Schuldenbremse im Prinzip so bleiben wie sie ist.“

Mit Blick auf die Wahl von Verfassungsrichtern, bei der die Union im ersten Anlauf kurzfristig einer Kandidatin ihre zuvor zugesagte Unterstützung entzogen hat, zeigte sich Linnemann optimistisch. „Ich bin zuversichtlich, dass eine Kandidatin oder ein Kandidat die erforderliche breite Mehrheit im Parlament finden wird.“ Wie die auch hier erforderliche Zweidrittelmehrheit zustande kommen soll, wollte der CDU-Generalsekretär nicht sagen. Er machte lediglich deutlich, dass es „keine Gespräche mit der AfD geben“ werde.

Die 16 Richter am Bundesverfassungsgericht werden je zur Hälfte von Bundestag und Bundesrat gewählt. Weil dort jeweils eine Zweidrittelmehrheit bei der Wahl nötig ist, vereinbarten die für eine solche Mehrheit nötigen Parteien in der Vergangenheit untereinander informell einen Verteilungsschlüssel, der sich an ihrer Größe orientierte. Da Union, SPD, Grüne (und bislang FDP) nach der Bundestagswahl gemeinsam auf keine Zweidrittelmehrheit mehr kommen, benötigen sie bei der Wahl von Verfassungsrichtern im Bundestag außerdem die Stimmen der Linken – oder der AfD.


Foto: Carsten Linnemann (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Verivox: Beamte bekommen Kredite deutlich günstiger als Angestellte

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Heidelberg (dts Nachrichtenagentur) – Staatsbedienstete haben deutliche Vorteile beim Geldleihen von Banken. Das geht aus einer neuen Auswertung des Vergleichsportals Verivox hervor, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben) berichten. Demnach zahlen Beamte im Mittel für ihren Ratenkredit 14 Prozent weniger Zinskosten als Angestellte.

Auch bei der Kreditzusage sind Beamte Verivox zufolge klar im Vorteil: Sie erhalten in 80 Prozent aller Fälle ein Finanzierungsangebot auf ihre Kreditanfrage. Bei Angestellten liegt diese Quote nur bei 52 Prozent.

Durchschnittlich mussten Beamte, die in den letzten zwölf Monaten über Verivox einen Ratenkredit abgeschlossen haben, 5,68 Prozent Zinsen zahlen, so das Portal. Bei Angestellten habe der mittlere Zins im selben Zeitraum hingegen bei 6,59 Prozent gelegen. Damit sind Kredite für Beamte 14 Prozent günstiger, schlussfolgerte das Portal. Bei einem Musterkredit über 22.000 Euro mit fünf Jahren Laufzeit entspräche das einer Zinsersparnis von 529 Euro.

Der günstigere Zinssatz ist laut Verivox auf den besonderen Beschäftigungsstatus von Beamten zurückzuführen. „Staatsbedienstete gelten als äußerst sichere Kreditkunden, deshalb können die Banken ihnen im Schnitt besonders günstige Konditionen anbieten“, sagte Oliver Maier, Geschäftsführer von Verivox Finanzvergleich, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). „Sie haben einen nahezu unkündbaren Arbeitsplatz und beziehen zudem häufig auch ein überdurchschnittlich hohes Einkommen.“

Nicht nur auf die Finanzierungsbedingungen, sondern auch auf die Höhe der zu finanzierenden Summe wirkt sich der Beamtenstatus aus. In der Verivox-Studie war das durchschnittliche Nettoeinkommen von Beamten knapp 1.300 Euro höher als bei Angestellten. „Auch wenn Staatsdiener anders als gesetzlich versicherte Angestellte davon noch einen Teil an die Krankenversicherung bezahlen müssen, können sie aufgrund des höheren Einkommens im Schnitt deutlich höhere Kredite abschließen“, heißt es in der Analyse.

Beamte leihen sich im Schnitt 22.322 Euro. Im Gegensatz dazu liegt die durchschnittliche Kreditsumme aller Kreditnehmer mit 17.121 Euro 23 Prozent niedriger, so Verivox. Für die Berechnung wurden alle Ratenkredite ausgewertet, die von August 2024 bis einschließlich Juli 2025 über Verivox abgeschlossen wurden.


