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Hybride Welten: Konferenz zur Interaktion zwischen Mensch und Computer

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KIT Vorträge, Workshops und Diskussionen: Um die Gestaltung von menschzentrierten hybriden Welten geht es auf der Konferenz „Mensch und Computer“ am KIT Titelbild/ Bildquelle: Bild von Tung Nguyen auf Pixabay

Konferenz findet erstmals am KIT statt – rund 600 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis tauschen sich aus

In einer zunehmend digitalisierten Welt sind Informationstechnologien und Menschen immer enger miteinander verflochten. Die Art und Weise, wie wir mit Computern und digitalen Technologien umgehen, prägt nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch den Alltag. Die Herausforderungen und Chancen dieser Entwicklung stehen im Mittelpunkt bei der „Mensch und Computer (MuC)“, Europas größter Konferenzserie im Themenbereich Mensch-Computer-Interaktion, die vom 01. bis 04. September 2024 erstmals am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) stattfindet. Unter dem Motto „Hybrid Worlds“ bietet sie eine Plattform für den interdisziplinären Austausch zwischen Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis. Die Themen reichen von Gebrauchstauglichkeit und Barrierefreiheit über neue Interaktionstechnologien bis hin zum Zusammenspiel zwischen Mensch und KI.

Ob hybrides Arbeiten, hybrides Lernen oder hybride Veranstaltungen: Konzepte, die digitale Technologien mit physischer Interaktion kombinieren, um die Vorteile verschiedener Ansätze zu nutzen, gewinnen zunehmend an Bedeutung. „Das Motto der Konferenz ‚Hybrid Worlds‘ drückt aus, dass neue digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz oder Virtual Reality die traditionellen Grenzen verschwimmen lassen – beispielsweise zwischen physischer und virtueller Welt oder zwischen menschlicher und maschineller Welt“, erläutert Alexander Mädche, Professor für Wirtschaftsinformatik am Human-Centered Systems Lab des KIT. Gemeinsam mit Professorin Kathrin Gerling und Professor Michael Beigl organisiert er die Konferenz am KIT. „Deswegen ist es umso wichtiger, dass wir verstehen, was der Mensch wirklich will und wie wir diese hybriden Welten menschzentrierter gestalten können“, so Mädche.

Europas größte Konferenz zur Mensch-Computer-Interaktion

„Das KIT richtet in diesem Jahr die Konferenz ‚Mensch und Computer‘ aus, die europaweit als größte im Themenbereich Mensch-Computer-Interaktion gilt“, sagt Kathrin Gerling, Professorin für Mensch-Maschine-Interaktion und Barrierefreiheit am Institut für Anthropomatik und Robotik des KIT. Zu Themenbereichen wie „Health and Well-being“, „Physiological Sensing and Virtual Reality“ oder „Automated Futures“ präsentieren Expertinnen und Experten aktuelle Forschungsergebnisse. Zusätzlich bietet das Programm neben drei Keynotes auch zahlreiche wissenschaftliche und praxisorientierte Workshops an. Rund 600 Interessierte aus Wissenschaft und Praxis nehmen an der Veranstaltung am KIT teil.

Der Mensch im Zentrum digitaler Technologien

„Als technische Universität nehmen wir das Thema Mensch, insbesondere seine Interaktion mit Computern, sehr ernst und sehen uns als wichtigen Akteur in dem Bereich“, so Beigl, Professor für Pervasive Computing Systems am KIT. Forschende aus verschiedenen Disziplinen am KIT untersuchen und gestalten intensiv digitale Technologien, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen. „Um die Potenziale der neuen Informationstechnologien zu nutzen, ist es entscheidend, die Bedürfnisse und Anforderungen der Menschen zu verstehen und daraufhin menschenzentriert hybride Welten zu gestalten“, sagt Mädche. So wollen die Forschenden sowohl die Produktivität als auch die Lebensqualität der Menschen verbessern.