Foto: 500-Euro-Geldscheine (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Antisemitismus-Beauftragter fordert mehr Dialog mit Muslimen

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, beklagt eine „präzedenzlose Heftigkeit“ antisemitischer Straftaten in Deutschland.

Klein forderte im „Münchner Merkur“ von „Ippen-Media“ unter anderem einen verstärkten Dialog mit muslimischen Organisationen und Moscheegemeinden – warnte aber auch vor einer pauschalen Verteufelung von Zugewanderten: Die Mehrheit sei nicht antisemitisch. Für den Anstieg judenfeindlicher Straftaten gebe es zwei Gründe, sagte er.

Zum einen äußerten sich Menschen und Gruppen, die „schon immer antisemitisch denken“, in der Hoffnung auf Zustimmung aus der gesellschaftlichen Mitte zunehmend öffentlich. Zum anderen falle Desinformation insbesondere in den sozialen Medien auf fruchtbaren Boden. Menschen seien anfälliger für Verschwörungstheorien geworden.

„Nach wie vor sind in der Kriminalstatistik immer noch die meisten antisemitischen Straftaten mit 48 Prozent dem rechten Umfeld zuzuordnen, die zweithäufigste Kategorie ist mit 31 Prozent die Kategorie ausländische Ideologie“, so Klein. Antisemitismus fungiere aber auch als „Brückennarrativ“ zwischen an sich unvereinbaren extremistischen Einsparungen.

Mit Blick auf Israels Vorgehen in Gaza sagte Klein: „Es ist schrecklich, wenn die Zivilbevölkerung in Gaza für Terror der Hamas leiden muss.“ Man müsse sich aber vor Augen führen, dass das Geschehen seinen Ausgang am 7. Oktober genommen habe. Die Hamas nutze die Zivilbevölkerung zudem als menschliche Schutzschilde. Kritik an Israels Handeln sei aber im Grundsatz legitim. „Unter Freunden muss es möglich sein, Kritik zu äußern. Das passiert auch jeden Tag, ohne dass diese Kritik antisemitisch wäre.“


Foto: Felix Klein (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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US-Börsen schließen im Minus – Nasdaq lässt deutlich nach

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New York (dts Nachrichtenagentur) – Die US-Börsen haben am Freitag nachgelassen. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 45.545 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,2 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag.

Wenige Minuten zuvor war der breiter gefasste S&P 500 mit rund 6.460 Punkten 0,6 Prozent im Minus, die Technologiebörse Nasdaq berechnete den Nasdaq 100 zu diesem Zeitpunkt mit rund 23.415 Punkten 1,2 Prozent im Minus.

Die Märkte erwarten für September eine Leitzinssenkung von der US-Zentralbank Federal Reserve und auch Fed-Chef Jerome Powell hatte sich angesichts der Risiken für den Arbeitsmarkt zuletzt offen für eine Zinssenkung gezeigt. Am Freitag veröffentlichte Daten zeigen nun allerdings, dass die Inflation im Juli gestiegen ist. Die Kerninflation, bei der Lebensmittel und Energiekosten nicht berücksichtigt werden und die als wichtigstes Inflationsmaß der Zentralbank gilt, lag bei einer saisonbereinigten Jahresrate von 2,9 Prozent und damit dem höchsten Stand seit Februar. Für Powell und seine Kollegen bleibt es schwierig, beiden Fed-Zielen – Maximalbeschäftigung und eine Inflationsrate von zwei Prozent – gerecht zu werden.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagabend derweil etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1699 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8548 Euro zu haben.

Der Goldpreis konnte profitieren, am Abend wurden für eine Feinunze 3.447 US-Dollar gezahlt (+1,0 Prozent). Das entspricht einem Preis von 94,73 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis sank unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagabend gegen 22 Uhr deutscher Zeit 68,12 US-Dollar, das waren 50 Cent oder 0,7 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.