Zur Konferenz „Mensch und Computer“

Die Konferenz „Mensch und Computer” (MuC) findet seit 2001 statt und wird gemeinsam von der Gesellschaft für Informatik (GI) e.V. und dem Berufsverband der Deutschen Usability und User Experience Professionals (German UPA e.V.) getragen. Sie bietet Teilnehmenden aus Wissenschaft und Praxis eine einzigartige Plattform, um sich über innovative Formen der Interaktion zwischen Menschen und digitalen Technologien, menschzentrierte Entwicklungsmethoden, interaktive Anwendungen und weiteren aktuellen Themen auszutauschen. Ziel der Konferenz ist es unter anderem, innovative Forschungsergebnisse zu diskutieren, den Informationsaustausch zwischen Wissenschaft und Praxis zu fördern und für eine menschen- und aufgabenorientierten Technikgestaltung zu sensibilisieren. Englischsprachige Fachbeiträge und deren Veröffentlichung in der „ACM Digital Library” oder „Digital Library of the GI” fördern die weltweite Sichtbarkeit der wissenschaftlichen Ergebnisse der MuC.

Bild Vorträge, Workshops und Diskussionen: Um die Gestaltung von menschzentrierten hybriden Welten geht es auf der Konferenz „Mensch und Computer“ am KIT Titelbild/ Bildquelle: Bild von Tung Nguyen auf Pixabay

Quelle Karlsruher Institut für Technologie (KIT

KI-Integration: Auf dem Weg zum autonomen Agenten

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KI *Maximilian Nols (links), CEO und Marc Schäfer (rechts), Chief Marketing Officer (CMO), Reeply BV (www.reeply.ai)

Autonome KI-Agenten stehen derzeit im Mittelpunkt der Diskussionen über KI-Entwicklung.

Diese fortschrittlichen KIs gehen über die Rolle traditioneller Chatbots hinaus, indem sie nicht nur Antworten und Erklärungen liefern, sondern eigenständig Entscheidungen treffen und Handlungen ausführen. Auf die dialogbasierte Interaktion folgt also die Fähigkeit der KI, komplexe und neue Aufgaben autonom zu bewältigen. Spannend auch für Startups!

Die Entwicklung autonomer KI-Agenten birgt technische Herausforderungen. Es geht allerdings vor allem darum, KIs so zu integrieren, dass sie ähnlich wie menschliche Teammitglieder funktionieren. Ein gedanklicher Ansatz, an dem ebenfalls gearbeitet wird: KI per Telefon erreichbar zu machen. Dies erleichtert die Kommunikation erheblich, da Nutzer und Nutzerinnen mit der KI spontan wie mit Kollegen und Kolleginnen interagieren können. Dies ist besonders vorteilhaft für Mitarbeitende, die wenig technikaffin sind oder umgehend Antworten benötigen.

Herausforderungen

Die Eingliederung von KI, insbesondere von KI-Mitarbeitenden, in bestehende Teams stellt Herausforderungen dar, die von technischen Schwierigkeiten bis zu menschlichen Widerständen reichen. Ein zentraler Aspekt ist die Akzeptanz dieser Technologien im täglichen Arbeitsleben.

Schon heute fühlen sich viele Mitarbeitende durch KI-Anwendungen bedroht, besonders in Bezug auf die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze. Andere haben das Gefühl, dass ihre Fähigkeiten – im Vergleich mit einer dauerhaft leistungsfähigeren KI – weniger wertgeschätzt werden könnten.

Lösungsansätze

Um diese Menschen mitzunehmen, ist eine transparente Kommunikationsstrategie entscheidend, die die Vorteile und den ergänzenden Charakter der KI betont: Neue KI-Technologien erweitern die Handlungsspielräume von Mitarbeitenden und ermöglichen mehr Menschen Zugang zu fundiertem Fachwissen, was insbesondere in Startups und KMUs kostengünstig Kompetenzen ausbaut und Abläufe erleichtert.

Experten werden natürlich weiterhin gebraucht. Die ständigen Änderungen in Fachbereichen erfordern eine aktive Mitwirkung, um das vermittelte Wissen zu prüfen, zu validieren und weiterzuentwickeln. Zusätzlich werden Experten konsultiert, um ihr Fachwissen auch weiterhin, wenn nötig, auf menschliche Weise zu vermitteln sowie empathisch für eine gute Umsetzung zu sorgen.

Aufgaben und Rollen verändern sich

Trotz der Integration von KI entfallen also auch in Zukunft persönliche Workshops nicht. Trainer und Führungskräfte werden mehr denn je gebraucht. Am Beispiel Verkaufstraining lässt sich dies gut veranschaulichen: Verkaufsfähigkeiten umfassen mehr als nur gute Antworten, wie sie eine Experten-KI liefern kann. Ein Verkaufstrainer bewertet, wie sich jemand in einer Verkaufssituation verhält, einschließlich der Analyse von Körpersprache und situativen Feinheiten. Hierbei kann ein Mensch deutlich besser aussteuern als eine KI.

Die Rolle der Experten und Expertinnen sowie der Führungskräfte verändert und erweitert sich, denn sie tragen die Verantwortung dafür, das Wissen der KIs zu prüfen und mit- bzw. weiterzuentwickeln. KI sorgt dann wiederum dafür, dass das Wissen breiter zugänglich gemacht wird, auch für diejenigen, die sich bisher keine Expertenschulung leisten konnten. Startups und KMUs werden so in der Lage sein, bestimmte Aufgaben zu automatisieren, die zuvor nur mit hohem finanziellem und organisatorischem Aufwand umgesetzt werden konnten.

Zukunftsperspektiven

Die Welt steht an der Schwelle zu bedeutenden technologischen Umwälzungen. Die Integration von KI in die Arbeitswelt und die schrittweise Übernahme autonomer Aufgaben durch diese Technologien kündigen die Ära eines tiefgreifenden Wandels an. Das Fundament für nachhaltiges Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit in einer zunehmend digitalisierten Welt ist gelegt. Die weitere Transformation wird zweifellos neue Herausforderungen hervorrufen, vor allem aber Widerstände und Unsicherheiten schüren, da sie gewohnte Arbeitsprozesse infrage stellt.

Dennoch sind die positiven Aspekte dieser Entwicklung nicht zu übersehen. Startups und KMUs erfahren nicht nur eine finanzielle Entlastung, sondern werden auch technologisch und strategisch gestärkt. Indem KI-Technologie den Zugang zu Fachwissen demokratisiert und autonom agierende KI-Mitarbeiter entwickelt, eröffnen sich vielfältige neue Möglichkeiten, auf Marktveränderungen schnell und effektiv zu reagieren.

Wettbewerbsfähigkeit sichern

Eine Technologieentwicklung, in der Mensch und Maschine zusammenarbeiten, um komplexe Anforderungen zu meistern. Diese dynamische Wechselwirkung zwischen technologischer Innovation und menschlicher Anpassungsfähigkeit wird nicht nur unsere Arbeitsweise transformieren, sondern auch dazu beitragen, dass Unternehmen agiler, innovativer und widerstandsfähiger gegenüber zukünftigen organisatorischen Ansprüchen werden.

Der Beginn dieser Entwicklung ist bereits sichtbar und wird bald immer offensichtlicher und einflussreicher werden. Was wir heute erleben, könnte die Grundlage für eine neue Ära der Demokratisierung von Fachwissen sein – ähnlich wie die Verbreitung des Internets die Basis für das Informationszeitalter und eine global vernetzte Gesellschaft gelegt hat.

Autoren

Maximilian Nols (links), CEO und Marc Schäfer (rechts), Chief Marketing Officer (CMO), ermöglichen mit ihrem Startup Reeply BV (www.reeply.ai) Unternehmen durch den Einsatz von KI ihre Marketing- und Verkaufsprozesse zu revolutionieren.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

SPD: Gespräche mit Union "Zeichen der demokratischen Kultur"

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Dirk Wiese (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese lobt die geplanten Gespräche der Ampel mit der Union über Konsequenzen aus dem Solingen-Attentat. „Es ist Zeichen der demokratischen Kultur bei uns im Land, dass die Bundesregierung in herausfordernden Zeiten gemeinsam mit der Opposition nach Lösungen sucht“, sagte Wiese der „Rheinischen Post“.

„Aufgrund der Verantwortung auf unterschiedlichen Ebenen ist es auch richtig, dass der Bundeskanzler hierzu die Länder mit an den Tisch holt“, sagte Wiese. „Das aktuelle Sicherheitspaket der Bundesregierung mit einem Dreiklang aus mehr Befugnissen, der klaren Durchsetzung des Rechts und einer Verschärfung der Gesetze mit Blick auf die Zunahme der Messergewalt ist richtig und notwendig. Im Rahmen dieses Maßnahmenpakets sind in engen Fällen auch Leistungskürzungen für abgelehnte Asylbewerber zulässig“, so der SPD-Politiker.


Foto: Dirk Wiese (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Foto/Quelle: dts

Netzagentur verteidigt Vorstoß zu flexiblen Industrie-Stromtarifen

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Stahlproduktion (Archiv), via dts NachrichtenagenturBonn (dts Nachrichtenagentur) – Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller hat seinen Vorstoß zu flexiblen Stromtarifen für die energieintensive Industrie gegen „Gaga-Vorwürfe“ von Wirtschaftsverbänden verteidigt.

„An einer Reform führt kein Weg vorbei“, sagte Müller der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Die energieintensive Industrie profitiere seit vielen Jahren von massiven Subventionen beim Strompreis. „Die rechtliche Grundlage für diese Rabatte läuft Ende 2028 aus. Dass Brüssel grünes Licht für eine Verlängerung der gängigen Praxis geben könnte, glaubt niemand.“

Der im August vorgestellte Plan der Bundesnetzagentur sieht vor, die Netzentgelte in Zeiten mit hoher Stromverfügbarkeit zu senken und bei knappem Stromangebot zu erhöhen. Das neue System soll Anreize schaffen, die Produktion hochzufahren oder zu drosseln, je nachdem, wie viel erneuerbare Energie erzeugt werden kann. Unter anderem der CDU-nahe Wirtschaftsrat hatte dagegen protestiert und vor neuen Belastungen für die energieintensive Industrie gewarnt.

„Die EU wird neue Vergünstigungen nur dann erlauben, wenn sie einen Verbrauch fördern, der dem auf erneuerbare Energie umgestellten System `dient`“, begründete Müller den Plan. In einem ersten Schritt sei deswegen bei Unternehmen angefragt worden, wer in welchem Maße flexibel produzieren könnte. „Für viele wäre es schon möglich, sie würden sofort bei der Reform Geld sparen.“ Andere Unternehmen bräuchten Zeit für eine Umstellung, die sie auch erhalten würden. „Es gibt eine dritte Gruppe, die ihre Produktion nicht wirklich an der Verfügbarkeit von grünem Strom ausrichten kann. Hier wollen wir sehr genau schauen, was möglich ist. Und für diesen Kreis will auch die Bundesregierung eine Lösung finden.“

Bis Mitte September warte die Bundesnetzagentur nun auf Antworten der Unternehmen, die dann ausgewertet würden. „Zugleich werden wir viele Gespräche mit der Branche führen. Erst danach wollen wir einen ersten Entwurf vorlegen“, erklärte Müller in der „NOZ“. Bis zu den finalen Beschlüssen wolle man sich bis Ende kommenden Jahres Zeit nehmen, der Industrie aber möglichst früh Planungssicherheit geben.


Foto: Stahlproduktion (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Kommunen fordern "mindestens 100 Millionen" für Bundespolizei

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Bundespolizei (Archiv), via dts NachrichtenagenturBerlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach dem Terroranschlag von Solingen fordert der Städte- und Gemeindebund mehr Geld für die Polizei. „Wir brauchen jährlich mindestens 100 Millionen Euro zusätzlich zum Haushaltsentwurf, um der Bundespolizei mehr Flexibilität und schnellere Reaktionen zu ermöglichen“, sagte Hauptgeschäftsführer André Berghegger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

„Der Bundestag steht vor wichtigen Haushaltsberatungen. Die Abgeordneten müssen – gerade nach Solingen – ihrer Verantwortung für die Sicherheit gerecht werden.“ Berghegger dringt auf eine wirksame Durchsetzung der von der Ampel beschlossenen Messerverbote. „Messer haben bei öffentlichen Veranstaltungen nichts zu suchen. Ich bin sehr dafür, die Regelungen nachzuschärfen. Aber sie nützen nichts, wenn sie nicht wirksam kontrolliert werden können“, sagte er. „Entscheidend ist, dass die Polizei verdachtsunabhängige Kontrollen durchführen kann. Dann haben Messerverbotszonen durchaus Wirkung.“ Es sei wichtig, Präsenz auf Volksfesten zu zeigen, um das Sicherheitsgefühl zu stärken.

Zugleich sprach sich Berghegger für mehr Videoüberwachung aus. „Die Videoüberwachung mit Gesichtserkennung ist eine effektive Maßnahme, um Straftäter ausfindig zu machen“, sagte er. „Wir sollten an sensiblen Orten zu bestimmten Ereignissen stärker davon Gebrauch machen. In Solingen hätte Videoüberwachung geholfen.“


Foto: Bundespolizei (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Hessens AFD-Chef Lambrou kauft weiter bei Edeka ein

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Edeka (Archiv), via dts NachrichtenagenturWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Hessens AfD-Chef Robert Lambrou kauft trotz der Edeka-Kampagne gegen seine Partei weiter in der Supermarktkette ein. Solche Aktionen nutzten der AfD, sagte Lambrou dem „Hessischen Rundfunk“. Edeka hatte in großen Zeitungen Werbung geschaltet unter dem Motto „Warum bei Edeka Blau nicht zur Wahl steht“.

„Ja, ich kaufe da noch ein, auch wenn ich diese Kampagne nicht gut finde. Mich stört zum Beispiel daran, dass das Logo der Edeka selbst blau ist. Dass es genug Lebensmittel gibt, ob Obst oder Gemüse, die auch blau sind, Blaubeeren, Brombeeren. Im Grunde müssen wir uns für solch eine Kampagne bedanken, denn das ist Wahlwerbung für die AfD.“

Lambrou will in Regierungsverantwortung und ist nicht der Meinung, seine Partei müsse ihren Kurs ändern, um koalitionsfähig zu werden. „Ich sehe, dass die anderen Parteien etwas ändern müssen. Und zwar, dass die Brandmauer fallen muss.“ Die AfD sei nicht perfekt, das seien die anderen Parteien auch nicht. „Aber wir haben diesen Zustand des Landes nicht zu verantworten, die anderen Parteien waren die letzten zehn Jahre in der Regierung und nicht wir. Diese Frage müssten sich eher die anderen Parteien stellen, was sie alles falsch gemacht haben, was sie alles anders machen müssten.“

In Bezug auf die Lehrerversorgung an den hessischen Schulen lehnte Lambrou das Vorhaben der Landesregierung, Quereinsteiger mit Fachstudium und Referendariat als Lehrer einzustellen, als „Verzweiflungslösung“ ab, hatte aber auch keine Idee, wie der Lehrermangel kurzfristig behoben werden kann. „Hier gibt es keine Lösung und die anderen Parteien haben auch keine Lösungen.“


Foto: Edeka (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Beck wirft Medien "Wagenknecht-Hype" vor

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Gründungsparteitag der Wagenknecht-Partei BSW (Archiv), via dts NachrichtenagenturMainz (dts Nachrichtenagentur) – Kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen wirft der frühere SPD-Vorsitzende Kurt Beck den Medien einen „Hype“ und eine unkritische Berichterstattung über Sahra Wagenknecht vor. „Der Hype, den viele Medien um Frau Wagenknecht machen, ist ärgerlich. Manchmal gibt es kaum eine Fernseh-Talk-Sendung, in der sie nicht sitzt. Das grenzt an Werbung“, sagte Beck dem „Tagesspiegel“. Er wünsche sich „mehr kritische Fragen“ an Wagenknecht.

Beck warf Wagenknecht Egozentrik, Destruktion und eine teils linksradikale, teils rechtsradikale Haltung vor. „Ich kenne keinen Menschen, der sich so allein um sich selbst dreht wie Frau Wagenknecht“, sagte der frühere Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz: „So viel Egoismus und Egozentrik sind schon extrem.“ Er sagte weiter: „Alle Organisationen, in denen Frau Wagenknecht mitgemischt hat, haben am Ende durch sie Schaden genommen. Wagenknecht hat eine enorm zerstörerische Kraft.“

Jetzt inszeniere sich Wagenknecht „als Messias, mit einer nach ihr selbst benannten Partei“, sagte Beck. „Dabei fragt man sich: Wofür steht sie eigentlich? Mal ist sie linksradikal, mal ist sie rechtsradikal. Sie redet Putin schön, einen Mann, der aus Machtgier ein Nachbarvolk überfällt. Das verbindet Wagenknecht mit der AfD, das ist ein jämmerliches Schauspiel.“

Am 1. September werden die Landtage in Sachsen und Thüringen gewählt. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) kann Umfragen zufolge aus dem Stand mit rund 13 Prozent (Sachsen) beziehungsweise rund 19 Prozent (Thüringen) rechnen. Kurt Beck führte die SPD von 2006 bis 2008, war von 1994 bis 2013 Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz.


Foto: Gründungsparteitag der Wagenknecht-Partei BSW (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Nato billigt Kursk-Offensive

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Frontverlauf in der Ukraine mit Ausbruch nach Kursk (Archiv), via dts NachrichtenagenturBrüssel (dts Nachrichtenagentur) – Die Nato hat erstmals erklärt, dass sie den Vorstoß der ukrainischen Streitkräfte in die Region Kursk, die zu Russland gehört, billigt.

„Russland führt seit mehr als 900 Tagen einen grundlosen Aggressionskrieg gegen die Ukraine, und hat seitdem zahlreiche Angriffe von der Region Kursk aus über die Grenze gegen die Ukraine durchgeführt. Die russischen Soldaten, Panzer und Stützpunkte sind nach internationalem Recht legitime Ziele“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg der „Welt am Sonntag“. Die Ukraine habe das Recht, sich zu verteidigen. „Und gemäß dem internationalen Recht hört dieses Recht an der Grenze (zu Russland; d. Red.) nicht auf“, erklärte der frühere norwegische Ministerpräsident.

Zudem habe Ukraines Präsident Selenskyj deutlich gemacht, dass die Kursk-Operation dazu diene, eine Pufferzone zu errichten, um Russland von weiteren Angriffen über die Grenze abzuhalten. Natürlich beinhalte die Kursk-Offensive, wie alle anderen militärischen Operationen auch, Risiken. „Aber es ist die Entscheidung der Ukraine, wie sie sich verteidigt“, so Stoltenberg.

Mit Blick auf Vorwürfe seitens des Kremls, der Westen sei zuvor über den Angriff auf russisches Gebiet informiert worden, betonte der Nato-Chef: „Die Ukraine hat ihre Planung für die Kursk-Offensive nicht vorher mit der Nato abgesprochen. Insofern spielte die Nato dabei keine Rolle.“

Als eine Reaktion auf den Angriff Russlands gegen die Ukraine im Februar 2022 waren ukrainische Streitkräfte Anfang August dieses Jahres in den russischen Verwaltungsbezirk Kursk nahe der Grenze zur Ukraine einmarschiert. Bis zum 27. August hatte die ukrainische Armee nach Angaben von Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj rund 1.300 Quadratkilometer russisches Staatsgebiet erobert. Dabei kamen offenbar auch westliche Waffen, wie Marder-Schützenpanzer aus Deutschland, Kampfpanzer vom Typ Challenger aus Großbritannien und das auf Lastwagen montierte Mehrfachraketen-Artilleriesystem Himars mit einer Reichweite von bis zu 480 Kilometern aus den USA, zum Einsatz.

Ausdrücklich hob Stoltenberg im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg die Bedeutung von Satelliten hervor. In der Ukraine würden Drohnenbilder vom Schlachtfeld von Satelliten an die Kriegsparteien weitergeleitet. „Der Weltraum ist zunehmend umkämpft, weil er lebenswichtig ist für die globalen Volkswirtschaften und die weltweite Sicherheit“, sagte der Nato-Chef. Russland und China würden stark in sogenannte Anti-Satelliten-Waffen, die darauf ausgerichtet sind, im Orbit befindliche Satelliten zu zerstören, investieren. Die Nato würde darum die Integration des Weltraums in ihre Verteidigungspläne, in Übungen und Operationen beschleunigen. Einige Mitgliedstaaten hätten eigene Weltraumkommandos aufgebaut, außerdem würden Weltraumdaten unter den Alliierten mittlerweile stärker ausgetauscht.

Stoltenberg warnte auch vor neuen nuklearen Anti-Satelliten-Waffen, die im Weltraum gezündet werden können. Solche Atomwaffen sind die in der Lage, mittels einer Explosion hunderte Satelliten auf einer niedrigen Erdumlaufbahn – also in einer Höhe von 200 bis 2.000 Kilometern – unbrauchbar zu machen. Die US-Regierung hatte bereits im Februar bestätigt, dass Moskau dabei wäre, eine solche Waffe zu entwickeln. Stoltenberg sagte dazu: „Berichte darüber, dass Russland an einer nuklearen Anti-Satelliten-Waffe arbeitet, sind ein Grund zur Sorge. Ein solcher Einsatz wäre ruchlos, gefährlich und unverantwortlich.“

Stoltenberg lobte zugleich Deutschlands Rolle bei der militärischen Unterstützung der Ukraine: „Ich begrüße Deutschlands klares Bekenntnis, der größte militärischer Geber in Europa und zugleich der zweitgrößte Geber in der Welt für die Ukraine zu bleiben.“ Aber damit sich die Ukraine weiter verteidigen und am Ende durchsetzen könne ist laut dem Nato-Chef mehr Unterstützung seitens der Alliierten notwendig. „Dies ist lebenswichtig, damit die Ukraine die russische Invasion abwehren kann“, sagte Stoltenberg.


Foto: Frontverlauf in der Ukraine mit Ausbruch nach Kursk (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Bundesnetzagentur will durch gestaffelten Netzausbau Kosten sparen

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Strommast (Archiv), via dts NachrichtenagenturBonn (dts Nachrichtenagentur) – Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, will den Stromnetzausbau künftig staffeln. „Mit einer zeitlichen Staffelung der neuen Netzausbauprojekte können wir kostspielige Spitzen bei den erforderlichen Ressourcen von Mensch und Material vermeiden. Das vermeidet Kosten, die entstehen, wenn man alles gleichzeitig machen will“, sagte Müller der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagausgabe). „Bis 2037, dem Zieljahr der aktuellen Ausbauplanungen, ist ausreichend Zeit für eine solche Staffelung, ohne eine Inbetriebnahme spätestens 2037 aus den Augen zu verlieren.“

Niemand wolle die Klimaschutzziele aufgeben. „Aber wir müssen den Fahrplan anpassen, an das, was möglich und bezahlbar ist“, erklärte Müller. „Es macht auch keinen Sinn, Leitungen durchs Meer zu legen, bevor die Windräder vor den Küsten Strom liefern. Es geht um eine kluge Staffelung, nicht um ein Aufschieben der Energiewende.“

Ein Grund für den Aufschub beim Ausbau seien die Kostenexplosionen. „Es stimmt: Die Netzkosten sind ganz klar unterschätzt worden. Und ich bin immer dafür, Fehler einzuräumen, um daraus zu lernen“, sagte der Bundesnetzagentur-Präsident.

Es gebe aber auch einen positiven Irrtum. „Die Stromerzeugung durch Wind- und Solarkraft geht schneller und wird günstiger als prognostiziert. Niemand hätte mit dem Ausbautempo und den inzwischen erzeugten solaren Strommengen gerechnet, was ja schon zu Negativpreisen für Strom führt“, so Müller.

Forderungen der CDU und mehrerer Bundesländer, beim Netzausbau wieder auf Freileitungen statt Erdkabel zu setzen, erteilte Müller eine Absage. Vor anderthalb Jahren hätte man dadurch 16,5 Milliarden Euro einsparen können. Seitdem habe man aber nach der geltenden Gesetzeslage mit Erdkabeln weiter geplant und sei dabei sehr gut vorangekommen. „Sollte die Politik jetzt doch noch einen Kurswechsel vollziehen, würde das zu einer signifikanten Verzögerung und folglich zu erheblichen Mehrkosten führen“, sagte der Behördenpräsident. „Wir sollten jetzt Kurs halten.“


Foto: Strommast (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Netzbetreiber sollen Solarparks abschalten dürfen

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Solarzellen (Archiv), via dts NachrichtenagenturBonn (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundesnetzagentur fordern Abschaltmöglichkeiten für Sonnenkraftanlagen, um Blackouts zu verhindern.

„Verteilnetzbetreiber müssen in die Lage versetzt werden, bei kritischen Netzsituationen Solaranlagen zu steuern, um die Netze stabil zu halten“, sagte Behördenpräsident Klaus Müller der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagausgabe). „Es führt kein Weg daran vorbei, neue Solaranlagen steuerbar zu machen.“ Die entsprechenden Gesetzesänderungen müsse der Bundestag schon „ab diesem Herbst“ verabschieden. „Dann können alle Akteure das alles schnell genug an den Start bringen.“

Anlass für die Forderung ist der massive Solar-Ausbau. Der sei zwar „sehr erfreulich“, sagte Müller, betonte aber: „Gleichzeitig muss der Netzausbau vor Ort damit Schritt halten.“ Dies ist vielerorts nicht der Fall.

Neben der Abregelungsmöglichkeit in kritischen Netzsituationen müssten Solarparks künftig auch „die Einspeisung stoppen, wenn niemand für den Strom bezahlen will“, forderte der Präsident der Bundesnetzagentur. „Die Einspeisung sollte sich künftig am Marktpreis und damit am Verbrauch orientieren.“ Derzeit erhalten Solarpark-Betreiber Garantiepreise vom Staat für ihren Strom, selbst wenn die Marktpreise negativ sind, weil der Strom nicht gebraucht wird. Das kostet den Steuerzahler Millionen Euro.

„Es geht nicht darum, den Solar-Ausbau zu bremsen“, betonte der Behördenpräsident. „Es gilt aber, die technischen Möglichkeiten auszureizen, etwa wenn Solaranlagen um Speicher ergänzt sind, dann kann überschüssiger Strom gespeichert und nicht abgeregelt werden.“ Die Interessen der Investoren und des Systems müssten besser als bisher aufeinander abgestimmt werden. „All das pragmatisch umzusetzen ist zugegebenermaßen ein schwieriger Auftrag für alle Akteure. Da müssen wir jetzt ran.“


Foto: Solarzellen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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