Foto: Wallstreet in New York, via dts Nachrichtenagentur

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Bundesliga: St. Pauli schlägt HSV im Stadtderby

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Hamburg (dts Nachrichtenagentur) – Der FC St. Pauli hat am Freitag das Bundesliga-Stadtderby beim Hamburger SV mit 2:0 gewonnen. Die Treffer erzielten Adam Dzwigala (19.) und Andreas Hountondji (60.).

Vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion erwischte zunächst der HSV den besseren Start, konnte seine frühen Angriffe aber nicht verwerten. Stattdessen nutzten die Gäste ihre erste Standardsituation: Nach einer Ecke traf Dzwigala zur Führung für St. Pauli. In der Folge verloren die Hausherren ihren Schwung, während die Kiezkicker das Geschehen zunehmend kontrollierten und kurz vor der Pause durch Mathias Pereira Lage beinahe auf 2:0 erhöht hätten.

Nach dem Seitenwechsel glaubte der HSV kurz an den Ausgleich, doch ein Treffer von Ransford Königsdörffer (48.) wurde nach VAR-Überprüfung wegen Abseits zurückgenommen. Direkt im Gegenzug schlug St. Pauli erneut zu: Hountondji vollendete einen Konter eiskalt zum 2:0 (60.).

Die Gastgeber warfen in der Schlussphase alles nach vorn, verloren durch die Gelb-Rote Karte gegen Giorgi Gocholeishvili (77.) jedoch einen Spieler und damit endgültig den Zugriff. St. Pauli brachte den Vorsprung souverän über die Zeit und feierte den ersten Bundesliga-Derbysieg seit dem Aufstieg des HSV.


Foto: Spieler des FC St. Pauli (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Bürgerbewegung Finanzwende will automatisierte Steuererklärung

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Verein „Bürgerbewegung Finanzwende“ hat sich für eine weitgehend automatisierte Steuererklärung für Arbeitnehmer ausgesprochen. „Das ist genau der richtige Weg“, sagte die Geschäftsführerin des Vereins, die frühere Staatsanwältin Anne Brorhilker, dem „Interview der Woche“ der ARD mit Blick auf einen entsprechenden Vorschlag der Deutschen Steuergewerkschaft.

Brorhilker spricht von einer „Win-win-Situation für beide Seiten“. Zum einen würden die Bürger entlastet, zum anderen die Steuerbehörden. Diese könnten ihr Personal dann dort einsetzen, wo es wirklich gebraucht werde – statt es mit „Kleinkram“ zu beschäftigen, so die ehemalige Staatsanwältin.

Ob bei der Justiz, bei der Polizei oder bei der Steuerfahndung – überall fehle es an personellen Ressourcen. Gleiches gelte für den Bereich der Betriebsprüfungen. Brorhilker spricht sich dafür aus, „als ad-hoc-Maßnahme“ Betriebsprüfer des Bundes auf die Länder zu verteilen – mit dem Ziel, Steuerbetrug durch Unternehmen der Finanzbranche zu stoppen.

Neben dem Personalproblem sieht Brorhilker noch andere Baustellen beim Vollzug von Steuergesetzen. Die technische Ausstattung sei oft veraltet. Zudem gebe es im Geflecht von Bund und Ländern keine einheitliche IT-Infrastruktur in Deutschland. Das habe zur Folge, dass sich Behörden nur unzureichend austauschen könnten. Aus Sicht der ehemaligen Staatsanwältin gehen potenzielle Täter auf diesem Gebiet nach wie vor nur ein geringes Entdeckungsrisiko ein.


Foto: Einkommensteuer (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

2. Bundesliga: Elversberg siegt – Nürnberg und Paderborn torlos

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Nürnberg/Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die SV Elversberg hat am 4. Spieltag der 2. Bundesliga am Freitagabend bei Hertha BSC mit 2:0 gewonnen, während das Duell zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem SC Paderborn 07 ohne Treffer endete.

Im Berliner Olympiastadion brachte Younes Ebnoutalib die Gäste früh in Führung (5.). Auch im weiteren Verlauf bestimmten die Saarländer die Partie und bauten den Vorsprung nach der Pause durch ein weiteres Tor von Ebnoutalib aus (59.). Hertha wirkte über weite Strecken ideenlos, verlor nach Gelb-Rot für Linus Gechter (77.) zusätzlich einen Spieler und blieb auch im vierten Ligaspiel sieglos.

In Nürnberg entwickelte sich zwischen dem Club und den Ostwestfalen ein intensives Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Paderborn jubelte kurzzeitig über den vermeintlichen Führungstreffer von Steffen Tigges, doch der Treffer wurde nach Videobeweis wegen Abseits annulliert. Beide Teams hatten in der Schlussphase Gelegenheiten, ein Tor zu erzielen, doch am Ende blieb es beim 0:0.

Durch die Ergebnisse verharrt Hertha am Tabellenende, während Elversberg den dritten Sieg der Saison feiern konnte. Nürnberg wartet weiter auf den ersten Erfolg, holte aber immerhin den ersten Punkt.


Foto: Linienrichter mit Fahne (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Ramelow stößt mit Vorschlag für neue Hymne auf Kritik

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Vorschlag von Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (Linke), die deutsche Nationalhymne durch die Kinder-Hymne von Bertolt Brecht zu ersetzen und die Bundesflagge zur Abstimmung zu stellen, stößt in der Union auf Kritik. „Unsere Nationalhymne und unsere Flagge stehen für Freiheit, Demokratie und die Einheit Deutschlands“, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer dem „Tagesspiegel“ (Samstagausgabe). „Das sind Werte, die uns in Ost und West verbinden.“

Der CDU-Politiker argumentierte, dass gerade für die Ostdeutschen Flagge und Hymne Symbole für die friedliche Revolution seien. „Daher gibt es keinen Grund, sie infrage zu stellen.“

Auch im Bundestagspräsidium, dem der Linken-Politiker Ramelow seit März angehört, kam sein Vorstoß nicht gut an. „Die Bundestagspräsidentin sieht keinen Anlass, etwas an der Nationalhymne oder der Bundesflagge zu ändern“, sagte ein Sprecher von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU).

Die stellvertretende Bundestagspräsidentin Andrea Lindholz (CSU) attackierte Ramelow scharf. „Mit dieser Äußerung verletzt Vizepräsident Ramelow seine Pflicht zur Neutralität. Eine Änderung der Nationalhymne oder der Nationalflagge halte ich für einen völlig verfehlten Ansatz“, sagte sie dem „Tagesspiegel“. Mit der Debatte würden sich bestehende und gefühlte Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland nicht beheben lassen.

Auch die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), hält eine solche Debatte nicht für notwendig. „Natürlich können Nationalsymbole wie Hymnen und Flaggen immer wieder auch zur Diskussion gestellt werden, aber im Augenblick haben wir politisch größere Herausforderungen für unser Land zu lösen. Wir sollten uns besser um Dinge kümmern, die uns zusammenführen und nicht trennen“, sagte die SPD-Politikerin dem „Tagesspiegel“.

Die langjährige Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) sieht in Ramelows Vorschlägen eine Symboldebatte. „Wie eine gemeinsame Verfassung ist die Hymne auch Symbol. Die DDR-Hymne durfte damals nicht mehr gesungen werden, weil es darin auch um die deutsche Einheit ging“, erinnerte die Grünen-Politikerin. Eine Mehrheit der Ostdeutschen habe zudem keinen Wert auf eine gemeinsame gesamtdeutsche Verfassung gelegt. „Das gehört zur ehrlichen Betrachtung dazu“, sagte Göring-Eckardt dem „Tagesspiegel“.

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann warf Ramelow „Kulturkampf“ vor. „Unsere Flagge und unsere Hymne stehen für unsere Demokratie, unsere Grundrechte und unseren Rechtsstaat“, sagte Linnemann der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe). „Wer damit fremdelt, hat ein Problem mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unseres Landes.“

Ramelow suche „den Kulturkampf“ und knüpfe sich dafür ausgerechnet das Grundgesetz vor. Einigkeit und Recht und Freiheit sowie Schwarz-Rot-Gold würden nicht spalten, „sie stehen vielmehr für das, was uns eint“, sagte Linnemann.


Foto: Bodo Ramelow (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts